Danzig und die NSDAP

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  • Uwe
    Forum-Teilnehmer
    • 10.08.2008
    • 1962

    #16
    AW: Danzig und die NSDAP

    Hallo Gero,

    wo sind die Unterschiede zum Deutschen Reich? Ich kann mich nicht entsinnen, dass das etwas an den Tatsachen geändert hätte.

    Herzliche Grüße

    Uwe
    Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

    Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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    • Poguttke
      • 20.05.2008
      • 523

      #17
      AW: Danzig und die NSDAP

      Es geht nicht darum sich in Spekulationen zu verlieren, sondern die Fakten zu respektieren.

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      • Ulrich 31
        Forum-Teilnehmer
        • 04.11.2011
        • 8600

        #18
        AW: Danzig und die NSDAP

        Hallo Gero,

        ich bitte Dich, Deine Behauptung unter#15 anhand dieser Fakten zu überprüfen: http://www.gonschior.de/weimar/Danzi...sicht_LTW.html.

        Gruß Ulrich

        Kommentar

        • Uwe
          Forum-Teilnehmer
          • 10.08.2008
          • 1962

          #19
          AW: Danzig und die NSDAP

          Ja Fakt ist, dass in Deutschland auch keine Mehrheit die NSDAP gewählt und niemand würde auf die Idee kommen zu behaupten der Rest wäre ein Volk von NSDAP-Gegnern gewesen. Der Teil der die NSDAP nicht gewählt hat, hat meist nichts dagegen unternommen, das die Verfassung gebrochen und letzlich außer Kraft gesetzt wurde. Die meisten die sie nicht gewählt haben standen später aber jubelnd auf der Straße. Da unterscheidet sich die Danziger kein bischen von denen im "Reich" und das ist auch ein Fakt.

          Herzliche Grüße

          Uwe
          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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          • Bartels
            Forum-Teilnehmer
            • 25.07.2012
            • 3448

            #20
            AW: Danzig und die NSDAP

            Danke Ulrich

            für die Zahlen.
            Bei freien Wahlen erhielten die 1935 NS 60 % der Sitze und mit der DNVP fast die absolute Mehrheit - bei steigender Wahlbeteiligung. Das heisst Zulauf auch von Sozialdemokraten und Kommunisten.
            Nur das katholische Zentrum konnte eine schwache Stellung halten ...

            Viele Grüsse
            Rudolf
            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher

            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
            Familie Zoll, Bohnsack;
            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8600

              #21
              AW: Danzig und die NSDAP

              Hallo Ada, dies zu Deiner Kritik (#10) an Uwe und mir:

              Uwe hat Dir dazu bereits geantwortet (#13). Mir darfst Du nicht vorwerfen, "die Sache" nicht realistischer zu sehen. Ich sehe die Sache mit Danzig (als Freie Stadt Danzig) und seiner Einstellung zur NSDAP durchaus realistisch.

              Zunächst: Ich teile Deine Meinung, dass die Danziger in vielfacher Hinsicht ganz überwiegend deutsch
              geprägt waren. Daran habe ich keinerlei Zweifel, und ich verstehe nicht, warum Du mir in diesem Punkt eine andere Meinung unterstellst. Ich habe zu diesem Punkt nie, auch nicht hier im Forum, eine andere Meinung vertreten. Das könnten auch andere nicht bei diesen Fakten (siehe unter "Statistische Angaben"): http://www.gonschior.de/weimar/Danzig/index.htm.

              Zur positiven Einstellung so vieler Danziger zur NSDAP gehen unsere Meinungen in der Tat auseinander. Du siehst darin eine logische Konsequenz aus den Folgen des Versailler Vertrages und aus den wie auch im Deutschen Reich bestehenden ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen und zeigst insofern Verständnis für den großen Erfolg der NSDAP in Danzig (siehe dazu meinen Link in #18). Ich erschrecke darüber und habe kein Verständnis dafür, dass der Völkerbund nichts dagegen unternahm.

              Und mit Uwe teile ich dessen angedeutete Meinung, dass die Frage: Freistaat "zu Deutschland oder zu Polen" nicht zwangsläufig zu einer (gar kriegerischen) Entscheidung hätte führen müssen. Eine solche Entscheidung traf Hitler.

              Übrigens liefen viele Danziger NSDAP-Mitglieder dieser Partei nicht mit fliegenden Armen entgegen. Auf bestimmte Kreise wurde Zwang zum Beitritt ausgeübt. So wurde beispielsweise nach 1939 meinem Vater in seiner Funktion als Leiter eines "Kriegsversorgungsbetriebes" ("Essig-Kühne" mit Herstellung von Essig, Senf und Gemüsekonserven) unverhohlen nahegelegt, in die Partei einzutreten, um nicht seine Freistellung vom Kriegsdienst zu verlieren. Die Folge war, mein Vater trug schließlich - im Interesse seiner Familie - auch dieses "Bonbon" am Revers. Und anderen erging es ebenso.
              Ich selbst bin 1941 auch nicht freiwillig in die Hitlerjugend (HJ), Sparte Jungvolk, eingetreten, sondern wurde dazu gezwungen. Und weil ich diesem Beitritt und seinen folgenden Aktivitäten in Richtung Wehrertüchtigung nur lustlos nachkam und manchmal den "Dienst" schwänzte, erschienen HJ-Vorgesetzte unangemeldet bei meiner Mutter und ermahnten sie, für meine Teilnahme am "Dienst" zu sorgen, sonst . . . Da war ich 10 - 13 Jahre alt! Ich entzog mich dann diesem "Schleif-Dienst", indem ich in die "Rundfunkspielschar" wechselte, wo es erträglicher, fast angenehm zuging.

              Vielleicht überdenkst Du, Ada, Deinen Vorwurf gegen Uwe und mich.

              Herzliche Grüße
              Ulrich

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              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8600

                #22
                AW: Danzig und die NSDAP

                Hallo Rudolf, zu #20:

                Aus den übermittelten Zahlen zum Ergebnis der Wahlen 1919-1935 zum Volkstag der Freien Stadt Danzig (#18) geht hervor:
                Am 07.04.1935 erlangte dort bei einer Wahlbeteiligung von 99,5% (!) die NSDAP 59,31% der abgegebenen Stimmen, folglich also 43 von 72 Sitzen im Volkstag und somit allein die absolute Mehrheit.

                Viele Grüße
                Ulrich

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                • stefanstefan
                  Forum-Teilnehmer
                  • 01.08.2009
                  • 183

                  #23
                  AW: Danzig und die NSDAP



                  „Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten“

                  Kommentar

                  • Bartels
                    Forum-Teilnehmer
                    • 25.07.2012
                    • 3448

                    #24
                    AW: Danzig und die NSDAP

                    Hallo Ulrich,

                    ich muss #20 korrigieren: Streiche absolute, ersetzte durch Zwei-Drittel-Mehrheit

                    Beste Grüsse
                    Rudolf
                    Beste Grüsse
                    Rudolf H. Böttcher

                    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                    Familie Zoll, Bohnsack;
                    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8600

                      #25
                      AW: Danzig und die NSDAP

                      Danke, Stefan, für Deinen wichtige Information (#23), die ich bisher leider nicht kannte.

                      Dieser Plan Hitlers, den er am 23. Mai 1939 vor versammelter Elite-Mannschaft verkündete, ist eine wichtige Ergänzung zum 4. Absatz meines Beitrags #21. Durch seine Entscheidung verlor ich Vater und Heimat.

                      Viele Grüße
                      Ulrich

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                      • Poguttke
                        • 20.05.2008
                        • 523

                        #26
                        AW: Danzig und die NSDAP

                        Fakt ist, daß die Nazis eben keine Samariter waren, auch wenn viele aus den Arbeiterschichten in Danzig dies gerne geglaubt haben. Und Rudolf hat es ja schon angedeutet, in einigen Publikationen ist es auch beschrieben, wenn wir 33 noch als "demokratische" Wahlen durchgehen lassen, kann 35 davon keinesfalls mehr die Rede sein, und anschließend gab es ja keine mehr! Das sind die Fakten. Es dürfte bekannt sein, daß die Wahllokale durch die Nazis bewacht wurden, im Werder wurden Oppositionelle vom Wahlgang abgehalten und weggeknüppelt. Es gibt ein gutes Buch, "Opposition und Widerstand in Danzig", das sollten gerade diejenigen lesen, die nicht wissen wer denn da in Danzig an der Straße stand und gejubelt hat. Im übrigen sollten sich diejenigen die uns Danziger immer noch in Sippenhaft nehmen wollen mal fragen, wann sie mal persönlich die Couch verlassen haben, um sich für demokratische Rechte einzusetzen! Es ist immer einfach andere zu kritisieren, oder allgemeine Standpunkte zu vertreten. Fakt ist also, daß 40% der Danziger 35 in Opposition zu den Nazis standen, zu denen gehört auch meine Familie, und wir sind Opfer und keine Täter.

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                        • Uwe
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.08.2008
                          • 1962

                          #27
                          AW: Danzig und die NSDAP

                          Hallo Gero,

                          viele Dinge von denen Du geschrieben hast sind Fakten, nur betrachtest Du das nur auf Danzig bezogen und tust so als wäre die 40 % schon Widerstandskämpfer gewesen. Die letzten einigermaßen freien Wahlen im "Reich" im Jahre 1933 ergaben für die NSDAP ca. 40 % (nach Deiner Rechnung 60 % in der Opposition), im gleichen Jahr hatte die NSDAP bei den Wahlen zum Volkstag in Danzig 50 % der Wählerstimmen. Niemand zieht daraus den Schluss, dass die Deutschen nicht für dass, was da folgte voll verantwortlich sind. Genauso ist es mit den Danzigern, alles was in der Zeit zwischen 1933 und dem 1. Sept. 1939 folgte, liegt in alleiniger Verantwortung der Danziger. Es gab in dieser Zeit kaum Widerstand und es gab keine Massendemonstrationen. Es wurde größtenteils nur zugeschaut wie die Verfassung gebrochen bzw. außer Kraft gesetzt wurde für einen Teil der Bevölkerung.

                          Deine Familie gehörte, wie so viele, nicht zu Tätern. Ändert das aber etwas? Nein es ändert nichts, die Mehrheit hat es so geschehen lassen wie es geschehen ist. Dafür tragen dann wieder alle die Verantwortung (auch die Nichttäter), unabhängig davon ob sie die NSDAP gewählt haben oder nicht. Darum gab es am Ende des 2. Weltkrieges niemand der die Danziger anders als die Deutschen behandelt hat. Beide haben fast genauso gehandelt und tragen deshalb genauso viel "Schuld". Außerdem haben die Danziger sich fast immer als Deutsche gefühlt und nicht als Freistadt-Bürger, diese Tatsache hörst Du nicht gerne, sie ist aber die Realität gewesen.

                          Nun zu Deiner Anmerkung wie wir uns verhalten hätten, niemand weiß das von uns. Wahrscheinlich hätten wir uns mit dem damaligen Wissen nicht anders Verhalten als unsere Familien damals es getan haben. Aber eines kann ich für mich zumindestens persönlich sagen, mit dem heutigen Wissen was damals daraus entstanden ist, würde ich heute definitiv nicht auf der "Couch" sitzen bleiben. Ich denke das gilt für viele hier. Von daher läuft dein Satz ins leere. Für meine Person kann ich auch sagen, dass es Situationen schon gab, wo ich es für nötig hielt meine demokratischen Rechte und die Rechte von anderen auf der Straße mit einer Demonstration zu verteidigen. Die größte war eine Demo in den 90-iger Jahren in Berlin mit über 500.000 Menschen. Hast Du dich schon einmal von der Couch erhoben oder schwingst Du nur Reden?

                          Herzliche Grüße

                          Uwe
                          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                          Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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                          • Antennenschreck
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.09.2011
                            • 1833

                            #28
                            AW: Danzig und die NSDAP

                            Hallo

                            mal zum Thema Schuld ein Abschnitt aus der Haager Landkriegsordnung (immer noch gültiges Völkerrecht), Art. 50:

                            keine Strafe in Geld oder anderer Art darf über eine ganze Bevölkerung wegen der Handlung einzelner verhängt werden, für welche die Bevölkerung nicht als mitverantwortlich angesehen werden kann.......

                            Nur mal so als Denkanstoss.


                            Gruß Arndt
                            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                            Kommentar

                            • Uwe
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.08.2008
                              • 1962

                              #29
                              AW: Danzig und die NSDAP

                              Hallo Arndt,

                              ist die Bevölkerung als Ganzes nicht mitverantwortlich für die Regierung die sie hat? Außerdem bedeutet Verantwortung nicht zwangsläufig Schuld.

                              Herzliche Grüße

                              Uwe
                              Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                              Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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                              • jonny810
                                Forum-Teilnehmer
                                • 10.02.2008
                                • 2427

                                #30
                                AW: Danzig und die NSDAP

                                Hallo Gero,

                                die Geschichte hat es bewiesen. Noch nie waren es Samariter,

                                die einen Krieg begonnen haben. Jedenfalls mit den Kriegs-Mitteln

                                die man einsetzte, wie 1939.Aber auch "allgemein" gesehen.

                                Und wenn du noch so viel schreibst und jammerst, so leid es auch mir

                                tut, Danzig und der gesamte Teil Deutschlands, ist verloren.

                                Wie lange brauchst du noch, um das einzusehen.

                                Manchmal, wenn ich deine Beiträge lese, dann kommt in

                                mir das Gefühl auf,du bist ein Phantast und möchtest

                                ein Heer auf die Beine stellen, um Verlorenes zurück

                                zugewinnen. Glaubst du wirklich, man hält sich nach

                                67 Jahren plötzlich an das Völker - Recht?

                                Ich wünsche dir und deinen Träumen nichts Anderes als Erfolg.

                                Du dann in deinem Regenten - Sessel. Einfach schön.....
                                Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                                "Nec Temere - Nec Timide"
                                Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                                Kommentar

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