Schule in der Ankerschmiedergasse

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  • magdzia
    Forum-Teilnehmer
    • 06.12.2009
    • 464

    #1

    Schule in der Ankerschmiedergasse

    Hallo an alle,

    kennt jemand eine Schule in der Ankerschmiedergasse und dort den Lehrer Kämmerer?

    Viele Grüße
    Magdalena
  • magdzia
    Forum-Teilnehmer
    • 06.12.2009
    • 464

    #2
    AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

    Ich muss mich korrigieren.....die Schule war nicht in der Ankerschmidegasse sondern auf dem Winter-Platz.
    Auf der Karte von 1932 ist da ein Städtisches Gymnasium eingezeichnet.
    Während dem Krieg muss dort aber wohl eine Grundschule für Jungs gewesen sein. (???)

    Viele Grüße
    Magdalena

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    • Marc Malbork
      Forum-Teilnehmer
      • 23.02.2008
      • 1050

      #3
      AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

      Ja.
      Adressbuch 1942:
      Hauptschule Niederstadt (Jungen) Althof 11, Fernsprecher 217 29, Sprechstunden: 10 - 11 Uhr. z. Zt. Städt. Gymnasium Winterplatz.

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      • magdzia
        Forum-Teilnehmer
        • 06.12.2009
        • 464

        #4
        AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

        Danke Rüdiger

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        • magdzia
          Forum-Teilnehmer
          • 06.12.2009
          • 464

          #5
          AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

          Hallo Hans-Joerg,

          auch dir vielen Dank.

          Das Problem war hier, dass da nirgends Winterplatz stand (oder übersehe ich es?), erst Rüdigers Angabe brachte eine Verbindung zu der Schule am Althof 11.

          Kannst du für mich aber im Adressbuch von 1937 nachsehen, ob die Schule in der Weidengasse vor dem Krieg eine polnische Schule war?

          Das Gebäude des Gymnasiums am Winterplatz steht seit kurzer Zeit leer, denn es müßte saniert werden. Es fehlt der Stadt Danzig aber Geld dafür und sie suchen einen Investor.

          Hier ein Bild vom Winterplatz. Geradeaus die Ob.-Postdirektion, links das Gymnasium.

          Viele Grüße
          Magdalena
          Angeh

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          • magdzia
            Forum-Teilnehmer
            • 06.12.2009
            • 464

            #6
            AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

            Vielen Dank Rüdiger.

            Sollte ich in dem Buch 1937-38 (wegen der Unvollständigkeit) nichts finden, muss ich Hans-Joerg wieder bemühen und hoffe, dass ich seine Hilfsbereitschaft nicht zu sehr strapaziere.

            Herzliche Grüße
            Magdalena

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            • waldkind
              Forum-Teilnehmer
              • 06.10.2008
              • 2366

              #7
              AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

              Hallo Magdalena,
              schön das Bild vom Städtischen Gymnasium bzw. dem Winterplatz. Das Gymnasium gab es schon als der Winterplatz noch nicht Winterplatz hieß. Habe ich das nun richtig verstanden, dass in diesem Gebäude zeitweise eine Hauptschule einquartiert war? Wurden dann die Hauptschüler und Gymnasiasten gleichzeitig dort unterrichtet oder mussten dafür die Gymnasiasten umziehen, frage ich mich.
              Liebe Grüße vom waldkind
              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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              • Rudolf
                Forum-Teilnehmer
                • 22.06.2008
                • 335

                #8
                AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                Hallo an alle an dieser Thematik Interessierten ,
                das Inferno 1945 haben am Winterplatz (früher Buttermarkt)/Targ Maslany 2 Gebäude verhältnismäßig gut überstanden . Es handelt sich um das frühere Städtische Gymnasium und das Gebäude des früheren Landessenders (1939-1945 dann Reichssenders ) Danzig .
                Übrigens habe ich 1944 für wenige Wochen das Gymnasium besucht . Als - ich glaube es war Anfang Mai 1944 - verfügt wurde , daß auch für diese Schule die sogenannte "Kinderlandverschickung" (KLV-Lager ) anzuwenden ist , nahmen mich meine Eltern aus diesem Gymnasium und ich war dann für einige Monate ( mit Ausnahme der Ferien ) bei meinem Onkel in Preußisch-Stargard . Dort gab es auch ein Gymnasium , aber der aus dem "Reich" stammende und arrogant auftretende Rektor wollte von meinem Vater erst den urkundlichen Nachweis sehen , daß ich "Reichsdeutscher" bin , ehe ich dieses Gymnasium besuchen kann . Als mein Vater erklären wollte , daß er und ich als Deutsche geboren wurden , schob er uns aus dem Raum . Es blieb nichts anderes übrig , als dann dort die Mittelschule zu besuchen , denn das KLV-Lager war - wie mein Vater damals richtig erkannte - nicht nur eine Einrichtung , wo die Schüler wegen der Kriegsereignisse in Ruhe lernen sollten , sondern so konnten sie auch im Sinne der damals herrschenden Ideologie ohne Beeinflußung der Eltern erzogen werden . Aber diese Zeit hatte für mich persönlich auch etwas Gutes : trotz Verbot der Benutzung der polnischen Sprache konnte ich von meinen Mitschülern etwas polnisch lernen .
                Allen ein schönes Wochenende wünscht der Heubuder Rudi

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                • Marc Malbork
                  Forum-Teilnehmer
                  • 23.02.2008
                  • 1050

                  #9
                  AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                  Hallo Rudolf,
                  darf ich etwas fragen - wie kam man damals in Danzig aufs Gymnasium (Schulempfehlung, Prüfung, Schulgeldzahlung ?).
                  Gab es freie Schulwahl oder ging es nach Wohnort ?
                  Und gab es ein "Ranking" unter den Gymnasien, also angesehen oder weniger beliebt ?

                  Vielen Dank im voraus.

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                  • magdzia
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.12.2009
                    • 464

                    #10
                    AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                    Hallo an alle,

                    so jetzt habe ich es.

                    Habe meien Vater nochmals genauer interviewt.
                    Es war nicht das Gymnasium am Winterplatz, sondern dahinter ging rechts eine kleine Strasse ab in der die Schule war, also hinter dem Gymnasium. Als ich auf den Stadtplan schaute, stand da die Petri-Kirchhof-Schule und da konnte sich mein Vater wieder an den Namen erinnern.

                    Rüdiger, bei meinem Vater war das so:
                    Er wurde 1938 eingeschult. Damals in einer polnischen Schule. Die besuchte er dann 1 Jahr. Beim Ausbruch des Krieges musste er auf eine deutsche Schule wechseln und kam somit 1939 wieder in die erste Klasse, weil er kein deutsch sprach.
                    Da er aber ein sehr guter Schüler war, hat er die 2. Klasse übersprungen. 1942 (zum Ende der 4. Klasse) stellte sein Lehrer (Herr Kämmerer) einen Antrag für ihn, dass er aufs Gymnsium soll. Es kam aber eine Absage, da "Minderheiten eine höhere Schulbildung nicht zustand" o. ä.
                    Lt. meinem Vater hatte der Lehrer Kämmerer Tränen in den Augen als er ihm das mitteilten mußte. Dadurch wurde das negative Erlebnis abgemildert und mein Vater erinnert sich noch heute an den Namen dieses gütigen Mannes (der Name der Schule war ihm aber entfallen ).
                    Ich nehme also an, dass Schulempfehlung nötig war, wie es heute z. B. in Bayern oder Ba.-Wü. ist.

                    Ich danke allen für die Hilfe auf der Suche nach der Schule.

                    Magdalena

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                    • Marc Malbork
                      Forum-Teilnehmer
                      • 23.02.2008
                      • 1050

                      #11
                      AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                      Danke Magdalena für die Geschichte von deinem Vater. Wir wissen hier in
                      Deutschland heute ja leider praktisch nichts über die Danziger polnische Minderheit aus der Zeit vor 1945.

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                      • Rudolf
                        Forum-Teilnehmer
                        • 22.06.2008
                        • 335

                        #12
                        AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                        Hallo Rüdiger ,
                        ich erinnere mich , daß der seinerzeitige Rektor der Heubuder Volksschule , Herrn Weinstein , mit meinen Eltern Gespräche dahingehend führte , daß ich auf Grund der schulischen Leistungen ein Gymnasium besuchen sollte . Dies begrüßte mein Vater sehr , jedoch gab es dann wohl noch die Schulgeldfrage . Dieser Punkt war für die Familie natürlich nicht unwichtig , denn meine Mutter war Hausfrau und das Einkommen meines Vaters ( er war von Beruf Klempner ) war gering . Herr Weinstein hat aber diese Frage geregelt und so konnte ich das Gymnasium besuchen . Ich glaube , das Gymnasium am Winterplatz wurde vorgegeben . Dies war für mich sowieso die örtlich günstigste Lösung : mit der Straßenbahnlinie 4 von Heubude/Heidseestraße bis Danzig/Langer Markt . Was das "Ranking" betrifft so erinnere ich mich an Gespräche , daß das "Conradinum" wohl das angesehenste Gymnasium war .
                        Einen schönen Sonntag wünscht Rudi

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                        • Marc Malbork
                          Forum-Teilnehmer
                          • 23.02.2008
                          • 1050

                          #13
                          AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                          Hallo Rudolf,

                          herzlichen Dank für deine Antwort. Interessant für mich auch deshalb, weil mich seit je die Frage beschäftigt, ab wann eigentlich Gymnasien nicht mehr eine reine Oberschichtangelegenheit und abhängig vom Geldbeutel der Eltern waren. Bahnbrechend die zwanziger Jahre, aber der Trend hielt augenscheinlich auch danach noch an.

                          Beneidenswert übrigens, dass du noch im unzerstörten Danzig mit der 4 in die Stadt getuckert bist. Nach dem Plan eine halbe sightseeing-tour, Langgarter tor, St. Barbara, Milchkanne mit Sahnetöpfchen, Lange Brücke, Grünes tor, Langermarkt. Wobei du - wie die meisten von uns in dem Alter - vermutlich weniger auf die baulichen Schönheiten der Vaterstadt sondern auf ganz andere Schönheiten geachtet haben wirst, jedenfalls aber vermutlich auch erst in der Straßenbahn die restlichen Hausaufgaben für den Tag erledigt haben wirst

                          Einen schönen Sonntag noch,
                          wünscht Rüdiger.

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                          • magdzia
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.12.2009
                            • 464

                            #14
                            AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                            Wir wissen hier in
                            Deutschland heute ja leider praktisch nichts über die Danziger polnische Minderheit aus der Zeit vor 1945.
                            Wirklich??? Oder willst du mich nur veräppeln???

                            Kommentar

                            • Marc Malbork
                              Forum-Teilnehmer
                              • 23.02.2008
                              • 1050

                              #15
                              AW: Schule in der Ankerschmiedergasse

                              Äh - die Frage verstehe ich jetzt nicht, natürlich will ich dich nicht veräppeln. Was meinst du ?

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