Arbeitslager 1944

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  • bogeyman
    Forum-Teilnehmer
    • 05.08.2009
    • 11

    #1

    Arbeitslager 1944

    Wer könnte hilfen bitte?
    Ich bin auf der Suche nach Information über ein Arbeitslager wo mein Vater in 1943-1944 Zwangsarbeiter war. Er war in Amersfoort (Holland) gezwungen mit vielen anderen in Danzig zu arbeiten und war da in einem Zwangsarbeitlager untergebracht.
    Das Lager befand sich in der Karthaüserstrasse (jetzt Kartuska).
    Weis jemand wo das genau war und sind noch mehr informationen darüber bekannt?
    Mein Vater ist in 1983 gestorben, ich möchte so gerne mal ein Besuch bringen an Danzig um zu sehen wo er im Krieg gewesen ist.

    Ich entschuldige mich für meine schreibfehler, da ich Holländer bin.

    Im voraus sehr vielen Dank!

    René Veldhuizen
  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #2
    AW: Arbeitslager 1944

    Liebe Herr Veldhuizen

    War Ihr Vater jüdischen Glaubens oder warum wurde er Zwangsdeportiert. Viellicht kommen beim Stutthof weiter. Einfach Stutthof in die Suchmaschine geben. Stutthof hatte viele Außenlager u.a. auch in Danzig. Viel Glück
    Viele Grüße
    Belcanto

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    • bogeyman
      Forum-Teilnehmer
      • 05.08.2009
      • 11

      #3
      AW: Arbeitslager 1944

      Belcanto, vielen Dank, aber Stuthof ist es sicher nicht gewesen. Vater wurde wie so viele hundertausende einfach von der Strasse genommen und abtransportiert und zu Zwangsarbeit gezwungen in Deutschland.
      Er war nicht Jüdisch

      Beste Grüsse
      René

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2507

        #4
        AW: Arbeitslager 1944

        Hallo Rene
        Das war ein schlimme Zeit. Wünsche dir bei deinen Recherchen viel Erfolg.
        Viele Grüße
        Belcanto

        Kommentar

        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          AW: Arbeitslager 1944

          Hallo Rene,

          im Dritten Reich war (fast) alles perfekt organisiert. So auch der systematische Menschenraub mit anschließender Verschleppung und Zwangsarbeit. Soweit ich weiß (falls ich falsch liege bitte ich um Korrektur), waren alle Zwangsarbeiter auch KZ-Häftlinge. Die Konzentrationslager unterstanden dem SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt. Ziel war es, diese Zwangsarbeiter rigoros auszubeuten und mit ihnen möglichst viel Geld zu machen. Deswegen wurden sie an Firmen, Gewerbetreibende, staatliche Institutionen, aber auch an Bauern und Privatpersonen "ausgeliehen". Dafür mussten die Ausleiher zahlen.

          Wenn Dein Vater in einem "Arbeitslager" war, wird dieses mit einiger Wahrscheinlichkeit dem KZ Stutthof zugeordnet gewesen sein. Es gibt eine Liste der Außenkommandos des KZ Stutthof, aber von einem Lager in der Karthauser Straße ist darin nicht die Rede. Ich würde mich auf jeden Fall an die Gedenkstätte KZ Stutthof wenden und dort nachfragen.
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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          • bogeyman
            Forum-Teilnehmer
            • 05.08.2009
            • 11

            #6
            AW: Arbeitslager 1944

            Hallo Wolfgang,

            Danke für diesen Antwort, könnte sehr gut aushelfen mit meiner Suche. Hatte keine Ahnung daß Zwangsarbeiterlager auch unter Verwaltung von Konzentrationslagern fallen könnten. Sollte das auch hier der fall sein muss ich tatsächlich mal informieren bei Webseiten über KZ Stutthof....

            Schöne Grüße
            René

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            • bogeyman
              Forum-Teilnehmer
              • 05.08.2009
              • 11

              #7
              AW: Arbeitslager 1944

              Ich lese auf (click) folgendes:


              ZITAT:
              Für die Arbeiter aus befreundeten Staaten (Kroatien, Ungarn usw.) und für diejenigen, die der "germanischen Rasse" angehörten (Niederländer, Skandinavier, Flamen), bestanden keine besonderen Verhaltensvorschriften, sie konnten i.a. wie Deutsche behandelt werden, sollten aber keine Vorgesetztenfunktion ausüben. Ihre Unterbringung brauchte also nicht in einem Lager erfolgen. Ausgenommen davon waren die Kriegsgefangenen, die einer Bewachung unterlagen.
              ENDE ZITAT

              Wenn so wird es schwieriger.....

              Kommentar

              • RenéDublin
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 301

                #8
                AW: Arbeitslager 1944

                Hallo René,

                ja, das stimmt zu Deinem Link. Es wurden wohl viele der "germanischen Rasse" angehoerigenden Zwangsarbeiter auch privat untergebracht, vor allem auf Bauernhoefen und bei Gutsbesitzern zur Hilfe mit Landarbeit und Ernte da die meisten Maenner eingezogen wurden.

                Viele Gruesse,
                René
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                • Christkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 1568

                  #9
                  AW: Arbeitslager 1944

                  Zum gleichen Thema erscheint im Moment eine Geschichte in der Braunschweiger Tageszeitung als Fortsetzung.
                  "Olga und Piet" eine Liebe in zwei Diktaturen.

                  Als PDF- Datei hier:



                  Oder über den Buchhandel.

                  _____
                  Christkind grüßt
                  Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                  (M. Gandhi)

                  Kommentar

                  • Marc Malbork
                    Forum-Teilnehmer
                    • 23.02.2008
                    • 1050

                    #10
                    AW: Arbeitslager 1944

                    Zitat bogeyman:Ich bin auf der Suche nach Information über ein Arbeitslager wo mein Vater in 1943-1944 Zwangsarbeiter war. (...) Das Lager befand sich in der Karthaüserstrasse (jetzt Kartuska).
                    Weis jemand wo das genau war und sind noch mehr informationen darüber bekannt? (...) ich möchte so gerne mal ein Besuch bringen an Danzig um zu sehen wo er im Krieg gewesen ist.

                    Hallo bogeyman,
                    es wird nicht sehr viel helfen, aber die Karthäuserstraße mit allen Grundstücken und den Bewohnern per 1942 kann man sich hier in dem von unserem Admin. Wolfgang ins Netz gestellten Adressbuch (Teil Straßenverzeichnis) ansehen:



                    Vielleicht hat dein Vater ja noch sonstige Namen oder Geschäfte usw. im Zusammenhang mit der Strasse genannt, so dass du die Stelle irgendwie näher lokalisieren kannst.

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                    • radewe
                      Forum-Teilnehmer
                      • 08.03.2008
                      • 935

                      #11
                      AW: Arbeitslager 1944

                      In der letzten Woche hatte ich bei einem Internetkontakt erfahren
                      (es ging um die „Aktion der Weißen Busse“),
                      dass es neben KZ-Lager auch Zwangsarbeitslager der Organisation Todt gab.
                      Mir wurde beschrieben, wie härteste Arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen,
                      Misshandlungen und schlechte Ernährung geleistet werden musste.

                      Hier ist ein polnischer Link: „Nebenlager und größere Außenkommandos“
                      http://www.kki.net.pl/~museum/nebenlager.htm

                      und eine Auflistung wo Häftlinge von 1939-1945 beschäftigt wurden.
                      http://www.kki.net.pl/~museum/firmyd.htm

                      Grüße von Hans-Werner aus Hamburg
                      Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
                      Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
                      Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

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                      • bogeyman
                        Forum-Teilnehmer
                        • 05.08.2009
                        • 11

                        #12
                        AW: Arbeitslager 1944

                        Vielen Dank für die Beiträge, jeder Information ist mir sehr wilkommen.
                        Bei den Außenkommando's ist es schwierig zu sagen ob Vater bei einem von den genennten beschäftigt gewesen ist. Ich weiß nur daß er einmal erzählt hat daß er im Hafen von Danzig Schiffe ab- und beladet hat.
                        Er war untergebracht zusammen mit vielen anderen Holländer in Unterkommen wo viele Laüse waren. Ob es Baracken oder andere Gebaüde waren weiß ich nicht, nur daß es in der Karthaüserstraße war. Meine Mutter hat sich noch errinnert daß Briefe geschickt worden konnten nach der Karthaüserstraße mit ein hohes Hausnummer. Also glaube ich daß es ziemlich weit weg von Danzigs Stadtmitte war.
                        In frühen Winter, ende 1944, ist es ihn mit einem Freud gelungen auf den Flucht zu gehen. Die beiden haben fast zwei Monaten durch Deutschland gewanderd und tagsüber sich versteckt um danach völlig ausgehungert Holland zu erreichen (wo er sofort in der Illegalität geraten ist und Sabotage Aktionen mitgemacht hat).

                        Nach dem Krieg, ich war 6 Jahre alt, kamen zwei Deutsche Herren auf Besuch bei uns. Die Herren sind sehr herzlich empfangen. Mir wurde erzählt daß Vater vond diesen Herren während seinen Flucht geholfen geworden ist. Für einen kleinen Junge wie ich war es zum ersten Mal klar daß es auch nette Deutschen gab. In der Zeit kurz nach dem Krieg war der herrschende Meinung natürlich in den Niederlanden noch nicht so freundlich den Deutschen gegenüber. Gott sei Dank ist es jetzt alles anders!

                        Viele Grüße
                        René
                        Entschuldigt sich für die Schreibfehler.

                        Kommentar

                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #13
                          AW: Arbeitslager 1944

                          Schönen guten Morgen,
                          hallo Rene,

                          ich habe noch eine Frage: WEISST Du, dass Dein Vater in einem Zwangsarbeitslager untergebracht war oder VERMUTEST Du das nur? Wenn er in einem Zwangsarbeitslager war, dann war er auch Zwangsarbeiter und als solcher war er dann auch sehr wahrscheinlich KZ-Häftling.

                          Nicht inhaftierte Arbeiter aus befreundeten Staaten waren keine Zwangsarbeiter sondern FREMDARBEITER. Diese wurden nicht in Zwangsarbeitslagern untergebracht.
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                          Kommentar

                          • bogeyman
                            Forum-Teilnehmer
                            • 05.08.2009
                            • 11

                            #14
                            AW: Arbeitslager 1944

                            Hallo Wolfgang,

                            Das ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht hundertprozent sicher aber mein Vermuten ist sehr stark da er gesagt hat mit vielen andern die Raüme teilen zu müssen, wie in einem Lager.
                            Weiterhin kann er keinen 'Fremdarbeiter' gewesen sein, er war in Holland tatsächlich verhaftet, in dem Sinne daß er mit so vielen andere Leute bei einem Razzia festgenommen und abtransportiert ist ohne daß er sich von der Familie verabschieden konnte. Das Wort Fremdarbeiter erweckt den Eindruck daß damit sehr viel freundlicher umgesprungen wird als wie bei meinem Vater der Fall war.
                            Ob Holland damals als 'befreundeter Staat' angemerkt sein konnte bezweifle ich. Wenn so war das zur zeit deutlich nicht zweiseitig gerichtet.

                            Beste Grüße,
                            René

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                            • elfirohde
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 63

                              #15
                              AW: Arbeitslager 1944

                              Auch mein Vater war als Zwangsarbeiter in einem Arbeitslager zwischen 1939-1942 untergebracht.
                              Dieses auf Grund weil er Danziger Pole war und als Beamter bei der Eisenbahn angestellt war. Ausserdem schickte er mich in einen polnischen Kindergarten und zur polnischen Schule. Er wurde morgens früh bei Kriegsanfang am 1.September aus der Wohnung geholt und gleichzeitig wurde unsere Wohnung beschlagnahmt.
                              Wo dieses Arbeitslager war weiss ich leider nicht, habe nur eine kleine Ahnung dass es eine "Holzindustrie" (?) war. Mein Vater sprach nie hierüber, ich habe nur etwas im Gedächtnis dass sein Aufenthalt im Lager etwas mit Holz zu tun hatte. Ich glaube dieses Lager lag nicht allzu weit ab von Danzig
                              Gruss //Elfi

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