Franz Erdmann: Herbstabend an der Weichsel

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  • mottlau1
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 1720

    #1

    Franz Erdmann: Herbstabend an der Weichsel

    Herbstabend an der Weichsel

    Nun zieht der herbstlich herbe, strenge Duft,
    durch die Verwilderung verlass´ner Gaerten
    die Mueckenschwaerme spielen in der Luft,
    und Trauerweiden stehn mit langen Baerten.

    So friedlich liegt vor dir dies Stueck der Welt,
    als haett´es Kriegsnot niemals hier gegeben.
    Wo breit die Feuersaat der Sonne faellt,
    siehst du im Strom geheime Kraefte weben.

    Doch wie du noch ob dieser Lichspur sinnst,
    ist schon der zauberhafte Glanz verblichen.
    Du spuerst, dass leis´zu froesteln du beginnst,
    das Gold ist einem duestern Grau gewichen.

    Und mit dem Grau, in dem das Licht ertrinkt,
    wills dich wie Wehmut, bang und trueb, beschleichen,
    dass alles Schoene so in Nacht versinkt
    und sich verliert in stummen Schattenreichen.

    Franz Erdmann


    Mottlau1
    Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
    (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker
  • jonny810
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 2423

    #2
    Herbstabend an der Weichsel

    Hallo Jutta,

    ich finde, das ist ein ganz gefühlvolles Gedicht und sehr romantisch.

    Man glaubt, man erlebt es beim Lesen.

    Haste toll gemacht.


    Ps. es verrät aber auch, dass Du eine kleine Romantikerin bist.

    Herzliche Grüsse, Erhart
    Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
    "Nec Temere - Nec Timide"
    Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

    Kommentar

    • GiselaMaria
      Forum-Teilnehmer
      • 25.02.2012
      • 38

      #3
      AW: Franz Erdmann: Herbstabend an der Wechsel

      Ich habe gerade mal im Forum herumgestöbert und fand dieses Gedicht. Handelt es sich bei dem Dichter um meinen Onkel, Franz Erdmann aus Danzig-Oliva? Herzlichen Gruß von Gisela Maria

      Kommentar

      • mottlau1
        Forum-Teilnehmer
        • 11.02.2008
        • 1720

        #4
        AW: Herbstabend an der Weichsel

        Hallo lieber Erhart,

        danke für Deine netten Worte. Ja ich bin romantisch veranlagt. Kommt evtl. auch weil ich sehr viel lese aber auch noch von Hand Briefe schreibe. Der PC konnte das nicht verdrängen.
        Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe überall in der Wohnung viele viele Bücher.
        Als ich Kind war konnten meine Eltern mir nur sehr wenige Bücher kaufen. Um meine Wißbegier zu stillen trat ich mit 18 Jahren in einen
        Buchclub ein, das ist schon 50 Jahre her.

        Herzliche Grüße auch an Dich Jutta
        Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
        (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

        Kommentar

        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          AW: Franz Erdmann: Herbstabend an der Weichsel

          Schönen guten Abend,
          hallo Gisela Maria,

          der Autor des Gedichtes war Dr. Franz Erdmann, Studienrat am Conradinum, wohnhaft gewesen in Oliva in der Adolf-Hitler-Str.494, geb. 10.09.1898.

          Von ihm stammen eine Vielzahl wunderschöner Gedichte, die nach dem Krieg in "Unser Danzig" und im Danziger Hauskalender veröffentlicht wurden. Besonders viel von ihm war in den vor und nach dem Krieg von Carl Lange herausgegebenen "Ostdeutschen Monatsheften" zu finden. Ich weiß gar nicht ob es von ihm ein Werksverzeichnis gibt - weißt Du etwas davon?

          Viele Grüße aus dem Werder
          Wolfgang
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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