Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8547

    #1

    Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Liebe Transkribierexperten im Forum,

    beim Surfen durch die Forum-Vergangenheit bin ich zufällig auf diesen Beitrag gestoßen:

    Am 03.02.2016 bat Wolfgang in dem von ihm gestarteten Thema "Bittgesuch der Fischerbabker um eine Kornmühle (1715)" (> https://www.danzig.de/showthread.ph...715)&highlight ) in seinem Beitrag #2 darum, ihm beim Entschlüsseln eines handgeschriebenen Textes aus dem Jahr 1715 zu helfen. Dieser Bitte folgte bis heute keine Antwort. Ob Wolfgang noch immer an dieser Textentschlüsselung interessiert ist, bleibt offen. Trotzdem erinnere ich hiermit an jene Bitte von Wolfgang für den Fall, dass sich einer von Euch dennoch dieser Angelegenheit annehmen möchte.

    Beste Grüße
    Ulrich
  • Gertru
    Forum-Teilnehmer
    • 18.03.2018
    • 127

    #2
    AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Lieber Ulrich,
    ich versuche es mal, weiß aber nicht, ob ich alles entziffern kann.
    Viele Grüße
    Angela

    Kommentar

    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #3
      AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

      Liebe Angelika,

      diese Lesehilfe ist nicht für mich, sondern für Wolfgang bestimmt. Bevor Du Dich ans Werk machst, solltest Du erst bei Wolfgang erkunden, ob er an dieser vor gut 5 Jahren geposteten Lesehilfe noch interessiert ist.

      Beste Grüße
      Ulrich

      Kommentar

      • Gertru
        Forum-Teilnehmer
        • 18.03.2018
        • 127

        #4
        AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

        Nun bin ich schon fertig.

        Bitt Schrifft
        Lecta (ausgewählt, erwählt) in Funct. d. 20 May 1715
        und befindet die hochlöbliche Function
        daß Supplicanten mit ihm des auch
        nicht zu fried? seyn, sämptlicher
        Indeß soll mit Joh. Gerge Klein
        geredet werden daß er etwa ins Kunedt-
        ge vor seine Mühle den Publico
        jährlich zu geben gesonnen
        seyn möchte:
        Untersaßen
        und Einwohner
        Des Dorffes
        Fischer Babke

        ---- (nächste Seite) ---
        Hoch wohl Edle, Gestrenge, Veste, Hoch und
        wohl weise, Groß günstige, Gnädige
        Herren
        Nechst herzlicher Wünschung Göttlicher gnade, Leibes und
        Seelen wohl Fahrt, Glücklicher und Fried samer regierung sampt be-
        stendiger Lang gewünschter gesundtheit, haben wir untersaßen
        des Dorffes Fischer Babke, an unsere Gnädige Hochgebietende
        Obrigkeit, nicht umb gang nehmen können, Ihnen Demüttigst
        zu Bitten, sie wolten so Güttig sein, und uns frey geben, daß wir uns
        die kleine wüste Windt Mühle aus Nickels Walde möchten kauffen,
        weil wir solche grosse Beschwerlichkeit von dem Mühlen reisen haben,
        daß wir zwischen den Wassern wohnen und so oft auf Lebensge-
        fahr nach anderen Wasser Mühlen, als nach Frauen burg, Brauß burg,
        Marien burg etc. mitt grossen unkosten reisen müssen, baldt mitt gefäß
        zu Wasser, baldt mit Handt Schlitten zu Fuß über das schwache eiß,
        daß auch manch mahl daß Korn u. Mehl Im Hawe oder Weissel geblie-
        ben und wir kaum daß Leben auff dem schwachen Eise gerettet,
        wie sehr offt geschieht eß, daß wir zu Etlichen Wochen, absonder-
        lich bey Vor Jahrs und unbestendigen Winters Zeitten, da es
        nicht unter noch über Ist, wegen Eiß u. groß Wasser, nach kei-
        ner Mühle nicht kommen können, und so wir den entlich da hin
        gelangen, so müssen wir offt biß 6-7 mahl dar nach reisen, viel
        Tage u. nacht dar bey warten, ehe wirß können abgemahlen be-
        kommen, da den die Hauß armen so kein Pferd oder Kahn haben,
        oder bekommen können, und kaum 1/4 zu brodt bezahlen können, am Elen-
        desten dran sindt, sehr offt mangelt der Windt, da eß biß
        Weilen etliche Wochen Stille Ist und so er den noch etwaß we-
        het, doch nicht so hart kommt, dass er eine Mühle drehet, und
        wehet
        ---- (nächste Seite) ----
        wehet den der Windt, so ist wieder so viel zu mahlen auffgesam-
        let, daß wir sehr offt in 3-4 Wochen daß mehl nicht bekommen,
        und dar über mitt Kinder u. gesinde große noht müssen leyden,
        und daß murren von dem Gesinde vor Lieb nehmen, deßwegen
        Bitten wir demüttig sampt allen unfreyen, und der gantzen ar-
        mut, unserer gnädigsten, hoch gebietende Obrigkeit, sie begaben
        uns mit der Freyheit, daß wir oben unserm Dorffe an der
        Weissel, auf unserer genanten Wiese, die kleine Windt Mühle, von
        Nickelswalde mögen hin setzen, Es wird nicht allein unserm Dorffe
        sondern auch den andern 3 Dörffer, als Glabisch, Steegnerwerder
        und Juncker Troyel, eine sehr grosse Hilfe seyn, welche mitt
        unß zwischen der Weissel und Schad lahck, alß auff einer Insel
        wohnen, auch alle solch beschwerlich Mühlen reisen haben alß wir
        und wen unß unsere gnädige hochgebietende Obrigkeit mitt der
        Frey heitt begabte, so währen wier 4 Dörffer, von dem beschwer-
        lichen alle zeitt über daß Wasser reisenden Mühlen fahren
        befreyet und könnten unsere Felt u. Bauer arbeit besser ab-
        warten, und die so höchst noht dingliche schaar wercke an
        unseren (durch Gottes und unserer Lieben Obrigkeit Hilffe) er
        halteren Wollen, so viel Fleissiger Treiben und vorstellen, möchten
        sie etwa auff die gedancken kommen, ob solche Mühle, auch
        Ihrer Hoch Edlen Raths Mühle Im Stutt howe, könte zu nahe
        stehen, so können wir dieses bezeugen, daß wir von der Fisch-
        er babke, biß Stutthoff 1 1/2 Meillen zu fahren haben, daß
        also sehr selten auß diesen 4 Dörffern jemandt nach Stutthoff zu mahlen
        kompt, auch die Steegner da selbst nicht können gemahlen bekommen
        weil daß bäcker mehl u, maltz immer vorgeht, hingegen Ist die
        Küchwerdersche Mühle zimlich nahe, aber wir müssen alle Zeit über
        2 Weissel, wo wir sehr offt nicht über kommen können, da zu ge-
        het diese so sehr schwer, wo nicht ein halber Sturm wehet,

        ---- nächste Seite ----
        so steht sie immer still, und wirdt nichts abgemahlen, da sie sonst
        auch zum Wasser mahlen hin gebaut, und keinen Mühlen Zinß nicht
        geben will, daß uns also die hohe noht dazu zwinget, daß wir
        unserer Gnädigen Hoch gebietenden Obrigkeit, mitt dieser Bitte
        nicht vor bey gehen können, Triebe uns die noht und große beschwer-
        lichkeit nicht dazu, so wolten wir unserer hoch gebietenden obrig-
        keit, Diese Mühe nicht machen, und wir selbst die unkosten sampt
        dem hin bauen über haben bleiben, Bitten noch mahls, u. werffen
        unß Vor Sie Aller seits hoch wohl Lob gestrenge, Veste, hoch-
        und wohlweise, Groß günstige, Gnädige Herren, In aller Tiefster
        Demutt, mit dieser geringen Schrifft nieder, hertz flehenlich bittendt
        sie wollen unß unserer bitte gnädig gewehren, wir wollen den
        Mühlen Zinß fleissig und richtig ab Tragen, Vor die Große
        Gnade und Wohl Taht, so unsere Gnädige Obrigkeit, In diesem
        unß auch Erzeugen kan, wollen wir sampt unsern armen Weibern
        und Kindern, die Zeitt unsers Lebens fleissig und ohn Unterlaß
        Zu Gott seufzen und behten, daß der aller höchste Gott und
        Barmhertzige Vater Im Himmel, unserer Liebwertteste Obrigkeit
        In allem Glücklichen wohl Ergehen, wolle Erhalten, und be-
        wahren, von ihm alle unruhe und beschwerligkeit Gnädig
        abwenden, und bey Glücklicher und friedsamer regirung biß
        zu Ewigen Zeitten Erhalten, und ihnen zeittliche und Ewige
        Wohl fahrt geben.

        Kommentar

        • Gertru
          Forum-Teilnehmer
          • 18.03.2018
          • 127

          #5
          AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

          Mit Fragezeichen habe ich in der 6. Zeile von oben "fried" gekennzeichnet (leider ohne Klammer). Es soll wohl "zu frieden" abgekürzt sein.
          Unklar ist mir auch in der 7. und 8. Zeile: "ins Kunedt- ge"
          Viele Grüße
          Angela

          Kommentar

          • Beate
            Administratorin
            • 11.02.2008
            • 4836

            #6
            AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

            Was für eine Fleißarbeit!!!
            Grandios, Angela!
            Danke dafür- dann wollen wie jetzt hoffen, dass Wolfgang es baucht.....

            Fröhliche Grüße, Beate
            ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

            Kommentar

            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8547

              #7
              AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

              Liebe Angela,

              das Transkribieren hat Dir offensichtlich Spaß gemacht, doch ich erinnere Dich erneut daran, dass es im vorliegenden Fall eigentlich nur dann Sinn macht, wenn es Wolfgang noch hilft. Hast Du denn Wolfgang danach gefragt?

              Beste Grüße
              Ulrich

              Kommentar

              • Gertru
                Forum-Teilnehmer
                • 18.03.2018
                • 127

                #8
                AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                Hallo Ulrich und Beate,
                ich denke, selbst wenn Wolfgang es nicht braucht, hat vielleicht jemand im Forum Vorfahren aus Fischerbabke.
                Ein Vorfahr von mir kommt auch von dort.
                Viele Grüße
                Angela

                Kommentar

                • Ulrich 31
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.11.2011
                  • 8547

                  #9
                  AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                  Guten Abend, Angela,

                  ich teile Deine Argumentation in #8. Wolfgang hätte vermutlich schon 2016 die gewünschte Lesehilfe von anderer Seite erhalten (Du warst damals noch nicht Forum-Teilnehmer), wenn er seinen Wunsch nicht im Unterforum "Fischerbabke", sondern im Unterforum "Lesehilfe" platziert hätte. Vielleicht wäre aber die damalige Lesehilfe nicht so famos ausgefallen wie jetzt die Deinige.

                  Beste Grüße
                  Ulrich

                  Kommentar

                  • Inge-Gisela
                    Forum-Teilnehmer
                    • 09.11.2012
                    • 1842

                    #10
                    AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                    Angela, eine Wahnsinnsarbeit, die Du da geleistet hast. Zumal der Text nach unserer heutigen Sprache auch schwer verständlich ist. Hut ab. Aber zu lesen auch interessant für jemanden, der keine Ahnen in Fischerbabke hat.

                    Lieben Gruß

                    Inge-Gisela

                    Kommentar

                    • Gertru
                      Forum-Teilnehmer
                      • 18.03.2018
                      • 127

                      #11
                      AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                      Hallo, das war nicht die Wahnsinnsarbeit, wie Ihr denkt, denn Wolfgang hatte den ganzen Text schon entziffert. Es gab nur wenige Fehlstellen und wenige kleine Fehler, die es allerdings in sich hatten- wirklich schwer lesbar.
                      Ich habe den Text nur revidiert- habe nur insgesamt (mit den Vorbereitungen) 2 Stunden daran gearbeitet.
                      Viele Grüße
                      Angela

                      Kommentar

                      • Beate
                        Administratorin
                        • 11.02.2008
                        • 4836

                        #12
                        AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                        Stell dein Licht nicht unter'n Scheffel Angela, hast es fein hingekriegt. Und es gibt einen guten Einblick in das damalige Verhältnis Arbeiter/ Obrigkeit. Schlimm in meinen Augen, dass sie praktisch ums Überleben so betteln mussten, das Verantwortungsgefühl der " Hohen Obrigkeit " scheint ja etwas unterentwickelt gewesen zu sein....

                        Schöne Grüße, Beate
                        ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                        • Peter von Groddeck
                          Forum-Teilnehmer
                          • 11.02.2008
                          • 1517

                          #13
                          AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

                          Liebe Gertru,
                          Gratulation!!! Selbst als nicht Betroffener, fand ich es interessant, den Text zu lesen. Egal ob Wolfgang diesen Text noch braucht oder nicht. Leider geht es Wolfgang und/oder seiner Mutter so schlecht, dass er schon lange nicht mehr im Forum zu lesen war.
                          Beste Grüße
                          Peter
                          Tue recht und scheue niemand.

                          Kommentar

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