Danzig 1807

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Danzig 1807

    Aus den Aufzeichnungen von Dr.med. J.P. Graffenauer, Feldarzt in der napoleonischen Armee:

    "... Die lange Brücke ist der Kai der Motlau. Er ist nicht gepflastert, sondern blos wie eine Brücke mit Brettern belegt, woher sein Name rührt. Dieser Kai, an welchem mehrere Danziger Kaufleuten gehörende Gebäude liegen, ist einer der besuchtesten und lebhaftesten Teile der Stadt. Nach der Straßenseite zu findet man viele Drechsler-, Gelanteriekrämer- und Obstbuden; nur mühsam kann man sich hier durch das Menschen-Gewimmel drängen. Die lange Brücke führt nach dem Fischmarkt, der ebenso besucht ist. Hier atmet man aber eine mephitische Luft, woran die Ausdünstungen der vielen in Fäulnis geratenen tierischen Substanzen, vorzüglich der in Verwesung gegangenen Fische, Schuld sind. Große und regelmäßig bebaute Plätze findet man in Danzig nicht. Was man hier Märkte nennt, sind nichts als Straßen, die etwas mehr Breite und Ausdehnung als die übrigen haben."

    Das war Danzig vor 200 Jahren...

    100 Jahre später sah es schon etwas anders aus, auch wenn vor den umfassenden Kanalisationsarbeiten sommers noch häufig von "pestilenzartigem" Gestank in den Gassen und an der Mottlau die Sprache war.

    Heute steht am Rande des Fischmarktes -es ist mittlerweile eine "feine" Gegend- ein Hotel der Hilton-Kette. Danzig im Zeichen des Wandels...
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • jonny810
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 2423

    #2
    AW: Danzig 1807

    Ja Wolfgang, davon hat mein Vater oft erzählt. Der starke Geruch,den ein Fischmarkt mit sich brint, war Anlass genug, die Fischmarkts-Frauen zu provozieren.
    Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
    "Nec Temere - Nec Timide"
    Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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