AW: Danziger Jahreschronik
..... Geburtswehen .....
Der Rückblick heißt jetzt Chronik und ist zweispaltig gedruckt, das Papier ist miserabel, der Fraktur-Font ist von einem OCR-freundlicheren Font ersetzt worden .....
Chronik 1920
=========
2. Januar Regierungsrat Prochnow starb infolge eines Autounfalles bei Graudenz.
3. 8 260 Arbeitslose, 6 817 männlich, 1 443 weiblich.
6.-17. Stillegung der Kleinbahn wegen Kohlenmangels.
7.-10. Streik der Angestellten auf der Staatswerft.
10. Erste Sitzung des neugebildeten Stadtverordnetenkollegiums.
12. Das Generalkommando nach Köslin verlegt.
17. Jan-7. Febr. Die deutschen Truppen räumen Westpreußen.
24. Jan. Abschiedsfeier der Danziger Regimenter.
26. Jan. Ausmarsch der 128er.
2. Febr. Ausmarsch der Garnison.
6. Febr. Kommandantur aufgelöst.
7. Fehr. Ausmarsch der 2. Leibhusaren.
17. Gründung des Wirtschaftsamtes für den Danziger Freistaat.
20. Danziger D-Zug stieß auf einen Güterzug, der durch ein Verbrechen zum Entgleisen gebracht war. 17 Tote, 14 Verletzte.
28. Die Stadtverordneten Fuchs, Ernst, Nagrotzki‚ Wölk, Plettner, Raube zu Stadträten gewählt.
28. Lohnbewegung auf der Schichauwerft.
30. Ausschreitungen auf der Staatswerft gegen dessen Leiter, Prof. Noé. Der Magistrat droht mit Schließung der Werft.
31. Der Vollzugsausschuß der Arbeiterräte löst sich auf.
31. Der Preis für Roggenbrot auf 1 Mark pro Kilo, für Weizenbrot auf 1,30 Mark pro Kilo erhöht.
2. Februar Übergabe der Strecke Dirschau—Konitz an Polen. Umleitung der Tages—D-Züge Berlin—Königsberg über Stettin-Danzig.
3. Durch mangelnde Kohlenzufuhr durch Polen die Elektrizitätsversorgung in Danzig bedroht.
3. Lohnbewegung in den städtischen Betrieben.
5. Polen verhängt den Paßzwang.
6. Herabsetzung der Brotration auf 350 Gramm.
11. Sir Reginald Tower kommt als Oberkommissar des Völkerbundes nach Danzig.
15.-20. Das Stadttheater wegen Streik der Angestellten geschlossen.
18.—25. Danziger Messe auf dem Gelände des Korpsbekleidungsamtes.
21.—26. Streik der städtischen Betriebsarbeiter. Die Technische Nothilfe hält die Betriebe aufrecht.
25. Streikverbot des Oberkommissars für lebenswichtige Betriebe.
29. Stadtältester Dr. Dassel verstorben.
1. März Protest der Gewerkschaften gegen das Streikverbot.
4. Massenversammlung in der Sporthalle gegen die Ernährungsnot.
5. Towers Verordnung über Berufung eines Staatsrates. Dessen erste Sitzung 10. März. Oberbürgermeister Sahm Vorsitzender.
12. Wirtschaftsabkommen zwischen Danzig und Deutschland vom Oberkommissar genehmigt.
13. Der Staatsrat beschließt die Einrichtung eines Obergerichts für den Freistaat.
22. Dr. Wagner von den Polen in Lusin verhaftet.
24. Einrichtung des städtischen Siedlungsamtes.
13. April Ernährungsabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
13. April Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 2 Millionen Mark zur Beschäftigung Arbeitsloser bei Umwandlung des Bischofsberges zu Grünanlagen.
16. Gründung des Danzig-polnischen Wirtschaftsverbandes.
17.—24. Polnische Verkehrssperre wegen Abstempelung der polnischen Kronennoten.
18. Eröffnung einer Flugpostverbindung Danzig-Stolp.
20. Verdoppelung der Straßenbahnfahrpreise.
22. Vorläufiges Abkommen zwischen Danzig und Polen betr. Eisenbahn, Post- und Passwesen unterzeichnet.
22. Danziger Luftreederei eröffnet den Verkehr Danzig-Königsberg.
28. Grenzfestsetzungskommission beginnt ihre Arbeiten in Hohenstein.
10. Mai Brotpreis auf 1,40 Mark pro Kilo erhöht.
16. Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung.
21. Stadtverordneten—Versammlung beschließt Erhöhnug der Gemeindeeinkommensteuer auf 550 Prozent.
Beginn der Danzig-polnischen Verhandlungen.
2. Juni Dampfer „Grüßgott“ des Norddeutschen Lloyd trifft zu regelmäßigem Verkehr erstmalig, von Swinemünde kommend, in Danzig ein.
7. 1 000 Arbeitslose beim Oberbürgermeister.
14. Erste Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung durch den Oberkommissar feierlich eröffnet.
16. Juni-16. Aug. Aussperrung auf der Klawitterwerft, da der Streik der Zimmerleute die Arbeit unmöglich macht.
17. Ausgabe Danziger Notgeldes: Zehnpfennigstücke aus Zink.
18. Beginn der Beratung der Verfassung.
25. Brotpreis von 1,40 Mark auf 1,60 Mark pro Kilo erhöht.
26. Ausstand des Schiffspersonals der Akt.-Ges. „Weichsel“.
24.-29. Streik im Hafen.
30. Stadtverordnetenversammlung bewilligt 20 Millionen Mark für Wohnungsbauten.
5. Juli 63 gefangene russische Bolschewiki, die unter polnischer Bewachung am Bahnhof ankamen‚ von Arbeitern gewaltsam befreit.
8. 2 000 Abstimmungsberechtigte auf 5 Dampfern ins Abstimmungsgebiet gefahren.
22. Danziger Hafenarbeiter verweigern die Löschung eines polnischen Dampfers mit Kriegsmaterial.
29. Demonstration vor dem Landeshause gegen Steuern und Teuerung. Mißhandlung des Oberbürgermeisters Sahm.
30. Proklamation des Oberkommissars Tower gegen die Ausschreitungen.
1. August Lyzealdirektor, Pfarrer a. D. Dr. Weinlig verstorben.
11. Verfassung in dritter Lesung angenommen.
20. Verfassunggebende Versammlung erklärt Neutralität des Danziger Freistaates in Russisch-Polnischem Kriege.
20. Weizenbrotpreis auf 1,80 Mark pro Kilo erhöht.
26. Oberkommissar Tower vewarnt die Stadt Danzig wegen Verstoß gegen Bestimmungen des Friedensvertrages. Rechtfertigende Gegenerklärung des Oberbürgermeisters.
29. August Schwerer Nordsturm. Große Schäden am Strande. Bei Rixhöft 4 Seeleute mit Schleppkahn untergegangen.
31. Hafenarbeiter willigen in Löschung polnischer Munition.
31. Margarine wird fortan markenfrei verabfolgt.
3. Sept. Eisenbahnabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
6. Oberkommissar Tower begibt sich nach Paris zu Verhandlungen über Danzig.
15. Besetzung der neuen Freistaatgrenze, Zuwachs für Danzig im Oliva-Zoppoter Walde.
27. Danziger Delegation unter Führung von Oberbürgermeister Sahm begibt sich nach Paris.
29.-30. Streik in den Danziger Staatsbetrieben.
1. Oktober Großfeuer auf der Werft. Schaden 2 Millionen Mark.
1. Verordnung über die Befriedung des Gebäudes der Volksvertretung.
11. Probefahrt des vom Kreuzer Gefion auf der Staatswerft zum Handelsdampfer umgebauten „Adolf Sommerfeld“.
15. Vermittlungsentwurf Massigny-Caro von der Botschafterkonferenz angenommen.
18. Roggenbrot von 1,60 Mark auf 1,80 Mark, Weizenbrot von 1,80 Mark auf 3 Mark pro Kilo erhöht.
20. Namens der Botschafterkonferenz überreicht Cambon der Danziger Delegation den „endgültigen“ Wortlaut des Danzig-polnischen Vertrages und ladet zur Unterschrift für den 23. Oktober ein.
20. In der Verfassunggebenden Versammlung zerreißt Abg. Mau ein an die Versammlung eingegangenes Schriftstück des Landgerichtspräsidenten.
22. Oberst Strutt als stellvertretender Oberkommissar schließt die Verfassunggebende Versammlung bis auf weiteres.
23. Die Danziger Delegation unterzeichnet, Polen weigert sich.
24. Die Danziger Delegation lehnt weitere Verhandlungen ab, da Entwurf der Botschafterkonferenz als unabänderlich bezeichnet ist.
26. Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 7 Millionen Mk. für Erwerbslosenunterstutzung.
29. Cambon gewährleistet Änderung des Vertragsentwurfes nur unter Zustimmung beider Parteien.
2. Nov. Zollfreie Ausfuhr Danziger Waren bis 31. Dezember verlängert.
5. Beschlagnahme Danziger Flugzeuge durch die Entente.
9. Unterzeichnung des Danzig—polnischen Vertrages in Paris.
11. Nov. Oberbürgermeister Sahm geht mit Delegation nach Genf.
12. Das Deutsch-Danziger Beamtenabkommen mit Gültigkeit bis 1. April 1925 unterzeichnet.
15. Konstituierung der Freien Stadt Danzig in Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung.
18. Völkerbundsrat in Genf gibt in Communiqué Änderungen der Danziger Verfassung bekannt, betont u. a., daß die Stadt Danzig nicht Militär- und Flottenbasis sein dürfe und verkündet Rücktritt Towers.
20. Freigabe der Danziger Flugzeuge.
22. Schweres Eisenbahnunglück bei Marienburg. 11 Tote, 30 Schwerverletzte.
22. Dr. Wagner in Thorn zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und begnadigt auf Grund des Amnestieerlasses.
26. Das Lebensmittelabkommen zwischen Danzig und Polen bis 1. Januar 1921 verlängert.
26. Die englischen Truppen räumen Danzig.
28. Nov.-5. Dez. Schaufenster-Woche.
1. Dez. Rückverlegung der Tages-D-Züge D 1 und D 3, D 2 und D 4 von der Stettiner auf die Konitz—Dirschauer Strecke.
2. Vierstündiger Proteststreik im Danziger Hafen gegen Revisionen durch polnische Kriminalbeamte.
7. Die Verfassunggebende Versammlung erklärt sich auf Grund Artikel 116 der Verfassung zum Volkstag mit Amtsdauer bis 31. Dezember 1923.
7. Wahl des Senats durch die Verfassunggebende Versammlung.
7. Der neuernannte Senatspräsident Sahm übergibt die Geschäfte des Oberbürgermeisters an Bürgermeister Dr. Bail.
8. Vereidigung der Senatoren.
8. Festlegung der Grenzen der Freien Stadt Danzig gegen Osten.
10. Vizepräsident Dr. Ziehm gibt im Volkstag eine Programmerklärung des Senats.
11. Bernardo Attolicos zum Oberkommissar ernannt.
15. Ersttagung des Volkstages im ehemaligen Generalkommando.
16. Ankunft Attolicos in Danzig.
16. Ausgabe des ersten Danziger Grünbuches.
17. Ernennung General Hakings zum Oberkommissar für die Dauer eines Jahres.
20. Stürmische Sitzung des Volkstages. Eine Stinkbombe kommt zur Wirkung.
21. Optionsvertrag zwischen Danzig und Deutschland im Reichsrat angenommen.
21. Theaterdirektor, Kommissionsrat Hugo Meyer verstorben.
31. Danzig ohne Zeitungen infolge Buchdruckerstreiks.
Viele Grüße
Peter
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Chronik 1920
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2. Januar Regierungsrat Prochnow starb infolge eines Autounfalles bei Graudenz.
3. 8 260 Arbeitslose, 6 817 männlich, 1 443 weiblich.
6.-17. Stillegung der Kleinbahn wegen Kohlenmangels.
7.-10. Streik der Angestellten auf der Staatswerft.
10. Erste Sitzung des neugebildeten Stadtverordnetenkollegiums.
12. Das Generalkommando nach Köslin verlegt.
17. Jan-7. Febr. Die deutschen Truppen räumen Westpreußen.
24. Jan. Abschiedsfeier der Danziger Regimenter.
26. Jan. Ausmarsch der 128er.
2. Febr. Ausmarsch der Garnison.
6. Febr. Kommandantur aufgelöst.
7. Fehr. Ausmarsch der 2. Leibhusaren.
17. Gründung des Wirtschaftsamtes für den Danziger Freistaat.
20. Danziger D-Zug stieß auf einen Güterzug, der durch ein Verbrechen zum Entgleisen gebracht war. 17 Tote, 14 Verletzte.
28. Die Stadtverordneten Fuchs, Ernst, Nagrotzki‚ Wölk, Plettner, Raube zu Stadträten gewählt.
28. Lohnbewegung auf der Schichauwerft.
30. Ausschreitungen auf der Staatswerft gegen dessen Leiter, Prof. Noé. Der Magistrat droht mit Schließung der Werft.
31. Der Vollzugsausschuß der Arbeiterräte löst sich auf.
31. Der Preis für Roggenbrot auf 1 Mark pro Kilo, für Weizenbrot auf 1,30 Mark pro Kilo erhöht.
2. Februar Übergabe der Strecke Dirschau—Konitz an Polen. Umleitung der Tages—D-Züge Berlin—Königsberg über Stettin-Danzig.
3. Durch mangelnde Kohlenzufuhr durch Polen die Elektrizitätsversorgung in Danzig bedroht.
3. Lohnbewegung in den städtischen Betrieben.
5. Polen verhängt den Paßzwang.
6. Herabsetzung der Brotration auf 350 Gramm.
11. Sir Reginald Tower kommt als Oberkommissar des Völkerbundes nach Danzig.
15.-20. Das Stadttheater wegen Streik der Angestellten geschlossen.
18.—25. Danziger Messe auf dem Gelände des Korpsbekleidungsamtes.
21.—26. Streik der städtischen Betriebsarbeiter. Die Technische Nothilfe hält die Betriebe aufrecht.
25. Streikverbot des Oberkommissars für lebenswichtige Betriebe.
29. Stadtältester Dr. Dassel verstorben.
1. März Protest der Gewerkschaften gegen das Streikverbot.
4. Massenversammlung in der Sporthalle gegen die Ernährungsnot.
5. Towers Verordnung über Berufung eines Staatsrates. Dessen erste Sitzung 10. März. Oberbürgermeister Sahm Vorsitzender.
12. Wirtschaftsabkommen zwischen Danzig und Deutschland vom Oberkommissar genehmigt.
13. Der Staatsrat beschließt die Einrichtung eines Obergerichts für den Freistaat.
22. Dr. Wagner von den Polen in Lusin verhaftet.
24. Einrichtung des städtischen Siedlungsamtes.
13. April Ernährungsabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
13. April Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 2 Millionen Mark zur Beschäftigung Arbeitsloser bei Umwandlung des Bischofsberges zu Grünanlagen.
16. Gründung des Danzig-polnischen Wirtschaftsverbandes.
17.—24. Polnische Verkehrssperre wegen Abstempelung der polnischen Kronennoten.
18. Eröffnung einer Flugpostverbindung Danzig-Stolp.
20. Verdoppelung der Straßenbahnfahrpreise.
22. Vorläufiges Abkommen zwischen Danzig und Polen betr. Eisenbahn, Post- und Passwesen unterzeichnet.
22. Danziger Luftreederei eröffnet den Verkehr Danzig-Königsberg.
28. Grenzfestsetzungskommission beginnt ihre Arbeiten in Hohenstein.
10. Mai Brotpreis auf 1,40 Mark pro Kilo erhöht.
16. Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung.
21. Stadtverordneten—Versammlung beschließt Erhöhnug der Gemeindeeinkommensteuer auf 550 Prozent.
Beginn der Danzig-polnischen Verhandlungen.
2. Juni Dampfer „Grüßgott“ des Norddeutschen Lloyd trifft zu regelmäßigem Verkehr erstmalig, von Swinemünde kommend, in Danzig ein.
7. 1 000 Arbeitslose beim Oberbürgermeister.
14. Erste Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung durch den Oberkommissar feierlich eröffnet.
16. Juni-16. Aug. Aussperrung auf der Klawitterwerft, da der Streik der Zimmerleute die Arbeit unmöglich macht.
17. Ausgabe Danziger Notgeldes: Zehnpfennigstücke aus Zink.
18. Beginn der Beratung der Verfassung.
25. Brotpreis von 1,40 Mark auf 1,60 Mark pro Kilo erhöht.
26. Ausstand des Schiffspersonals der Akt.-Ges. „Weichsel“.
24.-29. Streik im Hafen.
30. Stadtverordnetenversammlung bewilligt 20 Millionen Mark für Wohnungsbauten.
5. Juli 63 gefangene russische Bolschewiki, die unter polnischer Bewachung am Bahnhof ankamen‚ von Arbeitern gewaltsam befreit.
8. 2 000 Abstimmungsberechtigte auf 5 Dampfern ins Abstimmungsgebiet gefahren.
22. Danziger Hafenarbeiter verweigern die Löschung eines polnischen Dampfers mit Kriegsmaterial.
29. Demonstration vor dem Landeshause gegen Steuern und Teuerung. Mißhandlung des Oberbürgermeisters Sahm.
30. Proklamation des Oberkommissars Tower gegen die Ausschreitungen.
1. August Lyzealdirektor, Pfarrer a. D. Dr. Weinlig verstorben.
11. Verfassung in dritter Lesung angenommen.
20. Verfassunggebende Versammlung erklärt Neutralität des Danziger Freistaates in Russisch-Polnischem Kriege.
20. Weizenbrotpreis auf 1,80 Mark pro Kilo erhöht.
26. Oberkommissar Tower vewarnt die Stadt Danzig wegen Verstoß gegen Bestimmungen des Friedensvertrages. Rechtfertigende Gegenerklärung des Oberbürgermeisters.
29. August Schwerer Nordsturm. Große Schäden am Strande. Bei Rixhöft 4 Seeleute mit Schleppkahn untergegangen.
31. Hafenarbeiter willigen in Löschung polnischer Munition.
31. Margarine wird fortan markenfrei verabfolgt.
3. Sept. Eisenbahnabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
6. Oberkommissar Tower begibt sich nach Paris zu Verhandlungen über Danzig.
15. Besetzung der neuen Freistaatgrenze, Zuwachs für Danzig im Oliva-Zoppoter Walde.
27. Danziger Delegation unter Führung von Oberbürgermeister Sahm begibt sich nach Paris.
29.-30. Streik in den Danziger Staatsbetrieben.
1. Oktober Großfeuer auf der Werft. Schaden 2 Millionen Mark.
1. Verordnung über die Befriedung des Gebäudes der Volksvertretung.
11. Probefahrt des vom Kreuzer Gefion auf der Staatswerft zum Handelsdampfer umgebauten „Adolf Sommerfeld“.
15. Vermittlungsentwurf Massigny-Caro von der Botschafterkonferenz angenommen.
18. Roggenbrot von 1,60 Mark auf 1,80 Mark, Weizenbrot von 1,80 Mark auf 3 Mark pro Kilo erhöht.
20. Namens der Botschafterkonferenz überreicht Cambon der Danziger Delegation den „endgültigen“ Wortlaut des Danzig-polnischen Vertrages und ladet zur Unterschrift für den 23. Oktober ein.
20. In der Verfassunggebenden Versammlung zerreißt Abg. Mau ein an die Versammlung eingegangenes Schriftstück des Landgerichtspräsidenten.
22. Oberst Strutt als stellvertretender Oberkommissar schließt die Verfassunggebende Versammlung bis auf weiteres.
23. Die Danziger Delegation unterzeichnet, Polen weigert sich.
24. Die Danziger Delegation lehnt weitere Verhandlungen ab, da Entwurf der Botschafterkonferenz als unabänderlich bezeichnet ist.
26. Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 7 Millionen Mk. für Erwerbslosenunterstutzung.
29. Cambon gewährleistet Änderung des Vertragsentwurfes nur unter Zustimmung beider Parteien.
2. Nov. Zollfreie Ausfuhr Danziger Waren bis 31. Dezember verlängert.
5. Beschlagnahme Danziger Flugzeuge durch die Entente.
9. Unterzeichnung des Danzig—polnischen Vertrages in Paris.
11. Nov. Oberbürgermeister Sahm geht mit Delegation nach Genf.
12. Das Deutsch-Danziger Beamtenabkommen mit Gültigkeit bis 1. April 1925 unterzeichnet.
15. Konstituierung der Freien Stadt Danzig in Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung.
18. Völkerbundsrat in Genf gibt in Communiqué Änderungen der Danziger Verfassung bekannt, betont u. a., daß die Stadt Danzig nicht Militär- und Flottenbasis sein dürfe und verkündet Rücktritt Towers.
20. Freigabe der Danziger Flugzeuge.
22. Schweres Eisenbahnunglück bei Marienburg. 11 Tote, 30 Schwerverletzte.
22. Dr. Wagner in Thorn zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und begnadigt auf Grund des Amnestieerlasses.
26. Das Lebensmittelabkommen zwischen Danzig und Polen bis 1. Januar 1921 verlängert.
26. Die englischen Truppen räumen Danzig.
28. Nov.-5. Dez. Schaufenster-Woche.
1. Dez. Rückverlegung der Tages-D-Züge D 1 und D 3, D 2 und D 4 von der Stettiner auf die Konitz—Dirschauer Strecke.
2. Vierstündiger Proteststreik im Danziger Hafen gegen Revisionen durch polnische Kriminalbeamte.
7. Die Verfassunggebende Versammlung erklärt sich auf Grund Artikel 116 der Verfassung zum Volkstag mit Amtsdauer bis 31. Dezember 1923.
7. Wahl des Senats durch die Verfassunggebende Versammlung.
7. Der neuernannte Senatspräsident Sahm übergibt die Geschäfte des Oberbürgermeisters an Bürgermeister Dr. Bail.
8. Vereidigung der Senatoren.
8. Festlegung der Grenzen der Freien Stadt Danzig gegen Osten.
10. Vizepräsident Dr. Ziehm gibt im Volkstag eine Programmerklärung des Senats.
11. Bernardo Attolicos zum Oberkommissar ernannt.
15. Ersttagung des Volkstages im ehemaligen Generalkommando.
16. Ankunft Attolicos in Danzig.
16. Ausgabe des ersten Danziger Grünbuches.
17. Ernennung General Hakings zum Oberkommissar für die Dauer eines Jahres.
20. Stürmische Sitzung des Volkstages. Eine Stinkbombe kommt zur Wirkung.
21. Optionsvertrag zwischen Danzig und Deutschland im Reichsrat angenommen.
21. Theaterdirektor, Kommissionsrat Hugo Meyer verstorben.
31. Danzig ohne Zeitungen infolge Buchdruckerstreiks.
Viele Grüße
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