DANZIG und die Stadtteile

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  • Pommuchelskopp
    Forum-Teilnehmer
    • 27.06.2009
    • 2

    #1

    DANZIG und die Stadtteile

    Hallo Freunde,

    ich bin hier neu und stelle gleich eine Frage:

    Es gibt in jeder Stadt Stadtteile die einen bestimmten Ruf haben.
    Wie war es in Danzig in den 20iger bis 40iger Jahren?

    Wo war es toll zu wohnen? Wo war es teuer?. Wo war es etwas anrüchig?
    Wo gab es einen Rotlichtbereich? Wo waren Arbeiterwohngebiete?
    Wo war das gesetzte Bürgertum ansässig? Wo wohnten die wirklich Reichen?
    Gab es Stadtteile für Minderheiten? Wo wohnten die ganz Armen?
    Gab es überhaupt eine Schichtung in den Wohngebieten?

    Viele Fragen ich weis! Aber es muss ja nicht jeder alle beantworten.
    Wer etwas über einen Stadtteil weis, schreibe es mir hier bitte.

    Ich bin mir sicher, dass es auch viele andere Mitleser interessiert.
  • jonny810
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 2423

    #2
    AW: DANZIG und die Stadtteile

    Ich weiß auf die vielen Fragen zu mindest eine Antwort.

    Nach Aussage meines Vaters kamen aus Ohra, die Schläger und Messerstecher.

    Wobei ich nicht gesagt haben möchte, dass es dort nicht auch "Andere" gab.

    Nur hat mich das in letzter Zeit hier Gelesene in der Annahme bestärkt, er

    könnte Recht gehabt haben. Was meinst du, Wolfgang? war das nicht so?


    (Ich schicke dir eine Truppe, die dir mal die Fresse poliert)
    Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
    "Nec Temere - Nec Timide"
    Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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    • Helga +, Ehrenmitglied
      Moderatorin
      • 10.02.2008
      • 1948

      #3
      AW: DANZIG und die Stadtteile

      Also ehrlich Erhart, das wird ja alle die hoch erfreuen, die möglicherweise auch aus Ohra kommen. Es lebe eben doch die Pauschalierung....
      Viele Grüße
      Helga

      "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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      • jonny810
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 2423

        #4
        AW: DANZIG und die Stadtteile

        Helga, bitte lese meinen Beitrag richtig.

        Da ist nichts pauschalisiert. Ich hatte meinen Vater zitiert, und nebenbei

        festgestellt, nachdem Wolfgang ein so vielversprechendes Angebot bekam,

        er könnte nicht ganz Unrecht haben. Mein Vater kannte sich gut aus in Danzig. War ein richtiger Bowke.

        Für alle aus Ohra stammende Mitglieder betone ich hier nochmal ganz aus drücklich.

        Das war die Aussage meines verstorbebnen Vaters. Sollte sich jemand dennoch angesprochen fühlen, bzw. durch meinen Beitrag beleidigt worden sein,

        entschuldige ich mich in aller Form.

        Allerdings war der nette Herr, der unserem Wolfgang das Angebot gemacht hat, rein zufällig ein Zeitgenosse aus dem Ortsteil Ohra
        Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
        "Nec Temere - Nec Timide"
        Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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        • Helga +, Ehrenmitglied
          Moderatorin
          • 10.02.2008
          • 1948

          #5
          AW: DANZIG und die Stadtteile

          Sorry Erhart, ich wollte damit nur sagen, daß es Schäger und ähnliches wahrscheinlich auch in Langfuhr, Brösen oder der Altstadt gab. Ich mag die Aussage -wer da wohnt, kann schon mal nix taugen - nicht. Egal ob früher oder heute.

          In meiner Stadt ist das auch so. Hier bei uns im Süden wohnen die Guten, aber nördlich des Bahnhofs - und je nördlicher desto schlimmer . wohnen sozusagen die Schmuddelkinder. Und das stimmt so halt einfach nicht. Nur das wollte ich ausdrücken....
          Viele Grüße
          Helga

          "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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          • jonny810
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 2423

            #6
            AW: DANZIG und die Stadtteile

            Schon in Ordnung, Helga.

            Ein gewisser Herr hatte einige Fragen gestellt. Ich habe versucht, eine mir bekannte Aussage meines Vaters weiterzugeben.

            Ältere Danziger werden es bestätigen, dass auf Tanzveranstaltungen oft heiß her ging, u. mein Vater gar nicht so Unrecht mit der Aussage hatte.

            Man ist aus Ohra gekommen und es ging rund. Das zu der damaligen Zeit öfter das Messer gezückt wurde als heut' zu Tage, ist auch mir noch gegenwärtig.

            Es war nun mal so. Die Zeiten haben sich verändert.

            Du wirst auch weiterhin in meinen Beiträgen keine Pauschalierung feststellen. Mußt nur richtig lesen. Ich mag das auch nicht.

            Erst neulich, im Zusammenhang mit Anna Nyma,(ich hasse die Engländer) hatte ich es noch mal bekundet.

            Belassen wir es dabei. Noch einen schönen Abend
            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
            "Nec Temere - Nec Timide"
            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

            Kommentar

            • Rudi
              Forum-Teilnehmer
              • 12.02.2008
              • 108

              #7
              Rudi Tietzmann in Vancouver/Canada

              Hallo Erhard.
              Ja dieselben Worte habe ich auch von meinem Vater gehoert.
              Grüße von der Westküste Canada
              Rudi T.

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #8
                AW: DANZIG und die Stadtteile

                Schönen guten Abend,

                verschiedene hier geschriebene Beiträge die nicht zum Thema "DANZIG und seine Stadtteile" gehören habe ich in das Thema "Vorbelastete Teilnehmernamen" (https://www.danzig.de/showthread.php?t=3996) verschoben.
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                • Marc Malbork
                  Forum-Teilnehmer
                  • 23.02.2008
                  • 1050

                  #9
                  AW: DANZIG und die Stadtteile

                  Freundliches Hallo an Pommuchelskopp:

                  ein "guter" Stadtteil war Oliva. An der Colbatzer Straße dort soll z. B. der Gauleiter Forster gewohnt haben. Traditionell lagen die Sommersitze Danziger Patrizier an der Pelonker Straße, die nach Oliva hineinführt. Im 20. Jahrhundert waren diese sogenannten Pelonker Höfe zwar schon überwiegend nur von öffentlichen Institutionen als Heime usw. zu halten. Aber noch zuletzt "residierte" hier in einer Villa (aber kein "Hof") ab 1938 der Senatspräsident.

                  Schöne, alte Villen kann man auch heute noch in Zoppot bewundern, etwa südlich der Monte-Cassino-Straße, zur See hin. Sie lassen auf den Wohlstand der Erbauer um 1900 schließen.

                  Den sicherlich viel zu pauschalen schlechten Ruf von Ohra kann ich von meinen Vorfahren her übrigens auch bestätigen.

                  Kommentar

                  • J.Langfuhr
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 145

                    #10
                    AW: DANZIG und die Stadtteile

                    Auch in Langfuhr gab es nicht nur die "gute" Wohngegend der Pensionäre südlich der S-Bahn. Ich selber bin unmittelbar nördlich an dieser Bahnlinie geboren und weiß, dass meine Eltern froh waren, in den letzten Kriegsjahren dort überhaupt als Jungverheiratete eine Bleibe zu finden. Bei meinen wiederholten Besuchen habe ich dann erst realisiert, dass dieses nördliche Langfuhr das der Arbeiter, kleinen Leute und zahlreicher Klein- aber auch Großbetriebe wie der Brauerei war. Günther Grass hat ja in einer Parallelstrasse, dem Labesweg(?) gewohnt und das Milieu dort beschrieben.

                    Interessant wäre zu erfahren, ob es auf dem damaligen Immobilienmarkt bereits Einteilungen wie "gute", "mittlere" und "einfache" Wohnlagen gegeben hat wie heute in jeder Stadt. Dann dürfte es beim Grundbuchamt darüber auch Kartenmaterial gegeben haben. Wer kann Auskunft geben?

                    Zur Soziologie der Stadt müssen auch damals schon zumindest bei den Polizeibehörden Kriminalstatistiken nach Stadtteilen geführt worden sein, die nach dem Abtreten der Erlebnisgeneration heute einen zuverlässigen Eindruck von damals geben könnten. Kennt jemand auch weitergehende Arbeiten zur Sozialgeschichte der Stadt Danzig und Umgebung?

                    Bei meiner Suche nach den Vorfahren ist mir aufgefallen, dass die Jungferngasse und die Plappergasse im alten Danzig ebenfalls eher als soziale Brennpunkte bekannt waren.

                    J.Langfuhr

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                    • Aussie

                      #11
                      AW: DANZIG und die Stadtteile

                      Hallo Pomuchelskopp, Du hast mir etwas zum Nachdenken gegeben. Ich weiss dass begueterte Leute natuerlich in der Naehe des 'Oliva'er Schlosses und des 'Zoppot'er Kurhauses lebten und wir nur mit offenem Munde staunen konnten. Doch in der Innenstadt, besonders der Frauengasse wohnten viele beruehmte Einwohner. Dort aber wohnten auch die nicht so begueterten Seite an Seite mit ihnen. Mein Onkel lebte ebenfalls in der Frauengasse und war ziemlich arm. Ich erinnere mich als wir dort eine endlos steile Treppe hochstiegen um ihn zu besuchen. -Henry Peter Weide's Familie wohnte in Mattenbuden. Dieses war eine begueterte Familie und wie war es mit Feli in der Weidengasse? Auch ihre Familie erfreute sich hohen Status. Ich war in Danzig-Schidlitz geboren das einen ganz anruechigen Ruf hatte. Als mein Vater es sich als Polizist mit seinem niedrigem Gehalt erlauben konnte zogen wir nach Langfuhr in die Lindenstrasse in der sich viele Villen befanden. Wir aber wohnten mit einer anderen Familie in einem einfachen Haus zwischen den Villen zur Miete. Die schoene Villa neben uns gehoerte dem Leiter des Staedtischen Krankenhauses. Weil seine einzige Tochter in meinem Alter war, hatte ich dadurch viele luxurioesen Vorteile, wie zum Beispiel mit ins Kaffee vier Jahreszeiten genommen zu werden fuer Eis oder Erdbeertorte mit Schlagsahne.
                      Unser Arthur Krueger aber schrieb in seinen Erinnerungen an seine Jugendzeit ueber Pruegeleien in Lokalen in Ohra. (aehnelt an Hamburg- Steindamm oder Hamburg-Hauptbahnhof-Reeperbahn, wo es abends ohne Polizeistreife nicht geht.) Also Erhard, Dein Vater hatte nicht unrecht.
                      Liebe Gruesse,
                      Christa.

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                      • heidizdl
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 142

                        #12
                        AW: DANZIG und die Stadtteile

                        Dieses Thema über die Danziger Stadtteile ist auch für mich sehr interessant. Um etwas mehr über die Vorfahren zu erfahren, ist es nicht ganz unwichtig zu wissen, in welchem sozialen Umfeld sie lebten.
                        Auf meine vor einiger Zeit gestellte Frage - wer lebte wo in Langfuhr - wurde leider nur darauf hingewiesen, dass ich mir die Berufe im Danziger Adressbuch ansehen sollte. Nicht gerade hilfreich, wenn man auch etwas über die Atmosphäre, den Ruf, die Lebensqualität eines Stadtteils in Erfahrung bringen möchte.
                        Hoffentlich gibt es jetzt weitere Beiträge zu diesem Thema. Vielleicht können auch unsere polnischen Teilnehmer sagen, ob und wie sich das Ansehen der Stadtteile verschoben hat.
                        Gruß
                        Heide-Marlen

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                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #13
                          AW: DANZIG und die Stadtteile

                          Schönen guten Nachmittag,

                          ich möchte noch einmal aufmerksam machen auf das Büchlein "Wohnstadt Danzig" aus dem Jahre 1914. Es gibt einen hervorragenden Eindruck über das Leben in der Stadt und einiger ihrer Stadtteile, ihre Infrastruktur, Wirtschaft, Schulen, Kirchen, Gewerbe usw. Ich habe das Büchlein eingescannt und zum Herunterladen bereitgestellt. Nähere Infos findet Ihr unter https://www.danzig.de/showthread.php?t=422
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                          • JuHo54
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.12.2008
                            • 2378

                            #14
                            AW: DANZIG und die Stadtteile

                            Hallo Wolfgang,
                            bei mir lässt sich die Seite nicht herunterladen: not found....genau wie www. danzig.de generell bis auf dieses Forum....

                            Liebe Grüße
                            Jutta
                            Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

                            Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

                            Kommentar

                            • Wolfgang
                              Forumbetreiber
                              • 10.02.2008
                              • 11623

                              #15
                              AW: DANZIG und die Stadtteile

                              Hallo Jutta,

                              es scheint, Du warst bisher die einzige am Büchlein Interessierte

                              Es lag ein kleiner Fehler mit der Klein-/Großschreibung des Dateinamens vor. Jetzt funktioniert das Herunterladen.
                              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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