Die Danziger Markthalle
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AW: Die Danziger Markthalle
Hallo Joachim,
wer die Danziger Markthalle in den letzten beiden Jahrzehnten mehrmals besucht hat wie ich, sieht sie anders als Du aus den Google-Maps-Bildern, die gerade das, was Wolfgang besonders kritisierte, nur reduziert zeigen. Nach meinen Eindrücken war dort der Lebensmittelbereich in der unteren Etage recht passabel, während das, was in den oberen Regionen an "Klamotten" angeboten wurde, in keinster Weise etwas mit "Herrenausstatter" zu tun hatte (siehe dazu den Link in #2).
Auf jeden Fall imponiert mir sehr das Gebäude an sich, das zum Glück sein früheres Aussehen behalten hat, und ich bin gespannt, was es demnächst in seinem Inneren beherbergen wird (siehe dazu #12).
Viele Grüße
UlrichKommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Liebe Forum-Teilnehmer/innen,
die Markthalle Danzig, historisches Gebäude, denkmalgeschützt, seit Langem Problemkind, bisher ohne überzeugende Zukukunftskonzepte. Vor fast 16 Jahren, am 13.05.2008, schrieb ich in diesem Thema: "Innen wurde die frühere Atmosphäre, das pulsierende Leben, das Gedränge, Geschiebe gekillt, ermordet. Für mich wird es immer ein Rätsel bleiben, wie man einem solchen städtischen Mittelpunkt auf eine solche Art und Weise die Seele rauben kann."
Seitdem hat sich Einiges geändert. Es ist noch schlimmer geworden. Es gibt Online-Einkaufsmöglichkeiten und es sind neue Einkaufszentren entstanden wie das in der Nachbarschaft liegende "Madison" und das "Forum Gdańsk" gegenüber dem Hohen Tor, die den kleinen Einzelhändlern das Leben nicht nur schwer machten, sondern sie existenziell bedrohten. Die Folge: Mehr und mehr Händler gaben auf, der Leerstand in der Halle wirkt lähmend und macht sie zunehmend unattraktiv.
Nun scheint sich eine Wende abzuzeichnen. Ein Investor will nach dem Kauf mit einer "Food Hall", also einer Lebensmittelhalle mit Gastronomiebetrieben neues Leben in das Gebäude bringen. Gibt es in Danzig nicht bereits genug Restaurants? Gefühlt stolpert man ja schier bei jedem Schritt an einem Lokal vorbei. In der Halle sollen nun Restaurants und Imbissbuden angesiedelt werden, also Fastfood in modernem (Fr)esstempel-Stil, gekleidet in historischem Gewand. Ist das ein zukunftsträchtiges Konzept? Der Investor scheint davon überzeugt zu sein: 141 Millionen Złoty will er in das Projekt stecken. Im heute bereits teils leer stehenden Untergeschoss, also im Keller, sollen weiterhin Händler lokale und regionale Produkte anbieten können. Nur Absichtserklärung? Jeder Investor will Rendite erzielen. Wird das mit den kleinen Bäckerei- oder Fleischerständen möglich sein?
Trotzdem: Nach jahrelangem Niedergang musste eine Lösung gefunden werden. Und wer so viel Geld in die Hand nimmt, wird darauf achten, dass dort tatsächlich pulsierendes Leben entsteht. Ich bin gespannt und hoffe, dass damit tatsächlich eine zukunftsträchtige Lösung geschaffen wird.
Hier ein Link zu einem Artikel (in polnisch) und Bildern mit den geplanten Änderungen: Neue Markthalle.
Schöne Grüße aus dem Werder
WolfgangDas ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"Kommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Auch zu #18 hier bisher keine Antwort. Sind Themen dieser Art in unserem Forum uninteressant geworden?
Für die wenigen Teilnehmer unseres Forums, die am neuen Innenkonzept der bekannten Danziger Markthalle vielleicht doch noch interessiert sind, ausnahmsweise dieser heutige Artikel von trojmiasto.pl zur Kenntnis, der über die Verzögerung der Umwandlung der bisherigen Markthalle zur Essenshalle berichtet:
► https://www-trojmiasto-pl.translate...._x_tr_pto=wapp (deutsch).
Textinhalt und Fotos dieses Artikels gleichen vielfach dem von Wolfgang in #18 geposteten polnischen Artikel-Link, der sich leider nur englisch übersetzen lässt: ► https://www.architekturaibiznes.pl/e...all,32698.html.
UlrichKommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Lieber Ulrich,
wie schon verschiedentlich geschrieben, werden diese Artikel gerne gelesen, nur nicht kommentiert.
Gruß PeterTue recht und scheue niemand.Kommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Hallo Ulrich,
sehe ich so wie Peter. Wir sagen Wolfgang hin und wieder wie toll er ist und dann reicht es für die innere Verständigung.
Hallo Wolfgang,
du bist toll!!!
LG allerseits, Miriam.Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.Kommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Schönen guten Nachmittag,
in meinem Beitrag vom 24. Februar dieses Jahres schrieb ich "Im heute bereits teils leer stehenden Untergeschoss, also im Keller, sollen weiterhin Händler lokale und regionale Produkte anbieten können".
Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal in der Markthalle. Das Innere bietet einen trostlosen Eindruck. Im Erdgeschoss gibt es nach wie vor einige Boutiquen, aber kaum potentielle Käufer. Im Untergeschoss zeigt sich Tristess pur. Dort scheinen die Lebensmittelhändler keine Zukunft mehr zu sehen. Mein gefühlter Eindruck ist, dass mehr als die Hälfte der Verkaufsstände verlassen ist. Es gibt dort kein pulsierendes Leben mehr. Die wenigen Metzger, die dort noch ihre Fleisch- und Wurstprodukte offerieren, finden kaum mehr Kundschaft. Ein Symbol des Niedergangs sind auch die drei noch existierenden Fischverkaufsstände. Ich will nicht sagen, dass dort nur Gammelfisch angeboten wird, aber all das, was dort zu sehen ist, würde ich zu Hause fast restlos in die Mülltonne kippen.
[ATTACH=CONFIG]26657[/ATTACH]
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Es scheint, die Zukunft der Markthalle ist noch nicht in Angriff genommen worden. Hoffentlich wird sich dort doch noch etwas tun.
Schöne Grüße aus dem Werder
WolfgangDas ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"Kommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Hallo Wolfgang,
trojmiasto.pl berichtet in den folgenden beiden verlinkten aktuellen Artikeln über die Sorgen und die Zukunft der bisherigen Händler in der Danziger Markthalle:
► 20.06.2024 - https://www-trojmiasto-pl.translate....e&_x_tr_pto=sc (deutsch),
► 16.11.2024 - https://www-trojmiasto-pl.translate...._x_tr_pto=wapp (deutsch).
Beste Grüße
UlrichKommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Schönen guten Abend,
hallo Ulrich,
da Links nicht immer für die Ewigkeit bestimmt sind, wäre manchmal eine stichwortartige Zusammenfassung hilfreich. Für mich war neu, dass die Kaufvertragsabschlussfrist Ende des Jahres ausläuft. Es ist zu spüren, dass unter den Händlern kaum mehr Optimismus vorhanden ist.
Es ist wie überall hier in den letzten 20, 30 Jahren. Kleine Gewerbetreibende bleiben auf der Strecke wenn kapitalkräftige Investoren gezielt deren Handelsplätze aufkaufen. Das war bei der "Gilde" so, also dort wo heute das Forum Gdańsk steht, das war bei dem Sasper Markt auf der Landebahn des ehemaligen Flughafens so und auch noch auf etlichen anderen Märkten, und jetzt ist eben die Markthalle dran. Das Problem dabei ist, dass die wirtschaftlichen Existenzen der Händler vernichtet werden und es dabei ein qualitatives Vakuum in der Lebensmittelversorgung gibt. Schrottfleisch und Fabrikbackwaren werden dann eben künftig noch stärker über die Discounter verschleudert.
Wenn man auf den "Grünen Markt" in Przymorze geht oder vor allem auch die ausgedehnten Hallen in Gdingen, dann sieht man, dass es schon noch Nachfrage nach Qualität gibt. Qualität eben, die von Einzelhändlern angeboten wird. Natürlich gibt es Qualität auch in Danzig, in Konsumtempeln zu horrenden Preisen. Aber dem kleinen Händler mit vernünftigen Preisen und teils herausragenden Produkten wird der Boden unter den Füßen weggezogen.
Danzigs Stadtzentrum entwickelt sich mehr und mehr zu einer reinen Touristenstätte. Urbane Qualitäten für die einheimische Bevölkerung bleiben auf der Strecke. Ein bezahlbares Wohnen sowieso. Insofern steht die bereits seit fast drei Jahrzehnten schleichende Umwandlung eines typischen Lebensmittelmarktes hin zu einem Fresstempel für betuchte Besucher symbolisch den Wandel einer Stadt, die nach außen hin ein immer besseres Bild bieten will.
Dass diese extreme Kommerzialisierung trotzdem nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zeigen Beispiele in der "Großen Mühle", symbolisieren die leerstehenden Boutiqen in anderen Einkaufszentren wie im Metropolia am Langfuhrer Bahnhof oder der Niedergang des "Manhattan" in Langfuhr.
Schöne Grüße aus dem Werder
WolfgangDas ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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AW: Die Danziger Markthalle
Meine Schwester und ich fanden die Markthalle eher per Zufall bei einem Weihnachtsbesuch vor einem Jahr. Wir hatten in unserer Unterkunft nahe Radaune/Korszenna eine kleine Küche und wollten uns selbst versorgen. Das Angebot an Wurst, Fleisch, Fisch, Käse - es war wie eine Zeitreise in meine Jugend, vor Dreifachverpackung, Geschmacksverstärkern, Langlebigkeits-Zusaetzen und Lebensmittelketten. Die geräucherte Gänsebrust - nie habe ich so etwas Gutes gegessen, zu absolut erschwinglichem Preis. Und die Bedienung, so nette Leute, die sich ueber mein bisschen Polnisch freuten bzw. mir aushalfen. Ich hoffe, dieses Danziger Juwel beim naechsten Besuch doch noch wiederzufinden. -Den besten Mohnkuchen seit Kindheit fand ich uebrigens in einem kleinen Laden in Schidlitz unweit der Zakopianska Strassenbahn-Haltestelle. Alles Zufall. Umso mehr hoffe ich, diese Läden überleben.Kommentar
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AW: Die Danziger Markthalle
Schönen guten Abend,
hallo Barbara,
Danzig ist natürlich immer eine Reise wert. Das kann man von der mittlerweile fast leeren Markthalle nicht mehr sagen. Wie auf einem meiner Fotos zu sehen ist, sind im Untergeschoss zahlreiche Geschäfte geschlossen. Dort wurden Fleisch- und Wurstwaren angeboten. Und wie du sagst, zu annehmbaren Preisen. Natürlich kann man auch jetzt noch sehr gute Fleisch- und Wurstprodukte kaufen. Aber eben nicht mehr unbedingt in der Markthalle. Es gibt Delikatessläden in denen das Kilogramm abgehangenes Rindfleisch durchaus 250 oder 300 Zloty kostet.
Auf dem Weihnachtsmarkt wird gerade litauisches Trockenfleisch angeboten. Da kommen auch Preise zwischen 200 und 300 Zloty vor. Manches von dem, was noch vor kurzem zu nachvollziehbaren Preisen in der Markthalle angeboten wurde, ist nun in Delikatessgeschäften in einer ganz anderen Preislage zu finden. Trotzdem, wenn ich etwas Besonderes kaufen möchte oder ganz besondere Qualität haben möchte, finde ich das meist nur in Danzig und nicht hier draußen weit außerhalb Danzigs. Wie sagt man doch so schön?: Man gönnt sich ja sonst nichts!
Schöne Grüße aus dem Danziger Werder
WolfgangDas ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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AW: Die Danziger Markthalle
Hier die neueste Information zum geplanten Wandel der Danziger Markthalle:
► https://www-gdansk-pl.translate.goog..._x_tr_pto=wapp (deutsch).
UlrichKommentar
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AW: Die Danziger Markthalle - Schließung Ende 2024, Wiedereröffnung Sommer 2026
Ergänzung zu #28:
Hier weitere Informationen von trojmiasto.pl: ► https://www-trojmiasto-pl.translate...._x_tr_pto=wapp (deutsch).
UlrichKommentar
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AW: Die Danziger Markthalle - Schließung Ende 2024, Wiedereröffnung Sommer 2026
Weitere Fotos zur Markthalle von früher und heute: ► https://galeria-trojmiasto-pl.transl...x_tr_hist=true (deutsch).
UlrichKommentar
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