DANZIG - Geschichte einer deutschen Stadt

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  • Marc Malbork
    Forum-Teilnehmer
    • 23.02.2008
    • 1050

    #1

    DANZIG - Geschichte einer deutschen Stadt

    Das Buch von Ruhnau "DANZIG - Geschichte einer deutschen Stadt" habe ich vor Jahren mal um ein paar Mark auf dem Flohmarkt erstanden. Hübsche Bilder, schöne Karten. Bei genauerem Lesen zu Hause waren meine ersten Gefühle: (Neo-)Nazi, Antisemit. Beides ist bei noch genauerem Lesen zwar falsch. In seinem Buch „Kalte Heimat“ bemerkt Andreas Kossert an einer Stelle aber (sinngemäß), dass viele aus dem Vertriebenenbereich nach dem Krieg geistig in den dreissiger Jahren stehen geblieben sind. Ruhnaus Texte scheinen mir ein Beispiel dafür.

    Da wird zwischen den „deutschgesinnten Juden“, die in den „Volkskörper“ zu integrieren sind und den „Ostjuden“ unterschieden. „Auch in Danzig hatten die „Ostjuden Kontakt mit dem sowjetischen Konsulat“. Im Übrigen geht es Ruhnau um „Polens Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs“. Ruhnau beschreibt weder den Völkermord an den Juden noch den versuchten Völkermord an den Polen.

    Oh Deutschland hoch in Ehren.

    Bloß in welchen. Das alles ist eine Art deutsch-nationalistischen Denkens, die heute insbesondere für die absolute Mehrzahl jüngerer Menschen in Deutschland schlicht nicht mehr verständlich ist und zu meinen geschilderten Erstreaktionen führte. Das Buch von Ruhnau ist wohl 1971 erschienen.

    * * *

    Wegen der jüdischen Danziger hier noch die folgenden Auszüge aus dem Buch von Frank Fischer, Danzig. Die zerbrochene Stadt, 2006, S. 337ff.:

    (…) Mit dem Wahlerfolg von 1935 im Rücken verspürte Forster keinerlei Hemmungen mehr, auch den Juden gegenüber sein wahres Gesicht zu zeigen. Die Diffamierung und Demütigung der jüdischen Minderheit … auf allen Gebieten der politischen, gesellschaftlichen und beruflichen Betätigung hatten die Nazis von Anfang an mit perfider Energie vorangetrieben. Die Neuzulassung von jüdischen Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und Anwälten war seit Juli 1933 praktisch unmöglich … Das Gros der jüdischen Beamten an Schulen und Behörden war 1933/34 entlassen worden, dazu die jüdischen Künstler, die beim Danziger Rundfunk, am Stadttheater oder an der Zoppoter Waldoper gearbeitet hatten. Beschmierte Wohnhäuser und Geschäfte … Boykottaufrufe gehörten seither zum Alltag in der Freien Stadt; Beleidigungen, Belästigungen und Überfälle auf offener Straße inbegriffen.

    Trotz alledem, berichtet der jüdische Lehrer Samuel Echt … „soll anerkannt werden, dass im Jahre 1935 und noch zum Jahresbeginn 1936 in wenigen Fällen das Recht siegte und Übeltäter … verurteilt wurden; bald aber geriet auch das Gericht völlig unter den Einfluss der Partei.“

    …Den Wendepunkt markierte die Rede, die Forster auf dem Danziger Gauparteitag am 10. Oktober 1937 hielt…Bis zum Frühjahr 1938, verlangte Forster wenige Wochen später kategorisch, müsse die „Judenfrage“ in Danzig gelöst sein.

    Eine Welle der Gewalt brach über die jüdische Bevölkerung herein, begleitet von antisemitischen Gesetzen, die dem braunen Terror ein fadenscheiniges Mäntelchen der Legalität umhängen sollte. … Wer es sich leisten konnte … suchte sein Heil in der Flucht.
    Seit dem Sommer 1938 prangten in sämtlichen Badeorten, im sogenannten Weltbad Zoppot ebenso wie in Glettkau oder am berühmten Hotel „Seestern“ in Brösen, Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“. Am 23. November 1938 traten die … „Nürnberger Gesetze“ … in Kraft.

    …Im August 1939 … lebten noch tausendsiebenhundert Juden unter entwürdigendsten Umständen in Danzig. Nicht einmal die Hälfte von ihnen schaffte es auf einen der Transporte nach Palästina, Schanghai, England oder Bolivien. Wer zurückblieb, wurde bis Mitte 1943 von den deutschen Behörden deportiert, was einem Todesurteil in der Regel gleichkam. Die Spur der Verhafteten verlor sich entweder im Warschauer Ghetto oder endete in den Konzentrationslagern …
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    Zitat von Rüdiger
    Das Buch von Ruhnau habe ich vor Jahren mal um ein paar Mark auf dem Flohmarkt erstanden. ...Bei genauerem Lesen zu Hause waren meine ersten Gefühle: (Neo-)Nazi, Antisemit. Beides ist bei noch genauerem Lesen zwar falsch.
    Auch ich besitze Prof. Ruhnaus Buch. Nicht die vermeintlichen Fakten machen es lesenswert, sondern der Umstand, dass das Buch selber bzw. seine Inhalte, Sichtweisen und Interpretationen bereits Geschichte ist. Denn mit dem Abstand zum Publikationsdatum wird deutlich, wie stark die Geschichte im Lauf der Zeit einer Objektivierung und Neubewertung unterlag.

    Dr. Peter Oliver Loew schreibt in seinem wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Buch "Danzig und seine Vergangenheit 1793-1997" über den "Danziger Amateurhistoriker" Rüdiger Ruhnau und dessen Buch "Danzig - Geschichte einer deutschen Stadt":

    "In seiner Geschichte Danzigs von 1971 breitet Ruhnau seine Vorstellung von der städtischen Vergangenheit aus - sie ist deutschtumsfixiert, nicht frei von antisemitischen Anspielungen und bezieht polnische Bestimmungsfaktoren nur da in die Betrachtung mit ein, wo sie als "Fremdkörper" erschienen können. Das Werk will laut Vorwort "den Danziger Landsleuten [...] eine geistige Waffe in die Hand geben" und scheut dabei vor gewagten Umdeutungen nicht zurück. So wird der Heilige Adalbert der erste Märtyrer Ostdeutschlands genannt"
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Christkind
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 1568

      #3
      Zitat von Wolfgang
      Auch ich besitze Prof. Ruhnaus Buch. Nicht die vermeintlichen Fakten machen es lesenswert, sondern der Umstand, dass das Buch selber bzw. seine Inhalte, Sichtweisen und Interpretationen bereits Geschichte ist. Denn mit dem Abstand zum Publikationsdatum wird deutlich, wie stark die Geschichte im Lauf der Zeit einer Objektivierung und Neubewertung unterlag.

      Wo siehst du eine Objektivierung, Wolfgang?
      Ich sehe immer nur eine kritische Betrachtung der Schriften, die nicht im Sinne der polnischen Sichtweise zu Danzigs Historie veröffentlicht sind.
      Ich habe noch den Film vor Augen, der neulich im Fernsehen lief,im hr.
      Ein Film über Danzig und nicht ein einziges Mal das Wort "Deutsch " gefallen.Schämt man sich auf deutscher Seite, es zu erwähnen oder traut man sich nicht?
      Hier im Forum was davon erwähnt??? Nö.
      Und das in der heutigen Zeit!
      Objektiv - ja, da müssen wir hinkommen.
      ______
      Christa
      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
      (M. Gandhi)

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        Zitat von Christkind
        Wo siehst du eine Objektivierung, Wolfgang?
        Ich sehe immer nur eine kritische Betrachtung der Schriften, die nicht im Sinne der polnischen Sichtweise zu Danzigs Historie veröffentlicht sind.
        Hallo Christa,

        auch hier in unserem Forum sind mehr und mehr Anzeichen einer "Informationsüberfütterung" zu erkennen. Ich muss gestehen, auch ich kann nicht mehr alles lesen bzw. mich später an einmal Gelesenes erinnern. Wahrscheinlich wirst Du die Kritik an Waldemar Nocnys Buch "Insel im Strom" (https://www.danzig.de/showthread.php?t=892) nicht gelesen haben. Die Kritk soll nur als Beispiel aufzeigen, dass sehr wohl auch harte Worte gegen falsche und polemische Darstellungen auf polnischer Seite verwendet werden.

        Zitat von Christkind
        Ich habe noch den Film vor Augen, der neulich im Fernsehen lief,im hr. Ein Film über Danzig und nicht ein einziges Mal das Wort "Deutsch " gefallen.Schämt man sich auf deutscher Seite, es zu erwähnen oder traut man sich nicht?
        Hier im Forum was davon erwähnt??? Nö.
        Das finde ich sehr schade... - aber, Christa, haben wir denn hier nicht die Möglichkeit, darüber zu sprechen? Ich habe den Film nicht gesehen, sonst hätte ich mich sicherlich darüber ausgelassen. Aber warum hast Du denn nicht darüber geschrieben...? - also mich hätt's an Deiner Stelle schon in den Fingern gejuckt, etwas zu schreiben wenn sich da niemand anderes meldet. Und Du hast noch immer die Chance das nachzuholen...

        Übrigens gibt's ja auch deutsche Teilnehmer unseres Forums, denen die deutschen Städtebezeichnungen Danzig oder Zoppot nicht über die Lippen kommen - da muss man gar keine Filme anschauen sondern nur hier in unserem Forum lesen...

        Um auf Objektivität zurückzukommen: Es gibt unbestritten immer wieder mal falsche und nationalistisch eingefärbte Sichtweisen der Geschichte auf deutscher und auf polnischer Seite. Deutsche fordern, Polen müsste seine Ansichten revidieren. Hier, auf deutscher Seite, sind aber mitunter nach wie vor noch Geschichtsinterpretationen Allgemeingut, die zu Bismarcks und Hitlers Zeiten erfunden wurden. Jüngere deutsche Forscher, die sich intensiv in die Geschichte eingearbeitet haben und einer Erkenntniserweiterung dienen könnten, werden kaum wahr genommen, wie z.B. Peter Oliver Loew, Dieter Schenk, Arnold Bartetzky, Christa Harlander, Corina Heß, Anna Meier. Aber auch ältere Forscher wie Prof. Wolfgang Deurer arbeiten eng mit polnischen Forschern zusammen - und man nähert sich.

        Aber es ist trotzdem noch vielfach auf deutscher und polnischer Seite schwer, sich von lieb gewonnenen stramm nationalen Sichtweisen loszulösen. Das wäre der erste Schritt zu mehr Objektivität...
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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        • Marc Malbork
          Forum-Teilnehmer
          • 23.02.2008
          • 1050

          #5
          Das Problem ist, dass für die Geschichtsschreibung über Danzig und die anderen Vertreibungsgebiete faktisch eine ganze Historikergeneration ausgefallen ist, nämlich, verkürzt gesagt, die Generation der sogenannten Altachtundsechziger. Das hatte eine Publikationsflut allein aus dem Lager der Vertriebenenverbände und der politisch rechts bis sehr weit rechts Stehenden zur Folge, ohne dass darüber bis tief in die neunziger Jahre hinein eine streitige Diskussion stattfand. Es gibt aus dem Jahre 2003 ein etwas langatmiges aber gleichwohl empfehlenswertes Buch von Gregor Thum über die Ansiedlung der polnischen Bevölkerung in Breslau 1945. In einer Besprechung dazu hat der frühere Vertriebenenpräsident Hupka kurz vor seinem Tod sinngemäß geschrieben, er sei ratlos, wozu man ein solches Buch denn überhaupt brauche. „Deutschtumsfixiert“ ist auch da in der Tat der richtige Begriff.

          Eine jüngere Historiker- und Publizistengeneration bemüht sich, soweit ich sehe, in breiterer Linie erst seit den neunziger Jahren mit Erfolg um eine Geschichtsbetrachtung ohne deutsch-nationale-nationalistische Ausrichtung und selbstverständlich ohne nun eine einseitig propolnische Haltung einzunehmen (siehe gerade Kossert). Vergessen werden sollen aber für die Zeit davor auch nicht - als Publizisten mit Gottseidank breiter Wirkung - Marion Gräfin Dönhoff und Christian Graf Krockow. Für Danzig ist mir der Name Hans Georg Siegler im Gegensatz etwa zu Ruhnau positiv aufgefallen aber ich kenne da den Hintergrund nicht ausreichend.

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #6
            Zitat von Wolfgang
            Hier, auf deutscher Seite, sind aber mitunter nach wie vor noch Geschichtsinterpretationen Allgemeingut, die zu Bismarcks und Hitlers Zeiten erfunden wurden.
            Vielleicht noch eine Ergänzung: Wer sich mit Rüdiger Ruhnaus Schriften etwas intensiver auseinander setzt wird feststellen, dass er ganz offensichtlich auf dem geschichtlichen Erkenntnisstand der 30er und 40er Jahre stehen geblieben war. Das mag auch darauf zurückzuführen gewesen sein, dass der Zeitgeist keine anderen Sichtweisen zuließ. Erschwerend kam natürlich auch hinzu, dass es zum Danziger Staatsarchiv keinen Zugang gab - und heute steht es jedem Wissenschaftler offen.

            Nur eins verstehe ich nicht ganz: Warum klammert man sich argumentativ auch heute noch an solche Leute???
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              Zitat von Rüdiger
              Für Danzig ist mir der Name Hans Georg Siegler im Gegensatz etwa zu Ruhnau positiv aufgefallen aber ich kenne da den Hintergrund nicht ausreichend.
              Hallo Rüdiger,

              Siegler war Journalist, Autor, kein Wissenschaftler. Obwohl er auch einen erstaunlich guten Abriss der Geschichte Danzigs schrieb: "Danzig - Chronik eines Jahrtausends". Recht gut zu lesende geschichtliche Literatur über Danzig ist auch zu finden, so z.B. Frank Fischers Buch "Danzig - Die zerbrochene Stadt." Von den Älteren darf auch Erich Brost nicht unerwähnt bleiben, Danziger Nazi-Verfolgter und nach dem Krieg Herausgeber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

              Aber, und das ist Tatsache, neue Erkenntnisse zur Geschichte Danzigs -und zwar auch zu dessen deutscher Geschichte- werden heute überwiegend vor Ort in Danzig gewonnen. Dass dies sehr sachlich und fundiert sein kann, zeigen immer wieder hervorragende und hochinteressante Artikel in dem zweimonatlich erscheinenden Danziger Magazin "30 dni". (Übrigens hat in der letzten Ausgabe auch unser "Pomuchel" einen Artikel über Jerusalem und die damalige Galgenhinrichtungsstätte veröffentlicht)
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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              • Peter von Groddeck
                Forum-Teilnehmer
                • 11.02.2008
                • 1517

                #8
                Einen ausgewogenen Beitrag bringt das Buch Polnische Geschichte und Deutsch-Polnische Beziehungen für den Geschichtsunterricht. Dieses Buch ist von deutschen Historikern unter Mitwirkung von polnischen Historikern entstanden. ISBN 978-3-06-064215-1.
                Gruß Peter
                Tue recht und scheue niemand.

                Kommentar

                • Christkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 1568

                  #9
                  Zitat von Wolfgang
                  Hallo Christa,



                  Aber auch ältere Forscher wie Prof. Wolfgang Deurer arbeiten eng mit polnischen Forschern zusammen - und man nähert sich.


                  ..
                  Aber es ist trotzdem noch vielfach auf deutscher und polnischer Seite schwer, sich von lieb gewonnenen stramm nationalen Sichtweisen loszulösen. Das wäre der erste Schritt zu mehr Objektivität.

                  Informationsüberfütterung, ja, das stelle ich auch bei mir fest.
                  Viele interessante Bücher gibt es, die zu lesen ich wohl erst im Jenseits Zeit haben werde.

                  Wolfgang, wenn schon ein Benutzerbild Anlass ist für heftige Diskussionen, wenn ein blöder Witz nicht einfach als blöder Witz abgetan werden kann,dann wird es schwierig, auch zu Fernsehsendungen sich zu äußern.

                  Du versuchst den Spagat, und du wirst eines Tages Erfolg haben.
                  Es wird aber noch so manches graue Haar kosten, (falls dann noch nicht alle ausgerauft sind!)


                  Böttcher hat auch ein gutes, sachliches,Buch geschrieben.
                  Leider erscheint es nicht in polnischer Sprache.

                  Was das Nationalbewusstsein betrifft:

                  Was über meine Heimat Danzig berichtet wird, das muss wahr sein.Mehr nicht.

                  Nationalstolz???
                  Ich bin stolz, ein Danziger zu sein.

                  __
                  Ich wünsche einen sorgenfreien geruhsamen Zweiten Advent!
                  Christa
                  Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                  (M. Gandhi)

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    Zitat von Christkind
                    Viele interessante Bücher gibt es, die zu lesen ich wohl erst im Jenseits Zeit haben werde.
                    Als ich diesen Satz las musste ich an den leider viel zu früh verstorbenen Wolfgang Federau denken, der sein Gedicht "Wenn ich tot bin" mit folgenden Worten einleitete:

                    Lieg ich einstmals tot in meinem Bette,
                    stehn noch in den Schränken, hübsch gebunden,
                    Bücher, die ich gern gelesen hätte.
                    Nur - ich habe nie die Zeit gefunden.


                    Zitat von Christkind
                    Du versuchst den Spagat, und du wirst eines Tages Erfolg haben.
                    Ach, danke für Deinen Optimismus! Wenn Du an das Lesen denkst, siehst Du die Möglichkeiten dazu erst im Jenseits. Wenn ich an den Spagat denke, werde auch ich erst aus dem Jenseits zukünftigen Generationen gratulieren können.

                    Zitat von Christkind
                    Es wird aber noch so manches graue Haar kosten, (falls dann noch nicht alle ausgerauft sind!)
                    Ja, es stimmt, ich "ergraue" langsam. Aber Haare habe ich noch genug

                    Zitat von Christkind
                    Nationalstolz???
                    Ich bin stolz, ein Danziger zu sein.
                    Da hast Du auch allen Grund dafür!

                    Euch Allen einen schönen 2. Advent!
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                    • Heibuder
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 751

                      #11
                      Zitat von Wolfgang
                      ... Ich habe den Film nicht gesehen, sonst hätte ich mich sicherlich darüber ausgelassen. ...
                      Wolfgang, ich kann Dir eine Kopie auf DVD schicken - wenn Du möchtest.
                      Trotz Christas zutreffender Kritik finde ich den Film gut gemacht.
                      Er ist für mich eine lebhafte Ergänzung zu meinen Reisebildern vom vergangenen Jahr.

                      Dies ist der Inhalt des Filmes:

                      "Danzig - Gdansk: Stadt der stolzen Kaufleute
                      Danzig ist eine der ältesten Handels- und Industriemetropolen an der Ostsee. Eine Stadt mit Ruhm und Glanz und einer langen wechselvollen Geschichte.
                      Von Frieden, Freiheit, Reichtum und Ruhm künden bis heute die allegorischen Figuren am "Goldenen Tor", dem letzten und prächtigsten von drei Zugangstoren durch die gewaltige Festungsanlage. Die Tore führen auf Danzigs Prachtstraße, die Langgasse. Hier wohnten einst die Reichsten und Mächtigsten der Stadt und in den sogenannten Königshäusern am Ende dieser Straße fanden auch die polnischen Herrscher komfortable Unterkunft.
                      In ihrer Blütezeit waren die Einnahmen der Stadt doppelt so hoch, wie die des ganzen polnischen Staates. Die Könige waren auf die finanzielle Unterstützung der reichen Kaufleute angewiesen. Danzig gehörte damals zu den führenden Stadtrepubliken Europas. Macht und Reichtum der Stadt gründeten auf dem alten Hafen Mottlau. Schiffe, mit Waren aus aller Welt legten hier an.
                      Danzig pflegte auch immer enge Kontakte zu seinem Umland. Handwerker aus Kaschubien arbeiteten in der Stadt, oder handelten dort mit ihren handwerklichen Produkten. Das ist noch heute so. Die Niederungen um Danzig sind geprägt von den niederländischen Protestanten, die im 16. Jahrhundert als Flüchtlinge kamen. Sie brachten ihre Kenntnisse mit, wasserreiches Land trocken zu legen, um es landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Auch sie arbeiteten als begehrte Handwerker in Danzig. Das alles ist lange her. Im 20. Jahrhundert wurde Danzig von Krieg, Vernichtung und Vertreibung heimgesucht. 1945 wurde die Stadt weitgehend zerstört. Engagierte Bürger aber erreichten den Wiederaufbau. Die Stadt hat ihr altes Gesicht zurück bekommen." Quelle: SWR.de
                      .
                      Es grüßt der Heibuder!

                      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

                      Kommentar

                      • Regina, +19.11.2023
                        Forum-Teilnehmer
                        • 15.02.2008
                        • 235

                        #12
                        Langgasser Tor

                        Nach meinen Wissen hiess das Tor am Anfang der Langgasse immer "Langgasser Tor" und erst nach 1945 "Goldenes Tor". Deshalb, wenn man ueber die Vergangenheit schreibt muesste man auch den alten, richtigen
                        Namen nennen.
                        Mit Guten Gruessen
                        Regina

                        Kommentar

                        • Pomuchel
                          Forum-Teilnehmer
                          • 12.02.2008
                          • 241

                          #13
                          Zitat von Regina
                          Nach meinen Wissen hiess das Tor am Anfang der Langgasse immer "Langgasser Tor" und erst nach 1945 "Goldenes Tor". Deshalb, wenn man ueber die Vergangenheit schreibt muesste man auch den alten, richtigen
                          Namen nennen.
                          Mit Guten Gruessen
                          Regina
                          Genau Regina. Namen der historischen Objekte sind auch Denkmäler der Geschichte.
                          Hochachtungsvoll
                          virt. Prof. Grün
                          www.rzygacz.webd.pl/pomuchel/archiv.html -
                          Danziger Dienstleistungen jeglicher Art
                          Nachforschungen in Archiven (Danzig und Umgebung)
                          Historische und heutige Bilder von Danzig
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                          • jonny810
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 2423

                            #14
                            Langasser Tor

                            Zitat von Pomuchel
                            Genau Regina. Namen der historischen Objekte sind auch Denkmäler der Geschichte.

                            Hallo in die Runde.

                            Ich habe es gar nicht anders in Erinnerung als "Das Langasser Tor" und war etwas verwirrt, den Namen gar nicht mehr zu finden.

                            Der Name "Goldenes Tor" hört sich zwar auch gut an, entspricht aber nicht der historischen Realität.

                            So ist es nun mal, das meint Erhart
                            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                            "Nec Temere - Nec Timide"
                            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                            Kommentar

                            • Aschwawe +2012
                              Forum-Teilnehmer
                              • 12.02.2008
                              • 16

                              #15
                              Langgasser Tor

                              Liebe Danziger!
                              In meinen ersten 15 Lebensjahren kannte ich besagtes Tor unter der Bezeichnung "GRÜNES TOR".
                              Mit Heimatgruß Annemarie aus der Paradiesgase
                              Annemarie aus der Paradiesgasse

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