Danzig und die NSDAP

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8569

    #1

    Danzig und die NSDAP

    Thema geteilt!
    Zuletzt ge
  • Bartels
    Forum-Teilnehmer
    • 25.07.2012
    • 3448

    #2
    AW: Danzig und die NSDAP

    Hallo Kurt Paul,

    habe eben mal den Apotheker gefunden, zu Deiner Frage an mich: Schreibe viel - auch Tageszeitung, halte Vorträge, Familienforschung, mehr und mehr im Internet unterwegs und alle vier Punkte jeweils freiberuflich honoriert und ehrenamtlich umsonst.

    Zu Deinem Erschrecken hier über die vorauseilenden Danziger (Freistaat):
    Im November 1930 wurden die Nationalsozialisten (NS) bei einer vorgezogenen Volkstags-Wahl zweit-stärkste Partei, die Mitte-Rechts-Koalition bildete eine Minderheitsregierung (unter Duldung der NS). Im Mai 1933 erreichten die NS erstmalig die absolute Mehrheit und 1935-39 stellten sie dann die Alleinregierung.

    Es grüsst Dich
    Rudolf H. Böttcher
    Zuletzt ge
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8569

      #3
      AW: Danzig und die NSDAP

      Hallo Rudolf . . . (wie möchtest Du gerne im Forum angeredet werden?),

      danke für Dein Outen. Wenn Du im Schreiben und Recherchieren so versiert bist, würde ich mich freuen, wenn Du mal der Frage nachgehen würdest, warum diese schreckliche NSDAP überhaupt in Danzig zugelassen wurde. Diese Frage beschäftigt mich schon lange, aber ich bin ihr selbst noch nicht intensiv genug nachgegangen. Aber diese Frage betrifft ja nicht nur die Freie Stadt Danzig (Ausland gegenüber dem Deutschen Reich!), sondern gleichfalls z.B. Österreich, die Schweiz (siehe dort Wilhelm Gustloff!) und viele andere Staaten. Siehe dazu NSDAP Auslands-Organisation (z.B. http://archivkarlroche.wordpress.com...sorganisation/).

      Falls Du Dich mit dieser Frage, die mich nicht erschreckt (weil ich davon weiß), aber dafür maßlos wundert (welche andere Partei hat sich jemals so polypenhaft ausdehnen können? - abgesehen von der Kommunistischen Partei, die aber in anderen Ländern nicht gleichgeschaltet in ihrem Namen stets die Bezeichnung ihres Ursprungslandes - wie "D" in der NSDAP - trug/trägt), näher befassen solltest, solltest Du bei Antworten hier im Forum besser ein spezielles Thema dafür, bezogen auf Danzig, neu erstellen. Ich würde ein Engagement von Dir in dieser Frage sehr begrüßen.

      Herzliche, aufmunternde Grüße
      Ulrich
      Zuletzt ge

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      • Uwe
        Forum-Teilnehmer
        • 10.08.2008
        • 1962

        #4
        AW: Danzig und die NSDAP

        Hallo Ulrich,

        auch wenn Du Rudolf direkt angesprochen hast, erlaube ich Dir zu antworten. Das Verbot von Parteien war in früheren Demokratien oft rechtlich garnicht möglich und es hatte auch keinerlei Tradition. Selbst heute ist es in vielen Demokratien nicht oder nur schwer möglich. In Deutschland gibt es nach unseren Erfahrungen zwar Möglichkeiten, die Hürden für ein Verbot von Parteien liegen aber sehr hoch. Eine Zulassung von Parteien ist aber auch bei uns nicht erforderlich, sie benötigen je nach Wahl nur eine gewisse Anzahl an Untertützern. Eine Partei zu verbieten die viele Wähler hatte ist dann nur schwer möglich und selten zielführend.

        Herzliche Grüße

        Uwe
        Zuletzt ge
        Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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        • Ulrich 31
          Forum-Teilnehmer
          • 04.11.2011
          • 8569

          #5
          AW: Danzig und die NSDAP

          Hallo Uwe,

          bei meiner Suche geht es nicht um das Verbot einer Partei, sondern um die Zulassung einer ausländischen Partei zur Wahl im eigenen Land. Kannst Du Dir vorstellen, dass z.B. die Kommunistische Partei von Nordkorea in der Bundesrepublik zur Wahl zugelassen würde, wenn sie hier nur "eine gewisse Anzahl an Unterstützern" fände? Ich kann mir das nicht einmal für eine der beiden Parteien in den USA vorstellen.

          Herzliche Grüße
          Ulrich
          Zuletzt ge

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          • Uwe
            Forum-Teilnehmer
            • 10.08.2008
            • 1962

            #6
            AW: Danzig und die NSDAP

            Hallo Ulrich,

            der geografische Name einer Partei ist kein Kriterium für die Teilnahme als Partei an einer Wahl, auch heute nicht. Rein theoretisch wäre auch Dein Beispiel möglich. Für die Zulassung ist rein rechtlich nur die nötige Anzahl an Unterstützerunterschriften nötig. Das genaue Wahlrecht in den USA kenne ich nicht.

            Herzliche Grüße

            Uwe
            Zuletzt ge
            Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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            • Poguttke
              • 20.05.2008
              • 523

              #7
              AW: Danzig und die NSDAP

              Die SPD gibt es auch in einigen Ländern ohne daß dies staatsrechtlich relevant wäre.

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              • Bartels
                Forum-Teilnehmer
                • 25.07.2012
                • 3448

                #8
                AW: Danzig und die NSDAP

                Hallo Ulrich,

                vermutlich hätte man von Seite des Völkerbundes einiges verhindern können, z.B. die frühe Eingliederung von Danziger Institutionen in deren NS-Entsprechungen.

                Hätte man die NSDAP verboten, hätte es wohl eine NSDzAP gegegeben, mit dem gleichen Zulauf ... Wer versprach am Korridor etwas zu ändern oder gar dessen Abschaffung wurde gewählt.

                Für mich wird das Thema ein Randthema bleiben, erstmal muss ich 400 Seiten (Limit) eigene pfälzische Familiengeschichte aufschreiben (mein "pfälzisches Viertel"). Erfreulicher, da geht es auch um 50 Demokraten und Freiheitskämpfer von 1848/49, darunter 3 Vorfahren von mir...

                Zum Danziger-Achtel (plus Franz Bartels an anderer Stelle mehr ...

                Es grüsst
                Rudolf H. Böttcher
                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                Familie Zoll, Bohnsack;
                Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

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                • Poguttke
                  • 20.05.2008
                  • 523

                  #9
                  AW: Danzig und die NSDAP

                  Gemäß Versailler Vertrag war und ist der Völkerbund dazu verpflichtet in Danzig einzugreifen. Die Staatengemeinschaft kann sich auch nicht herausreden mit der Argumentation sie hätte nicht gewußt was in Danzig vorgeht, denn sie war ja persönlich vor Ort, und sie war es auch die es ablehnte, die Petition der jüdischen Danziger um die Wiederherstellung ihrer Rechte laut unserer Verfassung, anzunehmen. Insgesamt erinnert mich der allgemeine Umgang mit Danzig an den Umgang mit den Vergewaltigungsopfern innerhalb der katholischen Kirche.

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                  • ada.gleisner
                    Forum-Teilnehmer
                    • 17.02.2008
                    • 882

                    #10
                    AW: Danzig und die NSDAP

                    Hallo Kurt Paul und Uwe,
                    Ihr seid zwar anderer Meinung, aber ich bin sicher, daß die Danziger durch Kultur, Sprache (Theater, Musik, Bildung insgesamt) doch zum größten Teil deutsch geprägt waren. Die Fußkette mit einem Bein an Polen, die engen Grenzen ringsherum waren menschlich und wirtschaftlich unbefriedigend. Eine NSDAP, die ihnen die Rückkehr ins Deutsche Reich versprach, hatte jede Chance zu gewinnen. Erinnert Euch an die Bilder zum Einzug der Parteigrößen bei der Übernahme Danzigs - ein jubelnder Menschenhaufen. Ich glaube nicht, daß viele dachten, daß die NSDAP eine ausländische Partei war. Wißt Ihr wieviele Danziger da schon in der NSDAP waren ? Daß der Zustand des Freistaates keine Dauerlösung sein konnte, ist Euch doch wohl auch klar. Entweder zu Deutschland oder zu Polen, das wäre in jedem Fall in absehbarer Zeit die Alternative gewesen. Seht die Sache doch mal realistischer. Mit bereits morgendlichen Grüßen von Ada
                    Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #11
                      AW: Danzig und die NSDAP

                      Hallo in die Runde,

                      wie ich schon an anderer Stelle geschrieben hatte:

                      spätestens seit der Auflösung des Völkerbundes kann Danzig keine Freie Stadt (Freistaat ist völkerrechtlich nicht klar definiert) mehr sein, da die UN nicht vollumfänglich in die Rechte und Pflichten des Völkerbundes eingetreten ist, und somit keine direkte Nachfolgeorganisation des Völkerbundes darstellt. Mit der Auflösung des Völkerbundes war also auch niemand mehr da der den Rechtstatus von Danzig hätte garantieren können und müssen (was defacto auch bis 1939 schon kaum geschah). Wahrscheinlich hatte Danzig diesen Status allerdings schon ab 1.9.1939 nicht mehr. So viel zum dem Thema (Realitätsverweigerung / Danzig) aus meiner Sicht. Der Status Freistaat war ohnehin nur der Versuch einen Weg zwischen den polnischen und deutschen Interessen zu finden in der Korridorfrage. Aus Sicht Polens war das nicht genug Entgegenkommen und aus Sicht Deutschlands schon zu viel. Keiner war wirklich glücklich mit dem Zustand ab 1920, am wenigsten die Bevölkerung Danzigs. Und wie zu erwarten war, hat genau dieses nicht wirklich geklärte Problem eine große Rolle bei der Kriegsentstehung 1939 gespielt.

                      Gruß Arndt
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                      • Antennenschreck
                        Forum-Teilnehmer
                        • 05.09.2011
                        • 1833

                        #12
                        AW: Danzig und die NSDAP

                        übrigens geht der Versailler Vertrag an keiner Stelle auf das Thema Parteien ein. Scheinbar sah man das damals nicht als Problem oder es war sogar erwünscht um ein Spannungspotential zu erhalten. Auf jeden Fall war sogar die NSDAP aus Sicht des Völkerbundes vollkommen legal in Danzig, ob uns das heute nun gefällt oder nicht.

                        Gruß Arndt
                        Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                        • Uwe
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.08.2008
                          • 1962

                          #13
                          AW: Danzig und die NSDAP

                          Liebe Ada,

                          Du schätzt mich total falsch ein. Ich weiß, dass die Kultur und das denken deutsch geprägt war und teile Deine Ansicht, dass das Deutsche Reich nicht als Ausland "gefühlt" wurde. Rein rechtlich sah das allerdings anders aus. Ich weiß das sehr viele Danziger in der NSDAP oder sogar SS waren.

                          Ob die Freistaatlösung keine Dauerlösung sein konnte werden wir leider nie erfahren. Ich denke da gab es schon Möglichkeiten, aber das hängt sehr stark von den handelnden Menschen ab. Heute ist diese Diskussion aber sinnlos, der Großteil der Danziger hatte sich für einen anderen Weg entschieden, darum auch die vielen jubelnden Menschenmassen. Das waren ja keine gestellten Fotos.

                          Herzliche Grüße

                          Uwe
                          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                          • Uwe
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.08.2008
                            • 1962

                            #14
                            AW: Danzig und die NSDAP

                            Hallo Arndt,

                            ich teile Deine Sichtweise, nur denke ich nicht die ungeklärten Probleme waren Grund für den Krieg, sondern selbst mit einer Klärung hätte es Krieg gegeben. Die braune Idiologie hatte nun mal das Ziel neuen Lebensraum im Osten zu gewinnen, da war Danzig nur eine Randfrage und das willkomme Beispiel für die "Ungerechtigkeiten" gegenüber Deutschland.

                            Herzliche Grüße

                            Uwe
                            Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                            • Poguttke
                              • 20.05.2008
                              • 523

                              #15
                              AW: Danzig und die NSDAP

                              Es ist unbestritten durch die Wahlen belegt, daß die Hälfte der Danziger eindeutig gegen die Nazis waren.

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