Maler, Grafiker, Bildhauer

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  • Iris Freundorfer
    Forum-Teilnehmer
    • 22.09.2016
    • 552

    #76
    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

    Lieber Gerhard Jeske und alle anderen

    das sehe ich auch so, dass viele "Vor-Moderne" Kunstwerke zugleich Dokumente des damaligen Lebens waren. Allerdings mit Einschränkungen. Es waren ja nicht nur weltliche Motive, die die Künstler ab- und nachbildeteten. Zudem gibt es viel mehr Darstellungen der Reichen, Mächtigen und Bedeutenden als der einfachen Menschen. Man weiß auch nicht, was die Maler "wegließen", bewusst oder unbewusst.
    Auf jeden Fall würden wir ohne diese Kunstwerke heute bedeutend weniger über die früheren Jahrhunderte wissen.

    Viele Grüße
    Iris Freundorfer

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    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #77
      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

      Liebe Iris,
      du stellst viele Fragen und damit ich nicht durcheinander komme, gehe ich erst mal nur einer nach. Die ist nämlich gar nicht leicht zu beantworten.

      Die Büste Hevelius
      1790 soll König Stanislaus Augustus dem altstädtischen Rathause eine marmorne Büste des Hevelius überreicht haben.
      Vielleicht handelt es sich in dem Bild von Stryowski nicht um eine eigene Schöpfung des Rudolf Freitag, sondern um eine Restaurationsarbeit. Die alte marmorne Büste soll unter der Obhut der Naturforschenden Gesellschaft gestanden haben. Es gibt an dieser Stelle noch Klärungsbedarf. LG Miriam
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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      • Iris Freundorfer
        Forum-Teilnehmer
        • 22.09.2016
        • 552

        #78
        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

        Liebe Miriam und alle anderen,

        wer weiß, vielleicht ist die Darstellung der Büste auf dem Bild von Stryowski das einzige erhalten gebliebene Dokument dieser 1790 überreichten Büste!

        Viele Grüße
        Iris

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #79
          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

          Liebe Iris, liebe Forumer,
          dieser Gedanke, dass Stryowski uns das einzige Abbild der alten Hevelius-Büste bringt, kam mir auch soeben! Es ist doch wirklich erstaunlich, wie wenig man in einer Zeit der Informationsüberflutung zu einzelnen Themen weiß und wie ahnungslos auch wikipedia sich zeigt.

          Die Infos zur Marmorbüste Hevelius habe ich aus:
          - Leben, Studien und Schriften des Astronomen Johann Hevelius; von Johann Heinrich Westphal, Königsberg 1820
          - Geschichte Danzigs von der ältesten bis zur neusten Zeit, 1822
          LG Miriam, alias waldkind
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • Iris Freundorfer
            Forum-Teilnehmer
            • 22.09.2016
            • 552

            #80
            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

            Liebe Miriam und alle anderen,

            im Internet habe ich gefunden, dass es eine Büste von Elisabeth Hevelius gibt (der Ehefrau). Genauer gesagt, habe ich ein Bild dieser Büste gefunden, weitere Angaben dazu leider nicht: https://www.sciencephoto.com/media/77989/view

            Das Internet scheint zwar schier unerschöpflich zu sein, aber es ist in der Tat so, dass es durchaus so manche Lücke gibt. Es ist keineswegs das "gesammelte Wissen der Welt". Wenn man genau hinschaut, stellt man auch fest, dass es zwar verschiedene "Quellen" zu geben scheint, oft genug wird allerdings nur wiederholt abgeschrieben.

            Viele Grüße
            Iris

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            • waldkind
              Forum-Teilnehmer
              • 06.10.2008
              • 2366

              #81
              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

              Liebe Iris,
              danke für die interessante Büste. Leider wissen wir nicht, wer sie herstellte. Elisabeth war die zweite Ehefrau von Hevelius. Sie sollen ein echtes Team gewesen sein und haben mit Vorliebe zusammen in die Sterne geschaut. Auf wikipedia ist ein hübsches Bild davon, wenn man nach ihrem Namen googlet.

              Die Informationen, die man im Internet findet, muss man halt auf ihre Richtigkeit hin prüfen, was aber nicht immer gelingt. Ich nutze gerne ältere Quellen, weil ich dabei einen viel tieferen Zugang zu der Persönlichkeit eines Menschen bekomme. Rudolf Freitag zum Beispiel muss auch ein lustiger Mensch gewesen sein, der gerne seinen Utopien folgte und dem die Kunst über alles ging. Mit Stryowski zusammen muss es ein abenteuerliches Gespann gewesen sein. Heraus kam dabei das Stadtmuseum. Dabei ist mir eingefallen, dass die erste Bestückung dieses Museums nicht nur aus persönlichen Werken von Freitag gestammt haben kann. Das ergibt gar keinen Sinn. Freitag war Kunstsammler, er hat alles zusammen getragen, was in Danzig nicht niet- und nagelfest war, also was sonst keiner mehr haben wollte. Vermutlich hat er das eine oder andere aufpoliert. Und natürlich drängte es ihn, daraus ein Museum zu machen. Wohin sonst mit all den Sachen? Ob die Büste des Hevelius dabei war?

              Hier ein Bild zwecks guter Unterhaltung. War gerade auf der Seite vom Nationalmuseum. Das Porträt eines Patriziers wurde um 1590 gemalt. Der Urheber ist vermutlich Anton Möller, der in Danzig einiges geleistet hat. Auch dieses Bild ist eine typische Porträtdarstellung der damaligen Zeit. Das Werk stammt aus einer Privatsammlung aus Köln und ist im Nationalmuseum Danzig in der Abteilung für alte Kunst zu sehen.
              http://www.mng.gda.pl/2018/11/27/nowy-obraz-w-depozycie-w-oddziale-sztuki-dawnej/.

              Wünsche allen hier einen schönen Abend, waldkind Miriam.
              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8551

                #82
                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                Zu #81:

                Da der im letzten Absatz gezeigte Link sich nur über dessen Kopie öffnen lässt, poste ich hier nachfolgend den leichter zu öffnenden Link. In der geöffneten Seite ist das Porträt der PatrizierIN sehr schön zu sehen, unter dem, deutsch korrigiert übersetzt, angegeben ist: "Porträt einer Patrizierin, Anton Möller, um 1590, Privatsammlung, Köln, Foto MNG-Archiv".

                > http://www.mng.gda.pl/2018/11/27/now...sztuki-dawnej/ .

                Ulrich

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                • Iris Freundorfer
                  Forum-Teilnehmer
                  • 22.09.2016
                  • 552

                  #83
                  AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                  Liebes waldkind Miriam (gefällt mir), lieber Ulrich und alle anderen,

                  was für eine Halskrause! Wie unbequem muss das gewesen sein!? Das fand ich dazu bei wikipedia: "Die Halskrause war in der Regel aus weißem Leinen, gestärkt, mit einer Brennschere röhrenförmig getollt (Pfeifenkragen)." Es gab noch ganz andere Ausmaße, sie wurden Mühlsteinkrausen genannt. Dazu dieses hübsche Bild:

                  Die Herren der Schöpfung hatten nicht minder dekorative Halskrausen:


                  Allen eine gute Nacht ohne Halskrause
                  Iris

                  PS: Ja, man sollte viele Informationen gegenchecken, die 2. und/oder 3. Quelle sollte am besten von der 1. komplett unabhängig sein. Die zahlenmäßig 1. Quelle ist nicht zwingend die "allererste Quelle".

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #84
                    AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                    Hallo Forumer,

                    hier folgt die Quintessenz meiner Suche nach Anton Möller. Da ich die Datenlage wackelig fand, findet Ihr am Ende des Beitrages einen Link und eine Quellenangabe. Diese Quelle hat mir am Besten gefallen.

                    Anton Möller ist 1563 in Königsberg geboren und 1611 in Danzig verstorben. Biblische Motive, Porträts und Allegorien waren Hauptgegenstand seiner Malerei. Er malte mit Öl und Tempera und zeichnete mit der Feder.

                    Er war das älteste Kind seines Vaters Anton Möller (+1575) und Ursula Harmann. Von 1578 bis 1885 begeht Möller seine Lehre in Prag am Hofe Rudolfs II. von Habsburg. In seinen jungen Jahren fertigte er Kopien namhafter Meister an, was für Lehrlinge in der Kunst eine ganz übliche Tätigkeit war. Darunter sollen sich die 36 Blätter der Kleinen Passion und die 30 Blätter der Großen Passion des Albrecht Dürer befunden haben. Obwohl Dürer Holz schnitt und Möller mit der Feder riss, müssen die Kopien Möllers oft für die Originale Dürers gehalten worden sein. Daher versah Möller seine Kopien mit einem Erläuterungstext. Daraus geht hervor, dass er damit rechnete von der wütenden Pest weggerafft zu werden.

                    Nach der Lehre ging Möller nach Danzig. Es ist die Rede davon, dass er sowohl nach Italien reiste als auch nach Antwerpen. Genaueres erfährt man allerdings nicht. Zahlreiche Werke Möllers sind in Danzig erhalten und stehen zum Teil unter der Obhut des Danziger Nationalmuseums. Eine Besonderheit in seiner Malerei ist, dass er Ansichten von Danzig als Hintergrund in seinen Bildern einbaute. Daraus ergibt sich eine besondere Beziehung zwischen dem Künstler und der Stadt Danzig. Möller malte nicht nur für Danzig, sondern auch für seine Geburtsstadt Königsberg.

                    Seine Porträtmalerei haben wir an zwei Beispielen in voran gegangenen Beiträgen kennen gelernt. Im Netz findet man noch mehr davon. Bei wikipedia finden wir eine Auflistung seiner Werke. Schade ist, dass man über die Technik und Größe der Bilder selten etwas erfährt. Ich selber möchte zwei Werke hervorheben, die mir besonders aufgefallen sind.

                    1. Das Jüngste Gericht im Artushof von 1603
                    Das Jüngste Gericht war offensichtlich eines seiner Lieblingsthemen, oder das der Danziger Kaufleute oder der Katholiken. Das Bild wurde 2000 farblich rekonstruiert. Bei Joachim Kürtz „Danzig“ 2006 finden wir das Gemälde gleich zweimal (S.38/S.45). Das Bild besticht durch seine enorme Größe. Es trug gewiss erheblich zum Bekanntheitsgrad Möllers bei.

                    „Möller był dla Gdańska, jak Rubens dla Antwerpii” – tak, dość pompatycznie, napisał gdański badacz Erhardt August Hagen pod koniec XIX wieku. Nie zmienia to faktu, że wybitny artysta nazywany też był „malarzem Gdańska”.


                    2. Die Almosentafel in der Marienkirche
                    Eine Almosentafel ist ein Tafelgemälde(meist auf Holz), das an die Armen erinnert und zum Spenden aufruft. Gezeigt werden Werke der Barmherzigkeit. Maria mit dem Kinde ist ohnehin der Inbegriff für Barmherzigkeit.



                    Kommen wir zuletzt zu einer Besonderheit in Möllers Schaffen, dem Werk „Omnium statuum foeminisexus ornatus et usitati habitus Gedanenses, ad ocules positi etdivulgati ab Antonio Moellero ibidem pictore. Anno saluti 1601“-„Der Danziger Frawen und Jungfrawen gebreuchliche Zierheit undTracht/ so itziger zeit zu sehen/..“, gedruckt zu Danzig durch Jacob Rhodo 1601. Es handelt sich dabei um 20 Blätter Danziger Frauentrachten. Ich glaube, wir sprachen im Forum schon einmal über dieses Werk. Es ist 1889 als Faksimile-Reproduktion durch Richard Bertling, Danzig neu herausgegeben worden. Es wird meist der Anschein erweckt, Möller habe die Holzschnitte selber gefertigt. Es findet sich aber auch die Aussage, dass ein Schnitzer die Holzstöcke nach den Zeichnungen von Möller fertigte. Zum Drucken eines Buches waren Holzschnitte notwendig, Zeichnungen reichten nicht aus. Ich finde dieses Werk für Möller etwas ungewöhnlich, vielleicht steckte seine Frau dahinter.

                    Hier nun die besagte Quelle:
                    Über die Künste Anton Möller und Joachim Bering und ihre Arbeiten, von A. Hagen; in: 1847, Neue Preussische Provinzialblätter, Bd IV, 1847-2/19, SS. 410-448

                    Ich setze hier den Link für alle Preußischen Blätter, da findet Ihr bestimmt noch mehr zum Stöbern. Für Anton Möller müsst Ihr nur den richtigen Link anklicken.

                    System dLibra pozwala udostępniać dokumenty pochodzące z bibliotek (akademickich i publicznych), instytucji pozarządowych, fundacji, jednostek publicznych, firm komercyjnych czy zbiorów prywatnych. Szerokie zastosowanie tego projektu potwierdza wieloletnia obecność na arenie krajowej, a także międzynarodowej - zarówno w formie szeregu wdrożeń, jak i publikacji naukowych oraz prasowych.


                    Ich hoffe, es haben sich keine Fehler und Pannen eingeschlichen. Garantie für Fehlerlosigkeit kann ich leider nicht übernehmen.
                    Frohes Schaffen und Stöbern, wünscht das waldkind, alias Miriam.
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #85
                      AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                      Hallo Waldkind,

                      ich habe hier ein Buch mit dem Namen: Anton Möller und seine Schule, ein Beitrag zur Geschichte der Niederdeutschen Renaissancemalerei. Auch darin beschreibt der Autor Walter Gyssling das Dunkel, welches sich um diesen Künstler verbreitet hat:

                      Schon Zeit und Ort der Geburt lassen sich bei unserem Künstler immer noch nicht mit Sicherheit fixieren, wenn auch manches dafür zu sprechen scheint, dass Möller wahrscheinlich um1563 in Königsberg das Licht der Welt erblickt hat, sicherlich nicht wie man lange früher gemeint hat in der alten Hansestadt an der Mottlau, wo er dann die längste Zeit seines Lebens zugebracht und den Gipfel seiner Kunst erklommen hat. Der Künstler selbst hat uns nämlich auf einem Schriftblatte das er einem Folioheft mit Federzeichnungen nach Dürer'schen Holzschnitten beigab, das Jahr 1578 als das des Anfangs seiner Lehrjahre bezeugt und man wird nicht fehl gehen in der schon von Hagen und Bertling vertretenen Annahme, dass das nach Analogie anderer zeitgenössischer Künstler kaum früher als im Alter von etwa 15 Jahren geschehen sein könne, was auf 1563 als Geburtsjahr weist….

                      Aber möglicherweise hast du dieses Buch auch schon.

                      LG Arndt
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #86
                        AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                        Lieber Arndt,
                        nein, das Buch habe ich nicht. Kannst du mir gerne schenken
                        Wenn ich all die tollen Bücher sehe, will ich sie immer gleich kaufen. Aber Bücherregale sind schon voll. Gibt es denn auch einen Verlag und ein Jahr, in dem das von dir erwähnte Buch raus kam?

                        Es ist so wie du sagst. Bei allem, was ich las über Anton Möller, packte mich der Zweifel, ob es genauso wie es geschrieben steht auch sich zugetragen hat. Es fängt schon mit den unterschiedlichen Geburtsdaten an. Was heißt sieben Jahre Lehre? Vielleicht war er nur sieben Jahre an dem besagten Hofe. Hat es die Italien- und Antwerpenreise wirklich gegeben oder ist sie erfunden, weil es sich immer gut macht für einen Künstler in der damaligen Zeit mal in Italien oder Antwerpen gewesen zu sein. Diese Frauentrachten, sie passen überhaupt nicht zu seinem Typ. Nichts dergleichen kommt ein zweites Mal vor. Was also steckt dahinter? Dann diese Vorliebe für das Jüngste Gericht - ?
                        Was die Porträts angeht, so sind es ganz normale Malereien wie sie halt zu jener Zeit angefertigt wurden. Das Einbetten des Danziger Panoramas in seine Gemälde, zeugt doch von einer ziemlich eigenwilligen, vielleicht auch extravaganten Persönlichkeit. Es ist zumindest eine brilliante Idee, um sich selber das zu geben, was wir heute das "Alleinstellungsmerkmal" nennen.

                        Das Schwierige und Gemeine in solchen Fällen ist, dass schwammige Dinge oft so hingestellt werden, als seien sie klar. Im Zuge der gegenseitigen Abschreiberei meint man dann irgendwann sicher etwas zu wissen, was es so nie gab. Mich hat es bis hierher angestrengt und es wird mich noch eine Weile beschäftigen.

                        LG waldkind Miriam
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • Antennenschreck
                          Forum-Teilnehmer
                          • 05.09.2011
                          • 1833

                          #87
                          AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                          Hallo Waldkind,

                          versuche einmal diesen Link, denn kaufen kann man das Buch wohl nicht mehr:



                          Der Download sollte eigentlich klappen.

                          LG Arndt
                          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                          Kommentar

                          • Antennenschreck
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.09.2011
                            • 1833

                            #88
                            AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                            Also der Link geht. Du musst nur auf pdf klicken.
                            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                            Kommentar

                            • waldkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.10.2008
                              • 2366

                              #89
                              AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                              Danke Arndt. Schöner Link.

                              Gyssling bestätigt einen darin wie sicher die Unsicherheit um Möller ist. Wie schnell wird in der Kunst aber auch hinein interpretiert. Kann man das Ungesicherte nicht einfach akzeptieren? Wir wollen immer alles ganz genau wissen und glauben dann einen Menschen zu kennen. Aber bei Möller sprechen in der Hauptsache seine Bilder für ihn. Das ist für einen Künstler das Wichtigste.

                              Komischer Weise findet man niemanden, der sich ernsthaft mit den einzelnen Werken auseinander setzt. Aber Bilder sprechen für sich. Sie geben Auskunft über einen Künstler, die Zeit, in der er lebte, den Ort, vielleicht die Menschen und die Gesellschaft. Da bleibt zu hoffen, dass es in Polen ein paar Kunstspezialisten gibt, die genau diese Arbeit machen.

                              Wenn Gyssling von Renaissance-Malerei spricht, so muss man doch eingestehen, dass das jüngste Gericht manieristisch angehaucht ist. Gehen wir einmal davon aus, dass Möller sich mit den Werken Dürers intensiv auseinander setzte, was zu vermuten ist, so ist er stark von der deutschen Renaissance geprägt. Erstaunlicher Weise hat Dürer sich auch nicht so sehr von den Italienern beeinflussen lassen. Da verhielt sich die Sache eher anders herum, dass Dürer in Italien berühmt wurde. Vielleicht war das so eine Art Spagat, den Möller versucht hat. Etwas typisch Deutsches in seiner Malerei zu erhalten. Aber gleichzeitig muss er sich modern genug geben, also italienisch genug sein, um in der Danziger Italienmanier anerkannt zu sein.
                              Die Danziger hatten zum damaligen Zeitpunkt eine enge Beziehung zu Venedig. Möller malte ein Bild, dass die Danziger Venedig schenkten, das Bild ist verschollen. Und Isaak van den Blocke soll die Apotheose Danzigs im Roten Saal des Rathauses nach dem Vorbild Venedigs geschaffen haben. Vielleicht steckt in Danzigs Vorliebe für Italien mehr als wir bisher vermuten.
                              Genug für heute. Schlaft recht schön. waldkind
                              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                              • Gerhard Jeske
                                Forum-Teilnehmer
                                • 24.08.2014
                                • 737

                                #90
                                AW: Maler, Grafiker, Bildhauer

                                Waldkind #84 In Danzig lebte er, aber wo ist er gestorben und wo ist seine Grabplatte? Gerhard Jeske

                                Kommentar

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