Der ungerechte Bürgermeister

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Der ungerechte Bürgermeister

    Ein Bürgermeister von Danzig hatte einen buhlerischen Umgang mit
    einem jungen Frauenzimmer, und um denselben besser bemänteln zu
    können,wollte er einen jungen Bürger durch lockende
    Versprechungen bewegen,sich mit der Person trauen zu lassen.Der junge
    Mann schlug die ehrlose Zumutung entschieden ab und zog sich dadurch
    den Zorn des mächtigen und leidenschaftlichen Bürgermeisters zu.

    Nach einiger Zeit ließ dieser ihn vor Gericht stellen und durch
    bestochene Zeugen des Diebstahls bezichtigen.Ja, die Sache wurde so
    schlimm zugestutzt,dass der Angeklagte zum Tode verurteilt wurde.
    Als er an dem Hause des Bürgermeisters vorbei zum Richtplatz
    geführt wurde,und diesen erschaute, rief er:" Da ich kein Recht auf
    Erden finde und wider Recht den Tod leiden muß,so wende ich mich an
    den Richterstuhl des Höchsten und lade dich nach meinem unschuldigen
    Tode,dass du Rechenschaft darüber ablegest."
    Der Bösewicht achtete wenig auf diese Worte, sondern strebte unter
    Ausschweifungen die Stimme seines Gewissens zu ersticken.
    Aber am dreizehnten Tage seit der Hinrichtung fühlte er sich nach
    dem Abendessen sehr krank; er verfiel in Fieberphantasien, behauptete,
    den umgebrachten Jüngling leibhaft zu sehen, wie er ihm winke, und
    starb wirklich unter schrecklichen Verzuckungen, wie es der
    Unschuldige vorausgesagt.
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
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