Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #16
    AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

    Freut mich sehr.
    Leo Schliep war dann nach dem Krieg im Bistum Hildesheim tätig.
    _____
    Liebe Grüße, Christkind, Christa, Christ...
    alles passt .
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)

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    • jonny810
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 2423

      #17
      AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

      Hallo Hans Jörg,

      auffällig für mich, sind die vielen, polnisch klingenden Namen.
      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
      "Nec Temere - Nec Timide"
      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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      • J.Langfuhr
        Forum-Teilnehmer
        • 11.02.2008
        • 145

        #18
        AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

        Natürlich war der Katholizismus im protestantischen Danzig kennzeichnend für polnischstämmige Herkunft. Meine verstorbene Mutter berichtete, in der Grundschule seien bei Bagatelldiebstahl (Bleistift, Radiergummi) immer gleich diskriminierend die katholischen Schüler verdächtigt worden.

        Katholische Seelsorge war auch Seelsorge an Polnischstämmigen. Bischoff Splett konnte nur irgendwann zwischen allen Fronten dieser Tatsache zum Opfer fallen. Ist für Danzig eigentlich die Geschichte der Diskriminierung von Katholiken mit polnischem Hintergrund durch Protestanten mit deutschem Hintergrund schon geschrieben?

        J.Langfuhr

        J.Langfuhr

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        • buddhaah
          Forum-Teilnehmer
          • 08.09.2010
          • 275

          #19
          AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

          J. Langfuhr,

          ich bin mit dieser Äquivalenz zwischen Katholizismus und polnischer Abstammung nicht so glücklich. Obwohl die Polen in Danzig wohl alle katholisch waren, war nicht jeder Katholik in Danzig ein Pole oder polnischstämmig. Es wohnte eine nicht zu vernachlässigende Anzahl deutscher Katholiken in Danzig...

          Wo du richtig liegst, ist bei der Seelsorge.

          Ich darf auch nochmal daran erinnern, dass nicht jeder Name, der auf "-ski" endet - somit "polnisch" klingt - auf polnische Ethnizität hinweisen muss.


          Gruss,

          Michael

          Wo du

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          • J.Langfuhr
            Forum-Teilnehmer
            • 11.02.2008
            • 145

            #20
            AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

            Hallo Michael,

            einverstanden! Diese Gleichsetzung entrüstete mein Mütterchen ja schon im Grundschulalter. Kinder spüren ungerechte Vorurteile. Ähnliche Stereotype gab es auch in Berlin.

            Gruß

            J.Langfuhr

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            • buddhaah
              Forum-Teilnehmer
              • 08.09.2010
              • 275

              #21
              AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

              Nachtrag: ich habe viel Freunde aus ländlichen Gebieten um Braunschweig. Dort feiert der angebliche "Konfessionskonflikt" fröhliche Urständ'.

              Ich habe noch nie zuvor so viele Anklagen gehört, woran die "Katholen" nicht alles Schuld seien...

              Gruss,

              Michael

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              • Christkind
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 1568

                #22
                AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                "Ich habe noch nie zuvor so viele Anklagen gehört, woran die "Katholen" nicht alles Schuld seien..."

                Ach,kein Problem,wir drohen dann mit dem Fegefeuer!

                Auch die Kaschuben sind Katholen.
                Alle meine Vorfahren katholisch, deutsche und polnische und kaschubische.
                Das änderte sich dann nach dem Krieg.
                _____
                Schöne Grüße, Christa
                Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                (M. Gandhi)

                Kommentar

                • Uwe
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.08.2008
                  • 1962

                  #23
                  AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                  Hallo J. Langfuhr,

                  ich glaube nicht das der katholische Glaube in Danzig gleich zu setzen war mit polnischer Abstammung. Natürlich waren die Danziger in der Mehrheit protestantisch. Aber solche Gegenden gab und gibt es auch noch heute in Deutschland. Ich lebe auch heute in der "Diaspora" und das hat hier genauso wenig mit der Abstammung zu tun als früher in Danzig. Mein Urgroßvater war gläubiger Katholik in Danzig (bedingt durch den frühen Tod seines einzigen Sohnes), die Abstammung hat nach meinem jetzigen Kenntnisstandes keinerlei polnischen Ursprung. Da Nationalität und Abstammung aber in früheren Jahrhunderten eher von untergeordneter Bedeutung war kann man da natürlich nie sicher sein. Danzig war schon immer sehr anziehend und hat schon früh Menschen aus anderen Ecken Deutschlands beziehungsweise Europa angezogen, das war der Grund warum es eine katholische Minderheit gab. Natürlich waren darunter auch Menschen polnischer Abstammung. Die waren natürlich geschichtsbedingt hauptsächlich katholisch aber auch jüdischen Glaubens. Daraus den Schluss zu ziehen Katholik=Pole wäre allerdings in meinen Augen ein Trugschluss und entspreche nur einem "Schubladendenken".

                  Herzliche Grüße

                  Uwe
                  Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                  Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

                  Kommentar

                  • Beate
                    Administratorin
                    • 11.02.2008
                    • 4836

                    #24
                    AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                    Hallo Uwe,
                    ich habe dieses Schubladendenken durch den Schwiegervater- aus Masuren stammend- kennen gelernt: "Die Deutschen waren evangelisch, die Polen katholisch!"
                    So wurde das bei ihnen im Dorf/Städtchen gesehen...

                    (Er selber ist evangelisch- aber mit einem katholischen Vater, wie ich auch nur durch Zufall vor kurzem erfahren habe....)
                    ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

                    Kommentar

                    • J.Langfuhr
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 145

                      #25
                      AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                      Ob jemand katholisch oder evangelisch war, geht historisch u.a. auf die nachreformatorische Friedensregelung "Wessen Herrschaft, dessen Religion" (Cuius regio, eius religio) zurück. Damals waren die Religionszugehörigkeiten im politischen Flickenteppich des deutschen Raumes relativ klar sortiert. Hier in Berlin und Brandenburg ist aber auch später genug über das preußische Toleranzedikt und von Religionsflüchtlingen bekannt.
                      Auch in den Handelszentren wird es schon früh konfessionelle Durchmischungen gegeben haben, die weder historisch noch als Folge von Flucht aus religiösen Gründen entstanden sind.
                      Der Zusammenhang von Religions- und ethnischer Zugehörigkeit kann daher wirklich nicht so einfach vorausgesetzt werden.
                      J.Langfuhr

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                      • JuHo54
                        Forum-Teilnehmer
                        • 11.12.2008
                        • 2377

                        #26
                        AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                        Hallo Langfuhr, wie wahr!
                        Meine eigene Familie spricht dafür Bände.. Mein Ururgroßvater aus der Oberpfalz Anfang des 19. Jahrhunderts katholisch in der Gegend gestrandet, ein Teil der Kinder im bunten Wechsel mal evangelisch , mal katholisch getauft und zum Schluss evangelisch beerdigt....

                        Liebe Grüße
                        Jutta
                        Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

                        Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

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                        • Marc Malbork
                          Forum-Teilnehmer
                          • 23.02.2008
                          • 1050

                          #27
                          AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                          Zitat:
                          "...nachreformatorische Friedensregelung "Wessen Herrschaft, dessen Religion"... Damals waren die Religionszugehörigkeiten im politischen Flickenteppich des deutschen Raumes relativ klar sortiert...."

                          Nja, im Raum Danzig-Westpreußen mit Betonung auf "relativ".

                          Historisch gesehen hat die Stadt Danzig die Reformation angenommen und wurde lutherisch. Zu Danzig gehörten allerdings nur relativ wenige Dörfer der Umgebung. Die war ansonsten königlich-polnisches (West-)preußen und dort schlug die Gegenreformation zu. Wegen der fragilen Machtverhältnisse hatte Danzig (siehe Königliche Kapelle) innerhalb seiner Mauern mit Rücksicht auf Polen auch Katholiken zu dulden und wegen der besonderen Rechtsstellung Westpreußens gab es neben den rekatholisierten Deutschen in den Dörfern insbesondere um Danzig auch alsbald wieder evangelische (Minderheits-)gemeinden, deren Kirchenneubauten besonders aus dem 18. Jh. man heute noch im Werder sehen kann.

                          Also für die Freie Stadt Danzig im 20. Jh. wird man dann zwar sagen können polnisch = katholisch, aber hier wäre deutsch = evangelisch schon für die Landgebiete schlicht falsch. Falsch wäre deutsch = evangelisch übrigens auch für die Nachbarregion Ermland. Die Deutschen dort waren katholisch. Eher richtig wäre diese Gleichsetzung hingegen für Masuren (kurioserweise mit einer vereinfacht gesagt polnischen Urbevölkerung) und das ganze weitere Herzogtum (Ost-)Preußen. Und auch für die altpreußische Provinz Pommern und das östliche Brandenburg traf deutsch = evangelisch auf die "Stammbevölkerung" zu, weil es dort keine Gegenreformation gab.

                          So, und weil oben Katholsche auf uns Evangelischen herumgehackt haben, gibts noch ne Retourkutsche:
                          Im Marienburger Werder war bis zuletzt in den evangelischen Gemeinden die Sage weit verbreitet, dass die katholisch-polnische Obrigkeit im 18. Jh. zähneknirschend den Evangelischen den Kirchenbau gestattet hatte, aber nur unter der empörenden Bedingung, dass die Kirche innerhalb von 48 Stunden oder so aufgeführt werden musste. Das erklärte natürlich, warum nur relativ kleine Fachwerkkirchlein gebaut werden konnten, die ohne richtigen Glockenturm auskommen mussten...Alles Schuld der Katholschen !

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                          • Christkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 1568

                            #28
                            AW: Die katholischen Kirchen des Freistaates Danzig

                            Rüdiger, was du empörend findest, verstehe ich so: die katholische Obrigkeit wollte testen,ob die evangelischen Christen Wunder vollbringen können...
                            In Schlesien sind dann diese herrlichen Friedenskirchen (Schweidnitz,Jauer....) entstanden. Allerdings für diese Wunder brauchten die Evangelen wohl mehr als 48 Stunden.
                            ____
                            Schöne Grüße, Christa
                            Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                            (M. Gandhi)

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