Günter Pogatzki: Danziger Limericks I-VI

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Günter Pogatzki: Danziger Limericks I-VI

    In unserem alten Vorgängerforum veröffentlichte Hans-Jürgen Wolf "Danziger Limericks I-VI" des Dichters und Schriftstellers Günter Pogatzki, der -sollte er noch leben- mittlerweile 97 Jahre alt ist.

    Und hier nun:

    Danziger Limericks I

    1.

    Es fuhr einst im Auto verwegen
    die Kunigunde nach Steegen,
    auf dem Wege zum Bad
    fuhr drei Hennen sie platt,
    doch das tat sie mitnichten erregen.

    2.

    Wie herrlich ließ es sich träumen
    in Ottomin unter den Bäumen,
    doch kitzelt die Nase
    ein Halm von dem Grase,
    konnt mancher vor Wut nur so schäumen.


    3.

    Schneewittchen kam auch aus den Bergen
    zu den sieben Schidlitzer Zwergen,
    die war'n nicht so gut
    wie die Märchenzwergbrut,
    sondern taten das arme Kind zergen.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    Danziger Limericks II

    Danziger Limericks II


    1.

    Im Danziger Bratwurtsglöckl
    bekam man gebratene Göckl
    stets knusprig serviert,
    und man sah ungeniert
    auf die Kellnerin im bunten Röckl.


    2.

    Es zwickte und zwackte das Zipperlein
    den Gastwirt aus Zipplau im linken Bein,
    da hat laut er geflucht
    und sein Bett aufgesucht
    und ließ Gastwirtschaft Gastwirtschaft sein.


    3.

    Im Kramskrug da hockten gemütlich
    drei Bauern, die spielten ganz friedlich
    ihren Skat mit Kontra und Re,
    beim Grand mit Vieren, o je,
    reagierten sie ganz unterschiedlich
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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    • Wolfgang
      Forumbetreiber
      • 10.02.2008
      • 11623

      #3
      Danziger Limericks III

      Danziger Limericks III


      1.

      Zwei Burschen aus Mönchengrebin
      machten einen Trip einst nach Wien.
      Im Grinzing der feurige
      gefährliche Heurige
      ließ bald wieder heimwärts sie ziehn.

      2.

      Es trieben in Tiegenort
      die Jünglinge gern ihren Sport,
      sie rollten die Bälle
      und drehten die Welle
      und erzielten gar manchen Rekord.

      3.

      Wie war's doch am Umfluter schön,
      auf den Wällen konnte man gehn,
      das Liebchen nachts knutschen
      und's Mäulchen belutschen,
      nur der Mond hat dann still zugesehn.

      4.

      Dycks Heinrich bestieg froh und munter
      ein Pferd und saust wieder herunter,
      anstatt hoch zu Rosse
      fiel er in die Gosse,
      ja, so geht es einem mitunter.
      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        Danziger Limericks IV

        Danziger Limericks IV

        1.

        In Neufahrwasser ein Grenadier
        tat sich gütlich an Schnaps und an Bier,
        dann wollte er gerne
        zurück zur Kaserne
        und sah statt zwei Kirchtürmen vier.


        2.

        Auch Aycke, das muß man gestehn,
        genoß bei Gourmets großes Ansehn,
        hier bekam man den Fisch
        stets ganz frisch auf den Tisch
        und brauchte nichts lassen sich andrehn.


        3.

        In Fürstenau die Marjellen,
        die waren die ganz Originellen,
        sie lockten die Buben
        aus Ställen und Stuben
        und sprangen dann fort wie Gazellen.


        4.


        Es saßen einst auf einer Pipeline
        am Weichseldamm drei alte Weiblein,
        die schauten voll Unruh
        einer Schwimmerin zu:
        "Ach, hätt' man doch auch noch so'n Leiblein!"
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          Danziger Limericks V

          Danziger Limericks V

          1.

          Die Mastschweine aus Weßlinken,
          die hatten die fettesten Schinken,
          drum gingen der Bauer
          und der Fleischbeschauer
          nach dem Schlachten auch gern einen trinken


          2.

          Sowohl in Klein und Groß Zünder
          da gab es auch nicht mehr Sünder
          als woanderwärts,
          man liebte mit Herz
          und auch hier bracht` der Storch nicht die Kinder.


          3.

          Stets gingen in Neuenhuben
          zum Tanze die treuen Buben
          mit ihren Mädchen,
          den Lieschen und Gretchen,
          und holten sie aus ihren Stuben.


          4.

          Die Ellinor aus Sobbowitz
          verliebte sich in Grünkohls Fritz,
          doch dieser Luftikus
          verschuf sich nur Genuß
          im muntern Hin- und Her-Geflitz.
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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          • Wolfgang
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            • 10.02.2008
            • 11623

            #6
            Danziger Limericks VI

            Limericks VI


            1.

            Es kämpften wie blutige Hähne
            der Ernst und der Kurt um die Lene,
            sie war in Schönbaum
            beider seliger Traum,
            doch die hatte ganz andere Pläne.



            2.

            Nach vermeintlichen Schätzen gruben
            einst zwei Männer in Freienhuben
            auf steinigem Acker
            und rackerten wacker.
            Ihre Beute? Zwei leere Tuben.


            3.

            Es ging mal in Groschenkampe
            ein Bauer nachts ohne Lampe
            noch in Richtung Stall,
            da gab`s einen Knall,
            und er lag in der Schweinepampe.


            4.

            Oft lag in der Halben Allee
            im April noch ein Meter Schnee,
            der hemmt den Verkehr
            mit der Straßenbahn sehr
            nach Langfuhr, Oliva und re.
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              Und hier noch eine kleine Biografie Günter Pogatzkis, zusammengestellt von Wolfgang Lehmann:

              Günter Pogatzki, geboren 30. September 1912 in Danzig.
              Gymnasium, Studium der Literatur und Philosophie in Königsberg und Danzig,
              1.7.1937 beruflicher Beginn an der Stadtbibliothek Danzig.
              Ab 1.8.1938 Bibliothekar und Hilfsdramaturg am Stadttheater in Danzig.
              Sachbearbeiter für Literatur und Sprecher am Landessender Radio Danzig.
              Kriegsgefangenschaft in Evingen.
              Seit 1. April 1946 Leiter der Stadtbücherei und des Kulturamtes in
              Hemer bis in die 70er Jahre. Geschäftsfuehrer der Volkshochschule Hemer.
              Literarische Werke: Gedichte, Erzählungen, Hörspiele; u.a. viele
              Beiträge in "Unser Danzig" und im "Danziger Hauskalender".
              Er erhielt 1941 für Paracelsus-Dichtung von der Stadt Villach die
              Paracelsus-Plakette.
              Er trat am 1.1.1977 in den Ruhestand.
              Wegzug aus Hemer am 23.02.1977 nach Muenster,
              in´s Ev. Wohnstift „Haus Simeon", Am Berg Fidel 70, Tel.(02 51)78880;
              dort noch einigermassen ruestig wohnhaft.
              Sein literarischer Nachlaß ist in der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne
              archiviert.
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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              • Heibuder
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 751

                #8
                Zitat von Wolfgang
                In unserem alten Vorgängerforum veröffentlichte Hans-Jürgen Wolf "Danziger Limericks I-VI" des Dichters und Schriftstellers Günter Pogatzki, der -sollte er noch leben- mittlerweile 97 Jahre alt ist. ...
                Er lebt noch und ist 96!
                Zur Erinnerung: https://www.danzig.de/showpost.php?p=9716&postcount=3
                Es grüßt der Heibuder!

                "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #9
                  Zitat von Heibuder
                  Er lebt noch und ist 96!postcount=3
                  Eieiei... - rechnen sollte man können! Wenn ich schon das Geburtsdatum weiß und dann nicht mal bis zum heutigen Datum hochrechnen kann, brrrr...
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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