Danziger Bahnhöfe

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  • Antennenschreck
    Forum-Teilnehmer
    • 05.09.2011
    • 1833

    #16
    AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier mal der Hauptbahnhof mit Umgebung:

    [ATTACH=CONFIG]22528[/ATTACH]

    Tschü.....
    Angeh
    Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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    • Antennenschreck
      Forum-Teilnehmer
      • 05.09.2011
      • 1833

      #17
      AW: Danziger Bahnhöfe

      Hallöle,

      und weiter:

      Als im Jahre 1870 die Strecke Köslin – Stolp - Danzig zur Eröffnung gelangte, wurde der Bahnhof am Olivaer Tor Endpunkt dieser pommerschen Strecke, deren Personenzüge aber bald bis zum Hohetorbahnhof durchliefen. Heute dient der Olivaertorbahnhof nur noch dem Wagenladungsverkehr und der Zugbildung, sowie der Vermittlung des Anschlußverkehrs zur Kaiserlichen Werft und der zweiten städtischen Gasanstalt. Nachdem sich längs der Weichsel die Industrie angesiedelt hatte, wurde 1889 auch eine Anschlußbahn (die sog. Weichselbahn) vom Olivaertorbahnhof nach dem Weichselbahnhof und 1899 von dort zu dem kleinen Rangierbahnhof Saspe gebaut. An der Weichselbahn liegen 19 Anschlüsse, von denen wir nur Schichau, die Waggonfabrik, die Schrauben- und Nietenfabrik, Rütgers und die chemische Fabrik nennen. Alle Anschlüsse werden durch 2 und bei starkem Verkehr durch 3 Züge, die auf der Weichselbahn zwischen Olivaer Tor und dem Weichselbahnhof verkehren, bedient, und zwar die nach rückwärts abzweigenden auf dem Hinwege und auf dem Rückwege die nach vorwärts abzweigenden. Der Bahnhof Saspe dient als Abstellbahnhof für Neufahrwasser. Die auf den verschiedenen Ladestellen in Neufahrwasser beladenen Wagen werden mit besonderen Übergabezügen und auf einem Rangiergleise von dort nach Saspe überführt, wo dann die Zusammenstellung zu Güterzügen nach Danzig-Rangierbahnhof stattfindet. Gleichzeitig werden die mit Güterzügen von Danzig-Rangierbahnhof in Saspe ankommenden Wagen dort geordnet, nach Neufahrwasser überführt und ladegerecht gestellt. Die Verbindungsbahn von Saspe nach dem Weichselbahnhof macht diesen Bahnhof von der zweiten Seite zugänglich und entlastet so die Weichselbahn erheblich, indem die zahlreichen Wagen, die für den Weichselbahnhof selbst bestimmt sind, jetzt nicht mehr auf die sehr stark belastete Weichselbahn angewiesen sind, sondern von Olivaer Tor über Saspe unmittelbar nach dem Weichselbahnhof gefahren werden. Sendungen zwischen Neufahrwasser und dem Weichselbahnhof brauchen jetzt nicht mehr den Umweg über den Olivaertorbahnhof zu machen.

      Tschü........
      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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      • Antennenschreck
        Forum-Teilnehmer
        • 05.09.2011
        • 1833

        #18
        AW: Danziger Bahnhöfe

        Hallöle,

        Seit der Eröffnung der Pommerschen Strecke haben sich die Orte Zoppot, Oliva und Langfuhr (letzteres inzwischen eingemeindet) merklich gehoben, zu noch größerer Blüte gelangten sie aber erst nach Einführung des Vorortverkehrs, der 1891 eingerichtet wurde. Heute verkehren Sonntagsnachmittag und an schönen Sommertagen auch in der Woche die Vorortzüge nach Zoppot
        und zurück in Abständen von 10 Minuten, während der Fahrplan sonst Zwischenräume von 30, 20 und 10 Minuten aufweist. Nachdem man sich einmal entschlossen hatte, den Vorortverkehr einzurichten, der nach Zoppot und Neufahrwasser vom Hohentorbahnhof, nach Praust und Hohenstein aber vom Legetorbahnhof aus bedient wurde, war der Neubau des alten, äußerst beschränkten Hohetorbahnhofs nicht mehr zu umgehen. Schwierigkeiten boten nur die bestehenden Festungswerke und Rayonbeschränkungen. An den Bau eines neuen Hauptbahnhofes, der dem stark gestiegenen Verkehrsbedürfnis in Danzig Rechnung trug, konnte deshalb erst ernstlich gedacht werden, als die Niederlegung der alten Festungswälle im Norden der Stadt beschlossen war. Das geschah nach mancherlei langwierigen Verhandlungen und führte zur Aufstellung eines Entwurfes, für dessen Ausführung unter der Bezeichnung „Erweiterung des Bahnhofs Danzig Hohe Tor“ im Gesetz vom 20. Juni 1891 5 Millionen Mark bewilligt wurden. Schon im Jahre 1894 waren die Bauarbeiten flott im Gange.

        [ATTACH=CONFIG]22529[/ATTACH]

        Tschü......
        Angeh
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        • Antennenschreck
          Forum-Teilnehmer
          • 05.09.2011
          • 1833

          #19
          AW: Danziger Bahnhöfe

          Hallöle,

          hier das Innere des neuen Hauptbahnhofs:

          [ATTACH=CONFIG]22530[/ATTACH]
          Angeh
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          • Antennenschreck
            Forum-Teilnehmer
            • 05.09.2011
            • 1833

            #20
            AW: Danziger Bahnhöfe

            Und weiter:


            Eine Verzögerung entstand für das neue Empfangsgebäude dadurch, dass die Festlegung der das alte Festungsgelände durchquerenden städtischen Zufuhrstraßen lange Zeit in Anspruch nahm und bis Früjahr 1896 währte. Am 1. Oktober 1896 wurden sowohl der bisherige Hohetorbahnhof wie der alte Legetorbahnhof für den Personenverkehr geschlossen und der gesamte Personenverkehr Danzigs auf den neuen Hauptbahnhof mit einem aus den oben angeführten Gründen vorübergehend benutzten, in Fachwerk erbauten Empfangsgebäude verwiesen. Dies Gebäude stand an der Stelle, wo jetzt die Eingangshalle zum Vorortverkehr errichtet ist. Das neue Empfangsgebäude, dessen Gründung auf dem alten Festungsgelände schwierig und zeitraubend war, wurde erst am 30. Oktober 1900 feierlich in Benutzung genommen. Das stattliche Gebäude ist in den Formen der Danziger Renaissance unter reichlicher Verwendung von Warthauer Sandstein zu den Ecken, Einfassungen der Türen und Fenster, der Giebel und Türme erbaut. Die durch die ringsum freie Lage bedingte gruppenartige Gestaltung des Aufbaues ist als wohlgelungen zu bezeichnen. Wegen der 8 m über Vorplatz gelegenen, viel begangenen Promenade wurde auf die Ausbildung der Dächer , selbst der der Bahnsteighallen, besonderer Wert gelegt. Der 48 m hohe Turm trägt in seinem obersten, mit Giebeln reich geschmückten Geschoß eine elektrisch angetriebene Uhr mit 3,25 m großen Zifferblättern.
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            • Antennenschreck
              Forum-Teilnehmer
              • 05.09.2011
              • 1833

              #21
              AW: Danziger Bahnhöfe

              Hallöle,

              jetzt erst einmal abschließend zum Thema Danziger Bahnhöfe etwas Statistik:

              Im Regierungsbezirk Danzig gab es 1906 2283 km Schiene. Es wurden bei der Bahn 15011 Personen beschäftigt, welche sich unterteilten in:

              63 Oberbeamte
              1594 mittlere Beamte
              2784 Unterbeamte
              10570 Arbeiter

              davon in Danzig selbst:

              27 Oberbeamte
              332 mittlere Beamte
              336 untere Beamte
              746 Arbeiter

              An Wochentagen berührten den Danziger Hauptbahnhof im Sommer 1907 innerhalb von 24 Stunden 224 Züge, davon waren:

              11 Personen-Eilzüge
              19 Personenzüge normal
              27 Güterzüge von und nach dem Rangierbahnhof
              90 Vorortzüge von und nach Zoppot
              38 Vorortzüge von und nach Neufahrwasser
              28 Vorortzüge von und nach Praust

              hierzu kommen an schönen Sommertagen noch weiter 28 Bedarfszüge.

              Tschü......
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              • Uschi Danziger
                Forum-Teilnehmer
                • 28.10.2018
                • 537

                #22
                AW: Danziger Bahnhöfe - Bahnhof Leege Tor

                Hallo Forumer,

                ich möchte auf einen Gedenkstein hinweisen/eingehen, der sich in der Nähe der Maidloch- oder Zubr-Bastion, an der Stelle des ehemaligen Danziger Bahnhofs Leege Tor (Leegetor Bahnhof) befindet. Dieser Bahnhof wurde 1945 Bahnhof Gdansk-Klodno genannt.

                https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lowland_Gate_in_Gda%C5%84sk?uselang=de#/media/File:Gda%C5%84sk_Bahnhof_1885.jpg


                Reste des ersten Danziger Bahnhofs Leege Tor, später, nach Fertigstellung des Danziger Hauptbahnhofs, nur noch Güterbahnhof, waren 1945 nach Kriegsende das erste Ankunftsziel in Danzig für die Umsiedler aus dem Osten Polens. Die Inschrift des Gedenksteins in der Nähe bezeichnet jenen Bahnhof als „dworzec Gdanski Klodno.

                Siehe dazu folgenden Link in Gedanopedia:

                https://www.gedanopedia.pl/gdansk/?t..._BRAMA_NIZINNA (polnisch)

                https://translate.google.com/transla..._BRAMA_NIZINNA (deutsch)


                Den polnischen Text auf dem Gedenkstein von 2015 sieht man auf dem folgenden Foto:



                Meine Übersetzung des Textes:

                „Zu Ehren der Grenzgebiets-Menschen, die das zweite Zuhause in der Ruinenstadt gefunden haben, und weil sie geholfen haben, die Stadt Gdansk vom Neuen zu erschaffen.
                Zum 70. Jahrestag der Ankunft am Bahnhof Gdansk-Kludno der ersten Transporte der Umsiedler von den ehemaligen Ost-Grenzgebiete der Republik.
                Stadt Gdansk 2015“

                Uschi Danziger

                PS: Zu diesem Beitrag hat mich Ulrich mit Informationshinweisen angeregt. Bei dieser Gelegenheit vielen Dank dafür.

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                • Uschi Danziger
                  Forum-Teilnehmer
                  • 28.10.2018
                  • 537

                  #23
                  AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                  Hallo Forumer,

                  zu #22 hat Ulrich noch eine Information zum Bahnhof Leege Tor recherchiert: Eine Erkundung des Geländes des einstigen ersten Danziger Bahnhofs durch die Stadtführerin Ewa Kowalska. Sie gibt hier auch Hinweise auf den Gedenkstein für die Umsiedler aus Ost-Polen.

                  https://translate.google.com/transla...brama-nizinna/

                  Viele Grüße

                  Uschi Danziger

                  Kommentar

                  • Ulrich 31
                    Forum-Teilnehmer
                    • 04.11.2011
                    • 8574

                    #24
                    AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                    Gerade gefunden: Gute Kartenübersicht über die Lage der Danziger Bahnhöfe von 1852 bis 1901

                    > https://s3.amazonaws.com/gs-geo-imag...9c9ac5e44d.jpg.

                    Ulrich

                    Kommentar

                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2508

                      #25
                      AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                      Hallo, wir weit musste man fahren, wenn man nach Langfuhr wollte?

                      Kommentar

                      • jonny810
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 2423

                        #26
                        AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                        Es kommt ganz darauf an, ob Du die Route über Johannesburg oder über Moskau wählst.

                        Über Johannesburg dauert die Fahrt ungefähr 23,5 Minuten länger. Gute Reise....
                        Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                        "Nec Temere - Nec Timide"
                        Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                        Kommentar

                        • Belcanto
                          Forum-Teilnehmer
                          • 24.09.2008
                          • 2508

                          #27
                          AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                          Oh, führe uns nicht in die Unterführung.

                          Kommentar

                          • Ulrich 31
                            Forum-Teilnehmer
                            • 04.11.2011
                            • 8574

                            #28
                            AW: Danziger Bahnhöfe - Bahnhof Leege Tor

                            Zur ergänzenden Information zu #22 und #23 hier noch

                            - dieser Link, der zum deutsch übersetzten trojmiasto.pl-Artikel vom 23.02.2010 mit der Überschrift "Der erste Bahnhof in Danzig" führt:

                            > https://translate.google.com/transla...ku-n37151.html,

                            - und dieser Link, der zur deutsch übersetzten Wikipedia-Seite "Danziger Tieflandtor" (gemeint ist damit der Bahnhof Leege Tor) führt:

                            > https://translate.google.com/transla...search&pto=aue.

                            Ulrich

                            Kommentar

                            • Ulrich 31
                              Forum-Teilnehmer
                              • 04.11.2011
                              • 8574

                              #29
                              AW: Danziger Bahnhöfe - Bahnhof Leege Tor

                              Jetzt habe ich, weiter ergänzend zu #22, noch den verlinkt folgenden polnischen wyborcza.pl-Artikel vom 05.09.2015 gefunden, der über die Enthüllung des erwähnten Gedenksteins, die auch von Pawel Adamowicz vorgenommen wurde, berichtet:

                              > https://trojmiasto.wyborcza.pl/trojm...czystosci.html.

                              Leider gelingt mir hier nicht die deutsche Google-Übersetzung via Link. Deshalb wäre ich dankbar, wenn jemand anderem aus dem Forum diese oder eine andere Deutschübersetzung via Link gelänge. Alternativ wäre sonst nur eine z.B. absatzweise Übersetzung per Google möglich, zu der mir aber die Zeit fehlt.

                              Ulrich

                              Kommentar

                              • christian65201
                                Forum-Teilnehmer
                                • 15.02.2008
                                • 1256

                                #30
                                AW: Danziger Bahnhöfe- Bahnhof Leege Tor

                                Hallo Ulrich,
                                ich glaube, daß das nicht möglich ist, da der Beitrag gebührenpflichtig ist (5zl)
                                Grüße
                                Christian
                                "Nur wer weiß, woher er kommt, wird den Weg in die Zukunft finden,
                                und nur wer das Alte achtet, wird sinvoll Neues gestalten können" (Autor unbekannt)
                                Dauersuche:KOHNKE; BEHRENDT; LENSER; LIEDTKE; ZIELKE; PIOCH; KLINGER; AUT(H)ENRIEB; ROSENTHAL

                                Kommentar

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