Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #16
    AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Iris,

    über Y-Chromosomen- und mitochondriale Analysen habe ich bisher noch nichts gefunden. Die Tests waren teuer und sind in meinen Augen nicht unbedingt notwendig wenn man nicht auf der reinen väterlichen und reinen mütterlichen Linie gemeinsame Vorfahren finden will. Der autosomale Test kostet incl. Porto zwischen 70,00 Euro (bei Sonderaktionen) und 100,00 Euro. Ein ganzer Batzen Geld, sicher, aber wenn ich mir überlege was Archion, Ancestry und MyHeritage kostet... - ein Mehrfaches jährlich. Wenn ich das Geld-verdien-Argument (wieviel Geld wird da wirklich verdient?) ernst nähme, dürfte ich auf keine Angebote der vorgenannten Firmen oder auch der Mormonen eingehen. Im Endeffekt hieße das dann aber auch, die Familienforschung einzustellen.

    Bei der autosomalen Analyse sind die sechs zurückverfolgbaren Generationen nicht festgenagelt. Manchmal sind schon nach vier Generationen so viele Erbinformationen verloren gegangen, dass man einen gemeinsamen Vorfahren nicht mehr mit Sicherheit feststellen kann. Manchmal sind aber selbst nach mehr als sechs Generationen noch genug gemeinsame DNA-Abschnitte zu finden um Anhaltspunkte für eine Verwandtschaft zu bekommen. Hinzu kommt noch eins: In räumlich kleinen Siedlungsgebieten in denen es wenig Bevölkerungsbewegungen gegeben hat, kann es bei nur zwei Testern sehr schwierig oder sogar unmöglich sein, genau festzustellen auf welcher Linie man verwandt ist. Denn gerade in den kleinen Dörfern gab es ja häufig Mehrfachverwandtschaften. Um da weiterzukommen, müssten sich mehrere Leute testen lassen.

    Momentan gibt es in Deutschland nur wenige DNA-Analysen. Ich weiß nicht ob es ein paar tausend oder ein paar zehntausend sind. Auf jeden Fall ist das nichts gegenüber den vier, fünf oder sechs Millionen in den USA. Das liegt sicherlich daran, dass in Deutschland Risiken hinsichtlich Datenschutz und -sicherheit sehr viel ernster genommen werden, aber ein weiterer Punkt ist, dass die großen Analyse-Anbieter wie Ancestry das in Deutschland noch gar nicht auf dem Markt haben. Wenn ich mir überlege, dass ich gerade mal bei einer Hand voll Auswanderer in die USA lange Listen von DNA-Übereinstimmungen finde und in Deutschland praktisch nichts, dann zeigt mir das aber auch das Potential auf, das sich bei mehr deutschen Analysen ergäbe.

    Häufige Übereinstimmungen mit den Mennoniten sind nicht auf ihre Glaubensrichtung zurückzuführen (das waren die Mormonen), sondern darauf, dass viele von ihnen nach dem Krieg in die USA und nach Kanada auswanderten.

    Ich erinnere mich an Familiengeschichten in denen es immer wieder hieß, in den USA seien Verwandte (Onkel oder Tanten meiner Großeltern) die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die Familie unterstützt hätten. Durch Online-Forschungen (Kirchenbücher, Standesamt) weiß ich ziemlich genau wer das gewesen sein müsste. Und durch DNA-Abgleiche habe ich nun deren Nachkommen gefunden.

    DNA-Analysen werden als ein Hilfsmittel gesehen und als nichts anderes. Sie geben ANHALTSPUNKTE mit denen man arbeiten kann. Sie stellen eine Hilfe dar mit der sich auf konventionellem Wege erarbeitete Vorfahren- und Nachkommenlisten für einen Zeitraum von etwa 200 Jahren prüfen lassen. Über sie kann man mit einem bisschen Glück sehr viel erfahren. Aber ich denke, dass auch bei mir gut 90% der aufgewendeten Zeit für Kirchenbuch- und Standesamtsregistersuchen verwendet wird.

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

    Kommentar

    • Bernstein
      Forum-Teilnehmer
      • 12.11.2008
      • 87

      #17
      AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

      Hallo an alle Familienforscher, danke für die interessanten Informationen. Ich mache keine Forshcung abre ich werde das mal meinem Sohn zu lesen geben. Vielleicht ist das was für ihn. Stimmt dass es besser ist sich zu einem Thema nicht mehr zu äußern wenn man nichts weiß oder nichts zu sagen hat. Und deswegen abschließend von meiner Seite nur noch einmal ein Danke an diejenigen die sachlich diskutierten und informierten.
      Ulfried

      Kommentar

      • Iris Freundorfer
        Forum-Teilnehmer
        • 22.09.2016
        • 553

        #18
        AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

        Lieber Wolfgang und alle anderen am Thema Interessierten,

        stimmt, bei den Mormonen und den Mennoniten bin ich durcheinander geraten. Aber die Häufung bleibt erklärbar, bzw. du hast sie besser erklärt als ich.

        Was die Verdienstmöglichkeiten für DNA-Analysen angeht, habe ich folgendes gefunden bei Wikipedia:
        "Bereits 2006 wurde der Umsatz aller an genealogischen DNA-Tests verdienenden Unternehmen (inklusive der Labors) auf 60 Mill. $ geschätzt."

        Und hier die dazu angegebene Quelle: Blaine Bettinger: How Big Is the Genetic Genealogy Market? (englisch) The Genetic Genealogist. 6. November 2007.

        Und der Link zur Wikipedia-Seite über Genetische Genealogie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geneti...ealogie#Kritik

        Leider habe ich ansonsten nicht viel gefunden, außer die Seiten der diversen Anbieter. Aber ich glaube schon, dass es sich für die Anbieter so richtig lohnt, auch wenn es für den einzelnen Nutzer durchaus bezahlbar ist bzw. je nach persönlicher Einkommenslage bezahlbar sein kann.

        Aber ich freue mich für dich, dass du darüber Anhaltspunkte gefunden hast! Ich würde mich freuen und andere sicher auch, wenn du uns über deine Erfahrungen und Ergebnisse weiterhin auf dem Laufenden hältst.

        Viele Grüße
        Iris

        Kommentar

        • SanderM
          Forum-Teilnehmer
          • 16.12.2012
          • 13

          #19
          AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

          Liebe Foren-Leser,

          ich bin leider aufgrund meiner Berufstätigkeit nur relativ selten "online" und habe nun nach einigen Tagen Abwesenheit Eure Anmerkungen gelesen - vielen Dank hierfür!

          Ich wollte an dieser Stelle beim besten Willen keine Grundsatzfrage über die allgemeine Sinnhaftigkeit, Datenschutz-Bedenken und finanzielle Interessen Dritter eröffnen. Wer Zweifel an der genetischen Genealogie hat, wird kaum eine DNA-Analyse durchführen lassen. Das ist ja letztlich die Entscheidung jedes einzelnen - und das ist auch gut so.

          Zur mitochondrialen und Y-chromosomalen DNA-Analyse möchte ich gerne anmerken, daß es hierbei äußerst schwierig sein wird, entfernte Verwandte ausfindig zu machen. Wie bereits geschrieben, erhält jeder Sohn von seinem Vater das - meist unveränderte - Y-Chromosom; jedes Kind (Söhne und Töchter) erhalten von ihrer Mutter die "Kraftwerk"-DNA der Ei-Zelle (mitochondriale DNA), da nur diese mütterliche DNA im Zytosol der befruchteten Eizelle weitergegeben wird (seltenste Ausnahmen klammere ich einmal aus).

          Aber man kann anhand der Y-chromosomalen DNA belegen, daß zum Beispiel die männlichen Nachkommen einer männlichen Person (z.B. Ururenkel) auf denselben männlichen Urahn zurückzuverfolgen sind. Dieses kann man theoretisch nutzen, wenn man innerhalb der vergangenen Generationen eine Non-Paternalität ausschließen möchte. So ein im Ausland erlaubter Test ist aber meines Wissens in Deutschland - wenn überhaupt - nur mit dem Wissen/der Einwilligung der Probanden zulässig (hier wären wir beim Thema illegale Abstammungs-Analysen angekommen. Dieses war aber nicht mein initiales Ansinnen).

          Bezüglich der autosomalen DNA, die jeder jeweils etwa zur Hälfte von jeweils einem Elternteil erhält, ist anzumerken, daß die von einem Vorfahren vorhandene DNA immer weniger wird, je weiter der Ahn zurück liegt (die DNA wird "verdünnt", wie Wolfgang schon anschaulich schrieb). Je länger der gemeinsame Urahn also zurückliegt, desto größer wird eine statistische "Unsicherheit", daß es sich um eine zufällige genetische Ähnlichkeit handelt. Der Verdünnungseffekt kann jedoch geringer als vorausgesehen sein, wenn der Gen-Pool der Population einer Region eher klein ist. So kann man statistisch mehr gemeinsame DNA-Fragmente haben, obwohl der gemeinsame Ahn viele Jahrhunderte zurück liegt.

          Es ist immer abzuwägen, ob man bei beispielsweise bei 95 oder 99 oder bspw. 99.99999 % Wahrscheinlichkeit noch davon ausgehen möchte, ob man mit einer bestimmten Person, mit der man identische DNA-Fragmente aufweist, auch familiär verwandt ist. Praktisch ist es daher, von "genetischen Cousins" zu sprechen.

          Interessante Anmerkungen hierzu findet man auf den Seiten der ISOGG (leider nur auf Englisch):



          Wolfgang, mir ist unser gemeinsames Fragmen auch schon aufgefallen. Darf ich mal nachfragen, wo ich Deinen Stammbaum ansehen kann?

          Viele Grüße für heute und danke für das verständnis für eventuelle Tippppfehler und abendliche Schwächen in der Formulierung,
          Martin.

          Kommentar

          • Iris Freundorfer
            Forum-Teilnehmer
            • 22.09.2016
            • 553

            #20
            AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

            Hallo zusammen,

            damit keine Missverständnisse entstehen, möchte ich noch ein paar Zeilen zum Thema schreiben.

            Mir geht es nicht um eine Grundsatzdiskussion. Ich finde nur, dieses Forum ist ein geeigneter Ort, um Möglichkeiten und Grenzen einer solchen DNA-Analyse zu diskutieren und sich auch kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn ich denke, dass es viele gibt, die darüber nachdenken, ob sie sich testen lassen sollen und die sich hier darüber informieren, um das Für und Wider abzuwägen. Letztlich muss natürlich jede/r für sich selbst entscheiden, ob er/sie ein solches Verfahren nutzt.

            Ich finde es gut, dass Wolfgang bereits in mehreren Beiträgen (auch in einem anderen Thread, Titel ist glaube ich "DNA-Test") über seine Erfahrungen geschrieben hat und dabei nicht nur über Erfolge berichtet, sondern auch Zweifel und Unsicherheiten nicht ausgespart hat.

            Mit meiner Anmerkung, dass sich mit DNA-Analysen gutes Geld verdienen lässt, wollte ich vor allem darauf hinweisen, dass die Anbieter aus diesem Grund natürlich ein Interesse daran haben, möglichst viele Menschen von der Sinnhaftigkeit einer solchen Analyse zu überzeugen. Das heißt, sie zeigen vor allem die Chancen auf und übertreiben dabei vielleicht sogar ein wenig - wie das eben bei jedem Marketing üblich ist. Dessen sollte sich jede/r bewusst sein.

            Hinzu kommt das, was Wolfgang und auch andere schon angemerkt haben: Es handelt sich um eine sehr komplexe Materie, die für Laien nicht so ohne weiteres durchschaubar und interpretierbar ist. Sind das nun wirklich Verwandte oder nur zufällige Ähnlichkeiten? Ich glaube, das ist sehr schwer zu beurteilen und ich würde mich damit schwer tun.

            Ich möchte nicht abstreiten, dass sich mit Hilfe solcher Verfahren Anhaltspunkte finden lassen und auch nicht, dass sich darüber tatsächlich Verwandte finden lassen, die man ohne diese Verfahren nicht hätte finden können. Aber man sollte - meiner Meinung nach - auch nicht zuviel erwarten. Es gibt eben auch die Möglichkeit, dass sich zwei miteinander verwandte Personen testen lassen und trotzdem nicht zueinander finden.

            Ein letztes noch zum Datenschutz und zu Missbrauchsmöglichkeiten. Ich will keinem Anbieter unterstellen, nicht sorgfältig mit den ihm anvertrauten Daten umzugehen. Doch jede/r sollte sich bewusst sein, was er/sie preiszugeben bereit ist. Ich finde, das ist kein "Spaß" - wie ich es irgendwo gelesen habe. Wie viele sind hier im Forum mit "Nick-Namen" unterwegs und geben als Wohnort nur eine Region an, weil sie das nicht jedem unter die Nase binden wollen? Wie viele Menschen gibt es, die nicht mehr im öffentlichen Telefonbuch stehen wollen? Und auf der anderen Seite geben wir dann das privateste, was wir haben - unsere Erbinformation - an Dritte weiter? Ohne wirklich zu verstehen (s.o.), was wir preisgeben und ohne wirklich zu wissen, was damit passiert oder eines Tages passieren kann?

            Ich weiß, das klingt jetzt doch wieder nach Grundsatzdiskussion, was nicht meine Absicht war und ist. Aber diese Fragen beschäftigen mich einfach.

            Ich hatte auch einmal kurz über einen solchen Test nachgedacht. Denn mein Großvater väterlicherseits ist unehelich geboren, der Vater unbekannt. Dann habe ich darüber nachgedacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, darüber etwas herauszufinden. Das wird im Dunkel der Familiengeschichte bleiben. Ich bin dankbar für alles, was ich auf konventionelle Weise herausgefunden habe und vielleicht finde ich auf diesem Weg ja noch weitere Verwandte.

            Und noch einmal: Ich möchte niemandem die Sache "madig machen" - die Chancen solcher Tests haben andere aufgezeigt.

            Viele Grüße
            Iris

            Kommentar

            • jonnyroggenbuck
              Forum-Teilnehmer
              • 11.02.2008
              • 37

              #21
              AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

              Hallo Wolfgang,
              laut Gedmatch sind wir beide möglicherweise über 4,7 Generationen verwandt.

              Gruß nach Danzig
              Jonnyatroggenbuckdotde

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #22
                AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

                Schönen guten Nachmittag,
                hallo Jonny,

                ich habe mir die Analyseergebnisse noch einmal angeschaut und festgestellt, dass wir zwei Beide keine Übereinstimmungen haben, Du jedoch welche mit meinem Sohn hast. Das heißt dann aber auch, dass diese Übereinstimmungen rein zufällig sind, da mein Sohn sie nur über seine Mutter erhalten haben kann. Und diese hatte keine Vorfahren in Westpreußen und dem Danziger Raum.

                Manchmal kommt es vor, dass man einen gemeinsamen Vorfahren vermutet, aber je weiter das zurückliegt, desto eher sind auch mal Zufallsübereinstimmungen möglich.

                Schöne Grüße aus dem WErder
                Wolfgang
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                Kommentar

                • MueGlo
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.03.2010
                  • 1120

                  #23
                  AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

                  Moin,

                  hier zum Spiegel Online Kommentar:

                  Man schickt seine Speichelprobe an ein Unternehmen und wird vermeintlich über die eigene Herkunft aufgeklärt. Doch was bringt die Erkenntnis, dass man von einer Dynastie von Apothekern oder Axtmörderinnen abstammt?


                  Beste Grüße aus Rabat,

                  Rainer MueGlo
                  "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

                  www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

                  Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
                  http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

                  Kommentar

                  • Fischersjung
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.11.2015
                    • 5612

                    #24
                    AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

                    Hallo,
                    hier ein kurzer Beitrag von 5 Minuten zum Gentest.
                    Link:
                    Alle Videos und Livestreams im ZDF anschauen – ständig verfügbar und interaktiv! Entdecken Sie Filme, Serien, Sportevents, Dokumentationen und vieles mehr!


                    sonnige Zeit wünscht
                    Joachim
                    Grüße von Joachim

                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #25
                      AW: Genetische Genealogie (DNA-Analysen) Danziger Niederung: Erfahrungsbericht

                      Schönen guten Nachmittag,
                      hallo Joachim,

                      den Film habe ich auch gesehen und dazu in einer DNA-Genealogiegruppe einen Kommentar geschrieben:

                      "Eigentlich nicht schlecht, "Terra X" ist meist recht gut. Wenn der sonst positive Eindruck nicht durch schlampige Recherchen und dadurch bedingte Falschaussagen getrübt würde. Wie z.B. die Aussage "Mit dem Einsenden seiner Speichelprobe willigt der Kunde nicht nur ein, dass sein Erbgut Teil der Datenbank wird, sondern auch, dass es anonymisiert weiterverkauft werden darf - ein äußerst lukratives Geschäft." Diese generelle Behauptung ist grottenfalsch und wird mitunter dazu führen, dass eigentlich Testwillige sich nicht testen lassen. Was auch noch stört, ist die Überbetonung von Profitinteressen der Testanbieter."

                      Ergänzend dazu ist noch anzumerken, dass der wesentliche Aspekt, nämlich das Auffinden von näher oder weiter entfernten Verwandten, gar nicht thematisiert wird. Ich habe Tests machen lassen für mich, meine Mutter, meine Kinder und für einen Cousin. Die Ergebnisse sind einfach toll! Ich fand nicht nur etliche entfernte Verwandte sondern darüber hinaus wurde auch definitiv festgestellt, dass etliche Abstammungslinien -die bisher nur auf dem Papier standen- auch genetisch nachgewiesen sind.

                      KEINER der großen Testanbieter (es gibt etliche wie z.B. Ancestry, MyHeritage, 23andme, FTDNA, LivingDNA) verwendet bzw. verkauft Daten bzw. Analyseergebnisse ohne AUSDRÜCKLICHE vorherige Zustimmung der getesteten Leute. Insofern ist die immer wieder zu hörende Aussage, diese Daten würden einfach so verwendet, vollkommen falsch.

                      Über die DNA-Testergebnisse habe ich mehrere sehr nette Kontakte vor allem in die USA aufnehmen können und somit viel über die Auswanderung von Familienangehörigen aus Westpreußen und Danzig erfahren können. Für mich ist die DNA-Genealogie ein hervorragendes ergänzendes Hilfsmittel zur konventionellen papier- bzw. archivgebundenen Familienforschung. Es kann archivalische Recherchen nicht ersetzen, aber es kann vorhandene Erkenntnisse und Vermutungen erhärten bzw. bestätigen. Und darüber hinaus vollkommen neue Wege und Lösungsansätze aufzeigen.

                      Was den kommerziellen Aspekt betrifft: Es sind Privatfirmen die solche Tests anbieten. Im Schnitt kostet ein solcher Test zwischen 50,00-80,00 Euro, bei Sonderangeboten auch weniger. Ich habe Ende letzten Jahres Tests für 39,00 Euro machen lassen. Wer weiß, welcher Aufwand dahinter steckt und was dafür geboten wird, wird über den Preis nicht klagen.

                      Schöne Grüße aus dem Werder
                      Wolfgang
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                      Kommentar

                      L