Aberglaube vormals in Danzig

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  • alterschotte
    Forum-Teilnehmer
    • 12.02.2008
    • 52

    #1

    Aberglaube vormals in Danzig

    Hallo, kann sich jemand an konkrete Beispiele von Aberglaube in Danzig erinnern? Gab es da nicht einiges verbunden mit Wäschewaschen? Andererseits soll es da auch einiges in Verbindung mit dem Handel gegeben haben (z. B. musste man den ersten Kunden in der neuen Woche mit allen Mitteln zum Kauf verführen, um eine geschäftlich erfolgreiche Woche zu haben).

    Kennt jemand weitere Bräuche?
    freundlichst

    alterschotte
  • Herbert Claaßen
    Forum-Teilnehmer
    • 13.02.2008
    • 1005

    #2
    Aberglaube

    Hallo Alterschotte!
    Ich weiß nicht ob die Landbevölkerung besonders abergläubisch war, aber
    zwischen Weihnachten und Neujahr Wäsche waschen war für meine Mutter
    undenkbar. Das würde Unglück bringen, so pflegten es auch die Großeltern.
    Und am Freitag, den 13. hätte kein Fischer eine neue Fischerei begonnen.
    Schöne Grüße!
    Herbert

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    • jonny810
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 2423

      #3
      Danziger Aberglaube

      Hallo Alterschotte!
      Um Himmelswillen kein Salz verstreuen. Jedes Körnchen bedeutet eine Träne.

      Niemals ein angeschnittenes Brot mit der Schnittseite zur Tür auf den Tisch legen.
      Sonst verlässt das Brot den Raum.
      (Bei uns hatte es meistens den Raum verlassen, bei 4 Bengels)

      Dann ,bevor das Brot angeschnitten wurde, mit dem Messer ein Kreuz unterm Brotlaib andeuten.

      So weit die Vorgehensweise meiner Mutter.

      Einen schönen Tag. Erhart vom Schüsseldamm.
      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
      "Nec Temere - Nec Timide"
      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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      • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 5206

        #4
        Hallo Erhart
        Das mit dem Brot hat meine Mutter auch immer gemacht.....und ich hab es übernommen !!!!!
        Viele Grüße
        Hans-Jörg

        Kommentar

        • Heinzhst
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 450

          #5
          Aberglaube

          Und wenn du deine Stube fegst niemals zur Tür hin fegen. Du fegst sonst das Glück aus der Stube.

          Gruß Heinz
          Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
          A.G.

          Kommentar

          • Gisela Kamphenkel
            Forum-Teilnehmer
            • 15.02.2008
            • 60

            #6
            Danziger Aberglaube

            Hallo in der Runde Auch bei uns zu Hause war das Kreuz unter dem Brot ein muß.Das habe ich übernommen und meine Familie macht es weiter so.Als vor kurzem mein Sohn zu Besuch war, der schon eine ganze weile nicht mehr bei uns Wohnt, und sich eine Stulle schmieren wollte hat er unter das frische Brot ein Kreuz gemacht da ist mir bewusst geworden wie fest dieses Ritual bei uns eingeprägt ist. LG Gisela

            Kommentar

            • Anonymus

              #7
              Kinderschreck-gestalten

              Hallo "alterschotte" liebe Danziger Freunde,

              zu den Bräuchen können auch die Kinderschreck-Gestalten in Danzig und dem Umland gezählt werden.
              Hans B. Meyer hat sie in seinem Buch "Das Danziger Volksleben" wieder zum "Leben erweckt"!

              Einen schoenen Abend
              wuenscht
              der Ohrsche Siegfried

              Kommentar

              • Rosalie
                Forum-Teilnehmer
                • 30.03.2008
                • 117

                #8
                AW: Kinderschreck-Gestalten in Danzig!

                Hallo in die Runde,
                auch meine Omi machte unter jedes frische Brot ein Kreuz. An Heiligabend und an Silvester Wäsche waschen und aufhängen war verboten, weil sonst jemand aus der Familie stirbt. So Omis Version! Dieses Waschverbot habe ich von ihr übernommen und meine Tochter auch!
                Liebe Grüße HEIDI

                Kommentar

                • Mariolla
                  Forum-Teilnehmer
                  • 20.07.2008
                  • 336

                  #9
                  AW: Aberglaube vormals in Danzig

                  Hallo Rosalie,
                  KEINE Wäsche waschen zwischen Weihnachten und Neujahr, das wurde von Oma strikt eingehalten.
                  Mutti spricht heute noch das Thema an, wenn die Feiertage vor der Tür stehen.
                  Gruß Mariolla alias Marion
                  Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen und
                  es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
                  Slaw.Sprichwort

                  Kommentar

                  • Helga +, Ehrenmitglied
                    Moderatorin
                    • 10.02.2008
                    • 1948

                    #10
                    AW: Aberglaube vormals in Danzig

                    Und es hält sich.... Weder bei meinen Großeltern noch bei meinen Eltern wurde in der Zeit gewaschen. Ich mache es nicht, und auch meine Tochter läßt in diesen Tagen die Waschmachine links liegen..
                    Viele Grüße
                    Helga

                    "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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                    • Beate
                      Administratorin
                      • 11.02.2008
                      • 4836

                      #11
                      AW: Aberglaube vormals in Danzig

                      Das kenne ich auch...Bin aber etwas aufsässig, hab der Mutter kurzerhand erklärt, dass, wer Zeit hat für Aberglaube, keine Zeit hat für den Glauben...und wasche seit 35 Jahren unbehelligt wann ich will, auch zwischen Weihnachten und Neujahr. Bislang ist deswegen noch niemand zu Schaden gekommen....

                      Schöne Grüße Beate
                      ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                      • Mariolla
                        Forum-Teilnehmer
                        • 20.07.2008
                        • 336

                        #12
                        AW: Aberglaube vormals in Danzig

                        Guten Tag,
                        wenn die Uhr stehenblieb hiess es:
                        "jetzt ist jemand aus der Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis verstorben" oder auch, wenn
                        das Bild von der Wand fällt. Damit bin ich groß geworden.
                        Gruß Mariolla alias Marion
                        Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen und
                        es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
                        Slaw.Sprichwort

                        Kommentar

                        • Christkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 1568

                          #13
                          AW: Aberglaube vormals in Danzig

                          Beate, was mache ich denn nun?
                          Habe ich doch seit Jahr und Tag keine Wäsche an den bewussten Tagen gewaschen und unter strengster Beachtung an Silvester keine nasse Wäsche auf der Leine hängen lassen,und das soll alles umsonst gewesen sein?
                          Und wenn ich von Kindern träumte, dann gab es doch tags darauf Ärger, ein Feuertraum brachte eine großes Paket, und wenn ich Schäfchen zur Linken sah,dann tat Freude winken.(Und wenn welche auf der rechten Seite waren, dann drehte ich mich flugs um, schon waren sie auf der richtigen Seite.)
                          Mit der schwarzen Katze von links nach rechts - was Schlechts, tat ich es ebenso.Juckt die linke Hand, bekomme ich Geld, juckt die rechte, muss ich es ausgeben.
                          Hm.Das wusste ich alles von meiner Mama.
                          War das Aberglaube? Ah, soo, aber glauben kann ich es doch?
                          Also, ich weiß natürlich auch, dass nichts dran ist.Aber es hindert mich nicht daran, es als wichtig und richtig zu empfinden.
                          So wie schon meine Mama und alle, die vor mir waren.
                          Und wie ich im Buch "Danziger Volksleben" von H.B. Meyer lese,kann auch der erste Storch, den man sieht, sehr viel voraussagen.Sieht man den ersten Storch im Jahr schlafend, dann wird man faul sein,steht er, dann kommt man nicht voran,fliegt er, dann ist man fleißig das ganze Jahr und schafft viel,hat er ein blankes weißes Gefieder, gibt es ein schönes Jahr, ist das Gefieder aber schmutzig,dann kann man mit viel Regen rechnen.Und wenn er aber klappert, dann wird viel Geschirr zu Bruch gehen.
                          Ach ja, der Storch, er war im Danziger Gebiet ein uralter Hofgenosse.Und nun glaubt keiner mehr daran, dass er die Kinder bringt.
                          Wie sangen wir früher?
                          Storch Storch du Bester,
                          bring mir eine Schwester.
                          _____
                          Schöne Grüße von Christa
                          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                          (M. Gandhi)

                          Kommentar

                          • magdzia
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.12.2009
                            • 464

                            #14
                            AW: Aberglaube vormals in Danzig

                            "........
                            Storch, Storch Guter,
                            bring mir einen Bruder."

                            War da nicht auch was mit den Füßen anschauen?

                            Viele Grüße
                            Magdalena

                            Kommentar

                            • Beate
                              Administratorin
                              • 11.02.2008
                              • 4836

                              #15
                              AW: Aberglaube vormals in Danzig

                              Liebe Christa, darfst alles glauben, was das Herz begehrt. Ich möchte wirklich der letzte sein, der das verhindert.
                              Und mit der Katze, das kenne ich anders herum: Katze von rechts nach links, Glück bring's...Das ist vielleicht auch gegendabhängig, ich weiß es nicht. Katze von links, Glück bring's...Naja, kann man sich dann nach Bedarf einrichten...Die Traumdeutungen kenne ich nicht, aber das mit dem Händejucken schon.
                              Ist ganz erstaunlich, was es alles für Aberglauben gibt!

                              Staunende Grüße Beate
                              ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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