Die Zeughauspassage

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  • andrea
    Forum-Teilnehmer
    • 05.04.2008
    • 42

    #1

    Die Zeughauspassage

    Vielen Dank Wolfgang, werde mein Muttchen gleich nochmal anrufen. Du kennst doch bestimmt im Stockturm das neue Bernsteinmuseum. Wurde voriges Jahr neu eröffnet. Es ist sowas von sehenswert. Meine Mutti war nur etwas enttäuscht von der Zeughauspassage, weil die nicht mehr das Flair von damals hat (Zuckerstreusel und Verschnörkelung). Das schlimmste für sie war der Supermarkt darin. So ändern sich eben die Zeiten. Gelle die Zeughauspassage ist doch in der Nähe von der Wollebergasse?!
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    Zitat von andrea
    Meine Mutti war nur etwas enttäuscht von der Zeughauspassage... Das schlimmste für sie war der Supermarkt darin. So ändern sich eben die Zeiten. Gelle die Zeughauspassage ist doch in der Nähe von der Wollebergasse?!
    Das Zeughaus liegt am Anfang bzw. Ende der Großen Wollwebergasse. Auf der Rückseite befindet sich der Kohlenmarkt und auf der anderen Seite geht es in die Jopengasse hinein. Von dort aus gab und gibt es einen der schönsten Blicke auf die Marienkirche.

    Die Zeiten ändern sich, ja, und auch diesen Supermarkt, der vor ein paar Jahren noch ein Edeka-Laden war, gibt's nicht mehr. Die Zeughaus-Passage hatte nun rund ein Jahr dicht gemacht und wird in Kürze neu öffnen. Ich bin selber gespannt, wie's dann dort aussehen wird.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #3
      AW: Die Zeughauspassage

      Guten Abend,

      durch die kürzliche Beschäftigung mit dem Großen Zeughaus im Forum (Fehlerfund in dessen Wikipedia-Seite und letztes Danzig-Rätsel zur Kriegerstatue davor) wurde ich erneut an die Zeughauspassage erinnert, die ich in meiner Kindheit bei Stadtgängen mit meiner Mutter öfter erlebt habe, einmal auch schmerzlich (davon evtl. später mehr). Diese Passage zwischen Kohlenmarkt und Großer Wollwebergasse im gewölbeartigen Erdgeschoss des Zeughauses (siehe hierzu Abb. 4 von oben in der polnischen Wikipedia-Seite "Wielka Zbrojownia w Gdańsku": > https://pl.wikipedia.org/wiki/Wielka...w_Gda%C5%84sku ) hatte damals einen besonderen Charme durch ihre schmucken Geschäfte und ihre festliche Beleuchtung. Das Kriegsende und seine Folgezeit brachten starke negative Veränderungen in diese Passage, für die lange weiter Einkaufsmöglichkeiten, eher marktähnlicher Art, bestanden, bis damit Schluss war in Verbindung mit dem Einzug der Zentrale der Danziger Kunsthochschule (Akademia Sztuk Pięknych w Gdańsku = "Akademie der Schönen Künste in Danzig") in das Große Zeughaus. So sieht es heute im Erdgeschoss des Großen Zeughauses aus: > http://asp.gda.pl/en/the_armoury_of_arts .

      Um der Erinnerung an früher auf die Sprünge zu helfen, bitte ich Peter (sarpei), der sich mit den Angaben in den Danziger Einwohnerbüchern bestens auskennt, herauszufinden und hier zu zeigen, welche Geschäfte sich in den 1930er Jahren bis Anfang 1945 in der Zeughauspassage befanden. Namen und Geschäftszweige würden sicher bei mir und bei anderen, die diese Passage noch erlebt haben, spezielle Erinnerungen wecken. Dafür wäre ich Peter sehr dankbar.

      Viele Grüße
      Ulrich

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      • MueGlo
        Forum-Teilnehmer
        • 11.03.2010
        • 1120

        #4
        AW: Die Zeughauspassage

        Moin, Ulrich,

        meine Tante schrieb über ihre Schwester:

        Rosenthal - Über Dittchen und Erich Knoop
        Vor einiger Zeit ging durch die Presse, dass die Porzellanfirma Rosenthal Insolvenz angemeldet habe. Da erinnerte ich mich alter Begebenheiten.
        Meine Schwester Edith, genannt Dittchen, war als Verkäuferin bei Rosenthal im Danziger Hauptgeschäft in der Zeughauspassage beschäftigt. Sie muss eine sehr versierte Kraft gewesen sein, denn es gab Kundinnen, die nur von ihr bedient werden wollten. Nun wurde damals jedes Teil, das den Laden verließ, vor dem Einpacken kurz mit einem Zeigefinger angeschlagen. War der Ton nicht in Ordnung, durfte es nicht verkauft werden. Das gab dann 2. Wahl. So kam ich als Kind zu einer Sammlung wunderhübscher Mokkatassen für meinen Puppenküchenschrank.

        Beste Grüße aus Rabat,
        Rainer MueGlo
        "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

        www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

        Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
        http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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        • sarpei
          Forum-Teilnehmer
          • 17.12.2013
          • 6085

          #5
          AW: Die Zeughauspassage

          Einen schönen guten Abend!

          Zeughauspassage bis 1936
          --------------------------
          Antiquariat 'Altkunst' (Carl Geyer)
          'Bonbonniere' (Hel. Borowski)
          Elektrotechnisches Geschäft (Felix Eberhard)
          Blumenkiosk (Maria Hein)
          Kofferhaus Stabil, Lederwaren (Carl Manteufel)
          Ostdeutsche Bernstein-Industrie (M. Friese GmbH, ab 1935 Anton Plocek)
          Tabakwaren Wilhelm Otto (Herbert Otto)
          Photo-Kunstanstalt (G. Kresin)
          Rosenthal Porzellan-Vertretung
          Rubergs Briefmarken-Spezialhaus (Waldemar Ruberg)
          Obstkiosk (Alma Stein)

          im Jahr 1935 ein Kartenverkaufs-Kiosk des Staatstheaters

          1937 - 1942 folgen in einer zweiten Rutsche ...


          Viele Grüße

          Peter

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          • sarpei
            Forum-Teilnehmer
            • 17.12.2013
            • 6085

            #6
            AW: Die Zeughauspassage

            ... und hier der zweite Zeitabschnitt:

            Zeughauspassage 1937 bis 1942
            -------------------------------
            Carl Geyer, 'Sachverständiger für Kunst und Antiquitäten', ab 1940/1941 wieder wie bis 1936
            'Bonbonniere' (Hel. Borowski)
            Elektrotechnisches Geschäft (Felix Eberhard)
            Geschenk-, Raucher- und Bastler-Artikel (W. Goebel), ab 1940/1941: Kunstgewerbe, Reiseandenken
            Blumengeschäft (Maria Hein)
            Kofferhaus Stabil, Lederwaren (Carl Manteufel)
            Ostdeutsche Bernstein-Industrie
            Zigarren- und Tabakwaren (Willy Krebs)
            Photo-Kunstanstalt (G. Kresin)
            Rosenthal Porzellan-Vertretung, Porzellan, Glas und kunstgewerbliche Artikel
            Rubergs Briefmarken-Spezialhaus (Waldemar Ruberg)
            Obst- und Südfrüchte (Alma Stein)


            Viele Grüße

            Peter

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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8547

              #7
              AW: Die Zeughauspassage

              Hallo Rainer und Peter,

              ich danke Euch beiden für die so schnellen Antworten auf meinen Beitrag #3 zur Wiederbelebung des Themas "Die Zeughauspassage".

              Dir, Rainer, danke ich sehr für die genaue Schilderung der Verkaufsusancen im Geschäft der Rosenthal Porzellan-Vertretung. Diese Schilderung weckte bei mir auch die Erinnerung an ein schmerzliches Erlebnis, das ich mit 2 Jahren wahrscheinlich in Verbindung mit diesem Geschäft in der Zeughauspassage hatte (davon später).

              Dir, Peter, danke ich ganz besonders für die überraschend schnelle Auflistung der Geschäfte, die sich damals in der Zeughauspassage befanden und die den starken Wandel verdeutlichen, der sich in der Zeughauspassage nach dem Krieg ergab. Beide Listen in #5 und #6 zeigen auch die überwiegende Kontinuität dieser Geschäfte vor und nach 1936.

              Viele Grüße
              Ulrich

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              • jonny810
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 2423

                #8
                AW: Die Zeughauspassage

                Zigarren- und Tabakwaren (Willy Krebs) (siehe Zeughauspassage)

                Ein sehr passender Name für einen Tabakwaren-Händler, oder?
                Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                "Nec Temere - Nec Timide"
                Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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                • Ulrich 31
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.11.2011
                  • 8547

                  #9
                  AW: Die Zeughauspassage

                  Ja, Erhart, so kann man auch auf diesen Thread reagieren.

                  Mich interessiert indes viel mehr, ob es in unserem Forum Danziger gibt, die sich persönlich noch an die schöne frühere Einkaufseinrichtung in der Zeughauspassage erinnern können, oder die vielleicht Erinnerungsgeschichten dazu von Älteren kennen. Über solche Informationen würde ich mich besonders freuen.

                  Viele Grüße
                  Ulrich

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                  • Liselotte Fischer
                    Forum-Teilnehmer
                    • 08.12.2011
                    • 93

                    #10
                    AW: Die Zeughauspassage

                    09.01.2017

                    Hallo Sarpei,
                    ich vermisse den jüdischen Händler Markus, von dem der kleine Oskar immer seine Blechtrommel erhielt.
                    Gruß von Lilofee

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