Schloss Herrengrebin

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Schloss Herrengrebin

    Mitten in der Ebene des Danziger Werders lag einst die Ritterburg
    Herrengrebin. Von Menschenhand aufgeschüttete Hügel umgaben sie. Nur der
    Name des Gutes Herrengrebin erinnerte uns noch allein an jene alte
    Ritterherrlichkeit.
    Ein späterer Besitzer des Gutes ließ die Schlosskapelle abbrechen. Er
    hoffte, dort vergrabenes Gold zu finden. Dabei stieß er auf einen
    unterirdischen Gang. Beim Nachgraben in einem der umliegenden Berge
    fand man einen unterirdischen Raum. Der Besitzer befahl seinen Leuten,
    in die vermuteten Säle und Prunkgemächer einzudringen. Sie
    verweigerten dies, weil sie behaupteten, darin wohne der Teufel! Als
    der Besitzer es selbst versuchte, trat er schleunigst den Rückzug an.
    Über das, was er gesehen und gehört hatte, schwieg er.
    Der Gang führte vom Schloss nach dem jenseits der Mottlau gelegenen
    Mönchengrebin, sowie nach dem eine halbe Meile entfernten Grebiner Walde.
    Später wollte man den Gang an dieser Stelle wieder öffnen, doch konnte
    man die Stelle nicht mehr finden, da die eiserne Türe immer tiefer
    gesunken war.
    Ein Schweinejunge, welcher in der Nähe des Schlosses Herrengrebin
    einst sein Hirtenamt ausübte, so berichtet die Sage, hatte das
    Unglück, dass ihm eines der anvertrauten Borstentiere in den
    unterirdischen Gang der verfallenen Burg entlief und nicht mehr
    gesehen ward. Zur Strafe musste er in den gefürchteten Gang hinein. Er
    ging mit Grauen und Beben den Gang entlang. Links und rechts lagen dort
    bissige Hunde, welche an Tonnen voll lauter blinkenden Goldes
    angekettet waren. Er aber ging in der Mitte des Ganges und kam
    unbeschadet an eine große Tür, an welcher er pochend Einlass begehrte.
    Ein Fräulein von unbeschreiblicher Schönheit, das gerade mit dem
    Kämmen seines prächtigen, lang wallenden, schwarzen Haares beschäftigt
    war, kam mit einem großen Schlüsselbund und öffnete ihm. Nachdem das
    Mägdelein ihn lange mit prüfenden und sinnenden Blicken betrachtet
    hatte, sprach es mit Wehmut: "Du bist noch zu jung. Ach, es wird ja
    gewiss noch ein anderer kommen!" Damit öffnete es eine andere Tür. Ehe
    sich der Junge noch von seinem Schreck und Erstaunen einigermaßen
    erholt hatte, fand er sich im Walde- und allein- wieder.
    (erzählt von Paul Behrend)
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
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