Polnische Handelsschule in Danzig ab 1926

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  • Pomuchel
    Forum-Teilnehmer
    • 12.02.2008
    • 241

    #31
    Hallo Christa,
    Liess doch mal die Privilegien des Königs Kasimir IV (auch von Curicke angegeben) durch. Danzig war keine polnische Stadt. Unter dem Schutz des Königs zu stehen bedeutet nicht daß eine Stadt oder ein Land mit dem Staat des Königs vereinigt wird.
    Hochachtungsvoll
    virt. Prof. Grün
    www.rzygacz.webd.pl/pomuchel/archiv.html -
    Danziger Dienstleistungen jeglicher Art
    Nachforschungen in Archiven (Danzig und Umgebung)
    Historische und heutige Bilder von Danzig
    Kontakt über PN

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    • Christkind
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 1568

      #32
      Zitat von Pomuchel
      Hallo Christa,
      Liess doch mal die Privilegien des Königs Kasimir IV (auch von Curicke angegeben) durch. Danzig war keine polnische Stadt. Unter dem Schutz des Königs zu stehen bedeutet nicht daß eine Stadt oder ein Land mit dem Staat des Königs vereinigt wird.
      Mich irritierte dein Satz, dass Curicke eventuell nicht zuverlässig sei,virt. Prof. Grün !
      Curicke hat bis ins Kleinste über die Besuche der polnischen Könige, Tumulte in der Stadt,und immer wieder auch Streitigkeiten zwischen den Polen und den Bürgern der Stadt, wie es hier heißt, berichtet.
      Im 29. Kapitel beispielsweise berichtet er von einem Tumult, der sich bei Anwesenheit des Königs Sigismund III. ereignete.
      23. August 1593
      Anlass gab eines polnischen Edelmannes Diener.
      Dieser begegnete einem Lastenträger, der mit einem Helfer zusammen eine schwere Eisenlast trug. Der Diener sollte ausweichen, tat es nicht, sondern ging auf den Lastenträger geradewegs zu und wurde angerempelt.darauf zückte der Diener den Säbel und verwundete den Träger.Andere, die das sahen, drangen auf den Polen ein,dieser schlug weiter um sich, auch andere Polen kamen hinzu, es gab eine regelrechte Schlacht zwischen Polen und den Bürgern der Stadt.Aus den Fenstern wurde auf die Bürger geschossen,und es sollen auch Kugeln in des Königs Losament geflogen sein. Mittlerweile kamen des Königs Fußknechte von Langgarten, wo sie einquartiert waren anmarschiert. Der Rat der Stadt ließ eilig die Zugbrücken hochziehen, damit den Soldaten der Weg versperrt wurde.Somit wurde wohl ein großes Blutbad verhindert.
      Bürgermeister Giese und Bürgermeister Brandes, wie auch des Königs Marschall gingen unter das Volk, sie richteten aber wenig aus. Ein Bürger, Donner genannt, wollte zum Frieden mahnen, und wurde von den Pohen erschossen.Der Marschall schwer verletzt, so wie auch die anderen.23 Polen und etliche Bürger erschlagen, 50 verletzt.
      Darufhin wurden die Tore zwei Tage lang zugehalten, bis der schuldige Diener gefunden war. Ebenfalls wurde nach denjenigen geforscht, die in des Königs Losament geschossen hatten. Für die Ergreifung wurden 100 Ung.fl geboten.Aber es fand sich keiner, und es wurde vermutet, dass es nicht stimmte, sondern nur Behauptung war.
      Trotzdem war der König ungehalten und die Stadt musste zur Versöhnung eine ansehnliche Summe Geldes darreichen.-
      In diesem Stil sind hier sehr ausführlich Ereignisse aus Danzig beschrieben,.
      Von Mördern, Verrätern,Unwettern....
      Danzig war eine begehrte und häufig umkämpfte Stadt.
      Und das hat sich in all den Jahrhunderten nicht geändert.-

      Was sind denn eigentlich die Kriterien, die eine deutsche... polnische...russische ... Stadt zu einer deutschen.... polnischen... russischen Stadt machen?
      Für mich sind es die Menschen.Natürlich gibt es da auch die Völkerrechte, die Verpflichtungen, die Urkunden.
      Wenn in einer Stadt vorwiegend - in der Mehrzahl - eine bestimmte Volksgruppe ansässig ist, dann meine ich, dass die Stadt dann entsprechend auch geprägt ist von dieser Volksgruppe.
      Und da nun mal 1945 die Bevölkerung Danzigs rigoros ausgetauscht wurde, hat sie auch ihre Identität als deutsche Stadt verloren, die sie bis 1945 hatte.
      Muss ja niemand meiner Meinung sein.
      Aber diskutieren darf man doch.:surprised:
      ________
      Gruß von Christa
      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
      (M. Gandhi)

      Kommentar

      • Heinzhst
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 450

        #33
        Zitat von Christkind
        Danzig war eine begehrte und häufig umkämpfte Stadt.
        Und das hat sich in all den Jahrhunderten nicht geändert.-

        Was sind denn eigentlich die Kriterien, die eine deutsche... polnische...russische ... Stadt zu einer deutschen.... polnischen... russischen Stadt machen?
        Für mich sind es die Menschen.Natürlich gibt es da auch die Völkerrechte, die Verpflichtungen, die Urkunden.
        Wenn in einer Stadt vorwiegend - in der Mehrzahl - eine bestimmte Volksgruppe ansässig ist, dann meine ich, dass die Stadt dann entsprechend auch geprägt ist von dieser Volksgruppe.
        Und da nun mal 1945 die Bevölkerung Danzigs rigoros ausgetauscht wurde, hat sie auch ihre Identität als deutsche Stadt verloren, die sie bis 1945 hatte.
        Muss ja niemand meiner Meinung sein.
        Aber diskutieren darf man doch.:surprised:
        ________
        Gruß von Christa
        Danke Christa, das ist auch meine Meinung.
        Nun werden einige wieder die, schon stumpfe, Keule herraus holen:
        "Wir haben den Krieg begonnen, wir sind selber daran schuld was geschah."
        Die deutsche Geschichte begann ja erst 1933 oder 1939, vorher war die Welt friedlich und einig.

        Gruß Heinz
        Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
        A.G.

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        • jonny810
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 2423

          #34
          deutsch oder polnisch???

          Hallo Heinz,

          leider muss man die Geschichte so sehen, wie Du sie beschreibst.
          Unsere Führung hat die Zeche gemacht, (Beschuss der Westerpltte und somit Kriegsbeginn), wir zahlen durch Verlust unserer Heimat.

          Leider gab es Gebietsverluste durch Kriege schon immer, nur haben wir in diesem Fall als Erlebnis-Generation den "schwarzen Peter" in der Hand.

          Wenn man es einmal persönlich sieht, was uns verlorengegangen ist,
          ich habe es mit meinem polnischen Freund zusammen getahn,könnte man nur traurig sein.
          Deutschland wäre für mich das schönste Land der Welt

          Das meint Erhart vom Schüsseldamm.
          Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
          "Nec Temere - Nec Timide"
          Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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          • ada.gleisner
            Forum-Teilnehmer
            • 17.02.2008
            • 882

            #35
            deutsch oder polnisch ?

            Nachdem ich also alle Beiträge zu diesem Thema bis hierher gelesen habe,muß ich meinen Senf auch noch dazugeben. Keine Frage, Danzig ist heute eine polnische staedt, Sprache, Kultur und Lebensziele sind polnisch und man merkt es auch sofort, wenn man nach so vielen Jahren wieder einmal in Danzig ist, fremd war mir die Stadt geworden. Daß Danzig vor 45 eine deutsche Stadt war, ist wohl auch klar, denn Geschriebenes, was sich so erhalten hat, z.B. Gesetze, Gebote, Verbote , die der Magistrat oder Senat oder die Ratsherren veröffentlichten, ist in der deutschen Sprache der damaligen Zeit verfaßt. Die meisten Namen der Bürger waren aus dem deutschen Sprachraum, manchmal auch aus dem Niederländischen. Straßennamen, die Namen der Koggen und ihrer Kapitäne, der Türme in der Stadt, die Namen der Speicher, sie zeigen doch, daß Danzig eine deutsch geprägte Stadt war.Es werden auch immer Polen in Danzig gelebt haben, aber sie haben sicherlich nicht die Stadt geprägt. Einer der wenigen Polen, der hierzu etwas gesagt hat, ist der Schriftsteller Stefan Chwin. In einem Artikel in der Zeitschrift "Dialog" sagte er in etwa, daß bei der Rekonstruktion der Danziger Altstadt bewußt der Baustil der vielen niederländischen Architekten herangezogen wurde, die in Danzig gebaut haben, alles Deutsche aus den letzten 200 Jahren wurde bewußt nicht wieder hergestellt. Er ging in diesem Artikel ziemlich harsch mit seinen Landsleuten um, die alles Deutsche unter den Tisch kehren wollen. Schade, wir wären schon viel weiter in der Verständigung, wenn auch mal von polnischer Seite eine entsprechende Reaktion käme. Ich habe mir lange überlegt, ob ich das alles schreiben soll. vielleicht kommt ja jemand auf die Idee, daß ich eine Revanchistin bin. Bin ich nicht, habe Verwandte in Polen und beschäftige mich viel mit der Geschichte Polens.
            Na ja, Schluß jetzt, ich quassel schon viel zu lange. Schönes Wochenende an alle, ada
            Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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            • Pomuchel
              Forum-Teilnehmer
              • 12.02.2008
              • 241

              #36
              Für einen Polen bleibt Danzig "immer polnisch", für einen Deutschen ging die "immer deutsche Identität" der Stadt 1945 verloren.
              Nur für uns, Danziger, war die Stadt immer Danziger.

              Die meisten Namen der Bürger waren aus dem deutschen Sprachraum, manchmal auch aus dem Niederländischen. Straßennamen, die Namen der Koggen und ihrer Kapitäne, der Türme in der Stadt, die Namen der Speicher, sie zeigen doch, daß Danzig eine deutsch geprägte Stadt war.
              Genauso wie Wien, Bern, Zurich, Prag, und sogar Krakau und Warschau in ihre Vergangenheit.
              Hochachtungsvoll
              virt. Prof. Grün
              www.rzygacz.webd.pl/pomuchel/archiv.html -
              Danziger Dienstleistungen jeglicher Art
              Nachforschungen in Archiven (Danzig und Umgebung)
              Historische und heutige Bilder von Danzig
              Kontakt über PN

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              • jonnyroggenbuck
                Forum-Teilnehmer
                • 11.02.2008
                • 37

                #37
                Polnische Marinestreife in Danzig

                Seit heute besitze ich den Danziger Hauskalender aus dem Jahr 1968. Bei durchblättern fand ich das Bild mit den polnischen Matrose, die Streife in Danzig laufen. Dazu vier Zeitungsartikel, die sich mit dieser Provokation auseinandersetzten. Das Ganze fand 1931 statt. Siehe Anlagen.

                Jonny
                Angeh

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