Wolfgang Federau: Abend in Oliva

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Wolfgang Federau: Abend in Oliva

    Abend in Oliva

    Da der Tag nun schlafen will,
    wird es mählich leise, still
    in den Wiesengründen.
    Nur ein Wind harft noch sein Lied,
    zärtlich zwischen Meer und Ried,
    mag nicht Ruhe finden.

    Vor dem kleinen See her streicht
    kühlen Wassers Odem feucht
    zu dem nahen Lande.
    Einsam zieht ein weißer Schwan
    seine schmale Silberbahn
    bis zum Uferrande.

    Alles ist vom Lichte matt.
    Reglos stehen Halm und Blatt,
    sammeln neue Kräfte.
    Schilf und Baum und Strauch und Moos
    heben ais der Erde Schoß
    frische Lebenssäfte.

    Feierliche Ruhe fällt
    tröstend über diese Welt,
    über alle Müden.
    Jedes Wesen, jedes Ding,
    jeder zarte Schmetterling
    hauchen Schlaf und Frieden.

    Doch auf fernem Hügelkamm
    ragt ein mächt'ger Eichenstamm
    zu der Himmelsfeste.
    Schwarz steht er vorm Abendrot
    das wie brand'ges Feuer loht
    zwischen dem Geäste.

    Blasser wird die Farbenpracht.
    Zögernd, leise senkt die Nacht
    sich auf Tal und Hügel.
    Nur der Mond schwimmt hell und rund
    durch den sammetschwarzen Grund
    wie ein Gottessiegel.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
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