Danzig und die NSDAP

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  • Beate
    Administratorin
    • 11.02.2008
    • 4846

    #31
    AW: Danzig und die NSDAP

    Hallo Uwe,

    kann deine Aussage so nicht unterschreiben.War es früher nicht genauso wie heute: vor den Wahlen das Blaue vom Himmel versprechen...nach den Wahlen das böse Erwachen?
    Es deht/ging doch immer schon um Machtanspruch, nicht?

    Schöne Grüße Beate
    ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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    • jonny810
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 2427

      #32
      AW: Danzig und die NSDAP

      Uwe,

      in deinem letzten Beitrag verwechselst du die Situation von 1933 mit der Heutigen.

      Die Bevölkerung war damals noch nicht so weit wie heute.

      Man sagt auch heute noch z. B. mit 19 Jahren (Volks - Schüler),

      wie neulich im Fernsehen zu sehen war,

      "Zum Arbeiten habe ich noch keinen Bock"

      Zur damaligen Zeit nicht denkbar.......ich war übrigens mit 171/2 Jahren

      ausgebildeter Handwerker. So viel nur zum Vergleich - früher und heute
      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
      "Nec Temere - Nec Timide"
      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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      • Uwe
        Forum-Teilnehmer
        • 10.08.2008
        • 1962

        #33
        AW: Danzig und die NSDAP

        Hallo Erhart,

        die Unterschiede sind mir schon klar, ansonsten hätte ich kaum geschrieben, ich hätte wahrscheinlich damals nicht anders gehandelt als unsere Familien. Ein großer Politiker ist durch den Ausspruch "Die Gnade der späten Geburt" bekannt, diese Ansicht teile ich. Die Verantwortung ansich ist jedoch nicht davon abhängig, ob man heute oder damals gelebt hat.

        Herzliche Grüße

        Uwe
        Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

        Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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        • Uwe
          Forum-Teilnehmer
          • 10.08.2008
          • 1962

          #34
          AW: Danzig und die NSDAP

          Hallo Beate,

          ich teile Deine Aussage nicht. Wahlen dienen dazu diejenigen, die nur das "Blaue vom Himmel" versprochen haben, abzuwählen. Da fängt die Verantwortung der Bürger an. In einer Demokratie geht es nicht um Macht, sondern um die Mehrheit seine politischen Ziele durchzusetzen. Macht an sich ist ja nicht der Selbstzweck. Bei den Nazis ging es nicht um Macht die politischen Ziele durchzusetzen, sondern andere politische Ziele für alle Zeit zu verhindern, zerstören und Menschen auszulöschen. Es war keine Opposition erwünscht und sie wurde sogar mit allen Möglichkeiten bis zum Mord zerschlagen. Von daher unterscheidet sich die damalige Situation gravierend von der Situation seit 1949.

          Herzliche Grüße

          Uwe
          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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          Kommentar

          • jonny810
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 2427

            #35
            AW: Danzig und die NSDAP

            Das ist deine persönlich Meinung.

            Die Bevölkerung sah damals anders aus als heute.

            Da hieß es nicht "was essen wir heute"?

            Bestenfalls fragte man, haben wir noch was zu Essen?

            Unterhalte dich mit Menschen aus der damaligen Zeit.

            Das schadet sicherlich auch dir nicht.

            Der große Politiker in deinem Zitat hat wahrscheinlich

            immer etwas zum Essen, oder Klamotten gehabt,

            mit denen er rausgehen konnte.

            Die Bevölkerung sah in der damaligen Bewegung

            in eine andere, eine bessere Zeit.

            Es ist auch nicht möglich, wenn du es glaubst,

            meine Ansichten zu ändern. Korrektur ist mithin

            ausgeschlossen. Ich bin Bj. 1937
            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
            "Nec Temere - Nec Timide"
            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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            • Antennenschreck
              Forum-Teilnehmer
              • 05.09.2011
              • 1833

              #36
              AW: Danzig und die NSDAP

              Hallo Uwe

              ich wollte nur damit nur andeuten, dass das Sitzen auf dem Sofa und gescheit daher reden oder auch nicht, allein noch keine Schuld oder Verantwortung in sich begründet aus völkerrechtlicher Sicht. Man kann also niemand seine Passivität gegenüber dem aktuellen System vorwerfen nur weil man selber etwas dagegen tut, denn jeder sieht die Welt auf seine eigene Art und beurteilt möglicherweise auch die Rechtmässigkeit der politischen Geschehnisse völlig unterschiedlich. Und mit einem Abstand von Jahrzehnten kann man sicher gescheit daher reden, nur was damals wirklich bei den Menschen ankam das werden wir heute wohl kaum noch nachvollziehen können.

              Gruß Arndt
              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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              • Uwe
                Forum-Teilnehmer
                • 10.08.2008
                • 1962

                #37
                AW: Danzig und die NSDAP

                Ja Erhart, das ist meine persönliche Meinung. Ich widersprechen auch nicht Deinen Aussagen, nur gibt es auch meiner Sicht mehr als das. Ich bin mir sicher, hätten die Menschen in Deutschland und Danzig gewusst, in welcher unbeschreiblichen Katastrophe das alles endet, hätten mehr Menschen Widerstand geleistet. Das ist die Verantwortung, die über das bloße tägliche (damals beschwerlichere) Leben hinaus geht.

                Herzliche Grüße

                Uwe
                Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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                • achimbodewig
                  Forum-Teilnehmer
                  • 03.06.2008
                  • 497

                  #38
                  AW: Danzig und die NSDAP

                  Ja, Uwe bringt es auf den Punkt. Meiner Ansicht nach zumindest.

                  Ich frage mich auch jedes Mal, wenn ich in irgendeiner Form mit dem Zweiten Weltkrieg oder der Zeit zwischen 1933 und 1945 »zu tun« habe (und das hat man als aufmerksamer Mensch, wie ich finde ständig: noch immer sichtbare Narben im Stadtbild – gleich welcher Stadt –, Blick auf die Landkarte, aktuelle Spannungen zwischen Deutschland und Griechenland etc.): wie konnte es dazu kommen? Wie hätte ich mich verhalten? Hätte ich aktiv Widerstand geleistet? Wie lange hätte ich das in Freiheit überlebt? Wir sind in der »glücklichen« Lage, dass wir in der Zeitschiene zurückblicken können. Ich glaube auch, dass nur ein Bruchteil der Leute, die zwischen 1933 und 1940 jubelnd an der Straße standen, begeistert in die NSDAP eintraten, ihr Kreuz dort gemacht haben oder einfach nur weggeschaut haben, als Nachbarn verschwanden, als Geschäfte demoliert wurden, dass nur wenige dieser Leute sich so verhalten hätten, wenn sie das schreckliche Ende vorausgesehen hätten.

                  Man kann dann natürlich die Frage stellen: was waren die Deutschen in den dreißiger Jahren für ein Volk? Waren sie alle größenwahnsinnig? Oder alle »nur« geblendet von einem totalen Psychopathen? War die NSDAP eine deutlich misslungene Therapiegruppe für Sadisten und Sozialautisten? Für Psychopathen und Menschenhasser? Wie konnte diese Truppe von Totalgestörten so viel Macht erlangen? Wie konnte man auf deren billige Versprechungen und auch Hetze reinfallen?

                  Aber hinterher ist man immer schlauer. Oder, um es in den leicht abgewandelten Worten eines Philosophen auszudrücken:

                  »Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden.« (Søren Kierkegaard)

                  Unsere Aufgabe – auch wieder meine Sicht – ist nun, das Beste aus dem schmerzhaft Erlernten zu machen. Und ich glaube, die Deutschen haben in der überwiegenden Mehrzahl ihre Lektion gelernt. Deshalb haben radikale Gruppierung glücklicherweise in Deutschland nur sehr begrenzten Zulauf und Widerstand dagegen stellt sich relativ offen auf.

                  Und »uns Danzigern« bleibt eben leider dieses Gefühl, trotz aller offenen Grenzen und wieder errichteten Gebäude das Gefühl, etwas »weggenommen bekommen«* zu haben. Aber damit müssen wir leben (lernen).

                  * Bitte nicht missverstehen. Danzig ist jetzt Polen. Polen in seiner heutigen Grenze ist und bleibt Polen. Da will ich nicht mal im Ansatz dran rütteln. Aber trotzdem ist eben immer dieses Gefühl von Wehmut, was vermutlich alle von uns überkommt, wenn wir an Danzig denken, wenn wir Fotos von Danzig sehen, wenn wir Geschichten aus Danzig hören.

                  Kommentar

                  • Christkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 1570

                    #39
                    AW: Danzig und die NSDAP

                    Oh ja, Uwe, leiste mal Widerstand in einer Diktatur!
                    Leiste Widerstand, wenn du kein Held bist.Warum hat sich die Bevölkerung in der DDR abriegeln lassen?
                    Warum wurden Flüchtlinge am Stacheldraht abgeknallt? Sieh dir im Fernsehen entsprechende Sendungen an, dann weißt du, wie eine Diktatur sich allmählich etabliert, bis die Bevölkerung gefügig gemacht ist.Selber schuld????
                    Ja, du kannst nun demonstrieren, protestieren, organisieren, was nicht alles.
                    Freiheiten, die manchmal schon böse ausgenützt werden.
                    So, wie Arndt es darstellt, so sehe ich es auch.
                    Grüße von Christa
                    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                    (M. Gandhi)

                    Kommentar

                    • Uwe
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.08.2008
                      • 1962

                      #40
                      AW: Danzig und die NSDAP

                      Hallo Christa,

                      mir fallen bei Deinem Beitrag Gegenfragen ein, war aus Deiner Sicht das Unheil zu keiner Zeit zu verhindern? Warum kam dieses Unheil nur bei uns und setzte sich durch, warum nicht in anderen großen Ländern?

                      Ich gebe Dir Recht bei der Bewertung ab einem gewissen Zeitpunkt aber es hat bei den Anfängen schon kaum Widerstand gegeben, wo es noch geholfen hätte.

                      Die DDR ist übrigens ein gutes Beispiel was Menschenmassen erreichen können mit friedlichem Widerstand, es hat zwar Jahrzehnte gedauert und der erste Versuch ist von sowjetischen Panzer niedergewalzt worden. Letzlich war aber damals die DDR schon moralisch, wirtschaftlich am Ende, hätte es den großen "Bruder" Sowjetunion nicht gegeben. Wo war der Große Bruder beim Deutschen Reich? Bei Danzig könnte man evtl. noch sagen der große Bruder war das Deutsche Reich. Aber weiß man, ob die Geschichte genauso gelaufen wäre wenn die Danziger es versucht hätten?

                      Herzliche Grüße

                      Uwe
                      Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                      Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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                      • Antennenschreck
                        Forum-Teilnehmer
                        • 05.09.2011
                        • 1833

                        #41
                        AW: Danzig und die NSDAP

                        ja Uwe, hätte alles auch anders laufen können, is es aber nicht. Es gibt so viele Punkte in der Weltgeschichte wo irgend etwas besser (anders) hätte laufen können. Hinterher ist man halt schlauer!!!! Hätte Karl der Große nicht 4500 Sachsen geköpft für das so friedvolle Christentum, dann wäre so einiges anders gekommen für uns Germanen. Und trotzdem nimmt ihm das inzwischen wohl keiner mehr übel. Also Kopf hoch und nach vorn geschaut und gezeigt das man was aus der Vergangenheit lernen kann. In den letzten 1000 Jahren waren immer die Querulanten der Gegenwart die Helden der Zukunft.



                        Tschü.....
                        Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                        • jonny810
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 2427

                          #42
                          AW: Danzig und die NSDAP

                          Uwe,

                          Widerstands - Verdächtige, und Menschen die mal in einer Bierlaune Töne von sich gaben,

                          die den Wichtigtuern nicht gefielen, wurden weggesperrt. Nachts aufgegriffen als "Stören - Friede."

                          Manche tauchten in Arbeitslagern auf.

                          Soll ich noch mehr Beispiele bringen?

                          Mein Onkel Karl Joniszus war Kommunist. Aber schon vor der NSDAP.

                          Wie es dem ergangen ist, das weiß ich.


                          Siehe doch mal nach Syrien. Da kannst du sehen, wozu angebliche Menschen fähig sind.

                          Vergeht dir nicht bald der Mut? sind die Ermordeten alles Feiglinge??


                          Ich klinke mich aus diesem Thema hier aus. Ich merke, das bekommt mir nicht.


                          Politische Besserwisserei hat noch nie jemandem geholfen, oder Kriege verhindert.

                          Vor Allem, wenn eine Waffen-Industrie oder Kapital und politische Interessen dahinter stehen.
                          Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                          "Nec Temere - Nec Timide"
                          Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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                          • Uwe
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.08.2008
                            • 1962

                            #43
                            AW: Danzig und die NSDAP

                            Ja, Arndt hinterher ist man immer schlauer und das ist gut so. Ansonsten würde die Menschheit immer wieder die gleichen Fehler machen. Letzlich bedeutet Mensch sein aus seinen Fehlern lernen.

                            Herzliche Grüße

                            Uwe
                            Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                            Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                            Kommentar

                            • jonny810
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 2427

                              #44
                              AW: Danzig und die NSDAP

                              Uwe,

                              vielleicht solltest auch du das Thema für dich beenden. Im Forum gibt es noch zu viele,

                              die der betroffenen Generation angehören. Nichts für ungut
                              Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                              "Nec Temere - Nec Timide"
                              Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                              Kommentar

                              • Uwe
                                Forum-Teilnehmer
                                • 10.08.2008
                                • 1962

                                #45
                                AW: Danzig und die NSDAP

                                Danke Erhart, für Deinen "Ratschlag", ich denke aber ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen.

                                Herzliche Grüße

                                Uwe
                                Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                                Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                                Kommentar

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