Alt Hela

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Alt Hela

    Auf der Spitze der Landzunge Hela lag einst eine blühende Stadt.Noch
    vor 200 Jahren sah man an dieser Stelle die Überreste einer Kirche;
    auch sie sind verschwunden.Keine Mauer und kein Trümmerhaufen zeigt
    an, dass hier einst der Wohnsitz von Menschen gewesen ist. Was nicht
    zuletzt von Fluten begraben wurde,hat der Wind verweht, und
    Heidekraut überwuchert die Stelle, wo einst die prächtige Stadt Hela
    gelegen hat.
    Hohe Dome und Prunkhäuser mit goldenene Türmen leuchteten weit in
    die See hinein.Stolze Schiffe trugen die Schätze ferner Länder
    herbei.In schmucken Läden fand man kostbare Stoffe, Perlen und
    Edelsteine.Soviel Geld gab es,dass die Leute das Silber verachteten.
    Bei solchem Reichtum vergaßen die Helenser aber ihres Gottes.Ein
    lockeres Leben begann.Ein Fest drängte das andere, und eines war
    immer prächtiger und glänzender als das andere.
    Nun sollte einst das Pfingstfest besonders prunkhaft gefeiert
    werden.Schon am frühen Morgen des ersten Festtages versammelten sich
    die übermütigen Menschen, um den ganzen Tag zu durchjubeln.
    Aber der Himmel zürnte dem Volk.Plötzlich verfinsterte sich die
    Sonne, und schwarzes Gewölk bedeckte den blauen Frühlingshimmel.Der
    Sturm fing an zu heulen und peitschte das Meer mit solcher Höhe auf,
    dass seine Wellen über die Stadt hinwegbrausten.
    Die gottlosen Menschen aber fanden in den Fluten ihr Grab.
    Noch jetzt hört man, so erzählen alte Fischer, an jedem ersten
    Pfingstsonntage Glockengeläute aus der See emporklingen. Wer dem
    Klange folgt und auf das spiegelglatte Meer hinausfährt,erblickt tief
    untem am Grunde die stolze Stadt mit ihren Dächern und Türmen, ihren
    Straßen und Gassen.
    Wehe dem Fischer, der die tote Stadt zu sehen wünscht. Der reiche
    Glanz blendet ihn, und heftiges Verlangen nach den Schätzen dort
    unten zieht in sein Herz ein. Kaum ist die geschehen, dann
    verschwindet die Stadt, der Sturm bricht los und schleudert Mann und
    Boot in die Tiefe.
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
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