Das fremde Zuhause

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #1

    Das fremde Zuhause

    Die shz.de berichtet über eine Ausstellung, Buch, Film zum Thema "Umsiedlung". Wie ist es den Deutschen, die aus dem Osten kamen in Westdeutschland ergangen?

    " "Wir wurden auf jedem Bahnhof entlaust, ob Du Läuse hattest oder nicht. Wir sahen aus wie die Mehlmänner, das war ja so ein weißes Zeug … Das stank entsetzlich", erinnert sich Magdalena von M. aus Danzig, die damals 19 Jahre alt war. "
    Was Magdalena von M. aus Danzig wie viele andere auch vermutlich nicht wussten, ist, dass es sich bei dem weißen Zeug in der Regel um das hochgiftige DDT handelte, mit dem die Menschen zumindest in den Auffanglangern entlaust wurden. MgG Miriam.

    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.
  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #2
    Entlausungsmittel

    Ich versuche etwas über DDT als Entlausungsmittel heraus zu bekommen. Meiner Meinung nach wurden Flüchtlinge/Vertriebene beim eintritt in die neue Heimat gut eingestäubt damit. Ist aber nicht ganz so einfach etwas dazu zu finden. Im Folgenden ein Link, der zumindest beschreibt, dass es benutzt wurde und wie es benutzt wurde.

    DDT wurde erst 1939 als Insektizid entdeckt, etwa ab 1942 auch als Entlausungsmittel eingesetzt. Erste Verbote gab es ab 1970.



    Hier noch wikipedia dazu:


    mgG Miriam
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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    • Belcanto
      Forum-Teilnehmer
      • 24.09.2008
      • 2508

      #3
      Hallo Miriam
      Siehe in diesem Zusammenhang unter Zyklon B. Ich habe noch meinen Entlausung Ausweis"INFLUX Fit for Transport, DELOUSED " Yes"
      Viele Grüße
      Joachim

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      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #4
        Zyklon-B/DDT

        Zitat von Belcanto
        Hallo Miriam
        Siehe in diesem Zusammenhang unter Zyklon B. Ich habe noch meinen Entlausung Ausweis"INFLUX Fit for Transport, DELOUSED " Yes"
        Viele Grüße
        Joachim
        Hallo Belcanto,
        hier die Zusammenfassung der Recherche über Zyklon-B. Über Entlausung der Vertriebenen mit Zyklon-B war mir bisher nichts bekannt wohl aber mit DDT.

        Zyklon-B wurde 1923 von der Fa. DeGeSch (Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung) auf den Markt gebracht. Es enthielt hochgiftiges Cyanwasserstoff. Trägermaterial war Kieselgur, später Gipsstoffe.

        Es wurde sowohl gegen Säugetiere wie Ratten und Mäuse als auch gegen Insekten wie Motten und Fliegen in Mühlen, auf Schiffen, in Küchen, Lebensmittelhallen und Kleiderkammern eingesetzt. Im Krieg wurde es vor allem gegen die Kleiderlaus eingesetzt. Diese verbreitete das Fleckfieber, auch als Flecktyphus benannt. Es finden sich Angaben, dass Zyklon-B bei Typhus-Epedemien eingesetzt wurde. (das müsste genauer recherchiert werden, ob es stimmt oder sinnig war). Zur Bekämpfung des Fleckfiebers wurde Zyklon-B in großen Mengen in der Wehrmacht und der SS eingesetzt. Dies soll auch der ursprüngliche Grund zur Belieferung der Konzentrationslager gewesen sein.
        Zyklon-B wurde erstmals im Herbst 1941 zur Massentötung von Menschen in Ausschwitz angewandt vom Lagerkommandanten Rudolf Höss, der das Präparat an 870 Häftlingen, darunter 600 sowjetische Kriegsgefangene, testete.
        Nach 1945 spielte es weiterhin eine Rolle, z.B. unter dem Namen Cyanosil und Zedesa Blausäure bis es von DDT und anderen Präparaten ersetzt wurde.
        Deinen Anmerkungen zu Folge wurde es also auch neben der Anwendung von DDT zur Entlausung der Vertriebenen benutzt. In beiden Fällen handelt es sich um ein Nervengift.
        Von DDT weiß ich, dass es nur sehr langsam im Körper abgebaut wird, meistens reichert es sich im Körper an. Es wird über die Placenta und die Muttermilch an die Nachkommen weitergegeben. Über die Abbaubarkeit des Zyklon-B ist mir zur Zeit nichts bekannt.
        Das war es erst mal, Belcanto. Die Recherche zu dem Thema ist nicht einfach. Es befindet sich hochgradig viel Müll im Netz.
        Mit gutem Gruß,Miriam.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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        • Belcanto
          Forum-Teilnehmer
          • 24.09.2008
          • 2508

          #5
          Hallo Miriam
          Das war mir alles bereits bekannt. Auch dass Menschen, andere Menschen mit Ungeziefer gleichsetzten!
          Viele Grüße
          Belcanto

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          • Daniel Hebron
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 331

            #6
            Zitat von Miriam Weeke
            Zyklon-B
            Hallo,

            dem waere nur noch hinzuzufuegen, dass ein Grossteil dieses Mittels von den "Dessauer Werken fuer Zucker und Chemische Industrie AG" hergestellt wurde und nach der Herstellung von der DEGESCH vertrieben wurde. Die DEGESCH gehoerte zu einem grossen Teil der "I.G. Farbenindustrie AG" (einem Zusammenschluss von BASF, Bayer, Hoechst und anderen). Nach dem Krieg wurde dieser Firmenkoloss zwar zerschlagen, aber dennoch werden heute noch unter "I.G.Farben AG in Liquidation" trotz einer Insolvenz als eine Art "Boersenzombie" deren Aktien an den Boersen gehandelt.

            Viele Gruesse
            Daniel
            Angeh
            Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2508

              #7
              Hallo Daniel
              Sehr richtig!Und dass ist mit ein Grund, warum die Chemische Industrie (IG- Farben, Höchst, Buna) nach dem Krieg so boomte.
              Ich will in diesem Zusammenhang, nicht auf die Menschenversuche, mit Silikon, Zyklon-B und andere Methoden eingehen-das ist zu schrecklich.Der wirtschaftliche Aufschwung der Chemieunternehmen, ist aber darin begründet, dass Gefangene zu Versuchstieren reduziert wurden,d.h, ein Mensch war nicht mehr wert, als eine Kleiderlaus!
              Viele Grüße
              Belcanto


              Zitat von Daniel Hebron
              Hallo,

              dem waere nur noch hinzuzufuegen, dass ein Grossteil dieses Mittels von den "Dessauer Werken fuer Zucker und Chemische Industrie AG" hergestellt wurde und nach der Herstellung von der DEGESCH vertrieben wurde. Die DEGESCH gehoerte zu einem grossen Teil der "I.G. Farbenindustrie AG" (einem Zusammenschluss von BASF, Bayer, Hoechst und anderen). Nach dem Krieg wurde dieser Firmenkoloss zwar zerschlagen, aber dennoch werden heute noch unter "I.G.Farben AG in Liquidation" trotz einer Insolvenz als eine Art "Boersenzombie" deren Aktien an den Boersen gehandelt.

              Viele Gruesse
              Daniel

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