Willibald Omankowski (Omansen): Ahnenzug

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
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    #1

    Willibald Omankowski (Omansen): Ahnenzug

    Einer der weniger bekannten Danziger Dichter war Willibald Omansen, *1886, +1975, der mehrere Gedichtbände schrieb, die heute meist vergessen sind.

    Im Dezember 1937 veröffentlichte er in Carl Langes "Ostdeutschen Monatsheften" das Gedicht:

    Ahnenzug

    Der Ahnen Zug beschwör' ich oft zur Nacht.
    Mit lautem Anruf lock ich sie aus Schriften,
    aus Bildern, selbst aus ihren Grüften,
    versunken tief in ewigen Schlafes Schacht.

    Da hebt ein Klirren an von Ankerketten.
    Aus schmalen Toren wimmelt es hervor:
    Kahnschiffer, Mönche, Söldner und der Chor
    bewamster Bürger mit den Samtbaretten.

    Sie haben den bedächtig breiten Gang
    erfahrener Männer, die etwas bedeuten,
    und ihre Gesten sind wie das Bereiten
    seltener Feste, glänzend laut und lang.

    Und schmale Frauen treten vor die Türen.
    Sie schauen in das marktliche Gewühl
    mit einem rätselhaften Lächelspiel,
    das Dienen heißt und Herrschen und Verführen.

    Und alle haben die Gelassenheit
    von solchen, die gewohnt sind, viel zu tragen,
    sie sind in guten wie in bösen Tagen
    glückliche Menschen, denn sie haben Zeit.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
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