Danzig in den Worten von Günter Grass

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  • Gerhard Jeske
    Forum-Teilnehmer
    • 24.08.2014
    • 737

    #16
    AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

    Und das nicht nur zur Sommerzeit
    07. 01.2007 gerhard jeske
    Grass bevorzugt die Goten!
    Als ich Ihr Buch, " Der Butt" las, erschrak ich darüber, wie Sie das Verhältnis der Pomorschen zu den Goten darstellten. Nach Ihrer Meinung agierten die Goten auf einer höheren Stufe. Den Slawen, und das waren die Pomorschen, verordneten sie eine niedrige wirtschaftliche und kulturelle Ebene. Was hatten die Goten im Norden hinterlassen ? Außer Grabstätten wurde nichts Besonderes nachgewiesen. (Vom Goldschmuck in Gönnebek in Holstein mal abgesehen.) Die Infrastruktur legten zuerst die slawischen Bewohner an, sie gaben den Flüssen und den Furten Namen, dazu Bezeichnungen für Landschaften, Siedlungen, ebenso das slawische Recht. das reichte bis vor die Tore Hamburgs.
    Die Kritiker beschäftigten sich 1977 sicherlich mit ihrer eigene Häutung, sonst hätten sie diese Diffamierungen erkannt, und mit Ihnen darüber diskutiert. Nun weiß ich nicht, ob das brieflich geschah, in der öffentlichen Auseinandersetzung konnte ich darüber nichts finden. In der Kaschubei wurde dieses Miesmachen der Pomorschen-Kaschuben von mir einmal erwähnt, darauf meinte der Redakteur Bolduan. " zu mir, das ist egal, Hauptsache man spricht endlich über uns." (peinlich aber wahr)
    Nachtrag. Unser Landsmann , der Philoseph Athur Schopenhauer meint :" Wenn man in einem Hause zu tun hat, dann pflegt man, ehe man hineingeht, doch einen Blick auf die Außenseite zu werfen. wir haben es mit dem Intellekt von innen zu tun " Viele Interpreten des " Butt`s" haben nur die Fassade beschrieben, das Innenleben aber übersehen G. jeske copyr.

    Kommentar

    • Gerhard Jeske
      Forum-Teilnehmer
      • 24.08.2014
      • 737

      #17
      AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

      Butt
      Butt Zitate und Jeskes Meinung dazu.
      Dass Günter Grass ein wortgewaltiger Erzähler ist haben andere vermerkt und darüber viel geschrieben. Das ist die eine Seite der Rezession, die andere beschäftigt sich mit dem Inhalt. Da muss ich feststellen, dass im Butt eine Tendenz zu Grunde liegt, die ich nicht erfinde, sondern wie sie der Schriftsteller selbst, in den unten zitierten Äußerungen darlegt. Am Ende des Buches mischt sich Günter Grass realistisch in die politische Außeiandersetzung der Polizei mit den Werftarbeitern ein. Er verließ die Ebene der Phantasie und wurde sehr konkret; auch in den nächsten Seiten, in denen er den Ausflug mit seiner Cousine nach Heubude beschreibt bleibt er Realist und nun kommt der unverzeihliche Bruch: Irgendwie muss er wieder das Thema bedienen. Also jetzt verlässt er die Realität und erfindet die Szene mit dem Butt. - Maria breitet die Arme aus und der Butt springt in ihre Arme, wie in eine Schüssel – Das ist nicht mehr die Ebene von- Der Fischer und seine Frau- das ist der hilflose Versuch, das Thema zu retten. Na, so was!

      Butt.Zitate
      85 riet ihn, sein böhmisches Gefolge, erst mal bei uns, den eher törichten aber gutmütigen Pomorschen zu üben.
      105 Und als ich dort, wo später am Ostufer Graudenz (die Festung liegen sollte, von einem Pferd getreten, von einem Kurzschwert in den Daumen geschnitten, von Goitschenweibern als pomorsche Sumpfquappe beschimpft und von einem immer besoffenen oder vom Fliegenpilz benommenen Gotenkerl, der so zahnlos war, dass ich ihm Dörrfleisch vorkauen musste, am helllichten Tage in den Arsch gefickt wurde wobei der Kerl nicht seinen Eberzahnhelm abnehmen wollte) lief ich davon, humpelte weinend - .
      1o8 Zum. ersten Mal habt ihr faul unbewussten und durch keine einzige Tat existierenden Pomorschen wirklich etwas vollbracht, seid ihr durch politischen Mord eingetreten in die Geschichte.
      Geschichte:
      113 stritten sich mit brandenburgischen Markgrafen und deutschherrischen Ordensrittern, wie es nun mal die Geschichte befahl
      123 Seit 1378 hat sich in Danzig oder Gdansk soviel verändert: die Patrizier heißen jetzt anders.
      298- so fleißig ich also das achtzehnte Jahrhundert nach Daten
      und Fakten Flöhe, es will mir kein rückwirkendes Bild geraten.
      411 „Am liebsten gehe ich in die Irre“.
      ( endlich mal eine richtige Einschätzung. ghd.jeske)
      420 Sie ist keine Klara Zetkin. Sie war eine einfache Frau.
      (L Stubb 436 ich schreibe die gestauchte Zeit.
      549 Über den Aufbau der Werft:“ Man zeigt mir, was im Prospekt bebildert und mehrsprachig beschrieben stand: das lohnt keine Mitteilung“
      554 Der erschießen ließ: „Der kam aus Warschau. Der heißt Kociolek“
      555 In Heubude „und zog die Schlüpfer aus und Jeans. Sie half mir bis mein
      Glied stand“. usw.

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      • mariano
        Forum-Teilnehmer
        • 12.07.2008
        • 113

        #18
        AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

        Sehr geehrter Herr Jeske - sie müssen unbedingt zum Arzt so schnell wie möglich- Ihre Äusserungen zeigen dass Sie krank sind - eifersüchtig ? -na ja...Herr Günter Grass ist Nobelpreisträger - Sie leider nicht. Viel spaß noch bei Ihrer Giftigkeit.....Gruß .

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        • Klaus Mynter
          Forum-Teilnehmer
          • 02.11.2011
          • 183

          #19
          AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

          @Gerhard Jeske
          Gestern noch nach Verlag "Engel mit Trompete" u.a. gesucht.
          Heute Ihre Kommentare (Kritik darf man das nicht nennen), zu Grass gelesen.
          Jeske-Bücher: nein danke.

          K Mynter - Danzig-Langfuhr
          Grüsse vom Atlantik

          Klaus-Danzig-L

          Kommentar

          • Gerhard Jeske
            Forum-Teilnehmer
            • 24.08.2014
            • 737

            #20
            AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

            An mariano
            von Gerhard Jeske
            Da haben andere Kritiker viel schärfere Analysen geschrieben. Wenn es nach Ihren Worten ginge, Herr Mariano, müßten alle Geisteskrankenanstalten überfüllt sein. Zur Sache haben Sie sich nicht geäußert, so bleibt Ihre Anschuldigung nur ein Ablenkunsmanöver. Gergard Jeske

            Kommentar

            • Daniel Hebron
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 331

              #21
              AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

              Hallo mariano,

              ich persönlich bin selten mit Herrn Jeske einer Meinung. Aber trotzdem schätze ich seine fundierten Ausführungen sehr und würde niemals auf den Gedanken kommen, ihn "wegen seiner Gedanken zum Arzt schicken zu wollen". Einen derartigen Diskussionsbeitrag finde ich gelinde gesagt "wenig hilfreich".

              Gruss
              Daniel
              Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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              • Antennenschreck
                Forum-Teilnehmer
                • 05.09.2011
                • 1833

                #22
                AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                Hallo,

                man sollte in Foren hin und wieder auf ein wenig Diskussionskultur achten. Wenn wer Quatsch (aus eigener Sicht) schreibt, wäre der sinnvollste Weg es einfach zu ignorieren. Ein zweiter Weg wären sinnvolle Gegenargumente vorzubringen. In diesem Fall haben sich die allermeisten (scheinbar) User für Weg 1 entschieden. Persönliche Angriffe sind selten hilfreich und liegen oft im Interesse von sogenannten Forentrollen.
                Also, immer schön nett und bei der Sache bleiben.

                Tschü.....
                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                Kommentar

                • mariano
                  Forum-Teilnehmer
                  • 12.07.2008
                  • 113

                  #23
                  AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                  Sehr geehrter Herr Jeske -entschuldige mich -I Am Sorry -es war blöd von mir so was schreiben ,aber ich bin Fan von Herr Grass und Ihre Aussagen haben mich ein wenig genervt...Bitte um Verzeihung.Grüß Mariano

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #24
                    AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                    Schönen guten Abend,
                    hallo "Mariano",

                    danke für Deine klärenden Worte! Über Grass, über das was er schrieb und wie er es schrieb, mag man geteilter und auch sehr kontroverser Ansicht sein. Mein verstorbener Vater, Journalist, Redakteur, Sprachpurist, konnte auf die Palme getrieben werden wenn über Grass gesprochen wurde. Nicht nur seine sprachliche Ausdrucksweise, sondern auch das, was und wie er über Danzig schrieb, fand seine harsche Kritik.

                    Auch ich bin durch meinen Vater beeinflusst. Obwohl ich viele Werke von Grass las (und immer wieder mal hervor hole und lese), manche gespannt interessiert, manche gequält interessiert, ist in meinem Denken immer eine Aussage meines Vaters präsent: "Intelligenz äußert sich bei Autoren nicht darin, dass sie nur von anderen Intelligenten verstanden werden, sondern dass sie Kompliziertes auch so schreiben, dass es der einfache Mann auf der Straße versteht". Grass ist meist ein Meister des Wortes das der einfache Mann nicht versteht. Und auch ich werde manchmal von seinem Wortgeklingel einfach nur besoffen und weiß nicht was einfach nur Sache ist.

                    Die zwei letzten von mir gelesenen Bücher waren "Beim Häuten der Zwiebel" (eine gut zu lesende Biografie/Rechtfertigung) und "Tagebuch einer Schnecke", ebenfalls interessant, aber ohne akademische Erläuterung nicht von jedem Leser in seinen Tiefen verständlich.

                    Ich glaube, ich muss nicht daran erinnern, wie noch vor wenigen Jahrzehnten schier unüberwindbare Gräben und Glaubenskriege bezüglich der Werke von Grass ausgetragen wurden. Die Kritik von Gerhard Jeske mag zwar ebenfalls nicht ganz einfach lesbar sein, aber sie bildet zumindest eine Diskussionsgrundlage.

                    Schöne Grüße aus dem Werder
                    Wolfgang
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                    Kommentar

                    • Gerhard_Wolfgang
                      Forum-Teilnehmer
                      • 21.01.2012
                      • 7

                      #25
                      AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                      Hallo aus der Schweiz
                      Eigentlich sollte man bei seiner Meinung bleiben. Ich würde mich nie entschuldigen, denn das ging dann wohl gegen die eigenen Prinzipien. Wer die Meinung eines Anderen nicht akzeptieren kann, sollte lieber schweigen. Oder sagt da jemand etwas über die Redewendungen, über die Sprache, über die Grammatik, über Vieles Weitere? Günter Grass hat etliches geschrieben, was ich ebenso las, doch er wurde ausgezeichnet und kann von seinen Werken leben. Welcher Schriftsteller verdient genug, um sich damit über Wasser zu halten? Ich meine, man sollte nie über andere richten und auf keinen Fall einen Stein werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt.
                      Bleibt doch bei der Sache. Herzlichst Gerhard-Wolfgang

                      Kommentar

                      • Wolfgang
                        Forumbetreiber
                        • 10.02.2008
                        • 11623

                        #26
                        AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                        Schönen guten Abend,
                        hallo Gerhard-Wolfgang,

                        ohne gegensätzliche Meinungen und Ansichten herrschte Stillstand. Es gäbe keinen Fortschritt, es herrschte Stillstand auf der Basis von Vorgestern.

                        Was uns auszeichnet, was uns vorwärts bringt, was das Leben interessant macht, ist eine intelligente und humane Streitkultur. Etwas, was knallhart hinterfragt, nachbohrt, Schwächen in der Argumentation aufzeigt - ohne persönlich anzugreifen, ohne zu beleidigen oder beleidigend zu wirken.

                        Wer schreibt wie Grass, wer unduldsam ist wie Grass, wer einen Stil zeigt wie Grass, macht sich umstritten. Ein Nobelpreis heißt nicht, dass sein Empfänger immun ist gegen Kritik. Im Gegenteil. Konstruktive Kritik, Kritik an der sich intelligente Geister wetzen können, Kritik die scheinbar Aussagen von Grass widerlegen, ist nicht nur wünschenswert sondern sogar ein Muss.

                        Grass, der immer wieder zündelt, dabei aber mitunter recht empfindsam gegen Kritik reagiert, provoziert Kritik. Er ist der Größte, er war es der Brandt zum Kanzler machte, und als er feststellen musste, dass ihm die SPD nicht den erforderlichen Tribut zollte, verließ er sie. Und so ist es bei Allem was er zu Moral, zu Ethik, zu Politik zu sagen hat: ER ist der Größte, er hat offenbar die Weisheit mit Esslöffeln gefressen, und allein schon diese unverfrorene Position imponiert mir. Er ist Wetzstein, Gegenpol, auch in gewissem Sinne ein unbequemer Stachel gegen Ignoranz, Gleichgültigkeit, Schläfrigkeit. Deswegen sei ihm Dank, auch wenn ich in ihm nie die "moralische Instanz" sah, die so Mancher in ihm zu erkennen glaubte.

                        Grass trägt mit erhobenem Zeigefinger -bestimmt glaubt er, dass dieser vom Papst gesegnet ist- als einer von Wenigen dazu bei, dass es in unserer verschlafenen Republik da und dort noch ein bisschen konfliktbeladene Diskussion gibt. Gott sei ihm Dank dafür.

                        Und ich danke für jeden konstruktiven und nichtattackierenden Beitrag zu diesem Thema. Grass wühlt auf, und Gerhard Jeske hat in großer Klarheit dazu beigetragen.

                        Schöne Grüße aus dem Werder + eine Gute Nacht
                        Wolfgang
                        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                        • Antennenschreck
                          Forum-Teilnehmer
                          • 05.09.2011
                          • 1833

                          #27
                          AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                          Hallo,

                          das Mariano sich entschuldigt hat, war in diesem Fall bestimmt kein Fehler und verdient Respekt, denn sein Posting war etwas impulsiv und weniger eine sachliche Darstellung seiner Meinung. Für eine sachliche Meinungsäuserung würde ich mich auch nicht entschuldigen, denn ansonsten bräuchte man gar nicht mehr diskutieren.

                          Tschü......
                          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #28
                            AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                            Liebe Forumer,
                            wenn es um Günter Grass geht, muss ich mich hin und wieder einmischen.
                            In meinem Leben spielt er eine zentrale Rolle, als Mensch und als Literat. So viel Güte habe ich durch ihn erfahren.
                            Über seine Literatur kann man streiten. Genau das macht das Besondere seiner Literatur aus. Gute Literatur kann man immer wieder neu lesen, immer wieder neu überdenken. Für mich bleibt er eine literarische Herausforderung. Die Art, den Spannungsbogen zu führen, finde ich oft genial.
                            Gewiss, es ist nicht immer leicht zu lesen. Aber Grass ist Lyriker, nicht Journalist. Schaut euch die heutige Lyrik an, welcher einfache Mensch versteht darin was? Und wer bestimmt, was zeitgemäß ist? Der Autor? Wer so denkt, hat wenig Ahnung vom Markt. Der Markt macht die Gesetze. Wenn der Autor Erfolg haben möchte, beachtet er dies.
                            Wer etwas zu sagen hat, tut dies bekanntlich in seiner eigenen Sprache. Ein nach Erfolg strebender Autor denkt immer wieder neu über die eigene Sprache nach. Was aber ist Erfolg? Das bestimmt jeder Mensch für sich selber.
                            Grass hat sich eine künstlerische Freiheit erarbeitet, bekannt auch unter dem Begriff "Narrenfreiheit". Eine Narrenfreiheit, die die lyrischen Gesetze und die menschlichen Gesetze beachtet. Das muss man erst mal bringen! Die künstlerische Freiheit verlangt nicht von jedem Bewunderung. Genau darin liegt die Freiheit.
                            Was mir an ihm gefällt, ist, dass er sich als Mensch erfahrbar machte. Vielleicht ist es das, was die Gemüter erregt.
                            Mir hat Grass einen emotionalen Zugang zu Danzig geboten, den ich sonst so nicht gefunden hätte. Seine lyrische Prosa wird mir stets eine Herausforderung sein.

                            Und überhaupt, eigentlich ist er ja Künstler in Bild und Wort.

                            Tipp: Wenn sich ein Autor im Wort vergreift, dann sucht er halt neue Wörter. Das ist sein Job. Es gibt in der Literatur, anders als bei den meisten Berufen, keine Unfallversicherung für Wort-Unglücke. Daher gehört zum Rüstzeug eines Autors neben Kritikfähigkeit die Nachsicht. Denn ein Autor ist nicht Herrscher über das Wort, sondern sein Schüler.

                            Allen Schreiberlingen frohes Wortschaffen :-) waldkind.
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                            Kommentar

                            • Gerhard Jeske
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.08.2014
                              • 737

                              #29
                              AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                              Gerhard Jeske antwortet Herrn Mariano
                              Guten Tag Herr Mariano
                              1.) Eines Vorweg: Ich bin kein Schriftsteller und hatte nie die Absicht Herrn Grass nachzueifern.
                              2.) Autor ist jeder. Der einige Gedanken aufschreibt und sei es auf eine Postkarte.
                              3.) Sie unterschieben mir, dass ich beleidigt war. Da bin ich andere Kaliber gewohnt.
                              4.) Nicht nur Sie weichen dem tendenziösen Inhalt im Butt aus. Dieser Inhalt hatte in den sechziger und siebziger Jahren eine schlimme Bedeutung. Der Begriff von den minderwertigen Slawen war in vielen Köpfen eingeprägt und hat eine neunhundert jährige Tradition.
                              5.) Darüber möchte ich später schreiben.
                              6.) Also bis dann Gerhard Jeske

                              Kommentar

                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #30
                                AW: Danzig in den Worten von Günter Grass

                                Lieber Gerhard,

                                zuerst einmal stört mich der Begriff "Geisteskrankenanstalten". Solche Anstalten gib es heutzutage nicht mehr, allenfalls psychiatrische Kliniken für Menschen mit besonderen Fähigkeiten.

                                Du sagst, Marianos Beitrag tut nichts zur Sache. Ich wiederhole mich, wenn ich darauf hinweise, dass es keine rein sachlichen Meinungen gibt. Auch du unterliegst den Kommunikationsgesetzen und argumentierst nicht rein sachlich. Jeder Mensch spricht auf vier Ebenen. Mit jedem Satz sagt er etwas über sich selber, setzt sich in Beziehung zu etwas, fordert etwas ein und sagt etwas zur Sache. Das machst du genauso wie Mariano. Nur jeder Mensch gewichtet seine Kommunikationsschwerpunkte etwas anders. Und jeder drückt sich mit seinen Möglichkeiten aus. Ich kann den Spieß nun rumdrehen. Wer auf Sachlichkeit beharrt, drückt sich vor den anderen Kommunikationsebenen (die trotzdem sichtbar sind:-D).
                                Ich persönlich sehe Grass auch lieber auf der Beziehungsebene. Selbst die Kritiker vermögen nicht rein sachlich zu argumentieren.
                                Dies alles aber soll keine Wertung sein. Ich wünschte mir nur, es würde weniger schwarz-weiß gedacht, mehr Zwischentöne mit Toleranz und Nachsicht. Oder Güte, wie Grass es vermag gütig zu sein. Oft ist der Gegenspieler nur die Ergänzung zum eigenen Mangel oder eine Spiegelung.
                                Ohne parteiisch sein zu wollen.
                                Ich lese deine Beiträge immer wieder gerne. Ich bin nur oft zu dumm, um sie richtig zu verstehen. Aber Bemerkungen wie "minderwertige Slawen", da fühle ich was dabei. Genau deswegen schätze ich Grass, weil ich mich in Beziehung zu ihm als Mensch fühlte und nicht als "minderwertige Slawin". Und das empfinde ich in Deutschland als einzigartiges Geschenk.
                                Dir ein schönes Wochenende. wk
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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