Martin Damß: Sein Werk und sein Leben

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #16
    Die zwei bekanntesten Gedichtbändchen sind: "Das junge Danzig" aus dem Jahr 1935, dann "An dem großen Strom", 1939. Damß schrieb aber auch in Zeitungen und Zeitschriften wie z.B. in früher Zeit in den von Carl Lange herausgegebenen "Ostdeutschen Heften". Darüber hinaus in verschiedenen Festschriften. Nach dem Krieg schrieb er vorwiegend in "Unser Danzig".

    Zitat "Denn ich kann mir kaum denken, dass auch nur eines seiner ueber 30 Gedichte, die in Siegfried Rosenberg's Hauskalender zu finden sind, junge Soldaten "angespornt" haben sollte, fuer "Fuehrer, Volk und Vaterland" in den Krieg zu ziehen um zu sterben."
    Ich bin gerade unterwegs und habe keine Unterlagen dabei bis auf verschiedene Gedichte auf meinem PC. Hier ein paar Auszüge:

    Die Jungen
    ... Soldat im Geist, Soldat im Blut
    Für eine neue Zeit.
    Sie sind des Volkes bestes Gut
    Und ihre Waffe ist der Mut,
    der sie zu Männern schweißt.

    Die Feigen blieben still zurück
    beim Bleisoldatenspiel.
    Die andern suchten echtes Glück,
    Zur Sonne stößt ihr junger Blick,
    Sie sehen Kampf und Ziel.

    oder:
    Wir mögen fallen...
    Wir sind Soldaten,
    Außen und innen.
    Usere Taten
    Sind hartes Beginnen.

    Mögen die Lauen
    Genießen und gaffen.
    Wir wollen bauen,
    kämpfen und schaffen.

    Genießen und ernten
    Wollen wir nicht.
    Aus Kämpfen lernen
    Wir Treue und Pflicht.

    Wir dienen dem Einen
    In alle Zeit,
    Der uns mit reinen
    Händen geweiht,

    Dem wir verschworen
    Auf Leben und Tod,
    Der uns geboren
    Ward in der Not.

    Das ist uns allen
    wie ein Gebet:
    Wir mögen fallen,
    die Fahne steht.

    Wir mögen vergehen,
    namenlos -
    Deutschland muß stehen,
    Ewig und groß.

    oder aus:
    Ewigen Volkes Gestalt
    ... Wehe dem Volk, das nie
    Blut um sein Leben vergoss.
    ... Siehe so leuchtet der Ruhm,
    Der aus den Gräbern steigt.
    ... Doch in den Helden lebt
    Ewigen Volkes gestalt.

    oder aus:
    Sonnwendgruß an Deutschland
    Höre!
    Wir glauben
    An deine Sendung
    Und an des Führers
    Waltende Hand ...

    oder aus:
    Reiterlied
    Wir ritten gestern in die Schlacht
    Und müssen morgen sterben.
    Dazwischen liegt noch eine Nacht.
    Ich habe lange nachgedacht
    Was ich dir könnt vererben.

    ... Und lieg ich morgen auf dem Feld
    Stumm neben meinem Pferde,
    Dann traure nicht. Schön ist die Welt,
    Und wenn Dein junger Liebster fällt
    Auf ferner Feindeserde.

    In allen Diskussionen, aber auch in Würdigungen von Damß, wird nur auf seine unzweifelhaft wunderbar einfühlsamen Gedichte eingegangen, nie jedoch auf seine Rolle, die er als glühender Kämpfer völkischen Gedankenguts einnahm.

    Damß war in der Vorkriegszeit viel im Deutschen Reich unterwegs, manchmal zusammen mit Erich Post, einem weiteren Propagandisten der Neuen Zeit. Das NS-Propagandaorgan „Braunschweigische Tageszeitung“ jubelte am 05.07.1939 Damß in den siebten Himmel und bezeichnete ihn als „Sendboten der alten deutschen Kulturstadt“ Danzig. Zu dieser Zeit war er mehrere Wochen Gast der Stadt Braunschweig und es ist anzunehmen, dass er nicht nur auf die der Stadt Danzig drohenden Gefahren hinwies, sondern auch auf eine Lösung der Danzig-Frage drängte.

    Hitler und seine Paladine brauchten solche Sprachrohre wie Damß, Post und Miegel, die dem Volk süßes Gift ins Ohr träufelten und sie empfänglich machten für die Worte des Führers.
    Zitat Christkind: "Wolfgang, keinen Menschen kann man losgelöst aus der Zeit, in der er lebte, be-oder verurteilen, so lange er nicht aus sich selbst heraus Untaten beging. Aus diesem Grunde halte ich auch deine Rezension über Martin Damß' Werk für zu einseitig."

    „Die schärfste Waffe ist das Wort!“ Diese Aussage zeigt auf, dass nicht nur mit Maschinengewehren Untaten begangen werden können, sondern auch mit Worten.

    Ist denn nicht die bisherige Berichterstattung über Martin Damß einseitig? Wo gab es bisher auch nur ein einziges Wort der Kritik über seine Rolle als Kämpfer für die „Neue Zeit“? Es hat andere Schriftsteller und Lyriker gegeben, die nicht den Weg von Martin Damß gingen, die sich nicht vereinnahmen ließen und auch keine NS-Funktionärsposten bekleideten. Erich Brost zum Beispiel, der ins Exil musste. Wolfgang Federau, der sich zeitlebens nie korrumpieren ließ. Carl Lange, der indirekt zensiert und zur Einstellung seiner „Ostdeutschen Monatshefte“ gezwungen wurde indem man ihm keine Papierkontingente mehr bewilligte. All das ist Martin Damß nicht passiert!

    Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele über die Näheres zu lesen ist in Marek Andrzejewskis Werk „Opposition und Widerstand in Danzig 1933-1938“.

    Gegenstand der Kritik ist doch nicht die künstlerische Ader, die Martin Damß ohne jeden Zweifel aufwies. Er hat diese Fähigkeiten jedoch freiwillig in den Dienst „finsterer Mächte“ gestellt und aktiv seinen Teil dazu beigetragen, dass Menschen an den Führer und die „Neue Zeit“ glaubten und damit ins Verderben gingen. Ist das nicht auch Schuld?

    Übrigens, alle zitierten Werke, Zeitungsausschnitte, Bücher usw. besitze ich im Original.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • Wolfgang
      Forumbetreiber
      • 10.02.2008
      • 11623

      #17
      Zitat Walter: "... seine Verführungskünste dürften denen von Göbbels bei weitem nicht gleichkommen."

      Hallo Walter, ich möchte Damß nicht mit Goebbels auf eine Stufe stellen. Aber auch er, Damß, war ein Verführer. Und zwar ein Verführer, dem auch heute noch höchste Wertschätzung entgegen gebracht wird. Das kann man über Goebbels nicht sagen. Lässt sich daraus ableiten, wer von Beiden erfolgreicher war?

      Zitat Walter: "Hast Du ihn persönlich gekannt?"

      Nein, ich kannte Damß nicht persönlich. Aber habe ich Goebbels gekannt? Und doch erlaube ich mir, über ihn ein Urteil zu bilden...

      Zitat Walter: "Mit Sicherheit hat er nicht mit Läusen im russischen Dreck gelegen"

      Doch, Walter, hat er. Er ist 1940 einberufen worden, war an der Ostfront, hatte aber -wie auch im Zivilleben- große Schwierigkeiten wegen seiner Alkoholkrankheit. Gegen Ende des Krieges wurde er -wahrscheinlich aufgrund seiner Alkoholprobleme- degradiert.
      Bisher habe ich noch keine Gedichte von ihm gefunden, die eindeutig der Zeit zuzuordnen sind, in der er bei der Wehrmacht war.
      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

      Kommentar

      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #18
        Zitat Rüdiger: "Zur Verbreitung von Damß-Gedichten:

        Nach Öffnen der Pdf-Datei bitte dort auf die Seite 72 weiterscrollen."

        Das Gedicht von Martin Damß "Wir mögen fallen..." ist nicht im Krieg geschrieben, sondern bereits 1935 in dem Gedichtbändchen "Das junge Danzig" publiziert worden. Möglicherweise ist es noch ein bisschen früher entstanden. Die Vertonung stammt jedoch offensichtlich aus dem Jahr 1941.
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

        Kommentar

        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #19
          Zitat: "Wir stellen fest, dass die Meinungen ueber Martin Damß weit auseinander triften."

          Wirklich? Damß war das lyrische Aushängeschild der Nationalsozialisten. Wer nur seine Gedichte liest, "mag trunken werden ob der Leuchtkraft seiner visionären Gedanken".

          Mit Martin Damß habe ich mich schon des Öfteren befasst und über ihn einige Aufzeichnungen gemacht. In etlichen Diskussionen im Kulturwerk der Danziger (bei Treffen im Haus Annaberg bei Bad Godesberg) und auch innerhalb des Bundes der Danziger wurde/wird er immer wieder über allen grünen Klee gelobt. Warum? Manches mag dadurch zu erklären sein, dass sich heute kaum jemand mehr seiner NS-Gedichte zu erinnern vermag, vor allem weil sie von Jenen, die davon wussten, verschwiegen wurden. Alte Kameradschaften, die über den Krieg und das Ende des Nationalsozialismus hinaus andauerten, taten das ihre dazu. Ein geradezu perplex machendes Beispiel ist in "Unser Danzig", 1950, Seiten 20-22 in dem Artikel "Die Danziger Gegenwartsdichtung" zu finden. Herausragende Dichter wurden dort keines oder nur sehr weniger Worte gewürdigt. Dagegen heißt es u.a. zu Martin Damß überschwänglich in epischer Breite: "Der geradezu begabteste aller Danziger Lyriker, Martin Damss, hat die zartesten, sublimsten dichterischen Gebilde geschaffen... Seine Gedichte zeugen von ursrpünglichem, leidenschaftlichem, echtem Gefühl. Immer ist der Augenblick des dichterischen Schaffens sein ganzes Sein durchzittert von den Leiden und Freuden, den Enttäuschungen und Sehnsüchten des menschlichen Lebens, sodass man die außerordentliche Intensität seines Schaffens aus jedem Worte spürt.... Er hat neuerdings zum befreienden , Humor gefunden, zum Darüberstehen in einer köstlichen Ironisierung von Mensch und Welt, in dem Sinne, daß Ironie Befreiung von der Welt als Last und Wirklichkeit ist." Aha, auch so kann man Vergangenheitsbewältigung betreiben.

          Aber die alten Kameraden starben aus. Was als deren Vermächtnis blieb, war eine gefilterte, eine die Wirklichkeit schönende und verfälschende Fiktion des Lebens von Martin Damß und seines Werkes.

          Damß wurde 1910 geboren, schrieb sein erstes Gedicht "Blauer Vogel" 18-jährig in den Danziger Neuesten Nachrichten. Er fand früh zum Nationalsozialismus, schrieb sein Debüt im NSDAP-Organ "Danziger Vorposten" 1933 ("Die Gassen sind im Abendlicht mit kleinen Wünschen eingeschlafen..."). Über diese Verbindung fand er im gleichen Jahr zum Landessender Danzig und bereits 1934 wurde er Leiter der Fachgruppe Schriftsteller in der Landeskulturkammer Danzig. Diese gab u.a. Schriften heraus wie "Liste der Schund- und Schmutzschriften, hrsg. von der Prüfstelle für Schund und Schmutzschriften".

          Damß war Aushängeschild der Nazis, seine Gedichte und Beiträge wurden in der NS-Literatur überaus geschätzt. Klar ist warum: Er sah sich als Botschafter. So heißt es in der NS-Kulturzeitschrift "Der Deutsche im Osten" (1938/39, Nr.1, S.81): "Das Schicksal, die Schönheit und die Weite meiner Heimat, hat mich zu einem ihrer Sprecher aufgerufen." Sprecher war er vor allem in der NS-Kampfliteratur. Zur gleichen Zeit schrieb er auch ein Gedicht, aus dem ich lediglich einen Vers zitieren will:
          "Aus Blut ist unser Glaube groß geworden,
          und wieder fordert uns des Blutes Ruf... "

          Aber trotz all seiner engen Verbindungen zu den braunen Machthabern ging es Damß -wie den meisten seiner Künstlerkollegen- materiell nicht sonderlich gut. Sein Lebenswandel trug dazu bei, dass er hohe Schulden anhäufte und nicht mehr ein noch aus wusste. Das vertrug sich natürlich schlecht mit seinem Ansehen in der Öffentlichkeit als Aushängeschild der NS-Literatur. Folge: Senatspräsident Arthur Greiser, NSDAP, wies den Finanzsenator Dr. Hoppenrath am 16.12.1938 an, 3.557,69 Gulden aus der Staatskasse zur Tilgung der privaten Schulden von Damß zu bezahlen (Staatsarchiv Danzig, APG 260/461, fol.901). Kaum etwas anderes zeigt die Verstrickung von Damß mit den Nationalsozialisten eindeutiger als dieser Akt. Welcher Normalsterbliche hätte mit einer solchen Hilfe rechnen können?

          Martin Damß tat mit seinen Gedichten das Seine dazu bei, das Volk zu betören und zu verführen. Was ist für Nachkriegsgeborene anschaulicher als die Gedichte vom Damß, um zu begreifen, wie perfide schleichende Beeinflussung sein konnte? Und da gehören eben nicht nur seine "Heile-Welt-Gedichte" dazu, sondern auch die anderen, also diejenigen die das Volk auf Kampf, auf Sterben, auf den unvermeidlich zu erbringenden Blutzoll vorbereiteten und einstimmten. Wer das liest, wer sich mit Damß exemplarisch befasst, wird eher verstehen, warum es so kommen konnte.

          Ich will Niemandem seine heile Welt kaputt machen. Aber Martin Damß hat eben nicht nur wunderschöne unpolitische Gedichte geschrieben, sondern auch knallharte Kampfgedichte für die Nationalsozialisten, die ihn dafür entlohnten.
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

          Kommentar

          • DerSteegener

            #20
            Wolfgang, ich wunder mich schon wieder. Woher hast Du das alles? Kannst Du das belegen mit Quellenangaben?

            Ich lese auch sehr gerne Gedichte.Von Damß, Lange, Domansky, Trojan, Federau, Westphal. Ich kenne viele von den Damß-Gedichten,sie sind auch in Danzig-L geschrieben worden. Aber die neuen Gedichte, die Du heute bringst, sind mir vollkommen unbekannt. Sind die wirklich erschienen, oder will die ihm jemand nur in die Schuhe schieben?

            Schönen Gruß vom
            Steegener Frieder

            Kommentar

            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #21
              Zitat DerSteegener: "Wolfgang, ich wunder mich schon wieder. Woher hast Du das alles? Kannst Du das belegen mit Quellenangaben?"

              Ich kann jedes einzelne Gedicht mit Quellenangaben belegen. Die meisten stammen aus Vorkriegsgedichtbänden.
              Manche meiner Aussagen sind Wertungen, die ich nach Quellenrecherchen traf wie z.B. dass er ein Aushängeschild der Nazis war. Trotzdem sind diese Aussagen fundiert und halten einer Prüfung stand. Nichtsdestotrotz wäre es für mich ungeheuer reizvoll, mehr zu erfahren über die Danziger Lyriker. Über Carl Lange und Wolfgang Federau weiß ich viel, mehr jedenfalls als über Damß. Beide waren Menschen, denen Pathos zutiefst zuwider war. Vor allem Lange, ein bewundernswerter Mensch, schrieb Gedichte, die unvergleichlich sind und einen offenen Leser mehr berühren als alles was Damß schrieb.

              Wenn ich beide vergleichen wollte, würde ich sagen, Damß wühlt häufig zutiefst auf während Lange das Innerste eines Menschen berührt.
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

              Kommentar

              • Heinzhst
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 450

                #22
                Damß

                Jetzt ist wohl über Damß alles geklärt.
                Der eine verbrennt die Bücher von Damß, der andere signiert sie nicht mehr mit dem Namen des Autors sondern ganz einfach: "Verfasser Unbekannt"
                Alles schon mal dagewesen.
                Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
                A.G.

                Kommentar

                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #23
                  Zitat Heinzhst: "Der eine verbrennt die Bücher von Damß..."

                  Hallo Heinz,
                  Bücher zu verbrennen ist Barbarei. Und zwar unabhängig davon wer der Autor war bzw. ist. Martin Damß hat -wie ja die meisten hier wissen- auch wunderbare Gedichte geschrieben. Nicht um diese ging es, sondern um die weniger bekannten und weniger wunderbaren sowie um Martin Damß selbst.

                  Ich besitze viele Bücher mit Widmungen von Autoren, so auch von Martin Damß, Erich Post, Max Halbe und Carl Lange. Diese Bücher stehen einträchtig in meinen Regalen nebeneinander. Und ich werde mich auch in Zukunft immer wieder mit Gedichten von Damß gerne befassen, sei es das Seemannslied, das Wiegenlied, das Winterlied oder andere seiner Gedichte, die sich so wunderbar lesen. Man muss Damß nicht verurteilen oder verteidigen. Man sollte ihn nur etwas näher kennen, denn mit ihm und seinen Gedichten hält man einen Schlüssel in der Hand, der es ermöglicht, auf so manche Frage nach dem "Wie" und "Warum" eine Antwort zu finden.

                  Also: Nie verbrennen, wegwerfen, verleugnen sondern in die Hand nehmen, lesen, gedanklich auseinandersetzen, fragen, diskutieren.

                  Ich werde nun mit einem Gedichtband ins Bett gehen, von wem weiß ich noch nicht, aber wahrscheinlich von Carl Lange oder Wolfgang Federau und dann lese ich noch ein wenig.

                  Euch Allen eine gute Nacht!
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #24
                    Und nun doch noch schnell ein Gedicht, eins, dass ich eben erst selber fand in den von Carl Lange herausgegebenen "Ostdeutschen Monatsheften", Mai 1929, S. 129. Damß war da gerade 18 oder 19 Jahre alt.

                    Vater

                    Nun bist du fort. -
                    Die Zimmer sind so kahl und öde,
                    seitdem dein Wort
                    sich nicht mehr strahlend schwingt durch meine Rede.

                    Der Garten träumt
                    in weißen Nebelhüllen
                    er hat versäumt,
                    was er uns sollt erfüllen.

                    Die Blüten dorren,
                    und der Regen tropft vom Brunnendach.
                    Verworren
                    tönt in mir dein Abschied nach.

                    Sie hoben ihn mit ihren starken Händen
                    mit kurzem ruck zuerst auf ihre Lenden.

                    Als er auf ihren Schultern stille lag,
                    da brach ein Licht durch den verweinten Tag.

                    Durch braune Ulmenzweige schwankte dann der Sarg.
                    Sie wussten nicht, dass der mein Leben barg.

                    Und als die Erde auf den Deckel fiel,
                    da klang das wie ein dumpfes Glockenspiel.

                    Und an dem Grabe standen ernste Leute,
                    doch keiner wußte, was der Klang bedeute.
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                    Kommentar

                    • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 160

                      #25
                      Friedrich Karl Martin Damß

                      Hallo,
                      am Vormittag hatte ich mich bemüht, eine Stellungnahme zu
                      den hier gemachten Äusserungen über Blut- und Boden-Dichter
                      zu schreiben. - Leider ist mir der mühsam erarbeitete Text verloren gegangen.-
                      Mir liegt hier ein Lebenslauf seiner Schulkameraden der RMS vor.
                      Es wurde gefragt ob er nach 1945 noch publiziert hat, ja hat er.
                      Er sei ein Aushängeschild der Nazis gewesen.
                      Das es so kommen mußte, weil Damß verführerische Gedichte
                      schrieb, mit denen Deutsche Soldaten in den Krieg zogen.
                      Die schärfste Waffe sei das Wort, nicht nur das Maschinengewehr.
                      Und seine Nähe zu Goebbels, dann aber doch ein Mensch mit
                      miserablen Lebenswandel, der nur 52 Jahre alt wurde und am
                      19.Oktober 1962 , unmittelbar nach einer Magenoperation in
                      Bonn verstarb.
                      Und dann noch die Krone des Ganzen:
                      "Wir sind in unserer Ahnungslosigkeit Opfer der Erlebnisgeneration !"
                      Schon wieder so eine pauschale Definition gegen die Älteren.
                      Ein Zug der heutigen Zeit !
                      Vieles haben wir erlebt und aufgeschrieben, was ihr "Opfer" sonst
                      nicht erfahren hättet.
                      Es grüßt Erwin Völz

                      Kommentar

                      • Wolfgang
                        Forumbetreiber
                        • 10.02.2008
                        • 11623

                        #26
                        Zitat Erwin-Danzig: "Und dann noch die Krone des Ganzen:
                        "Wir sind in unserer Ahnungslosigkeit Opfer der Erlebnisgeneration !"
                        Schon wieder so eine pauschale Definition gegen die Älteren.
                        Ein Zug der heutigen Zeit !"
                        Hallo Erwin,

                        ist das nicht eher eine pauschale Definition gegen die Jüngeren? Übrigens, wenn wir gerade beim Pauschalieren sind: Gehört Deine Feststellung "Ein Zug der heutigen Zeit" nicht auch dazu?

                        Aber ich denke mir so manchmal, dass wir bei diesem Problem hier vor einem unauflösbaren Paradoxon stehen:
                        Einerseits wurde früher wirklich wenig über die jüngere Vergangenheit gesprochen und objektiv informiert, aber andererseits erwartet man von den Nachkriegsgenerationen, dass sie alles wissen.

                        Dabei ist aber auch noch zu berücksichtigen, dass viele Angehörige der heute noch lebenden Erlebnisgeneration in erster Linie über eigene Erinnerungen und Erfahrungen sprechen können. Denn Vieles von dem, was in der NS-Zeit gelehrt wurde, war ideologisch eingefärbt. Ein Beispiel ist mein Vater, der wirklich viel über Danzig wusste und gut informiert zu sein glaubte. Er war - bis er es besser wusste - fest davon überzeugt, dass die früheren Danziger niemals auch nur einen einzigen polnischen König in die Stadt hineingelassen haben. Das mag ein besonders krasses Beispiel sein, aber es gibt noch viele andere Beispiele, wo gelehrtes Schulwissen nicht mit den Tatsachen übereinstimmt.

                        Wir Jüngeren können alle noch unendlich viel lernen von dem was uns die Älteren zu sagen haben. Aber wir haben heute zusätzlich noch die Chance, unbelastet von früher falsch vermitteltem "Wissen" auf Informationsquellen zuzugreifen, die uns ein objektiveres Bild geben können als es früher gelehrt wurde.

                        Das heute allgemein verfügbare Wissen über Martin Damß kann als exemplarisches Beispiel herangezogen werden, wie noch lange nach dem Krieg Unbequemes systematisch verdrängt, ausgeblendet, verschwiegen, geklittert wurde. Damals gab es noch Leute, die Damß persönlich kannten und um seine Rolle wussten. Wenn wir uns heute informieren wollen: Über welche Quellen verfügen wir? Über die alten publizierten Gedichtbände, über "Unser Danzig" (da gibt's nur Lobgesänge), dann den "Danziger Hauskalender" (in dem nur "Schönes" zu lesen ist) und das war's dann auch schon. Der "Danziger Vorposten", "Ostland" und andere NS-Propaganda- und Kampfschriften stehen nur in wenigen Archiven zur Verfügung. Und wer hätte auch die Zeit, dort zu recherchieren?

                        Erwin, sieh es bitte nicht als Vorwurf an die heute noch Lebenden an, wenn gesagt wird, die Jüngeren seien in ihrer Ahnungslosigkeit Opfer der Erlebnisgeneration. Es gab früher, viel früher Erlebnisgenerationen, die vielleicht mehr hätten erzählen können. Aber es hilft nicht, irgendwelche Vorwürfe zu erheben, denn wie ich schon sagte, verfügen wir heute über Möglichkeiten an Informationen heranzukommen, die früher nie zur Verfügung standen. Insofern sehe ich die Jungen in der Pflicht, nicht zu lamentieren sondern diese Chancen wahrzunehmen.

                        Zitiat Erwin-Danzig: "Vieles haben wir erlebt und aufgeschrieben, was ihr "Opfer" sonst nicht erfahren hättet."

                        So ist es, und das hat unschätzbaren Wert.

                        In diesem Zusammenhang aber vielleicht noch eine kleine Anmerkung. Wissen ist nicht statisch. Es lebt, es entwickelt sich fort. Es basiert auf vorhandenen und verfügbaren Informationen. Stehen neue Erkenntnisse zur Verfügung, kann Wissen erweitert werden. Vorausgesetzt, man ist offen dafür. Über Martin Damß stehen einige lange vielfach unbekannte Details über sein Werk und sein Leben zur Verfügung.
                        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                        Kommentar

                        • Marc Malbork
                          Forum-Teilnehmer
                          • 23.02.2008
                          • 1050

                          #27
                          Zur Erinnerung nochmal die "Krone des Ganzen" im präzisen Wortlaut mit nachträglichen Hervorhebungen zum hoffentlich besseren Verständnis:

                          Christkind schrieb:
                          Ob Damß oder Miegel, ich kann mir einfach nicht denken, dass diese Schriftsteller so große Verbrechen mit der Feder begangen haben, dass sie nun so sehr auf der Anklagebank sitzen müssen.Und dass ihr sonst hervorragendes dichterisches Werk deshalb nichts mehr taugt.

                          Wir sind in unserer Ahnungslosigkeit Opfer der Erlebnisgeneration, die in den fünfziger und sechziger Jahre das Sagen hatte. Damß ist ein winziges Beispiel für das eiserne Schweigekartell jener Jahre, wo es um ein vernünftiges Besprechen von Nazivergangenheit gegangen wäre. Siehe die oben erwähnten 30 Gedichte von Damß im Danziger Hauskalender, in denen vermutlich nirgendwo die Rede vom Ritt ostwärts mit kräftiger Faust und dem Glauben an des Führers waltende Hand ist, wie in anderen Gedichten des Damß. Dieses Schweigen ist menschlich verständlich, entbindet uns aber nicht von der Aufgabe, die Dinge kritischer und umfassender zu sehen.

                          * * *
                          Was ist RMS ? Vermutlich Rechtsstädtische Mittelschule ? Demnach hat Damß diese Schule besucht ?

                          Kommentar

                          • Marc Malbork
                            Forum-Teilnehmer
                            • 23.02.2008
                            • 1050

                            #28
                            Ich hatte jetzt den Sekunden früher geposteten Beitrag von Wolfgang nicht mitbekommen und hätte mir meinen Beitrag sonst gespart - bis auf die Frage was RMS ist. Vielleicht können wir auch etwas über den "Lebenslauf der Schulkameraden" erfahren, soweit das nicht zu privat ist.

                            Kommentar

                            • Christkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 1568

                              #29
                              Zitat Rüdiger: "Wir sind in unserer Ahnungslosigkeit Opfer der Erlebnisgeneration, die in den fünfziger und sechziger Jahre das Sagen hatte. Damß ist ein winziges Beispiel für das eiserne Schweigekartell jener Jahre, wo es um ein vernünftiges Besprechen von Nazivergangenheit gegangen wäre. Siehe die oben erwähnten 30 Gedichte von Damß im Danziger Hauskalender, in denen vermutlich nirgendwo die Rede vom Ritt ostwärts mit kräftiger Faust und dem Glauben an des Führers waltende Hand ist, wie in anderen Gedichten des Damß. Dieses Schweigen ist menschlich verständlich, entbindet uns aber nicht von der Aufgabe, die Dinge kritischer und umfassender zu sehen."

                              Zitat Erwin-Danzig: "Hallo,
                              Schon wieder so eine pauschale Definition gegen die Älteren.
                              Ein Zug der heutigen Zeit !
                              Vieles haben wir erlebt und aufgeschrieben, was ihr "Opfer" sonst
                              nicht erfahren hättet.
                              Es grüßt Erwin Völz"

                              Ja! wohl dem, der schon in früher Jugend genau weiß, was gut und richtig ist. Der sich trotz seiner Begeisterungsfähigkeit nicht verführen lässt und seinen Tatendrang den hehren Zielen einer besseren Welt zur Verfügung stellt.Wenn er weiß, wo sich die bessere Welt befindet.

                              Die Literatur des 19. Jahrhunderts ist voll von Gedichten, mit Herzblut und Tapferkeit für das Vaterland zu schwärmen:

                              Kleines Beispiel:

                              "Volk, das ich liebe, Volk an dessen Kraft
                              Ich glaube, du der Menschheit Blut und Saft,
                              Du grüne Eiche, schwellend von Geäst,
                              Dein Haupt trinkt Himmelsglanz, gen Ost und West
                              Streckst du die Arme, erzgeschmiedet drückt
                              Dein Fuß des Erdreichs Kern, kein Sturmwind rückt
                              Zur Seite dich um einer Spanne Raum,….."
                              Heinrich Hart

                              Klingt auch so ein bisschen nach Blut und Scholle – oder???
                              Heinrich Hart starb 1903.
                              Sebastian Haffner, ein deutscher Journalist, hat in seinem Buch "Geschichte eines Deutschen" ,für mich sehr aufschlussreich, die politische Entwicklung in Deutschland von 1914 - 1933 beschrieben.
                              Da konnte ich erstmals verstehen, wie es zu diesen Ereignissen kam.


                              Die nächste Diktatur in Deutschland, sie war ebenfalls furchtbar und fand ihre Mitläufer und Vollstrecker.
                              Und in Westdeutschland sind in der Zeit die Jugendlichen reihenweise in Ohnmacht gefallen vor Begeisterung für Beatles und Elvis.Sie hatten keinen Bock auf Politik.

                              Dafür mussten wir in der DDR Aufbaulieder singen.Mussten.
                              Und der Staatsfeind stand hinter dem antifaschistischen Schutzwall.

                              Ich will nichts rechtfertigen, nichts beschönigen.
                              So erlebte ich das geteilte Nachkriegsdeutschland.
                              Meine Jugend dauerte bis 1960.Dann war sie zu Ende.
                              Nun : "Erlebnisgeneration".Ich hätte gern was anderes erlebt.
                              _______
                              Gruß von Christa
                              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                              (M. Gandhi)

                              Kommentar

                              • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                                Forum-Teilnehmer
                                • 11.02.2008
                                • 160

                                #30
                                Martin Damß

                                Hallo an die Runde,
                                erst einmal zu Daten aus der mir vorliegenden
                                Schrift : Die Städtische Knaben-Mittelschule der Rechtstadt zu Danzig.
                                Damß war dort Schüler der RMS ab Ostern 1916 und schloß sie ab im März 1925.
                                Mit 14 Jahren schrieb er seine ersten Gedichte
                                in ein dickes Diarium.Sie flossen ihm mit unglaublicher Geschwindigkeit zu.
                                1928 als er 18 Jahre alt war starb sein Vater. Erhatte inzwischen eine Kaufmännische Lehre
                                abgeschlossenund wurde Ernährer seiner Familie, aber sein Gehalt war bescheiden.
                                Wie so viele wurde er arbeitslos und mußte sich trotz seiner Begabung hart durchs Leben schlagen. Auf einer Redaktion machte er Sportberichte, auch verdingte er sich manche
                                Nacht im Hafen als Schauermann, um der größten Not zu steuern.
                                Als nach 1933 das Gespenst der Arbeitslosigkeit schwand, bekam er beim Landessender Danzig eine Stellung als Ansager und Rundfunksprecher, später als Leiter der Abteilung Kultur.
                                1940 wurde Martin Damß zur Wehrmacht einberufen. Er kam an West- und Ostfront zum Einsatz. Bei der Rußlandoffensive 1941 kam er bis 20 km vor Moskau, erlitt Erfrierungen an den Füßen, kam nach einer Genesung im Lazarett wieder nach Westen an die Front,
                                erhielt das EK II als Gefreiter.
                                Am Kriegesende kam er in Amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Herbst 1945
                                entlassen wurde. Seine Familie fand er in
                                Scherin wieder. In den folgenden Jahren
                                arbeitete er beim Volkswagenwerk, bei
                                Zeitungen und Verlagen.
                                Am 19.10.1962 verstarb er unmittelbar nach
                                einer Krebsopperation.
                                Als seine Vorbilder werden genannt:
                                Josef Weinheber und Agnes Miegel.
                                Von seinen Werken wurden genannt:
                                Sammelband "Das junge Danzig"
                                1937 erhielt er den Lyrikerpreis der Zeitschrift
                                " Die Dame "
                                1939 erschien sein Gedichtband
                                " An dem großen Strome "
                                Am Himmelfahrtstag 1952 sendete der
                                NW-Deutsche Rundfunk aus seiner Feder
                                " Eine Wanderung durch Danzig "
                                Der Süddeutsche Rundfunk brachte im Januar 1955, von ihm eine Sendung über die
                                Marienburg.
                                Martin Damß hielt auch Dichterlesungen, wir finden Beiträge in "UNSER DANZIG",
                                im "Ostpreußenblatt",
                                im "Danziger Hauskalender" und in den
                                "Elbinger Heimatbriefen".
                                Ein Gedicht, daß nach dem Krieg entstanden ist lautet: "Bernstein glühte im Sand"
                                Wenn gewünscht schreibe ich es morgen ab.

                                Ein guter Hinweis wird da auch noch gegeben auf UNSER DANZIG Nr. 22 vom 20.11.1964
                                Totensonntags-Ausgabe mit Bildern von RMS-
                                Flakhelfern :"So wurde die Jugend für den Tod bestimmt" Soviel also auch zur Beschuldigung
                                der Erlebnisgeneration, die vor uns schrieb.
                                Und hier bitte ich unsere liebe Christa, wenn sie ihre Wertvolle Arbeit über Verstorbene aus
                                vergangener Zeit heraussucht, auch auf Artikel zu achten, in denen aufklärende Beiträge der
                                damaligen Erlebnisgeneration veröffentlicht wurden. Ein paar Alte UNSER DANZIG habe ich auch noch und das reitzt mich, in nächster Zeit
                                zu stöbern und Hinweise zu geben, um den
                                pauschalen, törichten Verdammungen der Erlebnisgeneration nach dem Kriege etwas
                                entgegen zu setzen.
                                Meinen Elter bin ich jedenfalls dankbar, daß sie mir meine Augen offen hielten und ich nicht
                                mein eigenes Denken aufgab, schon früh über
                                politisches geschehen selbst nachdachte und so nicht zum Werkzeug "Anderer" wurde.

                                Auch ein Vetter, Siegfried Topel aus Schidlitz war Schüler der RMS. Er ist dort auf einigen
                                Klassenbildern drauf, schloß die Schule 1939 ab, lernte noch Vermessungstechniker in Danzig, wurde eingezogen und fiel im Herbst
                                1943 bei Smolensk. Über diese Familien habe ich auch schon vor Jahren geschrieben.
                                Vor mehr als 10 Jahren begann ich zu schreiben, weil ich meine Pflichten als Vater
                                von vier Kindern erfüllt hatte und mit neun Enkeln für ausreichend Nachwuchs gesorgt habe. Nur da hörte ich auch schon mehrfach, das vor Jahrzehnten, wie kann man vier Kinder haben.
                                Nun ist es spät geworden,
                                gute Nacht von Erwin Völz

                                Kommentar

                                L