AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht
Schönen guten Nachmittag,
hallo Iris,
über Y-Chromosomen- und mitochondriale Analysen habe ich bisher noch nichts gefunden. Die Tests waren teuer und sind in meinen Augen nicht unbedingt notwendig wenn man nicht auf der reinen väterlichen und reinen mütterlichen Linie gemeinsame Vorfahren finden will. Der autosomale Test kostet incl. Porto zwischen 70,00 Euro (bei Sonderaktionen) und 100,00 Euro. Ein ganzer Batzen Geld, sicher, aber wenn ich mir überlege was Archion, Ancestry und MyHeritage kostet...
- ein Mehrfaches jährlich. Wenn ich das Geld-verdien-Argument (wieviel Geld wird da wirklich verdient?) ernst nähme, dürfte ich auf keine Angebote der vorgenannten Firmen oder auch der Mormonen eingehen. Im Endeffekt hieße das dann aber auch, die Familienforschung einzustellen.
Bei der autosomalen Analyse sind die sechs zurückverfolgbaren Generationen nicht festgenagelt. Manchmal sind schon nach vier Generationen so viele Erbinformationen verloren gegangen, dass man einen gemeinsamen Vorfahren nicht mehr mit Sicherheit feststellen kann. Manchmal sind aber selbst nach mehr als sechs Generationen noch genug gemeinsame DNA-Abschnitte zu finden um Anhaltspunkte für eine Verwandtschaft zu bekommen. Hinzu kommt noch eins: In räumlich kleinen Siedlungsgebieten in denen es wenig Bevölkerungsbewegungen gegeben hat, kann es bei nur zwei Testern sehr schwierig oder sogar unmöglich sein, genau festzustellen auf welcher Linie man verwandt ist. Denn gerade in den kleinen Dörfern gab es ja häufig Mehrfachverwandtschaften. Um da weiterzukommen, müssten sich mehrere Leute testen lassen.
Momentan gibt es in Deutschland nur wenige DNA-Analysen. Ich weiß nicht ob es ein paar tausend oder ein paar zehntausend sind. Auf jeden Fall ist das nichts gegenüber den vier, fünf oder sechs Millionen in den USA. Das liegt sicherlich daran, dass in Deutschland Risiken hinsichtlich Datenschutz und -sicherheit sehr viel ernster genommen werden, aber ein weiterer Punkt ist, dass die großen Analyse-Anbieter wie Ancestry das in Deutschland noch gar nicht auf dem Markt haben. Wenn ich mir überlege, dass ich gerade mal bei einer Hand voll Auswanderer in die USA lange Listen von DNA-Übereinstimmungen finde und in Deutschland praktisch nichts, dann zeigt mir das aber auch das Potential auf, das sich bei mehr deutschen Analysen ergäbe.
Häufige Übereinstimmungen mit den Mennoniten sind nicht auf ihre Glaubensrichtung zurückzuführen (das waren die Mormonen), sondern darauf, dass viele von ihnen nach dem Krieg in die USA und nach Kanada auswanderten.
Ich erinnere mich an Familiengeschichten in denen es immer wieder hieß, in den USA seien Verwandte (Onkel oder Tanten meiner Großeltern) die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die Familie unterstützt hätten. Durch Online-Forschungen (Kirchenbücher, Standesamt) weiß ich ziemlich genau wer das gewesen sein müsste. Und durch DNA-Abgleiche habe ich nun deren Nachkommen gefunden.
DNA-Analysen werden als ein Hilfsmittel gesehen und als nichts anderes. Sie geben ANHALTSPUNKTE mit denen man arbeiten kann. Sie stellen eine Hilfe dar mit der sich auf konventionellem Wege erarbeitete Vorfahren- und Nachkommenlisten für einen Zeitraum von etwa 200 Jahren prüfen lassen. Über sie kann man mit einem bisschen Glück sehr viel erfahren. Aber ich denke, dass auch bei mir gut 90% der aufgewendeten Zeit für Kirchenbuch- und Standesamtsregistersuchen verwendet wird.
Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang
Schönen guten Nachmittag,
hallo Iris,
über Y-Chromosomen- und mitochondriale Analysen habe ich bisher noch nichts gefunden. Die Tests waren teuer und sind in meinen Augen nicht unbedingt notwendig wenn man nicht auf der reinen väterlichen und reinen mütterlichen Linie gemeinsame Vorfahren finden will. Der autosomale Test kostet incl. Porto zwischen 70,00 Euro (bei Sonderaktionen) und 100,00 Euro. Ein ganzer Batzen Geld, sicher, aber wenn ich mir überlege was Archion, Ancestry und MyHeritage kostet...
- ein Mehrfaches jährlich. Wenn ich das Geld-verdien-Argument (wieviel Geld wird da wirklich verdient?) ernst nähme, dürfte ich auf keine Angebote der vorgenannten Firmen oder auch der Mormonen eingehen. Im Endeffekt hieße das dann aber auch, die Familienforschung einzustellen.Bei der autosomalen Analyse sind die sechs zurückverfolgbaren Generationen nicht festgenagelt. Manchmal sind schon nach vier Generationen so viele Erbinformationen verloren gegangen, dass man einen gemeinsamen Vorfahren nicht mehr mit Sicherheit feststellen kann. Manchmal sind aber selbst nach mehr als sechs Generationen noch genug gemeinsame DNA-Abschnitte zu finden um Anhaltspunkte für eine Verwandtschaft zu bekommen. Hinzu kommt noch eins: In räumlich kleinen Siedlungsgebieten in denen es wenig Bevölkerungsbewegungen gegeben hat, kann es bei nur zwei Testern sehr schwierig oder sogar unmöglich sein, genau festzustellen auf welcher Linie man verwandt ist. Denn gerade in den kleinen Dörfern gab es ja häufig Mehrfachverwandtschaften. Um da weiterzukommen, müssten sich mehrere Leute testen lassen.
Momentan gibt es in Deutschland nur wenige DNA-Analysen. Ich weiß nicht ob es ein paar tausend oder ein paar zehntausend sind. Auf jeden Fall ist das nichts gegenüber den vier, fünf oder sechs Millionen in den USA. Das liegt sicherlich daran, dass in Deutschland Risiken hinsichtlich Datenschutz und -sicherheit sehr viel ernster genommen werden, aber ein weiterer Punkt ist, dass die großen Analyse-Anbieter wie Ancestry das in Deutschland noch gar nicht auf dem Markt haben. Wenn ich mir überlege, dass ich gerade mal bei einer Hand voll Auswanderer in die USA lange Listen von DNA-Übereinstimmungen finde und in Deutschland praktisch nichts, dann zeigt mir das aber auch das Potential auf, das sich bei mehr deutschen Analysen ergäbe.
Häufige Übereinstimmungen mit den Mennoniten sind nicht auf ihre Glaubensrichtung zurückzuführen (das waren die Mormonen), sondern darauf, dass viele von ihnen nach dem Krieg in die USA und nach Kanada auswanderten.
Ich erinnere mich an Familiengeschichten in denen es immer wieder hieß, in den USA seien Verwandte (Onkel oder Tanten meiner Großeltern) die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die Familie unterstützt hätten. Durch Online-Forschungen (Kirchenbücher, Standesamt) weiß ich ziemlich genau wer das gewesen sein müsste. Und durch DNA-Abgleiche habe ich nun deren Nachkommen gefunden.
DNA-Analysen werden als ein Hilfsmittel gesehen und als nichts anderes. Sie geben ANHALTSPUNKTE mit denen man arbeiten kann. Sie stellen eine Hilfe dar mit der sich auf konventionellem Wege erarbeitete Vorfahren- und Nachkommenlisten für einen Zeitraum von etwa 200 Jahren prüfen lassen. Über sie kann man mit einem bisschen Glück sehr viel erfahren. Aber ich denke, dass auch bei mir gut 90% der aufgewendeten Zeit für Kirchenbuch- und Standesamtsregistersuchen verwendet wird.
Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang
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