Danziger Jahreschroniken 1904-1934

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  • sarpei
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    • 17.12.2013
    • 6091

    #31
    AW: Danziger Jahreschronik

    ..... Geburtswehen .....

    Der Rückblick heißt jetzt Chronik und ist zweispaltig gedruckt, das Papier ist miserabel, der Fraktur-Font ist von einem OCR-freundlicheren Font ersetzt worden .....

    Chronik 1920
    =========
    2. Januar Regierungsrat Prochnow starb infolge eines Autounfalles bei Graudenz.
    3. 8 260 Arbeitslose, 6 817 männlich, 1 443 weiblich.
    6.-17. Stillegung der Kleinbahn wegen Kohlenmangels.
    7.-10. Streik der Angestellten auf der Staatswerft.
    10. Erste Sitzung des neugebildeten Stadtverordnetenkollegiums.
    12. Das Generalkommando nach Köslin verlegt.
    17. Jan-7. Febr. Die deutschen Truppen räumen Westpreußen.
    24. Jan. Abschiedsfeier der Danziger Regimenter.
    26. Jan. Ausmarsch der 128er.
    2. Febr. Ausmarsch der Garnison.
    6. Febr. Kommandantur aufgelöst.
    7. Fehr. Ausmarsch der 2. Leibhusaren.
    17. Gründung des Wirtschaftsamtes für den Danziger Freistaat.
    20. Danziger D-Zug stieß auf einen Güterzug, der durch ein Verbrechen zum Entgleisen gebracht war. 17 Tote, 14 Verletzte.
    28. Die Stadtverordneten Fuchs, Ernst, Nagrotzki‚ Wölk, Plettner, Raube zu Stadträten gewählt.
    28. Lohnbewegung auf der Schichauwerft.
    30. Ausschreitungen auf der Staatswerft gegen dessen Leiter, Prof. Noé. Der Magistrat droht mit Schließung der Werft.
    31. Der Vollzugsausschuß der Arbeiterräte löst sich auf.
    31. Der Preis für Roggenbrot auf 1 Mark pro Kilo, für Weizenbrot auf 1,30 Mark pro Kilo erhöht.
    2. Februar Übergabe der Strecke Dirschau—Konitz an Polen. Umleitung der Tages—D-Züge Berlin—Königsberg über Stettin-Danzig.
    3. Durch mangelnde Kohlenzufuhr durch Polen die Elektrizitätsversorgung in Danzig bedroht.
    3. Lohnbewegung in den städtischen Betrieben.
    5. Polen verhängt den Paßzwang.
    6. Herabsetzung der Brotration auf 350 Gramm.
    11. Sir Reginald Tower kommt als Oberkommissar des Völkerbundes nach Danzig.
    15.-20. Das Stadttheater wegen Streik der Angestellten geschlossen.
    18.—25. Danziger Messe auf dem Gelände des Korpsbekleidungsamtes.
    21.—26. Streik der städtischen Betriebsarbeiter. Die Technische Nothilfe hält die Betriebe aufrecht.
    25. Streikverbot des Oberkommissars für lebenswichtige Betriebe.
    29. Stadtältester Dr. Dassel verstorben.
    1. März Protest der Gewerkschaften gegen das Streikverbot.
    4. Massenversammlung in der Sporthalle gegen die Ernährungsnot.
    5. Towers Verordnung über Berufung eines Staatsrates. Dessen erste Sitzung 10. März. Oberbürgermeister Sahm Vorsitzender.
    12. Wirtschaftsabkommen zwischen Danzig und Deutschland vom Oberkommissar genehmigt.
    13. Der Staatsrat beschließt die Einrichtung eines Obergerichts für den Freistaat.
    22. Dr. Wagner von den Polen in Lusin verhaftet.
    24. Einrichtung des städtischen Siedlungsamtes.
    13. April Ernährungsabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
    13. April Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 2 Millionen Mark zur Beschäftigung Arbeitsloser bei Umwandlung des Bischofsberges zu Grünanlagen.
    16. Gründung des Danzig-polnischen Wirtschaftsverbandes.
    17.—24. Polnische Verkehrssperre wegen Abstempelung der polnischen Kronennoten.
    18. Eröffnung einer Flugpostverbindung Danzig-Stolp.
    20. Verdoppelung der Straßenbahnfahrpreise.
    22. Vorläufiges Abkommen zwischen Danzig und Polen betr. Eisenbahn, Post- und Passwesen unterzeichnet.
    22. Danziger Luftreederei eröffnet den Verkehr Danzig-Königsberg.
    28. Grenzfestsetzungskommission beginnt ihre Arbeiten in Hohenstein.
    10. Mai Brotpreis auf 1,40 Mark pro Kilo erhöht.
    16. Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung.
    21. Stadtverordneten—Versammlung beschließt Erhöhnug der Gemeindeeinkommensteuer auf 550 Prozent.
    Beginn der Danzig-polnischen Verhandlungen.
    2. Juni Dampfer „Grüßgott“ des Norddeutschen Lloyd trifft zu regelmäßigem Verkehr erstmalig, von Swinemünde kommend, in Danzig ein.
    7. 1 000 Arbeitslose beim Oberbürgermeister.
    14. Erste Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung durch den Oberkommissar feierlich eröffnet.
    16. Juni-16. Aug. Aussperrung auf der Klawitterwerft, da der Streik der Zimmerleute die Arbeit unmöglich macht.
    17. Ausgabe Danziger Notgeldes: Zehnpfennigstücke aus Zink.
    18. Beginn der Beratung der Verfassung.
    25. Brotpreis von 1,40 Mark auf 1,60 Mark pro Kilo erhöht.
    26. Ausstand des Schiffspersonals der Akt.-Ges. „Weichsel“.
    24.-29. Streik im Hafen.
    30. Stadtverordnetenversammlung bewilligt 20 Millionen Mark für Wohnungsbauten.
    5. Juli 63 gefangene russische Bolschewiki, die unter polnischer Bewachung am Bahnhof ankamen‚ von Arbeitern gewaltsam befreit.
    8. 2 000 Abstimmungsberechtigte auf 5 Dampfern ins Abstimmungsgebiet gefahren.
    22. Danziger Hafenarbeiter verweigern die Löschung eines polnischen Dampfers mit Kriegsmaterial.
    29. Demonstration vor dem Landeshause gegen Steuern und Teuerung. Mißhandlung des Oberbürgermeisters Sahm.
    30. Proklamation des Oberkommissars Tower gegen die Ausschreitungen.
    1. August Lyzealdirektor, Pfarrer a. D. Dr. Weinlig verstorben.
    11. Verfassung in dritter Lesung angenommen.
    20. Verfassunggebende Versammlung erklärt Neutralität des Danziger Freistaates in Russisch-Polnischem Kriege.
    20. Weizenbrotpreis auf 1,80 Mark pro Kilo erhöht.
    26. Oberkommissar Tower vewarnt die Stadt Danzig wegen Verstoß gegen Bestimmungen des Friedensvertrages. Rechtfertigende Gegenerklärung des Oberbürgermeisters.
    29. August Schwerer Nordsturm. Große Schäden am Strande. Bei Rixhöft 4 Seeleute mit Schleppkahn untergegangen.
    31. Hafenarbeiter willigen in Löschung polnischer Munition.
    31. Margarine wird fortan markenfrei verabfolgt.
    3. Sept. Eisenbahnabkommen zwischen Danzig und Polen abgeschlossen.
    6. Oberkommissar Tower begibt sich nach Paris zu Verhandlungen über Danzig.
    15. Besetzung der neuen Freistaatgrenze, Zuwachs für Danzig im Oliva-Zoppoter Walde.
    27. Danziger Delegation unter Führung von Oberbürgermeister Sahm begibt sich nach Paris.
    29.-30. Streik in den Danziger Staatsbetrieben.
    1. Oktober Großfeuer auf der Werft. Schaden 2 Millionen Mark.
    1. Verordnung über die Befriedung des Gebäudes der Volksvertretung.
    11. Probefahrt des vom Kreuzer Gefion auf der Staatswerft zum Handelsdampfer umgebauten „Adolf Sommerfeld“.
    15. Vermittlungsentwurf Massigny-Caro von der Botschafterkonferenz angenommen.
    18. Roggenbrot von 1,60 Mark auf 1,80 Mark, Weizenbrot von 1,80 Mark auf 3 Mark pro Kilo erhöht.
    20. Namens der Botschafterkonferenz überreicht Cambon der Danziger Delegation den „endgültigen“ Wortlaut des Danzig-polnischen Vertrages und ladet zur Unterschrift für den 23. Oktober ein.
    20. In der Verfassunggebenden Versammlung zerreißt Abg. Mau ein an die Versammlung eingegangenes Schriftstück des Landgerichtspräsidenten.
    22. Oberst Strutt als stellvertretender Oberkommissar schließt die Verfassunggebende Versammlung bis auf weiteres.
    23. Die Danziger Delegation unterzeichnet, Polen weigert sich.
    24. Die Danziger Delegation lehnt weitere Verhandlungen ab, da Entwurf der Botschafterkonferenz als unabänderlich bezeichnet ist.
    26. Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt 7 Millionen Mk. für Erwerbslosenunterstutzung.
    29. Cambon gewährleistet Änderung des Vertragsentwurfes nur unter Zustimmung beider Parteien.
    2. Nov. Zollfreie Ausfuhr Danziger Waren bis 31. Dezember verlängert.
    5. Beschlagnahme Danziger Flugzeuge durch die Entente.
    9. Unterzeichnung des Danzig—polnischen Vertrages in Paris.
    11. Nov. Oberbürgermeister Sahm geht mit Delegation nach Genf.
    12. Das Deutsch-Danziger Beamtenabkommen mit Gültigkeit bis 1. April 1925 unterzeichnet.
    15. Konstituierung der Freien Stadt Danzig in Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung.
    18. Völkerbundsrat in Genf gibt in Communiqué Änderungen der Danziger Verfassung bekannt, betont u. a., daß die Stadt Danzig nicht Militär- und Flottenbasis sein dürfe und verkündet Rücktritt Towers.
    20. Freigabe der Danziger Flugzeuge.
    22. Schweres Eisenbahnunglück bei Marienburg. 11 Tote, 30 Schwerverletzte.
    22. Dr. Wagner in Thorn zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und begnadigt auf Grund des Amnestieerlasses.
    26. Das Lebensmittelabkommen zwischen Danzig und Polen bis 1. Januar 1921 verlängert.
    26. Die englischen Truppen räumen Danzig.
    28. Nov.-5. Dez. Schaufenster-Woche.
    1. Dez. Rückverlegung der Tages-D-Züge D 1 und D 3, D 2 und D 4 von der Stettiner auf die Konitz—Dirschauer Strecke.
    2. Vierstündiger Proteststreik im Danziger Hafen gegen Revisionen durch polnische Kriminalbeamte.
    7. Die Verfassunggebende Versammlung erklärt sich auf Grund Artikel 116 der Verfassung zum Volkstag mit Amtsdauer bis 31. Dezember 1923.
    7. Wahl des Senats durch die Verfassunggebende Versammlung.
    7. Der neuernannte Senatspräsident Sahm übergibt die Geschäfte des Oberbürgermeisters an Bürgermeister Dr. Bail.
    8. Vereidigung der Senatoren.
    8. Festlegung der Grenzen der Freien Stadt Danzig gegen Osten.
    10. Vizepräsident Dr. Ziehm gibt im Volkstag eine Programmerklärung des Senats.
    11. Bernardo Attolicos zum Oberkommissar ernannt.
    15. Ersttagung des Volkstages im ehemaligen Generalkommando.
    16. Ankunft Attolicos in Danzig.
    16. Ausgabe des ersten Danziger Grünbuches.
    17. Ernennung General Hakings zum Oberkommissar für die Dauer eines Jahres.
    20. Stürmische Sitzung des Volkstages. Eine Stinkbombe kommt zur Wirkung.
    21. Optionsvertrag zwischen Danzig und Deutschland im Reichsrat angenommen.
    21. Theaterdirektor, Kommissionsrat Hugo Meyer verstorben.
    31. Danzig ohne Zeitungen infolge Buchdruckerstreiks.


    Viele Grüße

    Peter

    Kommentar

    • sarpei
      Forum-Teilnehmer
      • 17.12.2013
      • 6091

      #32
      AW: Danziger Jahreschronik

      ..... die Selbständigkeit Danzigs wird auf die Probe gestellt ....
      Da eine Seite der Chronik im Adressbuch beschädigt ist, konnte ein Teil der Einträge nicht bzw. nur annähernd rekonstruiert werden.

      Chronik 1921
      =========
      31. Dez. 1920-9. Jan. 1921 Buchdruckerstreik.
      5. Jan. Beginn der Wirtschaftsverhandlungen Danzigs mit Polen.
      9. Protestversammlung der deutschen Katholiken Danzigs zur Wahrung kirchlicher Rechte gegenüber polnischen Bestrebungen.
      17. Erhöhung der Kur- und Verpflegungskosten im städtischen Krankenhause.
      18. Volkstag bewilligt (zu früher bewilligten 300 000 Mk.) noch 600 000 Mk. für den Umbau des Generalkommandos zum Volkstagsgebäude.
      21. Zusammenschluß der „Deutsch-Demokratischen Partei für den Freistaat Danzig“ mit der „Freien Wirtschaftlichen Vereinigung“ zur
      „Deutschen Partei für Fortschritt und Wirtschaft“.
      21. Der Danziger Optionsvertrag im Deutschen Reichstag angenommen.
      23. Evangelische Kirchenwahlen.
      24. Ankunft des neuen Oberkommissars Haking.
      ??. Spaltung der Danziger U.S.P.; Zusammenschluß des größten Teiles der Partei unter Führung Raube-Reim als Kommunistische Partei.
      ??. Geheimrat Matthaei zum Volkstagspräsidenten gewählt.
      28. Jan. Schwerer Nordweststurm mit Hochwasser und Schneeverwehungen.
      29. Oberkommissar Haking lehnt Regierungsgebäude als Wohnsitz ab.
      29. Rahn tritt als Vizepräsident wegen Fraktionszerfall zurück.
      30. Wirtschaftsabkommen zwischen Danzig und Polen bekanntgegeben und dem Volkstage zur Genehmigung vorgelegt.
      31. Ausgabe der Danziger Verfassungsbriefmarken (Koggenmarke).
      4. Februar Dr. Loening zum Vizepräsidenten des Volkstages gewählt.
      6. Kommission zur Verteilung des Staatseigentums in Danzig von der Botschafterkonferenz eingesetzt: Italiener Konsul Bertanzi, Engländer Carr, Franzose Dr. Fromageot.
      8. Volkstag tagt ohne Senatsvertreter.
      8. Volkstag räumt Generalkommando.
      8. Geh. Finanzrat Dr. Volkmann-Berlin zum Finanzsenator gewählt.
      10. Oberkommissar Hakings Entscheidung über das polnische Wachkommando in Neufahrwasser.
      11. Senator Jewelowskis Enthüllungen im Volkstag über den Abgeordneten Rahm.
      12. Febr. Neuorganisation der: Polizei im Freistaat: Schutzpolizei und Verwaltungspolizei.
      15. Stadttheater hat ein Defizit von 1,2 Millionen Mark.
      16. Brotpreis auf 2,40 Mk. pro Kilo erhöht.
      16. Generaldirektor Noé tritt als Senator der Staatsbetriebe zurück.
      17. Beginn der Danzig-polnischen Verhandlungen in Warschau.
      27. Oberst de Reynier Vorsitzender des Hafenausschusses.
      28. Völkerbund verbietet Gewehrlieferung der Danziger Gewehrfabrik an Peru sowie Waffenherstellung innerhalb drei Jahren.
      4. März Dienstentlassung der Reichs— und Staatsbeamten zum 1. Juli vom Völkerbund verfügt.
      8. Wiedereinführung des Haushaltungsunterrichts. l
      Eine zweite polnische Schule.
      Verstadtlichung der Knorrschen Handelsschule.
      8. Krise der Danzig—polnischen Wirtschaftsverhandlungen. Danzigs Lebensmittelversorgung bedroht.
      12. Änderung der Gerichtsverfassung in Danzig.
      Abkommen über den Korridorverkehr.
      16. Danzigs Anteil an der Vorkriegsschuld 0,876 Prozent.
      17. Tätlichkeiten im Volkstag. Abg. Fischer (U.S.P‚) schlägt Abg. Dahsler (Dt.).
      21. Brotpreis von 2,40 Mk. auf 3,40 Mk. für das Kilo erhöht.
      25. Danziger Observatorium in der Telegraphenkaserne neu errichtet.
      13. April Gründung einer Gesellschaft mit 4 Mill. Mk. Kapital zum Betrieb des Autobusverkehrs Danzig—Heubude und Danzig—Zoppot.
      15. Zuteilung Von 62 1/2 Gramm Butter erstmalig seit Jahresbeginn.
      23. Nothaushaltsgesetz mit Kredit von 200 Mill. Mk. bewilligt.
      1. Mai Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren.
      6. Staatssteuerprovisorium. Für erstes Quartal Erhebung der alten Sätze zu späterer Verrechnung.
      8. Aufhebung der Zwangswirtschaft mit Fleisch.
      13.-31. Streik der Straßenbahnen.
      13. Mai—1. Juli Streik der Friseurgehilfen. Fliegende Rasierstuben.
      26. Mai Volkstag übersiedelt, nachdem er aushilfsweise im Regierungsgebäude getagt hat, endgültig ins ehemalige Landeshaus als Volkstagsgebäude zurück.
      28. Volkstag bewilligt Brotzulage für Erwerbslose.
      1. Juni Hafenausschuß übernimmt Hafenverwaltung.
      Steuernotgesetz verabschiedet.
      Erörterungen in der Presse für und wider die Erbauung eines Wolkenkratzers in Danzig.
      6. Juni Explosionskatastrophe in einem Laden der Junkergasse fordert drei Menschenleben.
      15. Bekanntgabe des neuen Steuertarifes.
      18. Umgestaltung des Zoppoter Spielklubs zu einem gemischt-wirtschaftlichen Unternehmen unter Beteiligung der Kommunen des Freistaates.
      19. Völkerbund verlangt Verkürzung der Amtszeit der Senatoren.
      20. Provisorische Bestätigung der Danziger Verfassung.
      24. Völkerbund verbietet Waffenherstellung.
      5. Juli Amtseinführung des neuen diplomatischen Vertreter Polens Plucinski.
      8. Bankhaus Meyer & Gelhorn geht in Dresdner Bank auf.
      9. Dreimonatige Hundesperre verfügt.
      10. Nordische Journalisten in Danzig.
      20. Danziger Verfassung in Kraft.
      30. Greifswalder Geographische Gesellschaft in Danzig.
      Entscheidungen der Verteilungkommission von Reichs- und Staatseigentum (u.a. Hochschule und Gymnasien, Stadttheater, Postgebäude an Danzig und Freistaat).
      1. August Zuteilung an Danzig: u.a. Artilleriewerkstatt, Gebäude der Gewehrfabrik, Langfuhrer Kasernen, Elisabethkirche, Konsistorium. An Hafenausschuß: u.a. Westerplatte, Gelände an der Weichsel. An Polen: u.a. Kaserne Petershagen, Teil der Telegraphenkaserne, Gelände vor Neugarter Tor. 2. Warnung des Senats vor Demonstrationen am 4. August.
      4. 24stündiger Generalstreik.
      Verhaftung der Abgeordneten Schmidt und Hahn im Volkstage.
      6. Senatserklärung über die Vollmacht des Volkstagspräsidenten.
      Rücktritt des Präsidenten Matthaei.
      6.-8. Wolkenkratzerpolemik.
      12. Ergebnis der Danzig-polnischen Verhandlungen.
      16. Oberkommissar Hakings Schiedsspruch für Zuteilung der Danziger Eisenbahnen an Polen.
      26. Protestkundgebungen gegen Hakings Schieds-Spruch.
      26. Senat ruft Völkerbund gegen Hakings Eisenbahnentscheidung an.
      29. Eröffnung der Danziger Devisenbörse.
      3. Sept. Hakings Schiedsspruch unterstellt Verwaltung der Weichsel dem Hafenausschuß.
      3. Umbau der Jenkauer Anstalt zur Luftkurheilstätte.
      6. Entscheid des Oberkommissars betr. ????? und Währung bei den Eisenbahnen auf Danziger Gebiet.
      10. Danzig ohne Zeitungen wegen Streiks der Hilfsarbeiter im Zeitungsgewerbe.
      13. Sept. Stadtverordnetenversammlung beschließt Erhöhung der Hundesteuer auf 200 Mk. und neue Erhöhung der Krankenhaussätze, sowie
      Neuregelung der Hotelsteuer.
      14. Erhöhung der Umlage für Getreide im Freistaat auf 15 000 Tonnen.
      14. Skandinavische Pressevertreter als Gäste Polens in Danzig. Beschwerde des Senats bei diplomatischem Vertreter Polens, Minister von
      Plucinski.
      15. Lahmlegung des Danziger Flugverkehrs.
      21. Berufung des Senats gegen Hakings Eisenbahnentscheidung.
      21. Bebauung von Zigankenberg an der Großen Molde begonnen.
      26. Weihe der neuen Siedlung „Grünes Dreieck“ bei Schellmühl.
      29. Danzig-polnischer Eisenbahnvertrag unterzeichnet, Eisenbahn—Hauptwerkstätte wird Aktiengesellschaft unter Beteiligung Danzigs und Polens.
      30. Gymnasialdirektor Dr. Treichel zum Volkstagspräsidenten gewählt.
      l. Oktober Englische Journalisten als polnische Gäste in Danzig.
      3.—11. Die Abgeordneten Rahn und Schmidt vor dem Schwurgericht.
      3. Eröffnung des Obergerichts in Danzig.
      5. Beginn der Deutschkundlichen Woche.
      12. Rumänische Pressevertreter als polnische Gäste in Danzig.
      16. Beginn der Tuberkulose—Woche.
      18. Stadtverordnetenversammlung bewilligt 400 000 Mark für Kinderspeisung.
      19. Völkerbunds-Entscheidung über Flugzeug- und Luftschiffbau in Danzig.
      25. Unterzeichnung des Deutsch—polnischen Abkommens in Warschau.
      Die Hochhausfrage im Heimatbund.
      27.10. Der Volkstag zum Empfang auswärtiger Pressevertreter durch Polen in Danzig.
      7. Nov. Razzia gegen die „Schwarze Börse“ am Langen Markt.
      9. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligt 15 Mill. Mk. für Kartoffelbeschaffung.
      16. Hamsterepidemie in Danzig wegen bevorstehenden Danzig—poln. Handelsabkommens.
      21. Streik der Senatsangestellten.
      25. Einstellung des Autobusverkehrs.
      26. Hundertjähriges Bestehen des Danziger Sparkassen-Aktien—Vereins.
      30. Die Handelskammer über die Gefahren des polnischen Zolltarifes.
      1. Dez. Übergabe der Eisenbahnen an Polen.
      5. Hakings Entscheidung in der Optionsfrage.
      9. Fünfzigjähriges Jubiläum des Vereins der Gastwirte.
      9. Entscheidung des Oberkommissars über Polens Recht in Danzig.
      10. Ausfahrt des in Homeric umgetauften Columbus, der am 17. Dezember 1914 bei Schichau vom Stapel ging.
      14. Entscheidung des Verteilungsausschusses über Geräteverteilung der Gewehrfabrik.
      16. Annahme des polnischen Schulgesetzes im Volkstag.
      17. Bibliotheksdirektor Dr. Günther nach Breslau berufen.
      Staatsminister a. D. Delbrück, Danzigs früh. Oberbürgermeister, verstorben.
      18. Großer Sturm am „Goldenen Sonntag“.
      Stadtrat W. Toop, verstorben.
      20. Entscheidung des Oberkommissars über Danzigs auswärtige Angelegenheiten.
      23. Zusatzvertrag zum Danzig—polnischen Abkommen. Zollvergünstigungen.
      30. Stadtrat a. D. Albert Neumann verstorben.
      31. Das Danzig-polnische Wirtschaftsabkommen ratifiziert.


      Viele Grüße

      Peter

      Kommentar

      • sarpei
        Forum-Teilnehmer
        • 17.12.2013
        • 6091

        #33
        AW: Danziger Jahreschronik

        ..... im Jahr 1923 erschien kein Danziger Adressbuch (Streikfolge?). Dankenswerterweise gibt das Adressbuch des Jahres 1924 aber einen Überblick über die zwei Jahre davor. erstmals findet sich auch folgender einleitende Satz: "Nähere Angaben finden sich in der 'Danziger Zeitung' an den angegebenen Daten."

        Chronik 1922
        =========
        2. Jan. Der Dollar 186.
        3. Großfeuer in Schidlitz, 11 Familien obdachlos.
        4. Jan. bis Mitte Februar ununterbrochen starker Frost.
        7. Senatspräsident Sahm reist zur Völkerbundstagung nach Genf.
        10. Stadtrat Wilhelm Poll verstorben.
        11. Inkrafttreten der Zollunion mit Polen.
        13. General Hakings Mandat als Hoher Kommissar ein Jahr verlängert.
        21.—24. Freistaat-Schulkonferenz.
        26. Wiederwahl des Volkstagspräsidiums.
        27. Der Senat genehmigt die Gründung eines polnischen Gymnasiums (Eröffnung am 1. April in der Kaserne Petershagen).
        7. Hauptversammlung des Deutschen Frauendienstes im Freistaat.
        1.Febr. Der Dollar 204.
        3. Gründung der Theatergemeinschaft Danzig-Zoppot.
        16. Annahme des Wertzuwachssteuergesetzes.
        18. 2. Parteitag der Deutschen Partei.
        22. Verhandlungen der Danziger Finanzkommission in London.
        25. Großfeuer auf der Speicherinsel.
        21. März Der Dollar 230.
        8. Endgültige Verteilung des Reichsgutes. (Genaue Angaben s. Danz. Ztg. Nr. 121 v. 12.3.22)
        Übernahme des Zeughauses in städtische Verwaltung.
        15. Verkauf der Artillerie-Werkstatt an die Industrie-Werke A.-G. für 21 Millionen Mark.
        18. Abschluß der Danzig-polnischen Wirtschaftsverhandlungen, Aufhebung der Wirtschaftsgrenze.
        23. Raubmord in der Niederstadt.
        29. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigt die Errichtung von neun polnischen Schulklassen in den Vororten.
        30. Razzia auf dem Langen Markt gegen Schwarze Börse.
        April Der Dollar 298.
        1. Der Finanzsenator Volkmann berichtet, daß der Freistaat in 2 1/4 Jahren einen Fehlbetrag von 80 Millionen Mark aufweist.
        5. Der Volkstag lehnt die vom Völkerbund geforderte Änderung der Verfassung betr. Amtsdauer der hauptamtl. Senatoren abermals ab.
        6. Schriftsteller Bruno Pompecki verstorben.
        8. Entscheid des Hohen Kommissare Haking über die Lagerung polnischer Munition an der Nordostecke des Holms (am 18. April Protest der
        Handelskammer gegen den Entscheid).
        13. Der Danziger Senat protestiert bei der Botschafterkonferenz gegen die dem Danziger Freistaat von den Verbündeten auferlegten Besatzungskosten im Betrage von 400 Millionen Mark.
        21. Weiterer Ausbau der Überlandzentrale Straschin-Prangschin.
        23. Einrichtung einer Elektromotorenfabrik auf der Danziger Werft.
        25. 100 Jahre „Danziger Kaufmannschaft“ (Feier im Artushof am 13. August).
        27. Der Hohe Kommissar Haking entscheidet, daß einfache Mehrheit für den Verfassungsänderungsantrag betr. Amtsdauer der hauptamtlichen
        Senatoren genügt.
        29. Päpstliche Delegatur in Danzig. Bischof Graf O’Rourke als Delegat berufen.
        1. Mai Der Dollar 282.
        4. Fund eines Steinkistengrabes mit 6 Urnen in Langfuhr am Klein-Hammer—Weg.
        6. Appell der Deutschen Partei an den Völkerbund betr. Lagerung polnisoher Munition auf dem Holm.
        Senatspräsident Sahm kündigt die Absicht der Aufnahme einer 100—Millionen-Anleihe im Auslande zur Förderung des Wohnungsbaues an.
        12. 50-Jahrfeier der Danziger Straßenbahn.
        13. Die Danziger Verfassungsänderung durch Entscheid des Hohen Kommissars im Kraft gesetzt.
        15. Geheimrat Prof. Dr. Conwentz, Danzige ehemaliger Direktor des naturwissenschaftlichen Museums und Leiter der Staatlichen Stelle für
        Naturdenkmalpflege in Berlin, verstorben.
        22. Völkerbundsbeschluß über Herabsetzung der Besatzungskosten. Garantien gefordert für Gleichgewicht im Staatshaushalt.
        25. Konsul Georg Apreck verstorben.
        1. Juni Der Dollar 272.
        6. Verteilung des Telegraphen- und Fernsprechmaterials zwischen Danzig und Polen.
        Opern- und Konzertsänger Franz Fitzau verstorben.
        13. Tumultuarische Versammlung des „Deutsch-sozialen Vereins“ im Schützenhaus („Knüppel—Kunze“).
        17. Taufe des Dampfens „Columbus“ auf der Schichauwerft. Mißglückter Ablauf. Erst am 8. August gelingt es, das Schiff völlig zu Wasser zu bringen.
        27. Besuch schwedischer Journalisten in Danzig.
        28. Der Leipziger Männerchor in Danzig.
        1. Juli Der Dollar 401.
        35 1/2 Grad im Schatten. Heißester Tag seit 28 Jahren.
        7.-9. Dänisches Geschwader, zwei Küstenverteidigungsschiife und drei Torpedoboote im Danziger Hafen.
        12. Motorboot „Bübchen“ vor dem Zoppoter Seesteg verbrannt.
        28. Karl Mommsen in Berlin, Danzigs früherer Reichstagsabgeordneter, verstorben.
        1. August Der Dollar 643.
        4.-7. Schwedisches U—Boot—Mutterschiff mit 5 U-Booten im Danziger Hafen.
        12. Richtfeier der Lungenheilstätte in Jenkau.
        13. Danziger Beamtentag.
        14. Generaldirektor Oscar Kupferschmidt verstorben.
        17. Unglück auf dem Putziger Flugplatz (13 Tote).
        23.-24. Finnischer Flottenbesuch, zwei Avisos.
        24. Entscheid des Hohen Kommissars über Befugnisse des diplomatischen Vertreters Polens in Danzig.
        25. Entscheid des Hohen Kommissare betr. Danzig bei internationalen Verträgen.
        Der Musikgelehrte Prof. Dr. Carl Fuchs, Kritiker der „Danziger Zeitung“, verstorben.
        30. „Altershilfe“ beginnt umfangreiche Tätigkeit zu entfalten.
        31. Besuch des Leipziger Studentenchors.
        1. September Der Dollar 1 298.
        7.—13. Besuch von drei britischen Kreuzern und Torpedobootszerstörern im Danziger Hafen.
        9. Vorlage des Einkommensteuergesetzes mit Gegenwartsbesteuerung und Lohnabzug, im Volkstag angenommen am 27. Dezember.
        16. Hafenarbeiterstreik.
        22. Radauszene im Volkstag. Verschärfung der Geschäftsordnung.
        23. Danzig-polnische Vereinbarung betr. Munitionslagerung.
        Werft und Eisenbahnhauptwerkstätte einer Gesellschaft mit 30 Proz. engl.‚ 30 Proz. franz.‚ 20 Proz. Danziger und 20 Proz. poln. Kapital übereignet.
        30. Geheimrat Prof. Dr. Bail verstorben.
        1. Oktober Der Dollar 1 812.
        Die Wohnungsmieten auf sechefachen Friedensbetrag gesetzt.
        8.—16. Deutschkundliche Woche.
        12. 25 Millionen vom Senat zur Kartoffelversorgung Minderbemittelter bereitgestellt.
        Ein Fünftel der Zuckerernte für die Freistaatbevölkerung sichergestellt.
        21. 25-Jahrfeier des „Gode Wind“.
        25. 360 Millionen städtisches Notgeld ausgegeben.
        1. November Der Dollar 4 539.
        6. Neue Funkstation auf dem Hagelsberg.
        8. Entscheidung des Hohen Kommissare über Verpachtung von Gelände im Hafen.
        11. Der Danziger Dampfer Progreß verschollen.
        19. Deutsch-polnisches Schiedsgericht in Danzig.
        25. November bis 7. Dezember Streik im Danziger Zeitungsgewerbe.
        1. Dezember Der Dollar 7 631.
        8. Großfeuer in der Hasseschen Tabakfabrik am Altstädtischen Graben.
        12. Einführung des Reichsversorgungsgesetzes in Danzig.
        17. u. 19. Dauersitzungen im Volkstag um Einkommensteuergesetz.
        17. Der Generalsuperintendent D. Reinhard-Stettin, früher Generalsuperintendent in Danzig und Präsident des Volkstages, verstorben.
        20. 50 Millionen für Wohnungsbau bewilligt.
        22. Der frühere Danziger Polizeipräsident Früngel als Polizeipräsident nach Remscheid berufen.
        24. Entscheidung des Hohen Kommissars betr. polnische Briefverteilungsstelle im Hauptbahnhof.


        Viele Grüße

        Peter

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        • sarpei
          Forum-Teilnehmer
          • 17.12.2013
          • 6091

          #34
          AW: Danziger Jahreschronik

          ..... am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles .....

          Chronik 1923
          =========
          1. Januar Neujahrsempfang des Senats im Artushof.
          2. Der Dollar 7 240.
          4. Korridor-Schiedsgericht eingesetzt u. zusammengetreten.
          5. Entscheid des Hohen Kommissars betr. poln. amtliches Reisebüro am Bahnhof.
          11. Pressefest im Volkstagsgebäude. General Hakings Abschiedsrede.
          14. Sympathiekundgebung für Deutschland wegen Ruhrbesetzung.
          16. Danziger Gründungskosten bis 6. Januar 1924 gestundet.
          19. Ankunft des White-Star-Dampfers Conopic mit Passagieren und Fracht im Danziger Hafen.
          25. Neuwahl des Präsidiums im Volkstag: Treichel (Dt.-nat.)‚ Gehl (Soz.)‚ Loening (D.P.).
          26. Danziger Notgeldscheine a 100 Mk.
          1. Februar Der Dollar 41 400.
          1. Not des Ärztestandes. Versammlung der Berufsvereinigung.
          2.-4. Streik der Eisenbahner.
          4. Dr.-Carl-Fuchs—Feier im Stadttheater.
          Es wird gemeldet, daß die Danziger Bark Nal am 15. Januar an der patagonischen Küste gescheitert ist. Mannschaft gerettet.
          Senkungen in der St.Trinitatis-Kirche durch Wasserrohrbruch. Langwieriger Prozeß zwischen Kirche und Stadtverwaltung.
          8. Danziger Wohlfahrtsküche, verwaltet durch Frau Stadtv. Richter auf Grund von Stiftung von 4 500 Dollar durch Amerikaner Sorieri.
          12. Sympathiekundgebung der Gewerkschaften für Ruhrbevölkerung.
          13. Deutsch—nationaler Antrag auf Verminderung der Abgeordneten von 120 auf 60. Ablehnung erfolgt am 20. Juni.
          24. Die im Kriege beschlagnahmten Dampfer Maria Therese und Prosper den Danziger Reedereien zugesprochen. Der Dampfer Maria Therese im
          Hafen eingetroffen.
          1. März Der Dollar 22 743.
          3. u. 4. Senatspräsident Sahm spricht im Volkstage gegen polnische Anzapfungen.
          4. Der Danziger Motorschoner Hieronymus in der Nordsee wrack geworden. Mannschaft gerettet.
          5. Ankunft des neuen Hohen Kommissars Mac Donell.
          10. Städt. Notgeld à 1 000, 10 000 u. 50 000 Mk.
          21. Senator Jansson vor den Untersuchungsausschuß gestellt. Mehrmonatige Untersuchung, die völlig ergebnislos verlief.
          25. Beginn eines mehrtägigen Streiks der Beamten im Zoppoter Kasino.
          1. April Der Dollar 20 900.
          8. u. 15. Erwägungen über anderweitige Unterbringung der Börse, da Bau eines Bürohauses am Karrenwall aussichtslos geworden ist.
          30. Verhandlungen beim Völkerbund in Genf, wo der Hohe Kommissar Mac Donell die Durchführungsmaßnahmen von Entscheidungen bemängelt. Präsident Sahm stimmt zu, der polnische Delegierte Askenazy macht Vorbehalte.
          1. Mai Der Dollar 31 620.
          3. Entscheidung des Hohen Kommissars betr. Paßvisums für Danziger.
          Werft und Eisenbahnhauptwerkstätte an Danzig und Polen übertragen; von beiden an Aktiengesellschaft in Form eines Pachtvertrages weitergegeben.
          5. Seit April wiederholt vorgekommene polnische Angriffe, insbesondere die programmatische Rede des poln. Staatspräsidenten in Karthaus,
          geben Senatspräsident Sahm Anlaß zu Erklärung im Volkstage.
          6. Öffnung der Zeughaus-Passage.
          13. Museum im Grünen Tor. Neuaufstellung der vorgeschichtlichen Sammlung.
          19. Der Berliner Erksche Männergesangverein in Danzig.
          22. Hundertjahrfeier des Seebads Zoppot.
          29. Die Stadtgemeinde erwirbt Gelände am Olivaer Tor, evtl. für Bau eines neuen Stadttheaters.
          1. Juni Der Dollar 74 560.
          5. Besuch des Generalsekretärs des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, in Danzig. D. rühmt die loyale Art, in der Danzig seine Verpflichtungen erfüllt.
          9. Königsberger und Elbinger Lehrergesangverein in Danzig.
          14. Herbert. v. Dirksen erhielt Exequatur als deutscher Generalkonsul in Danzig.
          15. Die Krefelder Sänger in Danzig.
          Heimatschriftstellerin Elise Püttner in Zoppot verstorben.
          18. Flugplatzweihe in Langfuhr.
          22. Die in Zoppot geplante Lohengrin-Aufführung in der Waldoper wird abgesagt.
          25. 600-Jahrfeier in Prangenau.
          28. Wohnungsmiete ab 1. Juli das 700fache der Friedensmiete.
          30. Hypothekensperrgesetz in dritter Lesung verabschiedet.
          1. Juli Der Dollar 157 000.
          Rektoratswechsel an der Hochschule: Professor de Jonge an Stelle von Professor Fr. W. Otto Schulze.
          4. Sperre des kleinen Grenzverkehrs mit Polen.
          Konzertfahrt des Danziger Lehrergesangvereins durch Mittel- und Süddeutschland.
          5. Beschleunigter Kleinbahnzug nach Marienburg eingelegt.
          8. Der Danzig-polnische Konflikt in Genf beigelegt. Der kleine Grenzverkehr wiederhergestellt.
          19. Denkschrift des Finanzsenators Dr. Volkmann zur Währungsreform.
          1. August Der Dollar 1,1 Million.
          2. Mehrtägige Schließung der Reichsbank wegen Mangels an Noten.
          15. Krieg der Ärzte und Apotheken gegen die Krankenkassen.
          Ende der Brotkarte.
          18. Feststellung des Arbeiterwochenlohnes durch Errechnung des Goldpfennigs als Mittel zwischen Durchschnittskurs des engl. Pfundes und des
          Danziger Index.
          19. Blüthner-Orchester in der Marienkirdhe.
          24. Tagung Deutscher Architekten und Ingenieure in Danzig.
          29. Der amerikanische Kreuzer Pittsburgh im Danziger Hafen.
          31. Danziger Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte begründet.
          1. September Der Dollar 11,1 Millionen.
          4. Eigene Angestelltenversicherung in Danzig.
          15. Städt. Kassen, Eisenbahn, Elektr. Bahn gehen zur Goldrechnung über.
          16. Norwegische Dampfjacht Meteor im Danziger Hafen. Weihe der Holzfelder der Fa. Bergford.
          21. Ausgabe von Industrieschecks in Höhe von 4,20, 2,10 und 1,05 Goldmark (gleich 1, 1/2 und 1/4 Dollar) durch private Firmen. Im Anschluß daran Kleingeldscheine durch die Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler.
          23.-30. Bürobedarfsmesse im Schützenhause.
          24.—29. Deutschkundliche Woche.
          26. Ausbau des neuen Radaunekraftwerkes in Angriff genommen.
          30. Ab 1. Oktober Wohnungsmieten in Goldmark; für Oktober 7 1/2 Proz.‚ November 10 Proz., Dezember 15 Proz. der Friedensmiete.
          1. Oktober Der Dollar 200 Millionen.
          16. Danziger Delegation in Warschau bei Explosion der Zitadelle in Lebensgefahr.
          17. Gesetz- über den Zwischengulden.
          18. Neubildung von Parteien (Deutsch-Danziger Volkspartei, Angeste11ten-, Beamten- u. Arbeiterpartei, Mieterpartei, Deutschsoziale Partei).
          26. Erste Lohnzahlung in Zwischengulden.
          28. 200-Jahrfeier des Rennerstifts.
          1. November Der Dollar 4,4 Billionen.
          3. Veröffentlichung des Währungsgesetzentwurfs.
          18. Volkstagswahl (Deutschnationale 33, Sozialdemokraten 30, Zentrum 15, Kommunisten 11, ‚ Deutsche Partei 8, Deutschsoziale Partei 7,
          Deutsch-Danziger Volkspartei 6, Polen 5, die Aba-Gruppe 3 Sitze, die Fischer- und die Mieterpartei je 1 Sitz).
          28. Ausfahrt des Columbus.
          1. Dezember Der Dollar 7,1 Billionen.
          18. Stadtrat Francis B. Stoddart verstorben.
          Die ersten Danziger Silbergulden im Verkehr.
          20. Der Senator Volkmann im Volkstag über Danzigs Währungskredit.
          21. Ab 1. Januar Wohnungsmieten 50 Proz. der Friedensmiete.
          28. Ausbau der städt. Sparkasse beendet.


          Viele Grüße

          Peter

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          • sarpei
            Forum-Teilnehmer
            • 17.12.2013
            • 6091

            #35
            AW: Danziger Jahreschronik

            ..... erste Schritte zur Normalisierung ....
            Das war der bisher schrierigste Brocken. Dünnes Papier mit durchscheinender Rückseite und 'Schattendruck' führten zu einer miserablen Erkennungsquote. Eigentlich ist dies abgeschrieben .....

            Chronik 1924
            =========
            1.-18. Januar Große Schneefälle. Verkehrsstockungen.
            1. Jan. Neujahrsempfang des Senats im Artushof.
            3. Danziger Gesellschaft für Segelfug begründet.
            9. Kunsthistoriker Dr. Artur Lindner-Breslau (aus Danzig stammend) verstorben.
            10. Eröffnungssitzung des neu gewählten Volkstages.
            12. Hochschulprofessor Dr. Adelbert Matthwaei verstorben.
            14. Generalsuperintendent a. D. D. Doeblin in Berlin (früher in Danzig) verstorben.
            15. Zweiter Silbertransport mit 1/2 und 5 Guldenstücken eingetroffen.
            18. Dritter Silbertransport mit 2—Guldenstücken eingetroffen.
            24. Minister Plucinski verabschiedet sich als diplomatischer Vetreter in Danzig. Nachfolger Dr. Strasburger.
            26. Eröffnung der Ausstellung „Der Mensch".
            29. Letzte Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nach 71jährigem Bestehen.
            31. Völkerbundskommission trifft ein zur Prüfung der Frage eines polnischen Munitionslagers.
            31. Entscheidung des Hohen Kommissars über Danzigs Recht, Pässe auszustellen.
            1. Februar Schneeabfuhr im Januar: 38 637 Fuhren unter Mitwirkung von 4 161 Arbeitern und 6 891 Hilfsarbeitern. Kosten 57 959,50 Gulden.
            1. Amtsgericht in Neuteich eingerichtet.
            5. Konstituierung der Bank von Danzig.
            7. Wahl der Stadtbürgerschaftsmitglieder im Volkstag. l
            9. Agrément für Dr. Strasburger, früheren poln. Handelsminiter, als diplomatischer Vertreter in Danzig.
            12. Erste Sitzung der Stadtbürgerschaft durch Vizepräsident Ziehm eröffnet.
            18. Generalstaatsanwalt Sachse verstorben.
            28. Neue 100-Guldennoten ausgegeben, die 100-Gulden-Zwischennoten werden eingezogen.
            28. Senator Volkmann legt ersten Guldenetat vor.
            2. u. 5. März Massenproteste gegen Verwendung der Westerplatte als Munitionslagerplatz.
            7. Ergebnis der Volkszählung vom 1. November 1924: Bewohner im Freistaat: 364 380 (gegen 356 700 am 8. Okt. 1919), in der Stadt Danzig
            201 752 (gegen 194 953 am 8. Okt. 1919).
            12. Ein Danziger Vertreter dem polnischen Konsulat in Hamburg zugeordnet (z. Z. Ober-Reg.-Rat Dr. Böttcher).
            14. Stürmische Volkstagssitzung. Der Volkstag nimmt die Beamtem-Besoldungsvorlage an.
            20. Neue Sturmszenen im Volkstag.
            23. Kommerzienrat Fritz Wieler verstorben.
            26. Pastor em. Ostermeyer verstorben.
            30. März bis 1. April Sehr starkes Weichselhochwasser. Drohende Gefahr bis auf eining Durchquellungen beseitigt.
            l. April 25 Jahre Städtisches Elektrizitätswerk.
            4. April Rokokoportal des ehemaligen Gouvernements auf Langgarten abgebrochen und in städtisches Gewahrsam zu anderweitigem Aufbau genommen.
            14.—15. Pädagogische Osterwoche.
            25. Der Verkehr zwischen Danzig und gesamtem Ostpreußen gilt als „kleiner Grenzverkehr“, der keines deutschen Sichtvermerks bedarf.
            28. Kantfeiern in Danzig.
            5. Mai Danzig-polnisches Abkommen betr. Eisenbahn, Pässe und Hafenausschuß.
            8. Deichhauptmamn Nickel verstorben.
            11. Einrichtun der Wohnungsbaulotterie.
            15. Kunstmaler Max Wendrich verstorben.
            17. Volkstag verabschiedet Zwangspensionierungsgesetz.
            17.-19. Landwirtschaftliche Ausstellung.
            22. 2 Millionen Gulden für Wohungsbauten bewilligt.
            23. Beginn der Arbeit des Untersuchungs-Ausschusses gegen den bisherigen Senator Jewelowski.
            25. Gemeindewahlen im Freistaat. Stimmenverluste im polnischen Lager.
            29. Erweiterung des Urnenhains im Krematorium.
            Eröffnung des Autobusverkehrs Danzig-Heubude.
            2. Juni Hochschulprofessor Ernst Petersen verstorben.
            5. Infolge ungünstiger Abstimmung im Volkstag erklären sich die nebenamtlichen Senatoren „bereit, aus der Regierung auszuscheiden“.
            9. Pfingstagung der deutschen Burschenschafter.
            Pfingstagung der hanseatischen Geschichtsvereine und des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung.
            Besuch des Vereins der Danziger in Königsberg.
            14. Ökonomierat Steinmeyer verstorben.
            15. Danzigs Anteil am polnischen Munitionslagerplatz auf der Westerplatte beträgt 3 Millionen Gulden.
            17. Kommerzienrat Ad. Unruh verstorben.
            18. Ausgabe von 25-Guldenscheinen.
            20./21. Tagung deutsche Journalisten in Danzig.
            27. Lärmszenen im Volkstag.
            28. Elbinger Sänger in Danzig.
            1. Juli Rektoratswechsel in der Hochschule. Rektor Geh. Rat Prof. Dr. Sommer, Prorektor Prof. de Jonge.
            3. Vertrauenskundgebung des Volkstages für die Regierung.
            4. Herabsetzung der deutschen Sichtvmerksgebühren.
            10.-13. Polizeifachausstellung in Zoppot.
            10. Den ital. Rechtsanwalt Aug. Weiller als Sachverständiger des Völkerbundrates in Danzig.
            14. Bauhandwerkerstreik beigelegt.
            18. Ford-Taxameter in Danzig.
            19./20. 4. Danziger Beamtentag.
            22. Stadtbürgerschaft beschließt Anlage von Tagwasserkanälen zur Wasserableitung der Dachrinnen.
            25. Juli bis 5. August Waldoper in Zoppot: Walküre
            30. Juli bis 10. August Italienischer Kreuzer Mirabello im Danziger Hafen.
            3.-5. August Geologenkongreß.
            6. Autoverkehr Danzig-Meisterwalde eröffnet.
            8. Aug. bis 5. Okt. Hafenarbeiterstreik.
            15. u. 16. 100-Jahrfeier des Johann-Realgymmasiums als höhere Bürgerschule.
            19. Zusammenbruch der Wohnungsbaulotterie.
            Großfeuer in Langfuhr (Danziger Strohhülsenfabrik).
            22. Hindenburg in Zoppot.
            25. Bauarbeiterstreik beendet.
            27. Staubecken Hochstrieß fertiggestellt.
            31. Volkszählung.
            1. September Allgemeiner Gewerbeverein aufgelöst.
            Verstaatlichung der Polizei.
            6. Regelmäßige Verbindung Danzig-Stockholm für Passagiere und Frachten.
            9. Ausbau des verlängerten Karrenwalls beginnt.
            10. Haffkrankheit tritt auf.
            15. Autobuslinie Danzig-Zoppot eingerichtet.
            20. Lampionfahrt auf der Mottlau anläßlich des Rudertages.
            21. Deutscher Rudertag.
            23. Neue Danziger Guldenbriefmarken mit Stadtansichten.
            27. Die Eisenbahnverhandlungen mit Polen gescheitert.
            30. Großfeuer in den Hansa-Sägewerken an der Roten Brücke.
            2.-5. Oktober Zweite internationale Messe.
            7. Oktober Beginn der Renovierung des der Danziger Sparkasse gehörigen Steffensschen Hauses.
            8. Prof. Dr. Otto Günther. Bibliotheksdirektor in Breslau, früher in Danzig, verstorben.
            10. Wiedereinführung der Brieftelegramme.
            15. Die Haffkrankheit auch im Freistaat.
            Einführung Prof. Dr. Kloses als Chefarzt für äußere Krankheiten am Städtischen Krakenhause.
            20. Wiederaufnahme der durch den Rechttstreit mit der Firma Schichau unterbrochenen Bauarbeiten am Radaunewerk.
            19.-26. Deutschkundliche Woche.
            23. Fridolf Carlson, der Besitzer der Schichauwerke verstorben.
            2. November Geh. Justizrat R. Keruth verstorben.
            5. Flugzeugunglück bei Langfuhr, Pilot und drei Passagiere getötet.
            11. Endgültige Beilegung des Rechtsstreites der Stadt mit der Firma Schichau.
            14. Beginn der Bauarbeiten für den polnischen Munitionshafen auf der Westerplatte.
            17. Feier in der Technischen Hochschule aus Anlaß von deren 20jährigem Bestehen (6. Okt.).
            20. Besuch Danziger Heimatvereine in Danzig.
            22. Prügelszenen im Volkstag.
            1. Dezember Eisenbahnunfall bei Knüppelkrug.
            5. Ein Danziger Jugendhaus in der Kaserne Samtgasse.
            17. Vereinigung der drei landwirtschaftlichen Kreisverbände.
            18. Errichtung eines polnischen Hafenpostamtes auf der Westerplatte.


            Viele Grüße

            Peter

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            • sarpei
              Forum-Teilnehmer
              • 17.12.2013
              • 6091

              #36
              AW: Danziger Jahreschronik

              ..... zur Haffkrankheit schreibt v. Bülow im 'Klinisches Wörterbuch' von Otto Dornblüth aus dem Jahr 1927:

              "Haffkrankheit, erstmalig im Sommer 1924 am "Frischen Haff" (Ostpreußen) aufgetreten, dann jährlich abnehmend wiedergekehrt. Äußerst akut auftretende Erkrankung, deren wesentliche Symptome in plötzlich einsetzenden, heftigen Muskelschmerzen in den Extremitäten, dann am ganzen Körper, Zerfall von Muskelfasern, Eintreten von mehr oder weniger ausgesprochener Ausscheidung von Methämoglobin oder Hämoglobin im Urin, Albuminurie und Cylindrurie bestehen, selten mäßiger Erhöhung der Temperatur. Das Gesamtbild deutet auf Intoxikation, nicht auf Infektion. Als Ursache wurde zuerst Vergiftung durch eingeatmete arsenhaltige Gase aus Industrieabwässern angenommen. Spätere Untersuchungen ergaben, daß die Erkrankungen durch Genuß von Aalen vom nördlichen Teil des Frischen Haffes hervorgerufen werden. Es ist aber anzunehmen, daß nur ein geringer Teil der gefangenen Aale giftig ist, daß beim Menschen eine bestimmte Disposition erforderlich ist, und daß eine äußere Veranlassung (Anstrengung) eine Rolle spielt. Die Zubereitung der Aale (roh, gekocht, gebraten, geräuchert, gesalzen) ist ohne Bedeutung. Außer Menschen erkrankten auch Katzen. Das Gift entsteht höchstwahrscheinlich im Haffgrund durch faulfähige, eingeleitete Königsberger Abwassersedimente unter dem Einfluß von Wärme und zeitweiliger Stagnation und kann von Kaltblütern (erst Larven, Muscheln usw., dann Aalen) gespeichert werden. Warmblüter (Menschen, Katzen, Seevögel) erkranken nach deren Genuß."


              Viele Grüße

              Peter

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              • StampCollector
                Forum-Teilnehmer
                • 19.01.2014
                • 924

                #37
                AW: Danziger Jahreschronik

                Ergänzung zu den neue Danziger Guldenbriefmarken mit Stadtansichten vom 23. September 1924:
                Eine Sendung mit einer Nachlieferung der Wertstufen 1 und 2 Gulden, die am 29. September von Berlin nach Danzig geschickt wurde, geht auf dem Postweg verloren.
                Der Nominalwert der gestohlenen Marken war 120.000 Gulden!
                Die Postverwaltung reagiert, indem sie die betroffenen Wertstufen außer Kurs setzt und die entsprechenden Marken in geänderten Farben neu herausgibt.

                Siehe auch:

                und


                SC

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                • sarpei
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.12.2013
                  • 6091

                  #38
                  AW: Danziger Jahreschronik

                  Hallo miteinander,

                  gute Absicht - jähes Ende.

                  Ab dem Jahr 1926 fehlt in den mir verfügbaren Adressbüchern der Jahresrückblick im Vorwort! Es tauchen nur noch das Sachregister und der Nachtrag auf. Es macht mir auch den Anschein, dass es sich nicht um verloren gegangene Seiten handelt sondern schlichtweg um Weglassung.
                  Im Dritten Reich gibt es dann noch zusätzlich einige eher touristisch einzuordnende Beiträge. Zwar sind Karten wie 'Verkehrswege von und nach Danzig' oder 'Lage von Danzig und seinen Vororten' oder der Stadtplan von Danzig (Innenstadt) auch hilfreich - aber eben nicht ein Ersatz für die fehlende Chronik.

                  Sorry, es tut mir leid!

                  Sollte jemand auf entsprechende Chroniken stoßen, dann bin ich gerne zu weiteren 'Untaten' bereit.


                  Viele Grüße

                  Peter

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                  • Beate
                    Administratorin
                    • 11.02.2008
                    • 4836

                    #39
                    AW: Danziger Jahreschronik

                    Hallo Peter,

                    ja, wirklich schade, es wären jetzt die "Jahrgänge meines Vaters" gekommen.. Aber auch so kann ich mir schon besser vorstellen,wie meine Großeltern aufwuchsen, ihr Leben...

                    Ganz,ganz herzlichen Dank, dass Du Dir diese Arbeit gemacht hast, um uns diese interessanten und, zumindest für mich, recht lehrreichen Rückblicke zu ermöglichen!
                    Hab mir die Rückblicke zur Ahnenforschung gespeichert,gibt mein "Hintergrundwissen."

                    Schöne Grüße und einen sonnigen Feiertag,
                    Beate
                    ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8570

                      #40
                      AW: Danziger Jahreschronik

                      Hallo Peter,

                      auch ich bedauere sehr, dass Deine so lobenswerte Fleißarbeit nun dieses frühzeitige Ende gefunden hat. Mit besonderer Spannung hatte ich u.a. auf evtl. Angaben zur starken Bauentwicklung im östlichen Schidlitz in den Chroniken Ende der 1920er Jahre gewartet.

                      Genieße dafür jetzt das besondere Feierwochenende ohne Chronistendruck, und sei dankbar gegrüßt von
                      Ulrich

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                      • sarpei
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.12.2013
                        • 6091

                        #41
                        AW: Danziger Jahreschronik

                        Hallo miteinander,

                        einen Nachschlag wird es hier auf jeden Fall noch geben. Im Danziger Hauskalender 1957 ist vorne im Kalenderteil ein Rückblick auf das Jahr 1934 enthalten. Leider enthält sich der Hauskalender (wie übrigens so oft ...) jeglicher Quellenangabe. Wie ich beim Überfliegen feststellen konnte, scheint wirklich jeder Tag des Jahres sein Ereignis bekommen zu haben. In so fern wird dieser Jahresrückblick etwas umfangreicher ausfallen als die anderen. Eingescanned sind die Seiten, auch die OCR-Erkennung hat gut geklappt. Es fehlt jetzt noch der zeitaufwändigste Teil: das erstmalige Korrekturlesen.


                        Viele Grüße

                        Peter

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                        • Rudolf
                          Forum-Teilnehmer
                          • 22.06.2008
                          • 335

                          #42
                          AW: Danziger Jahreschronik

                          Lieber Peter ,
                          auch von mir besten Dank für die Mühe , die Du Dir mit der Einstellung der Jahreschroniken gemacht hast . Für mich war es sehr interessant , diese Chroniken zu lesen . Ich habe mich seit einiger Zeit besonders mit der Entstehung der " Freien Stadt Danzig " beschäftigt , deren Errichtung bzw. Gründung auf den Versailler Vertrag zurückgeht . Auch aus den Chroniken der ersten Hälfte der 20-er Jahre geht verschiedentlich hervor , daß die Existenz dieses Freistaates von Anfang an zu Spannungen zwischen Danzig und Polen führte . Ich bin kein Historiker , aber ich glaube , daß bei einem normalen zwischenstaatlichen Verhältnis zwischen Danzig und Polen - bei Anerkennung der Tatsache , daß Danzig ein selbstständiges Staatsgebilde ist - sich die Dinge für Danzig anders entwickelt hätten , als es dann leider der Fall war .
                          Noch einen schönen Sonntag wünscht allen der Heubuder Rudi

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                          • sarpei
                            Forum-Teilnehmer
                            • 17.12.2013
                            • 6091

                            #43
                            AW: Danziger Jahreschronik

                            Hallo miteinander,

                            hier die angekündigte Chronik des Jahres 1934. Umgangreich und für mich unheimlich spannend. Danzig-polnische Nickligkeiten über das ganze Jahr und dann die Übernahme der politischen Macht durch die Nationalsozialisten - ein Historien-Krimi. Interessant auch die 'Presseschauen' mit polnischen Zeitungen.

                            Chronik 1934
                            =========
                            Januar
                            ------
                            1. Die Anfangstöne des Liedes: „An der Weichsel gegen Osten“, neues Pausenzeichen des Landessenders Danzig.
                            Neujahrsempfang beim Präsidenten des Senats Dr. Rauschning.
                            3. Scharfer Geburtenrückgang in Danzig, gegenüber 1913 fast um die Hälfte.
                            Starker Rückgang des Alkoholverbrauches.
                            Die Danzig-poln. Annäherung auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet Gegenstand einer Unterredung des Präsidenten Rauschning mit einem Vertreter des „Il. Kurj. Codzanny“.
                            4. Senatsvizepräsident Greiser zur repräsentativen Jagd des poln. Staatspräsidenten in Bialowiez eingeladen.
                            Prangenauer Polen geloben Verteidigung der poln. Interessen.
                            5. Feststellungen des Chefredakteurs des poln.—jüd. Blattes „Die Jüdische Welt“, daß sich Danzig den Juden gegenüber loyal verhält, wie er bei seinem Besuch in Danzig feststellen konnte.
                            6. 25 Jahre Postscheckamt in Danzig.
                            7. Gdinger Fischverbände fordern Einfuhrverbot für Fische aus Danzig.
                            8. Entscheidung des Völkerbundkommissars Rosting, daß poln. Zollinspektoren nicht auf die Diplomatenliste kommen, außerdem Entscheidung, daß poln. Zollinspektoren in dienstlichen Angelegenheiten nicht Danziger Gerichtsbarkeit unterstehen.
                            Danzig—poln. Verständigung über Steuerbefreiung poln. Grundstücke und poln. Niederlassungen.
                            9. Gründung eines Landesverkehrsverbandes für das Gebiet der Freien Stadt Danzig. Senator Batzer organisiert großzügige Verkehrswerbung.
                            10. Abschiedsessen für den Hohen Kommissar Rosting. Überreichung eines Danziger Gemäldes als Andenken an die Freie Stadt Danzig.
                            Marschall Pilsudski und Außenminister Beck anerkennen die Grundsätze Dr. Rauschnings über die Gestaltung der Danzig-poln. Wirtschaftsbeziehungen.
                            11. Abreise Rostings nach Genf.
                            Danzig—poln. Verhandlungen über Fragen der Sozialversicherung.
                            12. Polen erklärt Interesse an der Förderung der Danziger Industrie durch die poln. Wirtschaft. Profit durch den Bedarf poln. Rohstoffe.
                            13. „Gazeta Gdanska“ spricht vom Bau strategischer Straßen in Danzig. Gemeint ist die Straße in Richtung Ostpreußen.
                            14. Danziger Ausstellung: „Maler unserer Heimat“.
                            Eintopfgericht-Sonntag erbringt für das WHW 32 000 Gulden.
                            15. Rückgang im Danziger Außenhandel, im Gesamtjahr 323 077 Tonnen weniger Umschlag.
                            Personalwechsel in der diplomatischen Vertretung der Republik Polen: Legationsrat Lalicki wird abberufen.
                            16. Eröffnung ständiger Danzig-Ausstellung in Berlin.
                            17. Die Danziger Verfassungsfragen in Genf. Besuch Dr. Rauschnings beim Völkerbund.
                            Erweiterung des Passagierverkehrs Danzig—Schweden. Stapellauf des Dampfers „Marieholm“.
                            18. Dr. Rauschning vor der internationalen Presse in Genf.
                            Danzig-poln. Zusammenarbeit im Rudersport.
                            Starke Zunahme der Viehhaltung in Danzig.
                            Kapitän Grapow gestorben.
                            19. Die Danziger Verfassungsfrage vor dem Rat. Genf lehnt es ab, sich mit den vorliegenden Petitionen zu befassen. Erklärungen Dr. Rauschnings über Danzigs Aufgaben und Danzigs Verhältnis zu Polen vor der Presse.
                            20. Französische Stimmen über die Danzig—poln. Zusammenarbeit. „Le temps“ läßt sich angebl. aus Warschau melden, daß Dr. Rauschnings Verständigungspolitik in Deutschland auf scharfe Kritik stoße.
                            21. Neue Besoldungskürzungen bei den Danziger Eisenbahnbediensteten der poln. Staatsbahndirektion.
                            22. Winterhilfsmarken der Danziger Post.
                            23. „Il. Kurj. Codz.“ fordert Abberufung des Gauleiters Forster, da dieser Pommerellen unterminiere.
                            Gründung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher.
                            Danzig-Werbung in Köln.
                            24. Der neue Hohe Kommissar Lester in Danzig eingetroffen.
                            Danziger Verkehrswerbung in Dortmund.
                            Gründung der Danzig—poln. Übersee-Aktiengesellschaft. Poln. Pressestimmen werden gegen diese Gesellschaft laut.
                            Beschlagnahme des „Robotnik“ in Warschau wegen Artikel über Ausgang der Genfer Tagung. Poln. Regierung erklärt sich solidarisch zum Standpunkt Dr. Rauschnings.
                            25. Entscheidung Rostings über Arbeitnehmerausschüsse bei der poln. Staatsbahn in Danzig. Danziger Gesetze nicht gültig. Klärung dieser Frage auf besond. Danzig-poln. Verhandlung.
                            „National keine Bedrohung des Friedens“, Genfer Stimme über die Politik Dr. Rauschnings.
                            Danzig auf Welt-Postunion—Kongreß.
                            Poln. Kriegervereine in Danzig und Praust.
                            26. Einweihung der Gas- und Luftschutzschule in Neufahrwasser.
                            Die Zunahme der russ. Holzausfuhr eine schwere Gefahr für Danzig.
                            27. Deutsch—poln. Verständigungspakt.
                            28. Verschmelzung des Kernstahlhelms mit der SA.
                            29. 100 000—Gulden-Spende des Winterhilfswerkes aus Anlaß der Jahresfeier der nationalen Revolution.
                            Einweihung des zweiten poln. Horstes in Langfuhr.
                            30. Französische und englische Stimmen bezeichnen Danzig als Schrittmacher für das deutsch-poln. Abkommen.
                            Oberbürgermeister Lewerentz, Zoppot, seines Amtes enthoben.
                            Poln. Reserveoffiziere in Danzig schießen um das Schützenabzeichen.
                            31. Tagung der Verkehrszentrale in Berlin mit erfolgreichen Ergebnissen.
                            Zoppoter Arbeitsdienstlager wird Gruppenstammlager und Arbeitsdienstführerschule.

                            Februar
                            -------
                            1. Großzügige Organisation der Fremdenwerbung, ein Danzig-Heft in 24 Sprachen.
                            Minister Strasburger spricht in Kattowitz über Polen und Hitler-Deutschland. Er erklärt, außenpolitisch wünsche Hitler mehr Raum. Hitlers Idee: Mit Polen gegen Rußland. Dieses kommt unerwartet, da Verständigung Polens mit Rußland von großer Bedeutung.
                            2. Poln. Angriffe gegen die Danzig-poln. Übersee-AG, die Gesellschaft untergrabe angeblich die Tätigkeit der Gdinger Kommission zur Förderung des Exportes. Aufruf gegen eine Unterstützung dieser AG.
                            Der Berliner Vertreter d. „Il. Kurj. Codz.“ berichtet, daß Deutschland nicht polenfeindlich ist. Antipoln. Bücher aus den Auslagen der deutschen Buchgeschäfte verschwunden.
                            3. Jahreshauptversammlung der Danziger Eisenbahner. Die von poln. Seite auf personellem Gebiet getroffenen Maßnahmen völlig ungerechtfertigt, über
                            1 000 Prozesse vor den Gerichten anhängig.
                            4. Bau einer Messehalle neben der Sporthalle geplant, blieb Planung.
                            5. Errichtung einer Landeskulturkammer in Danzig. Leiter: Senator Boeck.
                            Sperrung des Hafenbeckens wegen Ausfuhr von explosivem Kriegsmaterial.
                            Auflösung der Kathol. Jugend Danzigs.
                            6. Minister Beck über Polens Außenpolitik und die Beziehungen zu Danzig: Fortschritte in dem Verhältnis Polens zu Danzig festgestellt. Das Bestreben nach gerechten und billigen Abkommen wird auch in Zukunft günstige Resultate zeigen. Beginn der Danzig-poln. Wirtschaftsverhandlungen. Delegation unter Führung von Staatsrat Büttner in Warschau.
                            Ausschaltung der Danziger Stadtbürgerschaft. Poln. Presse übt Kritik, zweifelt an Verfassungsmäßigkeit.
                            Besuch Techn. Hochschule: 1534 Studierende, darunter 60 Damen.
                            7. Glaubensbewegung deutscher Christen in Danzig, Ob.—Reg.-Rat Gallasch zum Geschäftsführer der Bewegung ernannt.
                            Steuererleichterung zur Belebung der Danziger Wirtschaft, Ermäßigung der Gewerbemindeststeuer bis zu 50 %.
                            8. Danzig als Mittler zwischen England und Polen. Artikel G. H. Morisons in „Financial Times“. Danzig sei vor Jahrhunderten der Mittler für den Handel zwischen England und Polen gewesen und könne diese Rolle auch weiterspielen, nachdem die Gegensätze zwischen Danzig und Polen beseitigt seien.
                            Abschluß des Danzig—poln. Vertrages über die Finanzen des Hafenausschusses, Regelung über die Zahlung der von beiden Staaten etwa zu leistenden Zu-
                            schüsse.
                            „Gazeta Gdanska“ meldet in 40 Orten günstige Meldungsergebnisse für die poln. Schulen.
                            9. Rund 900 Anträge für poln. Schulen und Klassen beim Senat eingegangen.
                            10. Senat errichtet ab 1.4.1934 jüdische Schule in Danzig.
                            Ermäßigung der Biersteuer.
                            Beamtenschaft „verzichtet“ auf 400 000 Gulden Nachzahlung der für verfassungswidrig erklärten Pensionskürzungen.
                            12. Bei den Danzig—poln. Wirtschaftsverhandlungen in Warschau verlangt Polen die Übertragung der Danziger Zollverwaltung auf Polen, Danzig fordert Beseitigung der sogenannten Wirtschaftskontrollen.
                            13. Hirtenbrief des Bischofs von Danzig, Motto: „Wenn der Herr das Haus nicht baut, bauen die Bauleute vergebens“.
                            600 Polen an der Techn. Hochschule immatrikuliert.
                            14. Landrat des Kreises Höhe, Walzer, verläßt Danzig. Zum Konsistorialpräsidenten im brandenburgischen Konsistorium berufen.
                            15. Errichtung der Danziger Arbeitsfront. Laut poln. Meldungen ohne Verständigung mit der Danziger Regierung, sehen darin Gegensatz zwischen Präsidenten des Senats Dr. Rauschning und Gauleiter Forster.
                            Forster zum SS-Gruppenführer ernannt.
                            Einrichtung einer Fremdenführerschule.
                            Wechsel in der Pressestelle des Senats, an Stelle von Direktor Lubiantski Referent Streiter. Lubianski wieder zur Werbestelle zurückgekehrt.
                            16. Poln. Gymnasium in Danzig öffentliche Rechte zuerkannt, zum erstenmal Abiturientenexamen unter Danziger Staatlicher Prüfungskommission.
                            Danzigs Entwicklung als Holzhafen, Steigerung des Verkehrs 1933 auf 733 800 t gegenüber von 507 000 t im Vorjahr.
                            17. Hauptversammlung der Nationalen Vereinigung deutscher Reisebüros. Offizielle Empfänge durch den Senat und die Stadt Zoppot.
                            18. Erster Transport von „Kraft durch Freude“ mit Danziger Arbeitern nach Bad Reinerz.
                            l9. Generalversammlung des Syndikates poln. Journalisten in Danzig.
                            Besichtigung der SS durch Brigadeführer v. d. Bach—Zelewski, Abschied von Gruppenführer Lorenz.
                            20. Leiter der Danziger Postverwaltung, Staatsrat Nordmann, scheidet aus dem Amt.
                            21. Reorganisation der Danziger Hafenverwaltung.
                            Eröffnung eines polnischen Heimes in Kahlbude.
                            22. Anbringung eines vergoldeten Danziger Staatswappens am Eingang des Senatsgebäudes.
                            Studienrat Beyl zum Leiter der Oberrealschule zu St. Petri und St. Pauli ernannt.
                            Erfreuliche Entwicklung der Weichselschiffahrt, Getreidetransporte dreimal so groß als in den letzten Vorkriegsjahren.
                            23. Kein Rücktritt des Präsidenten Dr. Rauschning. Amtliche Erklärung zu Gerüchten in der poln. Presse. „Kurj. Warszawski“ spricht von Attacke Forsters gegen Dr. Rauschning.
                            Rückgang der poln. Fischexporte. Poln. Fischhandel löst sich von der Vermittlung durch Danziger Firmen.
                            24. Uraufführung der komischen Oper „Der Herr von gegenüber“ von Ernst Schliepe.
                            25. Vereidigung der politischen Leiter der NSDAP in Danzig in Verbindung mit der großen Reichsvereidigung durch Radio.
                            26. „Danziger Volkszeitung“ wegen Artikels: „Die Wahrung der Danziger Verfassung, eine theoretische Erörterung“ beschlagnahmt.
                            Die Danziger Polen fordern die poln. Staatsbürger auf, der Danziger Arbeitsfront nicht beizutreten.
                            Infolge poln. Einfuhrsperre Betriebsschließungen, 1 600 Arbeiter dadurch brotlos.
                            27. Ratifikation des deutsch—poln. Nichtangriffspaktes.
                            Geheimrat Dr. Ehler gestorben, Ehrenbürger der Techn. Hochschule in Danzig.
                            Autobahn Danzig—Stettin, der Bauplan durch das Reich genehmigt.
                            28. Das bisherige engl. Konsulat in Danzig zum Generalkonsulat erhoben. Der britische Konsul Robinson in Amsterdam zum Generalkonsul ernannt.

                            März
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                            1. 40 ausländische Vertretungen in Danzig, Hoher Kommissar des Völkerbundes, Diplomatische Vertretung der Republik Polen, 13 Generalkonsulate, 25 Konsulate in Danzig.
                            2. Betrachtungen des „Kurj. Poranny“ über Danzig, große Beachtung des Winterhilfswerkes, wie auch über Konflikt zwischen Regierung und Gauleitung, derselbe sei nur eine Meinungsverschiedenheit in der Auffassung über das Tempo. Dr. Rauschning habe sich in Polen einen guten Namen gemacht. Innere Lage in Danzig zeige allgemeine Beruhigung. Optimismus in bezug auf die Entwicklung der
                            Danzig—poln. Beziehungen sei am Platze.
                            3. Einheitliche Organisation des Danziger Kraftfahrwesens. Bezirk Danzig dem Gau 8 Ostland des ADAC unterstellt.
                            4. Einweihung der Adolf-Hitler-Führerschule in Saskoschin.
                            5. Minister Papée über die Bedeutung der Presse zur Klärung der Danzig-poln. Beziehungen. „Der Wille und Mut zur Objektivität ist in den gegenwärtigen Beziehungen zwischen Danzig und Polen für die Presse auf beiden Seiten das Gebot der Stunde.“
                            6. Tagung der polnischen Eisenbahner in Danzig.
                            7. Vier Monate Danzig—poln. Hafenabkommen. Einfuhr über die Häfen Danzig und Gdingen verhält sich wie 39:61 Prozent, Ausfuhrverhältnis wie 51,7 : 48,3 Prozent.
                            8. Im Prozeß gegen die Brüder Steinhardt Urteil mit je 15 Jahren Zuchthaus wegen Raubüberfalls auf Dr. Gördeler.
                            9. Der Hohe Kommissar Sean Lester über Danzig. Betonung freundl. Empfanges. Hinweis auf Dokument aus dem 17. Jahrh. mit dem Ersuchen der engl. Regierung um Blockierung der irischen Häfen. Feststellung der Einmütigkeit zwischen Deutschen, Danzigern und Polen.
                            10. Große Danzig—Kundgebung in Hannover. Forster spricht dort vor 50 000 Teilnehmern.
                            Danzig-Ausstellung in 17 westdeutschen Städten.
                            12. Danzig erhält eine Hochschule für Lehrerbildung.
                            13. 600-Jahr-Feier in Trutenau.
                            Amerikanischer Journalist Knickebocker schreibt über Danzig: Danzig bedroht den Frieden nicht. Über die Korridorfrage habe Präsident Dr. Rauschning betont, daß die Hoffnung auf Rückkehr Danzigs zum Reich nicht aufgegeben sei.
                            14. Danzig tritt in den poln.-amerikanischen Handelsvertrag vom Jahre 1924 ein, bereits ab 24. 3.1934.
                            15. Danzig erfüllt das Minderheitenabkommen. Loyale Erklärung auf der Versammlung des Verbandes der poln. Lehrer.
                            16. Danziger Gesellschaft zum Studium Polens. Feierliche Eröffnungssitzung im Altstädt. Rathaus. Eröffnungsansprache und programmatische Rede des Präsidenten des Senats. Übertragung auf die poln. und den Danziger Sender. Minister Papée zum Ehrenmitglied ernannt.
                            Exequaturerteilung an Karl Steindrück als Konsul von Panama.
                            Ostgermanische Grabfunde in Pelonken und Baarenhütte. In Pelonken vermutlich Reste eines Friedhofes, in Baarenhütte drei Steinkistengräber.
                            Direktor Schell von den Danziger Oelkerwerken wegen angeblicher Beleidigung der Regierung verhaftet.
                            17. Ausführliche Wiedergabe der Rede Dr. Rauschnings in allen poln. Zeitungen. Begeisterte Aufnahme in den deutschen Zeitungen Polens.
                            Anerkennung des poln. Berufsverbandes durch den Senat.
                            Senator Batzer spricht über den westdeutschen Rundfunk über „Danzig, ein deutsches Reiseziel“.
                            18. Eröffnung eines poln. Kriegerheimes im Dom Polski.
                            19. Dr. Rudolf Köstlin gestorben, ehem. Leiter der Staatl. Frauenklinik.
                            20. Danzigs Arbeitsbeschaffungsprogramm. 10 000 Erwerbslose sollen in Arbeit. Bau von Wagenhallen für die Straßenbahn, eines Empfangsgebäudes auf dem Flugplatz, eines Hallenschwimmbades. Straßenbauten, Landgewinnung, Stadtrandsiedlung. Dreijahresplan für Energiewirtschaft. Einleitung der Arbeitsschlacht von Vizepräsident Greiser.
                            21. Amtsenthebung des Zoppoter Bürgermeisters Dr. Fließbach.
                            22. Einführ. des Danziger Bischofs Beermann durch Reichsbischof Müller.
                            23. 600 Jahre Gottswalde und Trutenau. Durch Ordenshochmeister Luther von Braunschweig den beiden Gemeinden in Handfesten Recht und Gesetz verliehen.
                            Baumeister König, Ehrenbürger der Techn. Hochschule, gestorben.
                            Eröffnung eines Heimes des Verbandes der Polen in Schidlitz.
                            24. Danzig in den Inlandscheckverkehr des Deutschen Reiches einbezogen.
                            Abschluß der Bank von Danzig, wie in den beiden Vorjahren keine Dividende. Gewinnvortrag für das neue Geschäftsjahr 109 916 Gulden.
                            27. Pfarrer Brausewetter anläßlich seines 70. Geburtstages die Große Schillerplakette überreicht.
                            Danzig—Vortrag in Schweden durch Studienrat Dr. Anderson. Anerkennung der Bemühungen Danzigs um die Erhaltung des Friedens.
                            Danzig—Ausstellung in Koblenz.
                            Tagung der Danziger Gesellschaft für Völkerbundfragen. Bekenntnis des Präsidenten des Senats zum Völkerbund: „Jede internationale Beziehung für Danzig von großem Wert.“
                            28. Danzig—Ausstellung in Mühlheim.
                            Obergericht verurteilt Staatsbahn zu voller Bezahlung der den zwangspensionierten Eisenbahnern zustehenden normalen Bezüge.
                            Poln. konservative Zeitung „Czas“ betont, daß die polenfeindliche Politik der Freien Stadt Danzig seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Zusammenbruch erlitten habe.
                            Verordnung zum Schutz weiblicher Arbeitnehmer vor der Niederkunft.
                            14 000 Arbeitslose weniger als im vergangenen Jahr. Anstieg der Spareinlagen.
                            29. „Danziger Volkszeitung“ auf drei Monate verboten‚ wegen Artikels „Die Danziger Katholiken im Kampf um ihre kirchlichen Rechte“.
                            Errichtung eines Ehrenbuches Danziger Bauerngeschlechter, die über 200 Jahre auf ihrem Anwesen sitzen.
                            30. Danzigs Fremdenverkehr 1933, insgesamt 38 287 Personen, davon Deutsche 20 381, Polen 13 673.
                            31. Wechsel in der ärztlichen Leitung des Marienkrankenhauses. Chefarzt Dr. Schulz zurückgetreten, Nachfolger Dr. Neukirch.

                            April
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                            1. Einrichtung des Ostsemesters der Deutschen Studentenschaft.
                            2. Der tschechische Autoklub „Aero“ besucht den ADAC in Danzig.
                            3. Chudzinski propagiert Gdingen als Volkshochschule.
                            4. Tragen einheitlicher Sommerkleidung (Uniform) nur mit Senatsgenehmigung.
                            Poln. Arbeitsfront will alle Polen in Danzig vertreten.
                            Aufruf zum Eintritt in den Kreis der (poln.) Pfadfinderfreunde.
                            Abnahme der Kriminalität, Anzeigen von Diebstahl usw. von 5 579 auf 4 027 zurückgegangen.
                            5. Auf Intervention des Bischofs Graf O’Rourke Senator Hohnfeldt wegen Einmischung in religiöse Auseinandersetzung, von Forster allen Parteigenossen untersagt, beurlaubt.
                            6. Wechsel in der Danziger Außenpolitik, Staatsrat Böttcher übernimmt an Stelle des Ob.-Reg.-Rats Dr. Ferber die Leitung der Auswärtigen Abteilung des Senats.
                            Ausstellung des Schrifttums über Ostfragen im Landesmuseum Oliva.
                            Danzig—Ausstellung in Mühlheim, Koblenz und Bochum.
                            7. Herausgabe einer jüd. Wochenschrift in Danzig, „Danziger jüdische Stimme“. Partei und Regierung geben Rechenschaft über ihre Tätigkeit.
                            8. Negative Beurteilung der Rauschning-Rede in der poln. Presse. Man
                            schreibt, Rauschning suche die Politik Danzigs auf die Bahn eines Streites zu lenken. „Gazeta Polska“ stellt fest, daß eine evtl. Verselbständigung der Danziger Wirtschaft auch politisch sich empfindlich im Danzig-poln. Verhältnis zeigen würde.
                            9. „Gazeta Gdanska“ fordert die poln. Eltern auf, ihre Kinder von den Schulen zurückzuhalten, bis Entscheidung über Einschulung in poln. gefällt.
                            Ausschußtagung des Verb. d. Dt. Volksgruppen in Europa.
                            10. Danzig-Ausstellung in Bonn. Vizepräsident Greiser und Oberbannführer Zirwas sprechen.
                            11. Danzig-Ausstellung in Gelsenkirchen, Greiser und Zirwas sprechen vor 20 000 Menschen.
                            „Gazeta Gdansk“ meldet Finanzierung öffentlicher Arbeiten in Danzig durch das Reich, 100 000 Reichsmark für den Wege- u. Straßenbau.
                            Danziger Artushof wieder Börsenlokal.
                            12. Prügelei auf dem Olivaer Bahnhof zwischen drei uniformierten Hitlerleuten und poln. Eisenbahnbeamten.
                            Das Arbeitsdienstjahr der Danziger Abiturienten.
                            13. Danzig-poln. Schulkämpfe.
                            „Gazeta Gdanska“ schreibt von Beschimpfung zweier Danziger Polen durch einen Danziger Zollbeamten auf dem Bahnhof Brösen.
                            14. Danzig-Propaganda in Köln und Dortmund. Eröffnung der Ausstellung in Köln, in Dortmund sprechen Greiser und Zirwas vor 12 000 Menschen.
                            Senat weist Vorwürfe betr. Einschulung der poln. Kinder in poln. Schulen zurück.
                            15. Tagung der poln. landeskundlichen Gesellschaft in Adlershorst. Vorschläge zur Ausgestaltung der poln. Touristik in Danzig: Herausgabe eines poln. Führers, Bau einer poln. Jugendherberge. Herausbringung einer Fotoausstellung.
                            16. Rumänische Pfadfinder werden in Danzig durch poln. Pfadfinder empfangen.
                            Einweihung d. poln. Pfadfinderhauses in Neufahrwasser.
                            „Dziennik Bydgoski“ bezeichnet Vortrag von Prof. Keyser „Das Weichselland und wir“ vor dem BDO in Stettin als unerhörte Provokation.
                            H. Knoblauch, Inhaber des Cafe „Vaterland“, zu 5-Monaten Gefängnis verurteilt, wegen Hetze gegen die NSDAP.
                            l7. Belegschaft der Schichau-Werft um das Fünffache zugenommen.
                            Vorbereitung des Rotfrontkämpferbundes zum bewaffneten Aufstand. Hermann Totzki zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
                            18. Reichsarbeitsführer Hierl besichtigt den Danziger Freiwilligen Arbeitsdienst.
                            Der bisherige 1. Sekretär der Sowjet-Gesandtschaft in Stockholm, Wladimir Meschtscheriakow, neuer Generalkonsul der UdSSR in Danzig.
                            Die Angeklagten Lewerentz, Franz Bailard, Friedrich und Karl Hase zu hohen Gefängnisstrafen wegen angeblichen Staatsverrats verurteilt. Poln. Presse verdächtigt und beschuldigt in diesem Zusammenhang Danziger Behörden.
                            19. Danzig-Kundgebung im Gürzenich in Köln. Greiser und Zirwas sprechen.
                            30 Gemeinden des Großen Werders werden an das Lichtnetz angeschlossen.
                            Danziger Rundfunk erhält den Namen: „Landessender Danzig“.
                            Die Errichtung einer pommerellischen Universität wird in Polen propagiert. Gefordert wird Einführung eines pommerellischen Trimesters für alle poln. Studenten.
                            20. Große Hitler-Geburtstagsfeiern im Freistaat Danzig.
                            Danzig-poln. Pfadfinder feiern den St. Georgstag.
                            „Gazeta Gdansk“ fragt, ob der Bahnhof ein Ort der hitleristischen Demonstration ist, anlässlich des Empfanges des Reichsarbeitsführers Hierl.
                            21. Befürchtungen der poln. Textilindustrie, durch deutsche Waren verdrängt zu werden.
                            22. Danzig-Ausstellung in Hamm. Es sprechen dort Senator Batzer und Zirwas.
                            Eröffnung eines poln. Seeheimes in Brösen.
                            23. Der 2. große poln. Lauf: „Quer durch Danzig“ (3 600 m mit 70 Läufern am Start).
                            24. Ein Zentralkomitee der poln. Katholiken der Danz. Diözese gebildet.
                            25. Einweihung der priv. poln. Schulen in Gr. Trampken u. Lamenstein.
                            26. Gaugeschäftsführer Johst zum Landrat des Kreises Danziger Niederung ernannt.
                            „Warschauer Zeitung“ fordert, daß der größte Teil der Polen in Danzig studiere, um von den Deutschen Arbeitsweisen zu lernen und unter den Danzig-Polen d. poln. Geist hochzuhalten.
                            27. Nationaldemokratische Presse Polens gegen die offizielle poln. Danzig-Politik, es habe genug Gelegenheiten gegeben, um Danzig ohne einen Schuß Pulver einzunehmen.
                            28. Eröffnung der poln. Privatschule in Simonsdorf.
                            Einweihung der deutschen Schule in Simonsdorf.
                            Bittschrift des Zentrums—Abg. Formell an den Hohen Kommissar des Völkerbundes wegen Verbots der „Danziger Volkszeitung“.
                            29. Nach „Gazeta Gdansk“ klagen poln. Eltern, daß Lehrer an der Johannisschule in Danzig Hakenkreuzabzeichen trügen und auf poln. Fragen deutsch geantwortet hätten.
                            30. Verleihung der alten Bezeichnung „Gendarmerie“ an die Danziger Landjägerei.

                            Mai
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                            1. Anläßlich der Feier des 1. Mai mahnt Gauleiter Forster Polen zu einer wirtschaftlichen Verständigung, vor 120 000 Danzigern auf dem Kleinen Exerzierplatz in Langfuhr.
                            Eröffnung der 3. poln. Privatschule in Simonsdorf.
                            Poln. Radfahrstafette durch Danzig.
                            2. Beschwerde der Zentrumspartei beim Hohen Kommissar wegen Verbotes der „Danziger Volkszeitung“ vom 28. April.
                            3. Schließung des Büros der poln. Zollkontrolle in Danzig aus Protest wegen Beleidigung eines poln. Zollinspektors am 1. Mai.
                            4. Schritt des Senats beim Diplomat. Vertreter der Republ. Polen und beim Hohen Kommissar wegen poln. Provokationen am 1., 2. und 3. Mai. Zwischenfall b. d. Überführung d. Leiche eines poln. Offiziers in Neufahrwasser, Zwischenfall auf dem Flugplatz u. a. d. Bahnhof.
                            5. Danziger Arbeitsdienst schafft Neuland durch Trockenlegung eines Haffstreifens, 100 Hektar werden gewonnen.
                            Eröffnung der Gerichtsbarkeit beim Verband der Polen.
                            6. Feierlicher Empfang der „Hansestadt Danzig“ am Zoppoter Seesteg zur Eröffnung des Seedienstes Swinemünde—Zoppot—Pillau.
                            7. Aussprache zwischen Dr. Rauschning und Minister Papée über die Zwischenfälle an den Nationalfeiertagen.
                            Rücktritt Senator Prof. Dr. Hoepfners, kehrt wieder an den Lehrkörper der Techn. Hochschule zurück.
                            8. Senator Huth Nachfolger von Senator Hoepfner.
                            9. Standesamtliche Trauung des Gauleiters Forster in Berlin. Reichskanzler Hitler und Reichsminister Hess als Trauzeugen.
                            10. Danziger Flieger mit 7 Maschinen beim Deutschlandflug.
                            11. Die poln. Pfadfinder dürfen in Danzig Uniform tragen. Abkommen zwischen Danzig und Polen.
                            Zu dem von Lück herausgegebenen Buch: „Deutsche Aufbaukräfte in der Entwicklung Polens“, Geleitwort des Präsidenten des Senats Dr. Rauschning.
                            12. Weihe der Studentenherberge am Bosseweg.
                            Der Hohe Kommissar fährt zur Tagung des Völkerbundes nach Genf.
                            Trauung Gauleiter Forsters in der Christuskirche in Langfuhr durch Bischof Beermann.
                            13. Einrichtung eines Danziger Gemeindetages.
                            14. Wikingerfunde in Ohra-Niederfeld, Ausgrabung alter Wikingerboote.
                            Der Vorsprung des Hafens Gdingen hat sich trotz Hafenabkommen gegenüber dem Danziger Hafen weiter vergrößert.
                            15. Erste Versammlung der poln. Arbeitsfront in Danzig.
                            Aushebung einer Hetzkolonne jugendlicher Kommunisten, Führer der Schiffszimmermann Christian Ehmke aus Bremen.
                            16. Laut „Il. Kurj. Codz.“ hat der Hohe Kommissar des Völkerbundes gegen die Einsetzung eines Staatskommissars bei der Stadtbürgerschaft im Hinblick auf die Verfassung Einspruch erhoben.
                            17. Wiedereinführung der Sonntagsbriefzustellung.
                            Führertagung in Danzig. 600 SS-Führer aus dem Reich versammelt.
                            18. Welterfolg des Danziger Professors Erbach, eine der größten Dieselmotorjachten der Welt wird nach seinem Entwurf gebaut.
                            19. Polen fordert poln. Schulinspektorat in Danzig.
                            20. Von der poln. Schulmutter wurden 1933 = 700 000 Gulden ausgegeben, für 1934 wurden 900 000 Gulden eingesetzt.
                            22. Tagung des Vereins Deutscher Bibliothekare und des Verbandes deutscher Volksbibliothekare vom 22.—27. Mai in Danzig.
                            23. Poln. Ministerialkommission im Danziger Hafen zur Besichtigung der Getreideverladeeinrichtungen.
                            24. Einrichtung des Postanweisungsverkehrs zwischen Danzig und Polen.
                            70 Studenten der Techn. Hochschule Warschau zum Besuch des Danziger Hafens.
                            25 Amtsdauer des Präsidenten des Hafenausschusses, Dr. Benzinger, bis 1.10.1934 verlängert.
                            Poln. akademischer Sportverband darf einheitliche Trainingskleidung tragen.
                            26. Wiederaufnahme der Danzig-poln. Wirtschaftsverhandlg. in Danzig.
                            27. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei in Danzig. Parole: Festhalten am alten Ziel. Abg. Brill zum Ehrenpräsidenten des Parteitages gewählt.
                            28. Auflösung der Kommunistischen Partei in Danzig.
                            Ankunft des neuen Generalkonsuls der Sowjetunion in Danzig.
                            29. Einweihung des Heimes des Verbandes der Polen in Lamenstein.
                            30. Senator Batzer zum Staatskommissar in der Fr. Wohlfahrtspflege ernannt.
                            31. Danzig—Werbung in Schweden, Dänemark und England.
                            Danzig-Besuch des Stabschefs der SA, Röhm, wegen Erkrankung abgesagt.

                            Juni
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                            1. Der Hohe Kommissar interessiert sich für jüdische Fragen, führt Unterredung mit A. H. Guttmann vom Jewish Foreign Committee in London.
                            Deutsche Autokarte der Firma Shell-Oil mit deutschen Ortsnamen in Pommerellen findet entrüstende Stimmen in poln. Zeitung Danzigs.
                            2. Der jüdische Rechtsanwalt Dr. Neumann als Vertreter Danzigs nach Genf zur Tagung der Völkerbundsligen entsandt.
                            3. Tag der Luftfahrt in Danzig. Errichtung eines F1iegerlagers. Taufe von 2 Segelflugzeugen.
                            Start von 2 000 Reisebrieftauben von Kolberg nach Danzig.
                            4. Wird ein Danziger in Polen einem Neger gleichgesetzt? Beachtenswerte Kritik des „Wilnaer Slowo“ zu der Verurteilung des Fürsten Pleß in Oberschlesien, weil er einen Danziger beschäftigt hatte.
                            Errichtung eines poln. Musikkomitees in Danzig.
                            5. Danziger Lebenshaltungskosten im Mai. 107,6% auf Basis 1913 gleich 100 %, 77% auf Basis 1927.
                            Goldenes Jubiläum des poln. Vereins „Einheit“ unter Teilnahme des Bischofs O’Rourke.
                            6. 6% Dividende der Zuckerfabrik Neuteich. 1,6 Mill. Zentner Rüben im Geschäftsjahr 1933/34 verarbeitet.
                            7. Direktor des Danziger Pathologischen Instituts Dr. Bingeler von dem in London tagenden Komitee Lady—Tata-Stifung zur Erforschung der Leukämie zum zweitenmal mit Stipendium ausgezeichnet.
                            7. Poln. Presse gegen Danziger Flugsport, sie bemerkt, „Ziel des deutschen Flugsportes Wegnahme der verlorenen dtsch. Provinzen“.
                            8. Danzig—poln. Verhandl. in Krakau, Forts. der Warschauer Verhandl.
                            9. Poln. Rechtspresse gegen angebl. Berliner Einflüsse in Danzig. Feststellung, daß Polen umfangreiche Mittel für den Danziger Hafen aufbringe. Vorwurf gegen poln. Regierung, daß sie in Danzig poln. Einheit zersplittere.
                            Eröffnung der Ausstellung „Leben und Gesundheit“ in der Messehalle.
                            10. Danziger Segelflieger Kuhn stellt Weltrekord auf, 85 Loopings hintereinander.
                            Senat berücksichtigt poln. Proteste über abgelehnte Schulanträge.
                            Beginn der Aufnahmen auf dem Langen Markt für den Danziger Werbefilm.
                            11. Erster poln. Pilgerzug zur Reliquie des Hl. Wojciech nach Ohra, Bischof O’Rourke erteilte den erzbischöflichen Segen.
                            12. Die poln. Gesellschaft der Freunde der Kunst und Wissenschaft in Danzig gab ihren Tätigkeitsbericht, 6 Jahrbücher mit 500 Seiten herausgegeben. Errichtung einer Station für minderbemittelte poln. Gelehrte und Studenten in Danzig.
                            13. Rechtsverordnung zum Schutze des Bernsteins, nach welcher nur Naturbernstein unter diesem Namen in den Handel gebracht werden darf.
                            Jahreshauptversammlung des Danziger Kathol. Frauenbundes, Frau Direktor Landmann zur Ehrenvors. ernannt, Frl. Dr. Semrau zur 1. Vors. gewählt.
                            Studienrat August Müller für Abt. Schrifttum, Prof. Kloeppel für Abt. Bildende Kunst als neue Abteilungsleiter der Landeskulturkammer.
                            14. Danzig-poln. Vereinbarung über Verlängerung der Einfuhrmöglichkeit von Speisefetten, Fischen und Käse nach Polen.
                            Neuer Kurdirektor für Zoppot. Franz Bauer vorl. für das Jahr 1934 ernannt.
                            15. Wechsel im belgischen Generalkonsulat, Maurice Volcke nach Hamburg versetzt.
                            Vergrößerung der Danziger Handelsflotte, deutscher Dampfer „Heinrich Podeus“ von Fa. Otto Behnke als 3. Schiff gekauft.
                            16. Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Eisenbahnervereine in Danzig.
                            3 000 Teilnehmer in Sonderzügen angemeldet.
                            Senatsempfang anläßlich des Internationalen Reitturniers, Begrüßung durch Dr. Rauschning.
                            17. Internationales Reitturnier in Zoppot. Poln. Reiter holten den Preis von Zoppot und den Kasinopreis. Die Hauptkonkurrenz, der Preis von Danzig, fiel nach Pommern.
                            18. „Le Temps“ meldet Begegnung Hitler-Pilsudski in Danzig, Dementi der zuständigen Stellen.
                            Interessante Ausgrabungen auf dem Zoppoter Schloßberg, der dort befindliche Burgwall aus der Zeit um 750 bis 1 000 n. Chr.
                            19. Anläßlich des Festes des Meeres in Gdingen trifft Danziger Polenverband die Feststellung, daß Danzig für Polen unentbehrlich ist.
                            20. Jahrestag der nationalsoz. Machtübernahme in Danzig. Viele Reden.
                            21. Glückwünsche Polens zum Jahrestage der Machtübernahme.
                            Deutschlandflieger in Danzig, Präsident Loerzer und Ministerialrat Christiansen auf dem Danziger Flugplatz.
                            22. Der argentinische Generalkonsul Pineyro in Danzig gestorben.
                            23. Staatlicher Arbeitsdienst in Danzig, Einziehung von 500 Mann bereits zum 1. August, Dienstpflicht vom l7. bis 20. Lebensjahr.
                            Eröffnung der Deutschen Luftfahrtausstellung.
                            Dr. Recke zum Ord. Prof. für Geschichte an der Technischen Hochschule ernannt.
                            24. Einweihung eines Kriegerdenkmals in Schöneberg.
                            25. Danzig-poln. Abkommen über die Bildung einer 24 Köpfe starken, paritätisch zusammengesetzten Hafen- und Stromwache.
                            26. Neue Volksschule in Simonsdorf.
                            Polenverband sammelt bei seinen Mitgliedern, Ortsgruppe Langfuhr, f. d. poln. Seeverteidigungsfond.
                            27. „Danziger Volksstimme“ wegen angeblicher dauernder Stimmungsmache gegen die Regierung auf 6 Monate verboten.
                            Poln. Presse erblickt in Senatsverfügung über Eierverkauf nach Gewicht neue Erschwerung des poln. Exportes nach Danzig.
                            28. Eröffnung des ständigen Passagierverkehrs nach Kopenhagen, dänische Journalisten als Gäste der Stadt.
                            29. Gründung eines Automobilklubs unter dem Namen Danziger Touringklub durch Vizepräsident Greiser. [Besteht heute wieder in der Bundesrepublik Deutschland.]
                            30. 75 Jahre Danziger Feuerwehr.
                            Kaffeegeschäfte Danziger Firmen mit brasilianischen Pflanzern in Zlotywährung.

                            Juli
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                            1. Einweihung des Albert-Forster-Stadions.
                            2. Raiffeisentagung in Steegen, 101 Genossenschaften dem Verband angeschlossen.
                            Urteile im Neuteicher Krankenkassenskandal.
                            3. Senator Hohnfeldt scheidet aus Danzig.
                            Gleichstellung Danziger und poln. Sozialversicherung, Anrechnung der beiderseitigen Versicherungszeiten und -beiträge.
                            4. Poln. Klage, daß bei Grunderwerb in Praust Gemeinde von Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht habe, um poln. Schulbau zu verhindern.
                            5. Japanischer Prinz Kaja in Zoppot.
                            Neuer Plan zur gerechten Verteilung der Hafenarbeit.
                            Grenzlandturnfest in Danzig. Eintreffen der 10 000 ausw. Turner in Sonderzügen und mit Sonderdampfern.
                            6. Auflösung der Kommunist. Partei in Danzig rechtskräftig geworden.
                            Aufmarsch der Turner im Großkurgarten beim Ostlandturntreffen.
                            7. Zwei Danziger Vertreter zu den poln.-engl. Verhandl. nach London entsandt.
                            Bannerübergabe d. Turner a. d. Senat a. d. Langen Markt.
                            8. Intervention des jüd. Gemeindeverbandes beim Senat. Beschwerde über das beabsichtigte Schächtverbot sowie über Wirtschaftsboykott.
                            9. Obersekretär Leufgen Nachfolger Hohnfeldts als Führer der Danziger Beamten.
                            10. Brief des Präsidenten des Senats an Bischof O’Rourke über die Bereitwilligkeit Danzigs zum Abschluß eines Konkordates.
                            11. Der angebl. antipoln. Zwischenfall in Meisterswalde. Die Angeklagten Müllermeister Fuchs und Lehrling Zobel abermals freigesprochen. Hoher Kommissar u. diplomatischer Vertreter der Republik Polen wohnten der Verhandlung bei.
                            Jubiläumsfeier der Danziger Feuerwehr, Ansprachen von Branddirektor Winschenbach, Polizeipräsident Frobös, Senator Huth und Vizepräsident Greiser.
                            12. Schwedische Schulschiffe „Najaden“ und „Zarramas“ in Danzig zum Besuch eingetroffen.
                            Wolkenbruch über Danzig, zahlreiche Straßen überschwemmt.
                            Einführung d. amtl. Flugscheines auch für Danzig.
                            13. 62 amerikanische Professoren und Studenten in Danzig zu Besuch.
                            Aufhebung des Verbotes der „Danziger Volksstimme“ nach Abgabe einer Loyalitätserklärung.
                            Neue Danziger Werbeschrift: „Mein schönes Danzig“.
                            14. Verordnung des Senats gegen Schiebungen bei Vergebung von Aufträgen der öffentl. Hand.
                            Herabsetzung des Brotpreises um 10%.
                            15. Danzig—deutsch-poln. Verkehrsabkommen schafft Erleichterungen im Verkehr durch Danzig und Polen nach Ostpreußen.
                            16. Der poln. Außenminister in Danzig.
                            Meisterschaft der deutschen Meere in Zoppot.
                            Umbau der großen Orgel in Oliva. 2 065 Pfeifen wurden ausgebessert.
                            17. Ausflug Prager Studenten ans „poln. Meer“ beim Besuch Danzigs und Gdingens.
                            Landgerichtsdirektor Hartmann neuer Vorsitzender des Landesarbeitsgerichtes.
                            70jähriges Stiftungsfest des Korps Baltica, dem ältesten Korps der Hochschule.
                            18. Danziger Flieger Bassany landet in Afrika, hatte Danzig am 26.6. verlassen.
                            Poln. Presse berichtet über Boykott jüdischer Kaufleute.
                            19. Ausstellung Danziger Künstler in der Zoppoter Kunsthalle, 43 Aussteller vertreten.
                            20. Sanierung der Rentenversicherung. Neuregelung der Beiträge und Leistungen in der Invaliden- und Angestelltenversicherung. Anpassung an die dtsch. Grundsätze.
                            1933 wurden von der Eisenbahn 6,4 Mill. Fahrkarten verkauft.
                            23 791 918 Personen wurden 1933 mit der Straßenbahn befördert, zurückgelegte Wegkilometer 6 505 419.
                            21. Besuch der HJ-Führer des Obergebietes West in Zoppot zum Zweck des Studiums der Danziger Verhältnisse.
                            22. „Preußische Garnisonen in Danzig.“ Ausstellung im Olivaer Schloß.
                            Schwedische Automobilisten in Danzig, Empfang durch den Senat.
                            23. Motorboot „Hela“ vor Glettkau gestrandet, Mannschaft gerettet, das Boot zerschlagen.
                            Reichsschulungstagung der NSDAP in Zoppot.
                            Apothekerkammer als Körperschaft des öffentl. Rechts anerkannt.
                            24. Hermann Merz zum Generalintendanten der Zoppoter Waldoper ernannt.
                            Errichtung eines Gesundheits- und rassenpolitischen Amtes. Leiter Dr. Kluck.
                            25. Poln. Hochwasserwelle erreicht Danzig.
                            Beginn der Ernte im Danziger Gebiet.
                            26. Die poln. Gesangvereine in Danzig schließen sich korporativ dem Verband der Polen an.
                            Die Danzig-poln. Verhandlungen abgeschlossen. Die Wirtschaftsentwürfe den Regierungen unterbreitet.
                            27. Inangriffnahme des Jungferschen Lakenprojektes. Entwässerung von 18 000 ha Werderland.
                            Beschlagnahme der „Gazeta Gdanska“ wegen unrichtiger Meldungen betr. Rücktritt von Danziger Senatoren.
                            28. 300 Jahre Westerplatte, von der ehemaligen Sandbank zum Seebad.
                            Verteilung poln. Handwerkerkarten an jüd. Danziger Handwerker in einer Sitzung der Warschauer Handelskammer.
                            29. Weihe der Ostlandbrücke über die Nogat durch Senator Huth in Anwesenheit deutscher Behördenvertreter aus Ostpreußen.
                            Wiedersehensfeier der alten Fußartilleristen. Gedächtnisfeier am Brösener Ehrenmal.
                            Abschluß der Reichsschulungstagung in Zoppot mit Vortrag Prof. Reckes über den „Kampf im Ostraum in den letzten Jahrzehnten“.
                            30. Umbildung der Danziger Schulverwaltung, Neueinteilung der Schulaufsichtsbezirke.
                            31. Danziger Tennismannschaft in Gdingen, Sieg des Gdinger Sportklubs über Olivaer Tennisklub.
                            Im Sommersemester 1 264 Studierende, darunter 46 Damen, an der Techn. Hochschule.
                            Die Danziger Polen auf der Warschauer Tagung der ausländischen Polen. Die Danziger Delegierten: Dr. Moczynski und Muszkiet.
                            Fortfall der Haftprüfungstermine laut Änderung des Strafrechtes und des Strafrechtsverkehrs.

                            August
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                            1. Prof. Dr.-Ing. Höltje v. der Techn. Hochschule scheidet aus Danzig.
                            2. Reichspräsident von Hindenburg gest. Beileidstelegramm des Senats.
                            3. Danzig trauert um den verstorbenen Reichspräsidenten als dem Ehrenbürger ihrer Stadt. Trauergottesdienst in St. Johann.
                            40. deutscher Philatelistentag in Danzig vom 3.—6. August. Sonderstempel der Post während der Tagung, Postkarten mit Markendruck von Köpfen berühmter Danziger.
                            4. Segelschulschiff „Deutschland“ im Danziger Hafen.
                            5. Trauerfeier des Senats im Volkstag anläßl. des Todes des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.
                            Über 27 000 Besucher bei den Zoppoter Waldfestspielen, im Vorjahr 23 862 Besucher.
                            7. Verbot des Gesanges antipoln. Lieder durch den Senat.
                            8. Englische Ärzte in Danzig.
                            150 Danziger Lehrer in der Versuchsschule von Prof. Dr. Kade in Wörsdorf.
                            9. Hissung der Danziger Flagge in Stockholm vor dem königl. Schloß anläßlich einer Esperantotagung.
                            Teilnahme von 200 Danziger Lehrern an der Lehrertagung in Frankfurt a. M.
                            Schließung der jüd.—poln. Studentenvereinigung durch den Rektor der Hochschule.
                            Poln. Intervention beim diplomatischen Vertreter Polens.
                            10. Danzig-poln. Wirtschaftsvereinbarungen. 6 Abkommen wurden unterzeichnet. 1. Abkommen zur Regelung versch. Zollangelegenh., 2. Abkommen über die Beteiligung Danzigs an den poln. Einfuhrkontingenten, 3. Abkommen über den Verkehr mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen, 6. Übereinkommen über den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Zusammenhang mit der Danziger Marktregulierung.
                            Errichtung neuer Körperschaften der Wirtschaft, außerdem Errichtung einer Kammer für Außenhandel.
                            Akademischer Festakt im Olivaer Schloß. Zwei engl. Gelehrte von der Universität Durham, Sir Thomas Oliver und Dr. Georg Ernest Annis, zu Ehrendoktoren der Techn. Hochschule ernannt.
                            Gleichberechtigung der poln. Arbeitsfront mit den Danziger Berufsverbänden.
                            11. Dr. Rauschning in den Senat der Deutschen Akademie berufen.
                            12. Verhaftung des poln. Staatsangehörigen Lucjan Lemke wegen Beleidigung des Danziger Staatspräsidenten.
                            13. Nach poln. Pressemeldungen ist eine Abwanderung der Danziger Spareinlagen nach Gdingen infolge mangelnden Vertrauens zur Guldenwährung bemerkbar.
                            14. Briefwechsel zwischen Gauleiter Forster und dem Präsidenten Dr. Rauschning über die Danzig-poln. Wirtschaftsabkommen, gegenüber verschiedener Gerüchte soll er die Übereinstimmung zwischen Partei und Regierung dokumentieren.
                            15. Pfarrer Szymanski, Vikar an der St. Josephskirche, die Ausübung der weiteren seelsorgerischen Tätigkeit untersagt.
                            16. Danziger Volkstag billigt die Wirtschaftsverträge mit Polen.
                            Senator v. Wnuck als Nachfolger Senator Hohnfeldts zum hauptamtlichen Senator gewählt.
                            Verurteilung eines Zollbeamten wegen Beleidigung von Polen.
                            17. Ansätze zu einem Boykott durch die jüd. Textilindustrie wegen angebl. Bedrückungen der Juden in Danzig.
                            Angebl. Schmuggel von jüd. Personen über Danzig nach Palästina. Führer dieser Schmuggelaktion angebl. ein Vertreter einer deutschen Schiffahrtsgesellschaft.
                            18. Der Vatikan erwartet in allernächster Zeit Fühlungnahme mit der Danziger Regierung wegen des Konkordates.
                            Zentrumsprotest gegen die Aufhebung der Immunität des Abg. Posack, Erklärung des Abg. Kurowski in der 15. Vollsitzung des Volkstages.
                            Fest des poln. Soldaten auf der Westerplatte.
                            Erklärung des Gauleiters über den Umbau des Staatstheaters.
                            19. Weihe der Gedenktafeln für die Gefallenen des Danziger Infanterieregiments Nr. 128. Aufstellung der Tafeln für die Evangel. in St. Johann, für die Kathol. in der St. Josephskirche.
                            20. Zum Präsidenten der Außenhandelskammer Dr. Schnee, zu Präsidialmitgliedern Dr. Chrzan und Dr. Moscynski (Pole) ernannt.
                            21. Die Sasper Wiesen trockengelegt. Die Redefka wird umgeleitet, Saspe wird entwässert.
                            Verbot des Allg. Arbeiterverbandes vom Oberverwaltungsgericht aufgehoben.
                            22. Saarland—Treuestaffel in Danzig eingetroffen. Kundgebung auf dem Heumarkt und auf dem Seesteg in Zoppot. Polnische Presse übt heftige Kritik an dem von der Stafette übermittelten Schreiben, das die Politik Dr. Rauschnings desavouiere (verleugne).
                            Die zweite der vier neuen Brücken im Nogat-Weichsel-Delta vor der Vollendung.
                            23. Gute Fortschritte im Ausbau der Radaune-Kraftwerke, Bauplan des ersten Jahres wird erfüllt.
                            Kürzung der Danziger Beamtengehälter durch Herabsetzung des Ausgleichszuschlages von 6 auf 1/2 Prozent.
                            24. Verwirklichung der Arbeitsdienstpflicht in Danzig für jeden Danziger zwischen 18 und 25 Jahren.
                            Gesetzliches Rabattverbot für Lebensmittelhandel.
                            25. Die Führer der neuen Wirtschaftsvertretungen vom Senat ernannt.
                            Handelskammer: Dr. Schnee, Handwerkskammer: Konditormeister Braun, Führer des Wirtschaftsrates: Präsident Dr. Schäfer.
                            26. Übersiedlung des Freiw. Arbeitsdienstes nach Wormditt.
                            27. Ende der Danziger Arbeitgeberverbände. Arbeitsfront tritt an ihre Stelle.
                            28. 20prozentige Kürzung der sachlichen Ausgaben bei den Behörden.
                            29. Ernennung eines Staatskommissars für die Versorgungsverbände zur Durchführung der Wirtschaftsabkommen. Dr. Dormeyer ernannt.
                            Vergleich im Prozeß Prälat Sawatzki gegen Chefredakteur Zarske.
                            30. Poln. Gerüchte über Zurückberufung der in Danzig wohnenden Reichspensionäre laut „Gazeta Gdanska“, Senatsdementi gegen unbegründete Gerüchte einer Abwertung des Danziger Gulden.
                            31. Danzig-poln. Vereinbarung über die Besetzung der Beamtenstellen. Keine Einstellung von deutschen Beamten in den nächsten 5 Jahren, leitende Beamte ausgenommen. Poln. Beschwerde daraufhin beim Hohen Kommissar zurückgenommen.
                            Dr. Rauschning über die Beziehungen Danzigs mit Polen und Deutschland. Kriegsgefahr gänzlich ausgeschlossen. Interview eines Vertreters des „Petit Journal“ mit dem Senatspräsidenten.

                            September
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                            1. Unterredung des Vertreters des „Petit Journal“ mit dem Leiter des Danziger Heimatdienstes U. Beelitz, dem Hohen Kommissar u. dem diplomat. Vertreter der Rep. Polen über die Besserung in den Danz.-poln. Beziehungen.
                            Poln. Pressestimmen zur Kürzung der Beamtengehälter. Hinweis darauf, daß das Reich keine Subvent. mehr zahle.
                            2. Engl. Parlamentsmitglied informiert sich über Nöte und Interessen der jüdischen Bevölkerung in Danzig.
                            Danzig auf der jüdischen Weltkonferenz in Genf vertreten.
                            3. Tagung der Bundesleitung des VDA in Danzig.
                            Pensionierung Oberstleutnants Schlieckriede von der Schulzpolizei.
                            Freilichtbühne im Olivaer Schloß. Aufführung von Schäfers „Der 18. Oktober“.
                            4. Der engl. Militärattache in Berlin besucht Danzig. Orientierung über den augenblicklichen Stand des Danziger Hafens.
                            5. Danziger Fragen auf der Septembertagung des Völkerbundrates. Präsident Dr. Rauschning nach Genf abgereist.
                            6. Zoppoter Saisonergebnis weist 4 000 Kurgäste mehr als im Vorjahr auf.
                            Windhose im Wiesenthaler Forst. 2 000 Bäume wurden entwurzelt oder zerschmettert.
                            7. Danzig vor dem Völkerbundrat. Die Ergebnisse der Danzig-poln. Verständigung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die in den Danzig-poln. Sozialabkommen vorgesehene Ernennung eines Schiedsgerichtsvorsitzenden durch den Hohen Kommissar ohne Einwendungen angenommen.
                            8. Auf Grund einer Danzig-poln. Verständigung Dr. Nederbragt, Holland, zum Präsidenten des Danziger Hafenausschusses gewählt.
                            9. „Danziger Echo“ vom 9.9. plädiert für Übernahme der deutschen Steuererleichterungen auch für Danzig.
                            10. Abschluß der Danzig-poln. Verhandl. über die Brancheabkommen, dazu Verordnung des Senats über die Neuregelung des Warenverkehrs mit Polen.
                            Danziger Juden fordern in Danzig normale Lebensbedingungen, dann auch kein Boykott des jüd. Weltmarktes gegen Danzig.
                            11. Konsolidierung der poln. kathol. Bewegung in Danzig. Drei poln. Kirchen seit 1922 errichtet.
                            Nach Ansicht poln. Presse hat Polen durch die neuen Zollabreden mit Danzig stärkere Einflußnahme auf die Tätigkeit der Danziger Zollbeamten.
                            12. Verhaftung eines Danzigers beim Betreten eines der sowjetrussischen Kriegsschiffe in Gdingen. Es handelt sich um Zoppoter Fahrradhändler Jünemann, der dem russischen Kommandeur eine kommunistische Adresse überreichen wollte. Auslieferung an die Danziger Polizei.
                            13. Ehrung des 100 000. Seedienstpassagiers in Zoppot.
                            14. Eröffnung der Luftschutzausstellung.
                            Neue Mitglieder des Aufsichtsrates der Danziger Werft, Senator a. D. W. Szujski, Warschau.
                            15. Stapellauf des größten Saugbaggers der Welt: „Chien She“ auf der Schichauwerft in Gegenwart des Berliner chinesischen Gesandten.
                            40 Jahre „Danziger Neueste Nachrichten“.
                            16. Deutschland folgte dem Beispiel Danzigs mit der Einführung der Handwerkerkarte.
                            17. Norwegischer Dampfer „Dusken“ kentert i. Hafen v. Neufahrwasser.
                            18. Kritik der poln. Rechtspresse über das Danzig-poln. Fischhandelsabkommen. Poln. Fischereiwesen werde durch das Abkommen stark gefährdet.
                            19. Katholische Pfarrer der Diözese Danzig wenden sich an Hohen Kommissar wegen Entscheidungen des Senats über die katholischen Jugendorganisationen.
                            Sozialdemokratische Anfrage im Volkstag betr. Vorlegung der Haushaltspläne.
                            20. Verluste der Bank von Danzig durch die Gerüchte über Abwertung des Danziger Guldens. Rückgang des Devisenvorrates um 8,45 Mill. Gulden.
                            21. Schließung der Danziger Allgemeinen Zeitung AG.
                            Herausgeber des „Danziger Echo“, Redakteur Loewy, verhaftet. Freispruch vor dem Schnellrichter.
                            An Stelle von Reg-Rat Nickel Kaufmann Kurt Boskamp zum stellv. Mitglied des Bankausschusses der Bank von Danzig ernannt.
                            Erstes Entmannungsurteil in Danzig. Betroffen wurde der Invalide Anton E. aus Weichselmünde, der zehnmal wegen Exhibitionismus vorbestraft worden ist.
                            22. Baldur von Schirach in Danzig.
                            23. Der Vertreter der Häfen Danzig und Gdingen in Haifa, Dr. Kurt Nawratzki, bringt Erklärungen über die Bedeutung Palästinas für den Danzig-poln. Export.
                            24. Erholungsurlaub des Präsidenten des Senats Dr. Rauschning mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit!!!
                            Pfarrer Daniel tritt in den Ruhestand.
                            25. Wöchentlicher Tourendienstt zwischen Zoppot—Finnland vorgesehen.
                            26. 375 Jahre Rathausturm.
                            Gründung eines Zentralkomitees der poln. Katholiken in Danzig auf Antrag des Bischofs O’Rourke.
                            Kommunistischer Abg. Raschke vor dem Obergericht, seine Revision verworfen.
                            Erneuerungsbauten an St. Marien.
                            27. Kommentar des „Nasz Przeglad“ unter der Überschrift: „Droht der jüdischen Bevölkerung in Danzig neue Gefahr durch den Urlaub des Präsidenten des Senats Dr. Rauschning?“ Folgerung eines Gegensatzes zwischen Partei und Regierung.
                            28. Ende der „Danziger Landeszeitung“ mit Abschiedsartikel „Schuld und Aufgabe in Danzig“.
                            Staatsrat Scheunemann gestorben.
                            Ehrenbürger Danzigs, Generalfeldmarschall v. Mackensen 85 Jahre Soldat.
                            29. Abschiedsausgabe der „Danziger Allgemeinen Zeitung“.
                            30. Angebliche Forderungen des Gauleiters an den Senat. Nach poln. Pressemeldungen u. a. Verbot der Oppositionspresse gefordert, Verhaftung sämtlicher katholischer Geistlichen, Anwendung sämtlicher Polizeimittel zur Liquidierung der Oppositionsparteien. Poln. Zeitungen mit Überschriften wie: „Die Partei regiert den Staat“, „Wer regiert in Danzig“, mit Hinweis darauf, daß der Gauleiter nicht die Verträge anerkenne, sondern nur vollendete Tatsachen. Allgemeine Ansicht, daß trotz Dementis Differenzen zwischen Partei und Regierung bestehen und der Konflikt Forster-Dr. Rauschning erst in Wochen durch Berlin entschieden werde.

                            Oktober
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                            1. Während der nächsten 14 Tage beschäftigt sich die poln. Presse mit dem Konflikt zwischen Partei und Regierung in Danzig.
                            Weihe des Segelfliegerlagers Klempin.
                            Einweihung des erweiterten Diakonissenkrankenhauses und der Diakonissenkirche.
                            2. Empfang der Vertreter der poln. Presse. durch das Gaupresseamt, dabei Dementis der poln. Gerüchte über Konflikt zwischen Gauleitung und Senat.
                            3. Poln. Klagen über das Danzig-poln. Fischabkommen, die poln. Fischer erhielten dadurch geringere Preise als vor dem Abkommen.
                            4. Poln. Betrachtungen über die poln. Minderheit in Danzig. Sie sei nicht Untermieter im fremden Hause.
                            5. 30 Jahre Techn. Hochschule in Danzig.
                            Zufriedenheit in Pommerellen über die Auswirkungen d. Danzig—poln. Lebensmittelabkommen.
                            6. Staatsminister Schemm vor der Danziger Lehrerschaft.
                            7. Die Juden in Polen stellen fest, daß gegen Danzig kein Boykott verhängt worden sei.
                            8. 10jähriges Bestehen des Vereins der Danziger in Hamburg. Dem Verein wurde die Danziger Heimatflagge verliehen.
                            9. Im Zusammenhang mit dem Beitritt Rußlands zum deutsch—poln. Roggenabkommen wurde Danzig als Zentrale der drei Getreidebüros ausersehen.
                            10. Große Massenkundgebungen der Partei im ganzen Danziger Land gegen die poln. Gerüchte über die Uneinigkeit zwischen Partei und Regierung. Poln. Presse widerlegt diese Erklärungen.
                            Leiter der Pressestelle des Senats, Streiter, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Beileid der Danziger Regierung zum Marseiller Attentat.
                            11. Tierschutzgesetz bringt Strafverschärfungen gegen Tierquälerei.
                            12. Enthüllung der neuen Verkehrstafel am Bahnhof
                            13. Prälat Sawatzki gestorben. Anerkennende Nachrufe über seine Tätigkeit als Geistl. u. Politiker.
                            Das Problem Danzig u. Gdingen in poln. Beleuchtung sieht eine Knebelung Danzigs nicht im poln. Interesse, weil dadurch nur die deutschen Häfen profitieren würden.
                            14. Ein Jahr Verband selbständiger jüdischer Gewerbetreibender und Handwerker in Danzig.
                            15. Senator Boeck, Führer der vereinigten Frontkämpfer.
                            Ausklang der deutschkundlichen Woche.
                            Auslegung des Goldenen Buches der Not im Stockturm zur Einsichtnahme der Bevölkerung.
                            16. Oberregierungs- und Schulrat Behrendt wegen angeblicher schwerer Verfehlungen im Amt verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, amtliches Material vertraulichen Charakters an einen Vertreter einer auswärtigen Macht mitgeteilt zu haben.
                            17. Erklärung des Senatspräsidenten Dr. Rauschning, daß die poln. Meldungen über einen Streit zwischen ihm und dem Gauleiter erfunden sind.
                            Erklärung Forsters, daß es innerhalb der Partei hinsichtlich der Gestaltung der Danzig-poln. Beziehungen keine Meinungsverschiedenheiten gegeben habe. Die Partei denke nicht an eine Revision des Danziger Statutes!!!
                            18. Keine Anleiheverhandlungen Danzigs in London. Die Nachricht englischer Blätter, daß Präsident Schäfer von der Bank von Danzig ergebnislose Verhandlungen geführt habe, ist nicht zutreffend. Dementi auch der „Financial Times“, die das Gerücht aufgebracht hatte.
                            Errichtung einer Gedenktafel für die gefallenen Danziger Totenkopfreiter in der Stolper Schloßkirche.
                            19. 25 Jahre Verein Danziger Handelsvertreter.
                            Die für die Pleß’schen Interessen tätige Danziger Baltische Kohlenhandelsgesellschaft von der poln. Zwangsverwaltung durch die poln. Firma Warta ersetzt.
                            20. Erklärung des Bischofs Beermann über die Tätigkeit der Bekenntnisgemeinschaft. Brandmarkung des Versuchs, den Kirchenstreit auch in die ev. Kirche Danzigs zu tragen.
                            28 000 Gulden am 1. Eintopfsonntag gespendet.
                            Poln.-jüdische Verbindung Unja an der Hochschule wieder zugelassen.
                            21. Das deutsch—poln. Kompensationsgeschäft — eine Chance für Danzig. Danziger Banken an der Finanzierung beteiligt.
                            22. Angeblich kroatische Zeitungen in Danzig. Meldungen der ausländ. Presse in Verbind. mit dem Marseiller Attentat. Dementi d. Senats.
                            23. Winterhilfswerk hat 70 000 Zentner Kartoffeln angekauft.
                            Eröffnung der poln. Volkshochschule durch Minister Papée.
                            24. Gewerbliche Betriebszählung in Danzig stellt 14 148 Gewerbetreibende mit 62 553 Beschäftigten fest.
                            25. Minister Papée über das Danzig-poln. Vertragswerk. Hinweis, daß das Danzig-poln. Verhältnis auf eine völlig neue Grundlage gestellt sei. Danzig-poln. Minderheit habe ein eigenes Rechtsstatut erhalten.
                            Die NS-Presse kündigt neue Wahlen an.
                            26. Auflösung der Danziger Union-Konservenfabrik A. G. in Langfuhr.
                            Pumpwerke in Glettkau und Heubude fertiggestellt.
                            Der Harzburger Mörder, der den Danziger Ingenieur Kraus ermordet hatte, wurde zum Tode verurteilt.
                            Poln. Kritik an der Danziger Milchzentrale. Teuere Preise bei verminderter Qualität.
                            27. Ausschreibung von Kreis- und Gemeindewahlen am 18. November für die Kreise Großes Werder und Niederung.
                            Pfarrer Masiak vom Senat die Erteilung von Religionsunterricht versagt.
                            28. Unerlaubter sozialdemokratischer Umzug. Redakteur Thomat von der „Danziger Volksstimme“ zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt.
                            29. Dänisch-Danziger Abend in der Ressource—Concordia.
                            Aufsichtsratssitzung des Verbandes der Polen, der in Danzig 19 Heime und 5 789 Mitglieder besitzt.
                            30. Zusammenschluß der Deutschnationalen mit dem Zentrum zu einer christlich-nationalen Arbeitsgemeinschaft im Wahlkampf in den Kreisen und Gemeinden.
                            31. Rundfunkrede des Vizepräsidenten des Senats über die Wahlen. Freiheit der Wahl verbürgt. Ankündigung einer Verwaltungs- und Steuerreform.

                            November
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                            1. Der poln. Ministerpräsident über die Danzig-poln. Zusammenarbeit. Erklärungen vor dem Sejm. Die neuen Septemberverträge und insbesondere ihre Durchführung müssen Ursachen der Streitfragen beseitigen und zu einer harmonischen Zusammenarbeit mit Danzig als einer der poln. Häfen führen.
                            Schwimmender Getreideelevator aus Rotterdam im Danziger Hafen. Tägl. Leistung 200—250 t.
                            2. Sitz des Zentralbüros der Getreidekonvention zwischen Deutschland, Rußland und Polen in Danzig.
                            Die „Gaz. Polska“ meldet die Verhaftung des Danziger Fleischermeisters Dröwke wegen Landesverrates, weil er sich angeblich wegen einer poln. Angestellten an die diplomatische Vertretung der Republik Polen gewandt habe.
                            3. Brückenweihe in Stutthof und Fischerbabke.
                            4. Besprechung der Vertreter der jüdischen Gemeinde mit Vizepräsident Greiser.
                            5. Neuer Vorstand des kathol. Männervereins, Schirmherr Probst Rogaszewski, Vorsitzender Rektor Michna.
                            6. Zusammenkunft der Danziger und poln. Pressevertreter in Gegenwart des Gauleiters, des Hohen Kommissars und des diplomat. Vertreters der Republik Polen. Ansprachen des Gauleiters und des Hohen Kommissars über „Die Presse als Mittler der Verständigung“.
                            Stabsleiter der PO Dr. Ley in Danzig.
                            7. Urteil des Obergerichtes, daß die Einsetzung von Staatskommissaren nicht der Verfassung widerspricht.
                            „Danziger Volksstimme“ auf drei Tage verboten.
                            8. Verstärkter Polizeidienst zur Sicherung der Wahlfreiheit, scharfes Durchgreifen gegen Ruhestörer durch Verfügung des Senats.
                            9. Verhaftung der sozialdemokrat. Redakteure Brost und Hirschfeld unter dem Verdacht der Verbreitung von Greuelnachrichten.
                            350 Jahre Danziger Glaserinnung.
                            Zoppot erhält einen großen Sportplatz durch staatlichen Hilfsdienst.
                            10. Redakteur Hirschfeld ausgewiesen.
                            3 Monate Gefängnis für den Überfall auf poln. Pfad?nder in Brösen. Anerkennung des Urteils in der poln. Presse.
                            Die „Volkszeitung“ meldet Mordanschlag auf den Listenführer der christlich-nationalen Arbeitsgemeinschaft im Kreise Niederung.
                            11. Generalversammlung der zionistischen Organisation in Danzig.
                            12. Pfarrer Heydt-Berlin hält Festvortrag zur Lutherfeier des evangel. Danzig.
                            Uraufführung des Danziger Werbefilms im Ufapalast.
                            Ein Pole wegen Nichtgrüßens einer Hakenkreuzfahne geschlagen, wie viele andere Danziger auch, die politisch anders als die Nationalsozialisten dachten. Unterdrückung Andersdenkender an der Tagesordnung.
                            13. Ein 2. schwimmender Getreideelevator für Danzig in Auftrag gegeben.
                            Verbesserung des Fährverkehrs über die Stromweichsel, 20 Autos können gleichzeitig befördert werden.
                            14. Auflösung des griechischen Generalkonsulats in Danzig.
                            15. Poln. Betrachtungen über die kommenden Wahlen. Polen uninteressiert an dem Kampf der deutschen Parteien. Feststellung, dass hinter den poln. Wählern nicht nur der Völkerbund, sondern auch die ganze Macht des poln. Staates stehe.
                            16. Herabsetzung der Beamtenpensionen verfassungsmäßig. Obergericht billigt den Standpunkt des Senats.
                            l7. Rückläufige Erwerbslosenziffer in Danzig. Ende September 1934: 16 588, 1933: 25 219, 1932: 30 469 Personen. / Zum Leiter der Danziger Utersuchungspolizei Kommissar Gräffer aus Mainz ernannt, Polizeirat Reile nach Kassel als Hauptmann der Reichswehr versetzt.
                            18. Devisenschwierigkeiten im Reich erschweren den Bankenkredit für die Finanzierung des Überseehandels.
                            19. Bei den Wahlen im Kreise Niederung und Werden 80 % der abgegebenen Stimmen auf die NSDAP entfallen. Sozialdemokraten und Kommunisten verlieren in den Kreistagen 25 Sitze, Deutschnationale und Zentrum je 4 Sitze.
                            Schaufensterwettbewerb unter Beteiligung von 2 510 Firmen.
                            20. Nach Auffassung Danziger Zentrumskreise ist die wahre Volksmeinung nicht zum Ausdruck gekommen.
                            21. Poln. Siegeshymnen über poln. Wahlerfolg in Danzig auf Grund der Steigerung der poln. Stimmen von 171 auf 255 im Großen Werder.
                            22. Der „Kurj. Warszawski“ spricht von dem Ausgang der Wahl als der Diktatur einer fremden Macht in Danzig.
                            Danziger Bilder auf den Hapagschiffen, eine wirksame Werbung für Danzig.
                            23. Die Danziger Wahlen in England teilweise sehr kritisch betrachtet, poln. Presse weist auf den Einfluß Deutschlands hin.
                            24. Rücktritt des Präsidenten des Senats, Dr. Rauschning. Großes Echo in der gesamten poln. Presse.
                            „Kurj. Codz.“ bringt eine Würdigung der Verdienste Dr. Rauschnings an der Bereinigung der Danzig-poln. Beziehungen, der Rücktritt sei ein Sieg der Richtung Forster.
                            „Il. Kurj. Codz.“ bringt Wiener Meldung, daß Dr. R. auf Antrag Berlins gestürzt sei.
                            „Kurj. Warszawski“: Der Rücktritt sei eine Bedrohung der Danzig—poln. Beziehungen.
                            „Gaz. Gd.“ spricht von wichtigen Folgen innen- und außenpolitischer Natur.
                            Das jüdische Blatt „Nasz. Przeglad“ fürchtet einen Kurs gegen das Judentum.
                            „Kurj. Poznanski“ behauptet, daß Dementi Rauschnings über Differenzen mit Gauleiter gefälscht worden sei.
                            25. Wahlergebnis Kreis Niederung: NSDAP 11 612 (15 Mandate), Christl.-Nat. 960 (1 Mandat), Soz. 1 577 (2 Mand.), Arbeiterliste 480 (0 Mand.).
                            26. Deutsch—Danziger Abkommen über die Mästung von Schweinen. Rücktransport von 12 000 aus Deutschland in Käsereien großgezogenen Läuferschweinen.
                            27. Wahlergebnis Kreis Großes Werder: NSDAP 18 033 (19 Sitze), Christl.-Nat. 2 188 (2), Soz. 2 063 (2), Kommunisten 8 215 (1), Polen 255 (0).
                            Vier Wölfe aus dem Freudentaler Wildpark ausgebrochen. Alle Ausbrecher am gleichen Tage erschossen, drei in Danzig, einer in Polen. Eine Frau und ein Kind schwer verletzt.
                            28. Das Zentrum im weiteren Rückgang begriffen. Situationsbericht des Senators Wiercinski—Keiser in Monatsversammlung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deutscher.
                            29. Senatsvizepräsident Greiser zum Präsidenten des Senats gewählt.
                            Regierungserklärung des neuen Präsidenten.
                            Ausschluß des Abg. Weber (Soz.) für zwei Sitzungstage.
                            Uranträge des Zentrums betr. Ehrenschutz polit. Verbände und Schutz der Wahlfreiheit durch Umzugs- und Uniformverbote abgelehnt.
                            Geschäftsverteilung des Senats: Präsident Greiser Äußeres und Inneres, Huth Wirtschaft, Rettelsky Landwirtsch.
                            Landrat Gallasch scheidet a. d. Amt.
                            30. Große Kundgebung zur Präsidentenwahl, Antrittsbesuche des neuen Senatspräsidenten.
                            Personalveränderungen bei der NSDAP. Adjutant des Gauleiters Strautmann in den Senatsdienst getreten, Reg.-Rat Krüger von der Personalabteilung mit sofortiger Wirkung beurlaubt.
                            Der ehemalige Leiter der Pressestelle des Senats, Streiter, aus der Partei ausgeschlossen.

                            Dezember
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                            1. Schaffung eines Staubeckens in Gischkau mit einem Fassungsvermögen von
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                            Eine halbe Million Gulden für Ehestandsdarlehen ausgegeben.
                            Weihnachtsmesse der Danziger Maler in der Kunstkammer.
                            Scharfe Kritik der „Gaz. Gd.“ an Artikel von Dr. Keyser „Danzigs Volkstum im Wandel der Zeiten“, und an Artikel von Dr. Recke „Slawen und Germanen im deutschen Ostraum“, die beiden Danziger Gelehrten werden der wissenschaftlichen Unwahrheit bezichtigt.
                            2. Palästina—Zertifikate für Danzig zur Einwanderung nach Palästina.
                            3. Hundertjahrfeier der ev. Kirchengemeinde in Oliva.
                            Einreihung der ev. Pfarrer des Höhenkreises in die Bekenntnisfront.
                            Poln. Presse zum Präsidentenwechsel mit Überschriften wie: „Wer regiert in Danzig?“
                            Militärattache der Berliner engl. Botschaft besucht Danziger Behördenstellen.
                            Poln. Restaurateur Muszewski in Langfuhr wegen Beleidigung des Präsidenten Greiser zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.
                            4. Früherer Leiter der Pressestelle des Senats, Streiter, verhaftet. Große Notizen in der poln. Presse.
                            Feuer im Speicher Vistula.
                            5. Redakteur Grimsmann der „Gaz. Gd.“ wegen falscher Berichterstattung über die Ausweisung des Reichsdeutschen Ziemann zu 150 G. Geldstrafe verurteilt.
                            Um die Strafbarkeit des Verkaufs nicht verbotener Zeitungen mit staatsgefährdendem Inhalt, hebt Obergericht Strafurteil des Schnellrichters auf.
                            6. Entlassung von 170 deutschstämmigen Eisenbahnern, 130 sollen folgen.
                            Oberschulrat Behrendt aus der Haft entlassen.
                            Appell des „Kurj. Warszawski“ an Präsidenten Greiser zum Einschreiten gegen die letzten antipoln. Vorfälle mit Hinweis auf Verdrängung von Polen aus Danziger Arbeitsplätzen.
                            7. Das Danzig-poln. Hafenabkommen hat den fremden, ehemals feindlichen Faktoren das Primat eingeräumt, lautet die poln. Kritik.
                            8. „Berlin regiert in Danzig.“ Kommentar des „Robotnik“ zur Rede des Gauleiters über die Anordnung der Ausschreibung von Neuwahlen.
                            9. Der Danziger Automobilmarkt schwach durch hohe Zölle.
                            10. Reichssendung des Danziger Schulfunks unter dem Motto: „Brüder im Reich, wir rufen Euch.“ Erstes Frontkämpferkreuz an Greiser überreicht.
                            11. „Wandlungen in Danzig“, „Gazeta Warszawska“ meldet politische Entwicklung Danzigs zuungunsten Polens. Danzig sei deutscher als je zuvor.
                            12. „Gazeta Handlowa“ zum Rücktritt des Präsidenten Dr. Rauschning. Betonung, daß Dr. Rauschning Verständnis für die realen Forderungen der poln. Wirtschaft gehabt habe. Wohlstand Danzigs hänge von der Vorherrschaft wirtschaftlicher Denkungsart ab. „Danziger Volksstimme“ unterstreicht diese Auffassung, wie auch alle Einsichtigen.
                            Wieder Christmesse in St. Marien. Wesentliche Fortschritte der Renovierungsarbeiten.
                            Am Kanzelfuß der Marienkirche Entdeckung wertvoller Urkunden und Silbermünzen.
                            Poln. Presse führt Klage darüber, „daß Danzig heute nicht nur ideenmäßig, sondern auch verwaltungstechnisch eine Vertretung Berlins geworden sei“.
                            13. Die Leiter des Gaswerkes zwangsweise beurlaubt.
                            Kriminalrat v. Pokrziwnitzki gestorben.
                            Danzig-poln. Konferenz über das Bahnbeamtenabkommen im Danziger Büro der poln. Staatsbahnen.
                            14. Stadtverordnetensitzung in Neuteich, Ortsgruppenleiter Schürmann wird Bürgermeister.
                            Umbildung und Einsparung von Senatsabteilungen.
                            15. Neue Danziger Delegierte beim Hafenausschuß: Dir. Buchholz, Kapitän a. D. Droescher, Gabriel, Ob.-Reg.—Rat Hoffmann.
                            Verbot der „Volksstimme“ während der Wahlzeit aufgehoben.
                            Personelle Veränderungen bei den Danziger Gerichten, Auswechslung von Strafrichtern.
                            Einschränkung des Hausiererhandels.
                            16. Tankdampfer „Genota“ der Shellgruppe unter Danziger Flagge.
                            17. Einweihung der Jugendherberge in Zoppot.
                            Weihnachtsgratifikation der Arbeitsfront für 8 000 Erwerbslose.
                            Verkaufsverbot für poln. Radiogeräle in Danzig auf Grund eines Urteils der Fa. Telefunken.
                            18. 25-Gulden-Noten ab 1. 1.35 ungültig.
                            19. Jungfernfahrt des chinesischen Baggers „Chien She“. Probebaggerungen vor Pillau.
                            20. Danzig selbständiger Teilnehmer bei der Olympiade. Anmeldung eines Danziger olympischen Komitees beim Internationalen Komitee in Lausanne.
                            Flucht aus dem Danziger Gulden. Die Golddeckung der Bank von Danzig innerhalb zwei Wochen von 63,4 auf 55,3 % gesunken.
                            21. Die Klage der früheren Gewerkschaften vom Obergericht abgewiesen. Sie haben kein Recht auf das Gewerkschaftsvermögen.
                            Errichtung einer staatlichen Akademie für praktische Medizin.
                            Der künstlerische Leiter des Danziger Rundfunks, Normann, beurlaubt.
                            22. Errichtung einer Volksbücherei mit 1 600 Bänden in Zoppot.
                            Gedenktag es 100. Geburtstages des Malers W. Stryowski.
                            Lange wird Kreisleiter von Langfuhr.
                            23. Die nächstjährige Ferienordnung ergibt 85 Ferientage.
                            27. Neue 6- und 30-Pfennig-Marken, vorläufig durch Überdruck.
                            Bildung einer NS-Schwesternschaft.
                            28. Der ehemalige Leiter der Pressestelle in Untersuchungshaft nach 20tägiger Schutzhaft.
                            Abschaffung der Steuermarken, statt Steuerbuch Steuerkarten.
                            29. Danzig-Propaganda auf dem Lloyddampfer „Bremen“, Danziger Bilder auf den Speisekarten.
                            30. Großfeuer in Oliva. Speicher der Dahlmannschen Mühle niedergebrannt.
                            31. Staatsbesuch in Warschau durch Präsident Greiser angekündigt.
                            Verordnung zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.


                            Bei der obigen Chronik handelt es sich um eine nach bestem Wissen gefertigte Abschrift eines Dokuments der damaligen Zeit.
                            Die Verwendung national-sozialistischer Begrifflichkeiten erfolgt ausschließlich zum Zwecke eines unverfälschten Zitats!


                            Viele Grüße

                            Peter

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                            • Gisela Schwetje
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 196

                              #44
                              AW: Danziger Jahreschronik

                              Hallo Peter eine wahnsinnige Fleißarbeit, danke danke. Lb..Grüße

                              Kommentar

                              • JuHo54
                                Forum-Teilnehmer
                                • 11.12.2008
                                • 2378

                                #45
                                AW: Danziger Jahreschronik

                                Hallo Peter ,
                                D A N K E !!!!!
                                Liebe Grüße
                                Jutta
                                Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

                                Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

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