Polnische Handelsschule in Danzig ab 1926
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Wolfgang, erstens schrieb ich, ich zitiere:
Die folgenden wirtschaftlichen Querelen waren nur eine der Ursachen fuer die nun andauernden Auseinandersetzungen Danzigs mit Polen vor dem Voelkerbund. Viel gravierender waren Polens Eigenmaechtigkeiten auf der politischen Ebene.
...
Wolfgang und liebe Danziger Freunde, zum Kapitel "Wie fing alles an?", sollten auch die nachfolgenden Bilder zaehlen.
Bild 1: Dieses vor 1939 erschienene poln. Propagandaplakat erhebt Anspruch auf deutsches Gebiet bis Luebeck.
Bild 2: Polnische Matrosenstreife wird von Danziger Schutzpolizisten "bewacht". Nach Artikel 1 der Danziger Verfassung war das Auftreten poln. Soldaten in den Strassen und auf Plaetzen Danzigs unzulaessig.
Bild 3: An der Danzig-polnischen Grenze bei Zoppot. Als die polnische Generalmobilmachung in Danzig bekannt wird, verstaerkt die Landespolizei die Grenzsicherungen.
Bild 4 und 5: Das "Ende vom Lied"! Bild 4, die Frauengasse mit Blick zur Sternwarte (links). Bild 5, die Lange Bruecke zwischen Krantor (rechts) und Sternwarte am linken Bildrand.
Einen schoenen Tag
wuenscht
der Ohrsche Siegfried
??????????
soll das bedeuten , dass Polen daran Schuld ist ?
und ich habe nie gehört oder gelesen , dass eine Matrosenstreife in Danzig herumgelaufen ist... Vermutlich waren das einige Matrosen die einfach ein paar Stunden frei hatten und Richtung einer Kneipe Unterwegs waren... , deren wiederum eine deutsche Streife auf den Ferssen saß und jemand ein gutes Propagandapfhotos machte ....
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Meine Schwiegermutter ist eine Deutsche aus Ohra - familienname Tillack.
Als die Russen kamen , hatten sie und ihre Schwester Angst gehabt deutsch zu sprechen (sie war damals 6 Jahe Alt, die Schwester 12 ) also sprachen sie kein Wort... Man muss sich nicht wundern , dass die polnische Familien plötzlich kein deutsch mehr kannten. Der Vatter Tillack wurde dann von den Russen ins Lager gesteckt, obwohl die plnische Seite ihm entsprechende sehr gute Zeugnisse erstellt hatte...
Übrigens die Antwort auf die Frage geschichtlich gesehen ob Danzig / Gdansk eine mehr deutsche oder mehr polnische Stadt ist , ist überhaupt nicht so einfach.
Grüße
Marcjanna
Kommentar
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Warum, geschichtlich gesehen, nicht einfach?????????????????
Übrigens die Antwort auf die Frage geschichtlich gesehen ob Danzig / Gdansk eine mehr deutsche oder mehr polnische Stadt ist , ist überhaupt nicht so einfach.
Grüße
Marcjanna
http://www.stutthof.pl/ge/main.htm
Bis [FONT=Arial Black]1945[/FONT] deutsch,
seit [FONT=Arial Black]1945 [/FONT]polnisch.
Einfacher geht's nicht, findet Christa.
Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
(M. Gandhi)Kommentar
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Polnische Handelsschule
Hallo Christkind und alle Forumteilnehmer ! Hier muß ich unbedingt und sofort eine Korrektur anbringen . Nach der Loslösung vom Deutschen Orden im Jahre 1454 hat sich Danzig aus freien Stücken unter den Schutz der polnischen Krone gestellt und Danzig gehörte danach bis zur zweiten Teilung Polens im Jahre 1793 dem polnischen Staatsverband an . Zu dieser Thematik möchte ich mich - zur sogenannten "Erlebnisgeneration" gehörend - ohnehin mal zu Wort melden . Beim Lesen der Beiträge komme ich zu der Auffassung , daß die Meinungen von Wolfgang , Ohrscher und Marcjanna irgendwie alle ihre Berechtigung haben . Wichtig ist jedoch aus meiner Sicht , bei allen Betrachtungsweisen in erster Linie eins zu sehen : Es ist eine unbestreitbare Tatsache , daß Deutschland über weite Zeiträume in der Geschichte Polens eine sehr unrühmliche Rolle gespielt hat . Hierzu zählen sowohl die friderizianische und die wilhelminische Aera , vor allem aber der Überfall auf Polen im Jahre 1939 mit dem unvorstellbar großen Leid , welches Polen und dem polnischen Volk im II. Weltkrieg zugefügt wurde . Das darf man als Deutscher nie vergessen ! Natürlich weiß ich als selbst Betroffener , daß die brutale und menschenverachtende Vorgehensweise der Deutschen gegenüber Polen auch mit sich brachte , daß sich nach Kriegsende von polnischer Seite oft auch ein starker Haß auf alles Deutsche entlud und damit oft auch eine Rache , die nicht selten auch völlig unschuldige Menschen traf . Ich war aus beruflichen Gründen zum ersten mal im Jahre 1960 in Polen und auch in Danzig . Damals und auch in den Jahren später habe ich nie erlebt , daß man mir gegenüber jemals unfreundlich oder abweisend auftrat . 1960 traf ich in Danzig einen Mann , der im Jahre 1946 - als ich Danzig verlassen mußte - aus Kasachstan nach Danzig kam . Er stammte aus Ostpolen und wurde im Winter 1939/1940 von den Sowjets mit seinen Eltern nach Kasachstan deportiert , auch eine Folge der Hitler´schen Politik . Mit diesem Mann verband mich eine jahrzehntelange Freundschaft bis zu seinem Tod im Jahre 2000 . Die ganze Thematik zur Freistaatzeit ist nach meiner Auffassung ein spezielles Gebiet , mit dem ich mich in Zukunft etwas eingehender beschäftigen werde . Hier gebe ich Siegfried vorab schon mal Recht , daß die damaligen Regelungen des Versailler Vertrages für beide Seiten keine günstige Konstellation war und ich glaube mal gelesen zu haben , daß der damalige polnische Außenminister Jozef Beck das auch so sah . Es grüßt alle Forumteilnehmer RudiKommentar
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Matrosen was? Die polnische Matrosen könnten nur als Touristen Danzig besichtigen. Das war bestimmt keine Streife. Wo has Du, Ohrscher, solche Lügen gelesen? Und wie kannst du an solche Lügen glauben und sie hier wiederholen?Bild 2: Polnische Matrosenstreife
Du hast Recht. Wir sollen nicht vergessen. Aber die Liste wird etwas länger als März 1945, Russen in der Stadt, und Gräueltaten gegen die Danziger und Deutschen. Wir sollen auch nicht vergessen über Stutthof, Piaśnica, Viktoriaschule und... Auschwitz nicht vergessen.Hochachtungsvoll
virt. Prof. Grün
www.rzygacz.webd.pl/pomuchel/archiv.html -
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Historische und heutige Bilder von Danzig
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Anonymus
Hallo Pomuchel, zu Deinen Aeusserungen ist das letzte Wort mit Sicherheit noch nicht gesprochen!!!
Uebrigens, das Buch "Danzig gestern und heute" von Rüdiger Ruhnau, werden viele unserer Danziger Freunde besitzen!
Gruss
Ohrscher SiegfriedKommentar
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Ja - ich habe das Buch auch. Doch der Untertitel des Bildes ist ein kompleter Unsinn. Es war keine möglichkeit für die Polnischen Soldaten/Matrosen Danzig zu patrouillieren.
Also hat Ruhnau einen Fehler gemacht, oder er hat den falschen Titel absichtlich gesetzt. Das kann ich nicht wissen.Hochachtungsvoll
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Anonymus
Siehst Du Pomuchel, so kommen wir gemeinsam der Sache schon naeher! Fragt sich nur noch, ob Du dabei bleibst, dass hier ich Lüegen verbreite?Ja - ich habe das Buch auch. Doch der Untertitel des Bildes ist ein kompleter Unsinn. Es war keine möglichkeit für die Polnischen Soldaten/Matrosen Danzig zu patrouillieren.
Also hat Ruhnau einen Fehler gemacht, oder er hat den falschen Titel absichtlich gesetzt. Das kann ich nicht wissen.
Gruss
Ohrscher SiegfriedKommentar
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Unter der polnischen Krone
Für diesen sachlichen und freundlichen Beitrag danke ich dir sehr.Hallo Christkind und alle Forumteilnehmer ! Hier muß ich unbedingt und sofort eine Korrektur anbringen . Nach der Loslösung vom Deutschen Orden im Jahre 1454 hat sich Danzig aus freien Stücken unter den Schutz der polnischen Krone gestellt und Danzig gehörte danach bis zur zweiten Teilung Polens im Jahre 1793 dem polnischen Staatsverband an . sah . Es grüßt alle Forumteilnehmer Rudi
In diesem Sinne möchte ich aber meine Frage stellen: kann man aus der Tatsache, dass Danzig unter dem Schutz des polnischen Königs stand, schlussfolgern, dass Danzig in der Zeit eine polnische Stadt war?
Ich meine nicht, nachdem ich in meinem "Standardwerk" nachgelesen habe.
"Der Stadt Danzig historische Beschreibung" von R. Curicke, von 1687.
Ihm kann man sicher keine Geschichtsfälschung nachsagen.
Er schreibt- und hier schreibe ich nur den deutschen Text ohne die lateinischen Einfügungen:
"... Aus welchen Worten ausdrucklich abzunehmen/ daß man nicht also schliessen könne / die Stadt Dantzig hält den König in Pohlen für ihren Ober-Herren/ und ist ihm unterthan / darumb ist sie keine Frey- Stadt.Dan vermöge dem so aus dem Tatio und Livio ist angezogen worden ein mercklicher Unterschied ist/ ..., das ist/ unter der Unterthänigkeit und Knechtschaft/ oder auch..., das ist / unter der Freiheit und Licentz, da man mehr ohne Herren und Gesetze als frey ist.
Die Stadt Dantzig erkennet zwar ihre schuldige Unterthänigkeit gegen den König in Pohlen gerne/ und mit Freuden: weil sie aber ihre stattliche Rechte und Freiheiten und Privilegia von Alters hero hätt / kan man mit Fug diese ihre freywillige Unterthänigkeitmit dem Nahmen der Dienstbahrkeit nicht umbtauffen.Gleicher weise masset sie sich zwar mit Recht ihrer wollerworbenen und von vielen Jahren hero erhaltenen Freyheit an /nimt sich aber gar nicht Licentz ihres eigenen Gefallens / wieder ihr Gebühr und ihren König / in sachen da es sich geziemet zu handelen.
Zu geschweigen / daß etliche Politici es davor halten / daß diejenigen Unterthanen / so sich wie Dantzig freywillig mit gewissen Bediengen / und Vorbehalt ihrer Rechten und Privilegien, jemand guttwillig untergeben / eygentlich nicht könen Unterthanen genant werden.So ist auch männiglich bekant / welcher massen die freye Ritterschafft / oder freye voin Adell im Römischen Reich genennet werden / nicht darumb / daß sie niemand Unterthan seyn/sonderen weil sie von anderen Herren / Lands Hohen- Obrigkeit gefreyet / und dem Reich ohne Mittel unterworffen seyn: Ebener massen giebt es in Deutschland viel Frey-Städte / welche gleichwol den Keyser für ihren Ober - Herren erkennen / und dahero Frey-Städte heissen / daß sie ausserhalb dem Keyser / keinen anderen geringeren Fürsten und Herren unterworffen seyn; ......."
Hier folgen dann noch einige Ausführungen, die die Freiheit Danzigs untermauern.
Im V. Kapitel erläutert Curicke, ob Danzig je zum Römischen Reich gehörte.
Dies würde jetzt aber zu sehr ins Detail gehen.
Ich habe aber in dem Buch nicht einen polnischen Bürgermeister oder Ratsherren gefunden.
Daraus schlussfolgere ich nun, dass Danzig auch unter der polnischen Krone eine deutsche Stadt war. Frei und unabhängig.
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Gruß von ChristaAuge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
(M. Gandhi)Kommentar
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Seit 1945 polnisch: stimmt!
Bis 1945 deutsch? Die meisten deutschen Historiker, die in einer Zeit aufwuchsen und Geschichte studierten nachdem ideologische und nationalistische Auswüchse langsam in den Hintergrund traten, würden viele Fragezeichen hinter diese Aussage setzen.
Sicherlich, Danzig war lange Zeit vor 1945 eine deutsch geprägte Stadt. Genauso wie z.B. Bautzen eine sorbisch geprägte Stadt ist. Kann man daraus ableiten, dass Bautzen nicht deutsch ist?
Es stimmt, bisher hat mir noch niemand auch nur einen einzige polnischen Bürger Danzigs nennen können. Daraus leite ich die Vermutung ab, dass Danzig zu keiner Zeit Polen den Bürgerbrief verlieh. Um Danzig ranken sich Sagen, Legenden, Lügen. Danzig war nie "multikulturell". Es war eine Stadt, die jeden willkommen hieß, der Geld, Kunst, Kultur brachte. Der Rest blieb vor den Stadtmauern. Das war über viele Jahrhunderte so. Polen brachte Handel und Geld, war zudem anerkannte Schutzmacht. Viele polnische Könige waren beliebt. Die Danziger bzw. das Danziger Patriziat, das heißt der Geldadel, liebte seine Unabhängigkeit. Die "Elite", also Wissenschaftler, Forscher, Gelehrte, sahen das alles vorurteilslos. Sie stellten sich vollkommen unproblematisch auch in die Dienste der polnischen Könige (wie z.B. Lengnich). Aber auch Hewelke/Hevelius ließ seine Werke von einem polnischen König finanzieren. Und später, als die Preußen nach der 2.polnischen Teilung in Danzig einmarschierten, flohen viele aufrechte deutsche Danziger wie z.B. Arthur Schopenhauer. Unter polnischer Oberherrschaft konnte er freier atmen als unter der preußischen Knute.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der deutsche Charakter der Stadt überbetont. Aber bereits Napoleon, der "Erfinder" des Nationalismus, hatte den Keim zum Unfrieden gelegt. Es war ein Wahn auf beiden Seiten. Man wollte nicht mehr miteinander und Deutsche und Polen übertrafen sich darin zu beweisen, dass man selber alle aus der Historie abgeleiteten Rechte, der andere jedoch keine Rechte besäße.
Nur: Polen, das unterjochte, das unterdrückte, das verfolgte Volk, das seit 1795 von der Landkarte getilgt war, konnte nur Dank dieses Nationalismus und seiner Religion überleben.
Die Geschichte wird ständig neu geschrieben. War es noch nach dem Krieg so, dass nicht unberechtigt behauptet werden konnte, der Sieger schreibe die Geschichte, ist diese Zeit doch längst vorbei. Die Geschichte, wie sie die heutigen Generationen kennen, unterliegt einem Wandel. Unbelastete und unvoreingenommene Forscher beider Seiten gehen aufeinander zu. Das Ergebnis wird eine wahrscheinlich weitgehend objektive Geschichte sein, die für viele kalte Krieger auf beiden Seiten, aber auch für viele Menschen die nichts anderes erfuhren und lernten, ein Schock sein. Für die Generation meiner Kinder und Kindeskinder wird es eine Selbstverständlichkeit sein und die Grundlage dafür bilden, miteinander unvoreingenommen umzugehen. Ich bin froh, dass es so kommen wird. Es ist Zeit, mit den Sagen, Legenden und Lügen aufzuräumen!Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"Kommentar
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In diesem Fall, leider, aber bestimmt ja. Ich will Dich nicht beleidigen, ich meine nur die Äuserung des Untertitels, und dessen Meinung in dem Zusammenhang Deines Beitrages - die Unterschrift ist mit Sicherheit eine Lüge.
Denk mal doch: Eine Gruppe von unbewaffneten polnischen Matrosen "patrouillert" Danzig, und wird dabei von nur zwei mit Langwaffen ausgerüsteten Schupo's bewacht. Macht das einen Sinn?
Fälschung vielleicht nicht. Aber Unkenntniss ja.Zitat von ChristkindIhm kann man sicher keine Geschichtsfälschung nachsagen.Hochachtungsvoll
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Historische und heutige Bilder von Danzig
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Halt, halt, halt!!!
Bevor hier anderen Forumteilnehmern "Unkenntnis, Lügen, (Geschichts-) Fälschung" oder sonst noch irgend etwas vorgeworfen wird: Was ist Fakt?
Wir wollen doch miteinander diskutieren, hinterfragen, von einander lernen und falls notwendig Argumente zerpflücken um uns zum Schluss der Wahrheit oder zumindest dem was der Wahrheit nahe kommt, anzunähern.
Es ist eine der in vielen deutschen Publikationen vorzufindenden Geschichten, dass polnische Marinesoldaten in Danzig patroullierten und von Schupos begleitet wurden. Wo ist das Problem? Mag sein, dass das wahr ist. Kann sein, dass dies unter Weglassen wichtiger Informationen propagandistisch verwendet wurde. Wie kann man verifizieren was man vermutet, was man zu wissen vermeint, was sicher ist? Einfach fragen, fragen, fragen!!!
Ich vertrete jetzt hier einen streng wissenschaftlichen Standpunkt!: Alles was nicht hieb- und stichfest bewiesen bzw. durch belastbare Quellenangaben belegt werden kann, ist Schall und Rauch.
Auch Zeugenaussagen zählen wenig: Jeder Richter kann beweisen, dass nichts unsicherer ist als Zeugenaussagen. Was bleibt also?: Neugierig und offen und mit Sympathie dem Anderen gegenüber zu fragen woher er seine Kenntnisse hat. Wenn wir zweifeln, muss sachlich nachgehakt, muss gefragt werden.
Und auf solche Diskussionen freue ich mich. Schließlich wollen wir ja hier nicht auf Bildzeitungs-Niveau blablabla machen, sondern erfahren wie es tatsächlich war.Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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Die Bildunterschrift ist in dieser Form falsch und im umrahmenden Text- und Bildzusammenhang des Ruhnau-Buches eher als antipolnische Polemik zu verstehen.
[FONT=Verdana]Es gab 1931 (Siegler, Danzig-Chronik, benennt dazu den 02. Juli 1931) eine der zahllosen Krisen zwischen Danzig und Polen, weil die Polen Matrosenstreifen losschickten. Das machten sie sicher nicht nur aus sachlichen Gründen. Die Bildunterschrift Ruhnaus stimmt allerdings so nicht. Es handelte sich wohl kaum um polnische "Soldaten" und damit um eine militärische Aktion. Ein Verbot polnischer Truppen war auch gar nicht in Art. 1 der Freistaatsverfassung geregelt. Danzig war vielmehr ganz allgemein entmilitarisiert, Art. 5 der Verfassung. Es bestand aber insoweit ein Reservatrecht des Völkerbundes. Der Völkerbund hätte theoretisch im Bedarfsfall die Militärgewalt auch an Polen (oder andere) vergeben können. [/FONT]
[FONT=Verdana]Im konkreten Fall ist es dann mit Völkerbundszustimmung überdies zu einer Übereinkunft gekommen, nach der Danzig unbewaffnete polnische Patrouillen zur Überwachung der polnischen Matrosen an Land in der Regel auf Antrag zu genehmigen hatte. Das unterschlägt Ruhnau mit der polemischen, juristisch falschen Bildunterschrift in diesem seiner Bücher. In einem anderen stellt er den Sachverhalt hingegen durchaus breiter dar - wenn auch unter Gejammere wegen der angeblichen "Niederlage" Danzigs in dieser causa.[/FONT]
[FONT=Verdana]Wenn man sich das hier fragliche Buch Ruhnaus "Danzig gestern und heute" und vor allem die hier interessierende Bildfolge ansieht, hat man im Übrigen geradezu den Eindruck, es habe sich Deutschland/Danzig gegen einen brutalen, lange vorbereiteten Überfall Polens wehren müssen und nicht umgekehrt. Dazu passt, das Ruhnau die antinazistische Opposition sowie das Schicksal der jüdischen und polnischen Menschen in Danzig ab 1933 nicht mit einem einzigen Wort erwähnt. [/FONT]Kommentar
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Christa, danke für Deine Zitate aus dem Curicke. Er ist eine ganz wichtige und allgemein erhältliche Quelle derer auch ich mich häufig bediene.
Nun aber meine etwas ketzerische Frage
. Du fragst: kann man aus der Tatsache, dass Danzig unter dem Schutz des polnischen Königs stand, schlussfolgern, dass Danzig in der Zeit eine polnische Stadt war?
Ich stelle die Gegenfrage: Kann man aus der (unbestreitbaren) Tatsache, dass Danzig unter dem Schutz des polnischen Königs stand, schlussfolgern, dass Danzig in der Zeit eine deutsche Stadt war?Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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