Die zwei bekanntesten Gedichtbändchen sind: "Das junge Danzig" aus dem Jahr 1935, dann "An dem großen Strom", 1939. Damß schrieb aber auch in Zeitungen und Zeitschriften wie z.B. in früher Zeit in den von Carl Lange herausgegebenen "Ostdeutschen Heften". Darüber hinaus in verschiedenen Festschriften. Nach dem Krieg schrieb er vorwiegend in "Unser Danzig".
Zitat "Denn ich kann mir kaum denken, dass auch nur eines seiner ueber 30 Gedichte, die in Siegfried Rosenberg's Hauskalender zu finden sind, junge Soldaten "angespornt" haben sollte, fuer "Fuehrer, Volk und Vaterland" in den Krieg zu ziehen um zu sterben."
Ich bin gerade unterwegs und habe keine Unterlagen dabei bis auf verschiedene Gedichte auf meinem PC. Hier ein paar Auszüge:
Die Jungen
... Soldat im Geist, Soldat im Blut
Für eine neue Zeit.
Sie sind des Volkes bestes Gut
Und ihre Waffe ist der Mut,
der sie zu Männern schweißt.
Die Feigen blieben still zurück
beim Bleisoldatenspiel.
Die andern suchten echtes Glück,
Zur Sonne stößt ihr junger Blick,
Sie sehen Kampf und Ziel.
oder:
Wir mögen fallen...
Wir sind Soldaten,
Außen und innen.
Usere Taten
Sind hartes Beginnen.
Mögen die Lauen
Genießen und gaffen.
Wir wollen bauen,
kämpfen und schaffen.
Genießen und ernten
Wollen wir nicht.
Aus Kämpfen lernen
Wir Treue und Pflicht.
Wir dienen dem Einen
In alle Zeit,
Der uns mit reinen
Händen geweiht,
Dem wir verschworen
Auf Leben und Tod,
Der uns geboren
Ward in der Not.
Das ist uns allen
wie ein Gebet:
Wir mögen fallen,
die Fahne steht.
Wir mögen vergehen,
namenlos -
Deutschland muß stehen,
Ewig und groß.
oder aus:
Ewigen Volkes Gestalt
... Wehe dem Volk, das nie
Blut um sein Leben vergoss.
... Siehe so leuchtet der Ruhm,
Der aus den Gräbern steigt.
... Doch in den Helden lebt
Ewigen Volkes gestalt.
oder aus:
Sonnwendgruß an Deutschland
Höre!
Wir glauben
An deine Sendung
Und an des Führers
Waltende Hand ...
oder aus:
Reiterlied
Wir ritten gestern in die Schlacht
Und müssen morgen sterben.
Dazwischen liegt noch eine Nacht.
Ich habe lange nachgedacht
Was ich dir könnt vererben.
... Und lieg ich morgen auf dem Feld
Stumm neben meinem Pferde,
Dann traure nicht. Schön ist die Welt,
Und wenn Dein junger Liebster fällt
Auf ferner Feindeserde.
In allen Diskussionen, aber auch in Würdigungen von Damß, wird nur auf seine unzweifelhaft wunderbar einfühlsamen Gedichte eingegangen, nie jedoch auf seine Rolle, die er als glühender Kämpfer völkischen Gedankenguts einnahm.
Damß war in der Vorkriegszeit viel im Deutschen Reich unterwegs, manchmal zusammen mit Erich Post, einem weiteren Propagandisten der Neuen Zeit. Das NS-Propagandaorgan „Braunschweigische Tageszeitung“ jubelte am 05.07.1939 Damß in den siebten Himmel und bezeichnete ihn als „Sendboten der alten deutschen Kulturstadt“ Danzig. Zu dieser Zeit war er mehrere Wochen Gast der Stadt Braunschweig und es ist anzunehmen, dass er nicht nur auf die der Stadt Danzig drohenden Gefahren hinwies, sondern auch auf eine Lösung der Danzig-Frage drängte.
Hitler und seine Paladine brauchten solche Sprachrohre wie Damß, Post und Miegel, die dem Volk süßes Gift ins Ohr träufelten und sie empfänglich machten für die Worte des Führers.
Zitat Christkind: "Wolfgang, keinen Menschen kann man losgelöst aus der Zeit, in der er lebte, be-oder verurteilen, so lange er nicht aus sich selbst heraus Untaten beging. Aus diesem Grunde halte ich auch deine Rezension über Martin Damß' Werk für zu einseitig."
„Die schärfste Waffe ist das Wort!“ Diese Aussage zeigt auf, dass nicht nur mit Maschinengewehren Untaten begangen werden können, sondern auch mit Worten.
Ist denn nicht die bisherige Berichterstattung über Martin Damß einseitig? Wo gab es bisher auch nur ein einziges Wort der Kritik über seine Rolle als Kämpfer für die „Neue Zeit“? Es hat andere Schriftsteller und Lyriker gegeben, die nicht den Weg von Martin Damß gingen, die sich nicht vereinnahmen ließen und auch keine NS-Funktionärsposten bekleideten. Erich Brost zum Beispiel, der ins Exil musste. Wolfgang Federau, der sich zeitlebens nie korrumpieren ließ. Carl Lange, der indirekt zensiert und zur Einstellung seiner „Ostdeutschen Monatshefte“ gezwungen wurde indem man ihm keine Papierkontingente mehr bewilligte. All das ist Martin Damß nicht passiert!
Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele über die Näheres zu lesen ist in Marek Andrzejewskis Werk „Opposition und Widerstand in Danzig 1933-1938“.
Gegenstand der Kritik ist doch nicht die künstlerische Ader, die Martin Damß ohne jeden Zweifel aufwies. Er hat diese Fähigkeiten jedoch freiwillig in den Dienst „finsterer Mächte“ gestellt und aktiv seinen Teil dazu beigetragen, dass Menschen an den Führer und die „Neue Zeit“ glaubten und damit ins Verderben gingen. Ist das nicht auch Schuld?
Übrigens, alle zitierten Werke, Zeitungsausschnitte, Bücher usw. besitze ich im Original.
Zitat "Denn ich kann mir kaum denken, dass auch nur eines seiner ueber 30 Gedichte, die in Siegfried Rosenberg's Hauskalender zu finden sind, junge Soldaten "angespornt" haben sollte, fuer "Fuehrer, Volk und Vaterland" in den Krieg zu ziehen um zu sterben."
Ich bin gerade unterwegs und habe keine Unterlagen dabei bis auf verschiedene Gedichte auf meinem PC. Hier ein paar Auszüge:
Die Jungen
... Soldat im Geist, Soldat im Blut
Für eine neue Zeit.
Sie sind des Volkes bestes Gut
Und ihre Waffe ist der Mut,
der sie zu Männern schweißt.
Die Feigen blieben still zurück
beim Bleisoldatenspiel.
Die andern suchten echtes Glück,
Zur Sonne stößt ihr junger Blick,
Sie sehen Kampf und Ziel.
oder:
Wir mögen fallen...
Wir sind Soldaten,
Außen und innen.
Usere Taten
Sind hartes Beginnen.
Mögen die Lauen
Genießen und gaffen.
Wir wollen bauen,
kämpfen und schaffen.
Genießen und ernten
Wollen wir nicht.
Aus Kämpfen lernen
Wir Treue und Pflicht.
Wir dienen dem Einen
In alle Zeit,
Der uns mit reinen
Händen geweiht,
Dem wir verschworen
Auf Leben und Tod,
Der uns geboren
Ward in der Not.
Das ist uns allen
wie ein Gebet:
Wir mögen fallen,
die Fahne steht.
Wir mögen vergehen,
namenlos -
Deutschland muß stehen,
Ewig und groß.
oder aus:
Ewigen Volkes Gestalt
... Wehe dem Volk, das nie
Blut um sein Leben vergoss.
... Siehe so leuchtet der Ruhm,
Der aus den Gräbern steigt.
... Doch in den Helden lebt
Ewigen Volkes gestalt.
oder aus:
Sonnwendgruß an Deutschland
Höre!
Wir glauben
An deine Sendung
Und an des Führers
Waltende Hand ...
oder aus:
Reiterlied
Wir ritten gestern in die Schlacht
Und müssen morgen sterben.
Dazwischen liegt noch eine Nacht.
Ich habe lange nachgedacht
Was ich dir könnt vererben.
... Und lieg ich morgen auf dem Feld
Stumm neben meinem Pferde,
Dann traure nicht. Schön ist die Welt,
Und wenn Dein junger Liebster fällt
Auf ferner Feindeserde.
In allen Diskussionen, aber auch in Würdigungen von Damß, wird nur auf seine unzweifelhaft wunderbar einfühlsamen Gedichte eingegangen, nie jedoch auf seine Rolle, die er als glühender Kämpfer völkischen Gedankenguts einnahm.
Damß war in der Vorkriegszeit viel im Deutschen Reich unterwegs, manchmal zusammen mit Erich Post, einem weiteren Propagandisten der Neuen Zeit. Das NS-Propagandaorgan „Braunschweigische Tageszeitung“ jubelte am 05.07.1939 Damß in den siebten Himmel und bezeichnete ihn als „Sendboten der alten deutschen Kulturstadt“ Danzig. Zu dieser Zeit war er mehrere Wochen Gast der Stadt Braunschweig und es ist anzunehmen, dass er nicht nur auf die der Stadt Danzig drohenden Gefahren hinwies, sondern auch auf eine Lösung der Danzig-Frage drängte.
Hitler und seine Paladine brauchten solche Sprachrohre wie Damß, Post und Miegel, die dem Volk süßes Gift ins Ohr träufelten und sie empfänglich machten für die Worte des Führers.
Zitat Christkind: "Wolfgang, keinen Menschen kann man losgelöst aus der Zeit, in der er lebte, be-oder verurteilen, so lange er nicht aus sich selbst heraus Untaten beging. Aus diesem Grunde halte ich auch deine Rezension über Martin Damß' Werk für zu einseitig."
„Die schärfste Waffe ist das Wort!“ Diese Aussage zeigt auf, dass nicht nur mit Maschinengewehren Untaten begangen werden können, sondern auch mit Worten.
Ist denn nicht die bisherige Berichterstattung über Martin Damß einseitig? Wo gab es bisher auch nur ein einziges Wort der Kritik über seine Rolle als Kämpfer für die „Neue Zeit“? Es hat andere Schriftsteller und Lyriker gegeben, die nicht den Weg von Martin Damß gingen, die sich nicht vereinnahmen ließen und auch keine NS-Funktionärsposten bekleideten. Erich Brost zum Beispiel, der ins Exil musste. Wolfgang Federau, der sich zeitlebens nie korrumpieren ließ. Carl Lange, der indirekt zensiert und zur Einstellung seiner „Ostdeutschen Monatshefte“ gezwungen wurde indem man ihm keine Papierkontingente mehr bewilligte. All das ist Martin Damß nicht passiert!
Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele über die Näheres zu lesen ist in Marek Andrzejewskis Werk „Opposition und Widerstand in Danzig 1933-1938“.
Gegenstand der Kritik ist doch nicht die künstlerische Ader, die Martin Damß ohne jeden Zweifel aufwies. Er hat diese Fähigkeiten jedoch freiwillig in den Dienst „finsterer Mächte“ gestellt und aktiv seinen Teil dazu beigetragen, dass Menschen an den Führer und die „Neue Zeit“ glaubten und damit ins Verderben gingen. Ist das nicht auch Schuld?
Übrigens, alle zitierten Werke, Zeitungsausschnitte, Bücher usw. besitze ich im Original.
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