Bedenkliches Denken zu Gedenkfeiern?

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #1

    Bedenkliches Denken zu Gedenkfeiern?

    Die BRD feiert 2009 "60-Jahre Demokratie". Polen hält Feierlichkeiten zum Beginn des 2.Weltkrieges ab.
    Einen Rundumschlag in Sachen Polen, Diskussionen um Werft, Gedenkfeiern, Wirtschaft und Europa versucht Sebastian Bicherich in DER TAGESSPIEGEL. Geht die einleitende Aussage "Polen reklamiert für sich das Urheberrecht für den Mauerfall" vielleicht doch ein bisschen zu weit?



    LG Miriam
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    Zitat von Miriam Weeke
    Geht die einleitende Aussage "Polen reklamiert für sich das Urheberrecht für den Mauerfall" vielleicht doch ein bisschen zu weit?
    Hallo Miriam,

    warum sollte die Aussage zu weit gehen? Es entspricht der Sichtweise in Polen und in dieser Sichtweise wird es auch in Deutschland von vielen Politikern unterstuetzt.

    Es gibt auch andere Sichtweisen, und welche davon Bestand haben werden, wird die Geschichtsschreibung zeigen. Man braucht bloss mal mit den Ungarn (Zerschneiden der Stacheldrahtgrenze) oder Tschechen (Fluechtlinge in der Prager Botschaft) sprechen. Wie sagt man doch so schoen?: "Der Erfolg gebiert viele Kinder!"

    Meine persoenliche Meinung ist, dass Danzig, Prag und Ungarn ganz, ganz wichtige Mosaiksteinchen waren. Aber entscheidend zur friedlichen Revolution und zur Einheit -teils sogar in Opposition zu denen die heute das als IHREN Erfolg ansehen- waren die DEUTSCHEN selber. Es begann mit Brandt, setzte sich bis Kohl und Gorbatschow fort. Viele haben geholfen -und all diesen Helfern kann gar nicht genug gedankt werden (mindestens genauso viele haben aber auch dagegen sabotiert). Mauerfall und Einheit sind grosse Errungenschaften des deutschen Volkes. Darauf kann Deutschland, darauf kann Europa stolz sein.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • stazki
      Forum-Teilnehmer
      • 23.11.2008
      • 240

      #3
      Zitat von Miriam Weeke
      Geht die einleitende Aussage "Polen reklamiert für sich das Urheberrecht für den Mauerfall" vielleicht doch ein bisschen zu weit?



      LG Miriam
      Wenn ich so etwas lese über "Urheberrecht" etc. für die Wiedervereinigung des Deutschen Volkes, geht mir einiges durch den Kopf.

      Daß gewisse polnische Partei - Richtungen es für sich und ihre Kampagnen immer wieder ausschlachten wollen, ist verständlich. Dieses Mitglied der €U MUSS sich im Kreis der "Alten" behaupten und zunehmend Rechte und Einfluß einfordern... ist normal im "politischen Betrieb"... ist ja auch nix Schändliches daran.

      Wie und was die "Solidarnosc" - Bewegung mit dazu beigetragen hat, daß diese beiden D´s letztendlich zusammengefunden haben, werden letztendlich die Historiker einer folgenden Generation bewerten.
      WIR empfanden und haben miterlebt mit Tränen in den Augen, daß WIR erleben durften!
      Viele haben daran mitgewirkt... die sogenannte Geschichte am meisten...

      GESCHICHTE kommt von GESCHEHEN... ist also ein laufender Prozess, der mehr oder weniger zufällig von "zufälligen" Personen, die gerade mal in "Amt und Würden" stehen, mit ihrer Unterschrift und ihrer "Glasnost" die Geschichte bewegten und auch weiterhin bewegen werden.

      GESCHICHTE wird geschrieben mit dem Blut von unzähligen Menschen, die einfach nur ihren "Acker bestellen" wollten, um zu überleben.

      GESCHICHTEN haben uns diejenigen zu vermitteln, die die Holocausts überlebt haben....

      - die heute noch zornig sind
      - die heute noch hadern mit ihrem Schicksal
      - die heute noch Probleme mit der Verarbeitung ihres Leidensweges haben

      - die heute nicht mehr hadern...
      - die heute einen Abschluss gefunden haben
      - die heute reden WOLLEN.

      All diesen, direkt oder indirekt, ist hier eine Plattform angeboten, auf der auch geweint werden darf.
      Die Streitkultur sollte sich allerdings auf dem Niveau oberhalb der Tränenschwelle bewegen...

      In diesem Sinne wünsche ich allen Forumsteilnehmern einen fruchtbaren Austausch über Generationen hinweg.

      Heinz

      Kommentar

      • jonny810
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 2423

        #4
        Anspruch

        Dazu meine unmaßgebliche Meinung.


        Wer hier welchen Anspruch stellt, ist mir föllig egal.

        Das Ergebnis zählt, und wenn man die Veränderung des Auftretens und

        das Selbstbewustsein der östlichen Bevölkerung allgemein sieht, komme ich

        zu dem Resultat, mir egal, die Mensche hier und dort haben Provitiert.

        Das ist wichtig, das meint Erhart
        Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
        "Nec Temere - Nec Timide"
        Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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