Heinrich George: Was mir verblieb

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  • Helga +, Ehrenmitglied
    Moderatorin
    • 10.02.2008
    • 1948

    #1

    Heinrich George: Was mir verblieb

    WAS MIR VERBLIEB

    Was mir Verblieb wenn ich einmal frei sein werde,
    frag´ ich mich, wie wird das sein?
    Grabe dann in deine Erde,
    HEIMAT, tief die Hände ein.

    Gehe einsam durch die Straßen
    wie in einem stillen Traum.
    Kann die FREIHEIT noch nicht fassen,
    lehn den Kopf an einen Baum.

    Wenn mich jemand wollte fragen,
    wo ich denn gewesen bin,
    werde ich verhalten sagen:
    WAR IN GOTTES MÜHLEN DRIN.

    Sah die Müller Spuren mahlen
    in der Menschen Angesicht,
    mußte mit dem Herzblut zahlen
    wie in meinem Leben nicht.

    Wenn ich einmal frei sein werde,
    frag´ ich mich, was mir verblieb:
    DU - OH DEUTSCHE HEIMATERDE,
    DICH HAB ICH VON HERZEN LIEB!

    Gedicht von
    Heinrich George,
    der 1893 geboren ist, und 1946 nach dem Krieg
    im sowjetischen Konzentrationslager Sachsenhausen,
    wo er noch mutig Vorstellungen für seine
    mitleidende Kameraden gab, starb.
    Viele Grüße
    Helga

    "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)
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